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InaiMathi Blog

OMSI - Der Omnibussimulator: Wien (Addon)

OMSI - Der Omnibussimulator: Wien (Addon) - © Aerosoft

Mal ehrlich: Wer hat in seiner Kindheit nicht zumindest zeitweise davon geträumt, Busfahrer zu werden? Ja, Busfahrer ist, glaube ich, nach wie vor – nach dem Feuerwehrmann – für viele Heranwachsende DER klassische Traumberuf schlechthin. Wer sich nach erfolgreicher Absolvierung seiner schulischen Laufbahn dann doch zu höherem berufen fühlt, hat dank „OMSI – Der Bussimulator“ trotzdem die Möglichkeit, sich am heimischen PC immer mal wieder hinter dem Lenkrad eines tonnenschweren Omnibusses im städtischen Nahverkehr zu verdingen und der virtuellen Karriere eines Angestellten im öffentlichen Nahverkehr nachzugehen.

Das vergangenen Sommer erschienene „OMSI: Wien“-Addon ist eine der ersten offiziellen Erweiterungen, allerdings im Unterschied zu etwa dem erst vor kurzem erschienenen „OMSI: Hamburg – Tag & Nacht“, wo das Gesamtpaket einfach stimmt, eine herbe Enttäuschung. Warum das so ist, klärt meine ausführliche Spielereview zu „OMSI: Wien“, der ersten offiziellen Erweiterung für „OMSI – Der Bussimulator“, der Hardcore-Bussimulation, entwickelt von den beiden Berliner Studenten Marcel Kuhnt und Rüdiger Hülsmann.

OMSI: Wien-Addon
2013, Simulator, PC
Marcel Kuhnt & Rüdiger Hülsmann / Areosoft
www.OMSI-Wien.at

Spieletrailer

Beschreibung
„Ein Stück Geschichte ist zurück! Erleben Sie mit dem Hochflurbus LU200 die Linie 24A vom Zentrum Kagran (U) bis zum Stadtrand im 22ten Wiener Gemeindebezirk Donaustadt. Die interessante und anspruchsvolle Strecke aus dem Jahr 2005 wurde mit vielen Objekten und Details realgetreu nachgebaut und bietet langanhaltenden Fahrspaß für Anfänger und fortgeschrittene OMSI-Fans. Nehmen Sie die Herausforderung an und manövrieren Sie den legendären Autobus LU200 durch den Wiener Stadtverkehr.“ – Quelle

Kritik
Zu allererst einmal: Im Prinzip bekommt man für die knapp 20 Euro, die für das Wien-Addon für „OMSI“ hingelegt werden müssen, gerade einmal einen neuen Bus, den Hochflurbus LU 200 – der übrigens dem MAN SL 200, der bereits im Hauptspiel enthalten ist, quasi haargenau gleicht -, sowie ein halbgares, einen irgendwie lieblosen Eindruck hinterlassendes Wien-Szenario geliefert, welches lediglich eine einzige Route, die Linie 24A vom Zentrum Kagran bis zur Stadtgrenze, beinhaltet, die in drei verschiedenen Variationen gefahren werden kann. Blöd: Der Streckenverkauf ist im Wiener Außenbezirk Donaustadt angesiedelt, versprüht also kaum „echtes“ Wien-Feeling. Vielmehr tuckert man von einem nicht gerade sehenswerten Kuhdorf ins nächste, kreuzt dabei das ein oder andere Mal die erstmals in OMSI enthaltene Straßen- und/oder U-Bahn (die man allerdings selber nicht fahren darf) und wundert sich über die inzwischen unheimlich betagte Optik, die mit dieser Erweiterung bedauerlicherweise keinerlei Facelifting spendiert bekommen hat. Dieses heben sich die Entwickler wohl für den bereits für Ende des Jahres angekündigten Nachfolger „OMSI 2“ auf, wie es scheint.

Nett: Zusteigende Fahrgäste grüßen neuerdings mit markantem Wiener Akzent, das schafft definitiv Atmosphäre in diesem bis dato relativ austauschbaren Szenario, welches im Grunde auch in Castrop-Rauxel angesiedelt sein könnte. Die Optik der im Spiel enthaltenen Busse und Bahnen orientiert sich mit ihren dominierenden Rottönen am bekannten Look der Wiener Stadtwerke; sogar die originalen Haltestellenansagen wurden lizensiert und ins Spiel implementiert. Wer schon einmal in Österreichs Hauptstadt unterwegs war, wird sie sofort wiederkennen. Dasselbe gilt für die Beschilderung der einzelnen Haltestellen, die ebenfalls der Realität nachempfunden sind. Nicht ganz so gelungen ist hingegen der Fahrkartenverkauf im Bus. Dieser ist nämlich nicht existent. Neue Fahrgäste steigen somit einfach zu und verharren dann auf ihren Sitzen, bis irgendwann ihre Zielhaltestelle am Horizont auftaucht. Das ist zwar schade, raubt es dem Gameplay doch ein nicht unwichtiges Feature, entspricht jedoch weitestgehend der Realität: In Wiener Bussen werden so gut wie keine Fahrscheine verkauft. Und wenn doch, dann in der Regel an Touristen, die kein Monatsticket besitzen. Von daher ist der Wegfall verschmerzbar, da durchaus gut begründet.

Ansonsten bietet das „OMSI: Wien“-Addon all das, was der geneigte Gelegenheits-Busfahrer vom Hauptprogramm gewohnt ist: Zur gewohnt guten Fahrphysik der Busse gesellt sich der tolle Sound (das Motorbrummen und obligatorische Türenzischen klingt unheimlich authentisch!) sowie leider auch die stellenweise grottenschlechte künstliche Intelligenz der weiteren Verkehrsteilnehmer. Die agieren nämlich auch im Addon oft ungeachtet der bestehenden Verkehrsregeln, nehmen einem munter die Vorfahrt und provozieren auch mal den ein oder anderen vermeidbaren Auffahrunfall. Auch an den steifen Animationen der Fußgänger und Fahrgäste, die größtenteils an die ersten Gehversuche eines Neulings im Bereich der 3D-Animation erinnern, wurde nicht geschraubt. Also alles wie gehabt.

Pro
+ realistische Fahrphysik
+ originale Haltestellenansagen & wienerischer Akzent der Fahrgäste schaffen Atmosphäre
+ gelungene Soundkulisse
Contra
– nur ein neuer Bus (MAN LU 200)
– nur eine Route (3 Variationen)
– kein Fahrkartenverkauf
– Optik wirkt mittlerweile arg angestaubt
– KI-Verkehr agiert nach wie vor grottig

Fazit
„OMSI: Wien“ ist nur für absolute „OMSI“-Enthusiasten einen Kauf wert, bietet es doch viel zu wenig neues und behebt darüber hinaus kaum bis überhaupt keine Bugs und Fehler, die von langjährigen „OMSI“-Fans immer wieder angeprangert werden, um den Kaufpreis von immerhin 20 Euro zu rechtfertigen. Wer vor der Wahl steht, greift ohne groß zu überlegen zum in nahezu jeder Hinsicht viel gelungeneren Hamburg-Addon.

— InaiMathi, am 4. Oktober 2013

OMSI - Der Omnibussimulator: Wien (Addon)

Genre: Simulation
Release: 2013
Spielzeit: 10 Stunden
Entwicklerstudio: M. Kuhnt & R. Hülsmann
Publisher: Aerosoft
Wertung
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