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InaiMathi Blog

„Promi-Big Brother“: Auszüge nach Drehbuch? Lucy, Percival & Marijke müssen wohl dringend raus…

Sat.1 LogoAls ich gestern Abend relativ gelangweilt vor dem Fernseher saß und mir auf… – Verzeihung! – in Sat.1 die große „Promi-Big Brother“-Show ansah, dachte ich so bei mir: Was eine hingerotzte Scheiße! Ja, im Verlauf der vergangenen Woche hat sich deutlich herauskristallisiert, dass wir es bei „Promi-Big Brother“ mit einem klassischen Wolf im Schafspelz zu tun hatten, der versucht hat á la Mehr Schein als sein beim Publikum und alten BB-Fans zu punkten.

Schon bei der großen Eröffnungsshow, die vergangene Woche am Freitag zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr in Sat.1 ausgestrahlt wurde, fielen dem geneigten Beobachter diverse Mängel auf. Die einen waren handwerklicher Art, so etwa eine miserable Tonabmischung, ein mit Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher in nahezu jeder Hinsicht bemüht agierendes Moderatoren-Duo, welches eher seichte Gags abspulte und überhaupt auffällig oft drum bemüht war, einen auf Dschungelcamp zu machen – ohne jedoch dessen Niveau auch nur ansatzweise zu erreichen. Und dann natürlich die Promis, die Prinzip überhaupt keine solchen sind, sondern größtenteils abgestützte, abgehalfterte, seit Jahren vergessene oder eben nie gekannte Sternchen, die versuchen, aus ihrer Pseudobekanntheit Profit zu schlagen.

Während ich auf das letztere „Problem“ bereits zur Genüge eingegangen bin, möchte ich mich dieses Mal um all das kümmern, was vor und hinter den Kulissen des Big Brother-Hauses im verlauf der vergangenen gut acht Tage so alles schief gegangen ist. Und das ist eine ganze Menge. Um genau zu sein sogar so dermaßen viel, dass nicht einmal mehr Cindy und Oli davor zurückschrecken, die gesamte Produktion ganz unverblühmt live on Air zu kritisieren. Wer all das nachlesen möchte, was von den beiden, die ich übrigens – im Unterschied zu manch anderem – gar nicht mal sooo schlecht finde, mal mehr mal weniger offensichtlich angeprangert wurde, kann die bisherigen Pleiten, Pechen und Pannen unter anderem im wunderbaren IOFF.de nachlesen.

Das größte Problem der Macher ist jedoch nicht die offenbar entgegen früherer Ankündigungen letzten Endes dann doch eher kostengünstig realisierte Produktion des ganzes Events, sondern viel mehr ein Cast, der im Prinzip nicht will. Schauen wir uns doch nur einmal an, wer bisher so das Haus verlassen hat: Als da wäre der einzige echte Prominente der laufenden Staffel: David Hasselhoff. Der versprühte wenigstens einen Hauch von Hollywood, auch wenn er selbst schon seit gefühlten Jahrzehnten keine große Rolle mehr angeboten bekommen hat und in den USA allgemein hin eher als, nun ja, Witzfigur wahrgenommen wird. In den paar tagen, die er im Haus weilte, hatte ich das Gefühl, er würde das Experiment „Promi-Big Brother“ durchaus ernst nehmen. Obwohl er keinen einzigen der anderen Mit-Promis kannte – ihm ging es da genau wie der Mehrzahl der Zuschauer zuhause -, ließ er sich drauf ein und schloss laut eigener Aussage sogar die ein oder andere zarte Bande. Er beteiligte sich an gestellten Aufgaben und ließ sich von Martin Semmelrogge in gebrochenem Englisch vollquatschen. Allein aus diesem grund hätte David dasd Ding eigentlich gewinnen müssen. Aber nein, der feine Herr zog bekanntlich am vergangenen Mittwoch den Schwanz ein und infolge dessen umgehend aus.
Während es von offizieller Seite heißt, Hasselhoff sei wegen seines kranken Vaters vorzeitig ausgezogen, um sich in den Flieger setzen und diesen in Los Angeles besuchen zu können, heißt es von anderswo, er sei wohl aufgrund gescheiterter Verhandlungen seines Managements mit der Produktion (zwecks einer nach oben hin angepassten Gage) ausgezogen. Letztere Theorie wird dadurch untermauert, dass Hasselhoff nach seinem Auszug in London gesichtet wurde, wo er wohl seine Tochter besucht haben soll. So dringend kann es also im fernen LA nicht gewesen sein… – Wie dem auch sei, ob nun die offizielle oder die spekulierte Version der Wahrheit entspricht, werden wir wohl nie erfahren. Tatsache ist: Mit David Hasselhoff ist eines der wenigen Zugpferde des Formats vorzeitig abgesprungen – und wurde vom Sender prompt durch das berühmt-berüchtigte Sams aus dem RTL-Dschungel ersetzt, um nicht noch mehr Quote einzubüßen.

