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InaiMathi Blog

Pokémon Go: Die perfekte Überwachungs-App der CIA?

Bei meinem täglichen Streifzug durch meinen Feedly-Reader bin ich auf einen sehr interessanten Artikel von Informatiker Hadmut Danisch gestoßen. Dieser bringt in seinem Blog das derzeitige Mobile-Phänomen „Pokémon Go“ mit der CIA, dem Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten in Verbindung.

Danisch schreibt, ihm seien Informationen zugespielt worden, wonach „Pokémon Go“ eine verdeckte Operation des CIA sein könnte, welche das Ziel habe „Bewegungsprofile zu erstellen […] und wohl Fotos von Orten zu sammeln, so ne Art Crowd-Streetview“. Weiter heißt es, hinter der Finanzierung der „Pokémon Go“-App für iOS und Android stecke In-Q-Tel (IQT), ein US-amerikanisches Risikokapital-Unternehmen mit Sitz in Arlington, Virginia, welches als Tarnfirma der CIA gilt. Hinter dem Entwicklerstudio Niantic Labs stehe zudem die Keyhole Inc., welche wiederum von IQT aus der Taufe gehoben und finanziert worden sein soll.

Der unbedarfte Otto-Normal-User des Spiels wird sich nun vielleicht fragen, was die CIA denn bitteschön mit einer „Pokémon Go“-App soll und wie sie von dieser profitieren könnte. – Schauen wir uns doch einfach mal an, mit was wir es eigentlich zu tun haben: „Pokémon Go“ ist kostenlos und bringt es auch aus diesem Grund inzwischen auf eine Userbase von mehr als 100 Mio. aktiven Spielern. Die App ist in sämtlichen wichtigen westlichen Märkten verfüg- und nutzbar, darunter die Vereinigten Staaten, Kanada, Japan, das Vereinigte Königreich, Kontinental-Europa, Australien und Neuseeland. Das grundlegende Spielprinzip von „Pokémon Go“ fußt auf der Nutzung von GPS, überdies ist ein Augmented Reality-Feature verfügbar, welches nach der Installation der App standardmäßig aktiv ist.

Während der Nutzung von „Pokémon Go“ werden permanent GPS-Daten, unter anderem die aktuelle Position des Spielers, auf Spieleserver in den USA (?) übertragen. Diese Daten könnten unter Umständen zur Erstellung von exakten Bewegungsprofilen der einzelnen User genutzt werden. Das an sich ist für Unternehmen wie Apple und Google nichts Neues, immerhin klauben diese seit Jahren schon eifrig Daten ihrer Nutzer zusammen und legen entsprechende Profile an. Anders könnten mehr oder minder Smartphone-Features wie Apples digitaler Assistent Siri oder das Google-Pendant Google Now gar nicht realisiert werden. So what? Nun, über das Augmented Reality-Feature des Spiels könnten sich die Machern Einblicke in die entlegensten Winkel eines jeden Landes verschaffen. Danisch nennt es ziemlich treffend „virtuelles Geo-Caching mit Live-Streaming“. Selbst die eigenen vier Wände könnten theoretisch in einem unfassbaren Umfang ausspioniert werden, ganz unkompliziert und ohne großen Aufwand. Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mindestens ein Foto von einem Pokémon auf dem heimischen Wohnzimmertisch, im Flur oder im Schlafzimmer gemacht (kann in Sekundenschnelle über die eingebaute Kamera-Funktion erledigt werden) und dieses anschließend irgendwo gepostet? Vor allem Kinder sind ihrer Naivität geschuldet was das angeht doch ganz vorne mit dabei. Dass jemand dadurch nicht wenige Daten von und über sich und ihr Umfeld preis gibt, scheint überdies auch vielen Usern nicht ganz klar zu sein. Auch nicht, dass besagte Pics nicht auf dem eigenen Smartphone verbleiben, sondern – zumindest partiell – ebenfalls auf einem Server hinterlegt werden.

Natürlich könnte man argumentieren, dass der Umstand, dass „Pokémon Go“ Daten sammelt, in Zeiten wie den unseren, in denen Menschen auf Facebook ihr Leben offenlegen und mit der halben Welt teilen, kein sonderlicher Schocker mehr ist. Jepp, stimmt. Ich finde jedoch es macht einen großen Unterschied, ob ein Unternehmen wie Facebook, Google, Apple oder Microsoft sammelt, oder ein App-Anbieter, hinter dem der US-Auslandsgeheimdienst CIA zu stecken scheint.

/tinhat

P.S: Dass „Pokémon Go“ ein Paradebeispiel für Gamification, im Sinne von erfolgreich ausgeübter Kontrolle einer KI über den Menschen, ist, sollte ebenfalls mal thematisiert werden.

— InaiMathi, am 16. Juli 2016
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