Nur einen Tag später folgte der nächste Auszug eines Bewohners: Sarah Joelle Wasauchimmer hat sich aus privaten Gründen (man munkelt von solchen im Familienumfeld) vorzeitig verabschiedet. Und die beiden werden wohl aller Voraussicht nach nicht die letzten Insassen bleiben, die beabsichtigen, „Promi-Big Brother“ vorzeitig den Rücken zu kehren. Es gibt einige Indizien, die darauf hinweisen, dass auch weitere Promis ihren vorzeitigen Abschied bereits durchgeplant haben.

Promi Big Brother - © Sat.1 / EndemolNehmen wir uns zuerst einmal (die inzwischen von den Zuschauern rausgevoteten) Dramaqueen Percival vor: Der hatte, wie er mehrmals zu Protokoll gab, schon länger keinen Bock mehr auf „Promi-Big Brother“, fand wohl – wie so manch anderer auch – das grundlegende Konzept zum Schreien und fühlte sich in seiner Freiheit eingeschränkt, weshalb er aus Protest gegen das „System Big Brother“ temporär sogar in den Streik trat und einfach mal einen Tag lang schmollend auf der Couch saß, ohne irgendetwas konstruktives zum Tagesgeschehen beizutragen. Zudem wurde er mehrere Male von der Produktion verwarnt, etwa, weil er trotz vehementer Aufforderungen, Deutsch zu sprechen, seine Unterhaltungen mit anderen Bewohnern vornehmlich auf Englisch führte, oder aber der Klassiker: Mikro vergessen / Batterien leer. Gegen Ende wirkte er imho ausgelaugt und einfach nur noch extrem angepisst von alles und jedem. Und so fiel ihm auch nicht sonderlich viel ein, als er gestern in der Show vom großen Bruder gefragt wurde, warum die Zuschauer in nicht rauswählen sollten. Nein, eigentlich freute er sich auf den Auszug und wies bei der Gelegenheit mal dezent auf seine just an diesem Tag erscheinende neue Single „Are You Loved“ hin, die es zu promoten gilt. Letzteres war wohl so nicht abgesprochen, die plötzlich auftretenden Tonprobleme sprachen jedenfalls Bände.
Ja, es ist schon auffällig: Just an jedem Tag, an dem der erste Bewohner das Haus verlassen muss, erscheint seine Single, die eigentlich kaum einen Interessiert hätte, wäre Percival nicht einer jener Promis, die aktuell mit „Promi-Big Brother“ ihr Geld verdienen. Zudem legte er es schon sehr darauf an, sich unbeliebt zu machen. Nicht unbedingt bei den Bewohnern, sondern eher bei den Zuschauern am heimischen TV. Zuerst seine Dramaqueen-Phasen, dann das Hintergehen der anderen, als er ohne groß zu überlegen den ominösen Koffer an sich nahm und als er gefragt wurde, ob er das enthaltene Geld (immerhin 5000 Euro) behalten, dies seinen Mitbewohnern jedoch vorenthalten möchte. Und schließlich erhält er dann auch noch exakt so viele Stimmen, um auf der gestrigen Nominierungsliste zu stehen. Da kam schon einiges zusammen… – Alles bloß Zufall, oder von langer Hand (etwa sogar zusammen mit der Produktion?) geplant? Man weiß es nicht…

Auch das ehem. No Angel-Mitglied und jetziges Eventshow-Girly Lucy wird sich wohl in den kommenden Tagen aus dem „Big Brother“-Haus verabschieden. Während der gestrigen unfassbar ausufernden und letzten Endes so überhaupt nicht spannenden Nominierungsrunde fielen nämlich einige Kommentare, die auf einen bevorstehenden Abschied hindeuten. Die Bewohner wüssten von jemandem, „der eigentlich gerne woanders wäre“ (entsprechende Gespräche wurden anscheinend im Livestream auf Sky gesendet und wurden jeweils auf IOFF.de protokolliert!) und so weiter und so fort. Am Ende wurde jedes Mal hinter Lucys Namen ein weiterer Strich gemacht.
Jedoch drängt sich die Frage auf, ob Lucy wirklich bloß unglücklich ist oder aber wegen anderen Verpflichtungen vorzeitig ausziehen will. In ihrem Heimatland Bulgarien startet jedenfalls am kommenden Dienstag eine TV-Show, bei der sie wohl eingeplant ist. Fragt sich, wie sie das bewerkstelligen will, wo sie doch theoretisch noch bis Freitag bei „Promi-Big Brother“ eingespannt ist?! Merkwürdig. Hat Frau Diakovska etwa von vornherein vor, das Haus bis spätestens nächsten Dienstag zu verlassen? Wir werden es mit Sicherheit erleben.

Ähnliches lässt sich laut IOFF.de über Marijke ‚Zauberkugel‘ Amado berichten. Auch auf die Niederländerin warten abseits des Containers diverse Verpflichtungen, welche sie offenbar liebend gerne wahrnehmen würde. Sprich: Wurde sie bis dahin noch nicht aus dem Haus geschmissen, beziehungsweise von den Zuschauern rausgevotet, so erwägt scheinbar auch sie, das großartige Experiment „Promi-Big Brother“ vorzeitig zu beenden. – Schockierend, sollte es der Wahrheit entsprechen!

Nein, im Ernst: Was sind das da eigentlich für Pseudo-Promis? Melden sich freiwillig für so eine Sch**** bereit und halten dann nicht mal die ganzen 14 Tage durch, bzw. haben draußen anderweitige Engagements am Start, die es offenbar nicht zulassen, dass sie die volle Strecke gehen?! Weiß Sat.1, bzw. die Produktionsfirma Endemol, mit der die Verträge wohl abgeschlossen wurden, das? Und wenn ja, wieso wird so etwas einfach so hingenommen? Ich persönlich empfinde es als nichts anderes als Betrug am Zuschauer! Wieso mussten zahlreiche Zuschauer Geld ausgeben, um einen ungeliebten Bewohner rauszuvoten, wenn der- oder diejenige eh vor hat, das Haus in den kommenden Tagen zu verlassen?! Das, verehrte Sat.1-Redaktion, ist meiner Meinung nach nichts anderes als pure Abzocke der noch verbliebenen Die Hard-Fans!

Fassen wir noch einmal zusammen: Sat.1, bzw. die Produktionsforma Endemol bekommt es nicht hin, ein vernünftiges „Big Brother“-Format auf die Beine zu stellen, obwohl laut Sat.1-Senderchef Nicolas Paalzow ordentlich Geld in die Hand genommen wurde, um eines auf einem ansprechenden Niveau zu produzieren, und verpflichtet darüber hinaus, ähm, diverse „Prominente“, von denen einige eventuell nicht mal ernsthaft beabsichtigen, bis zum (für Sender und Produktion hoffentlich möglichst bitteren) Ende zu bleiben?! Ich, als „Big Brother“-Fan der ersten Stunde, fühle mich jedenfalls langsam aber sicher verarscht! Denn offenbar hat es nicht bloß zum Auftakt der Staffel einen ferngesteuerten Maulwurf gegeben (wir erinnern uns: Lucy war’s!), vielmehr wird das gesamte Projekt „Promi-Big Brother“ von außen ferngesteuert – und das auf eine für mich als Zuschauer, der sich auf die Wiederauferstehung dieses Format wirklich gefreut hat, inakzeptable Art und Weise.

Wie unglaublich erbärmlich!

— InaiMathi, am 21. September 2013
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