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InaiMathi Blog

Neues von #DriveClub

Drive Club - © Evolution Studios / SCEE..oder: Ein Paradebeispiel dafür, wie man einen Videospiel-Launch so richtig gepflegt gegen die Wand fährt.

Angesichts der unfassbaren Peinlichkeiten, die sich in PS-Nation gerade abspielen, komme ich aus dem Kopfschütteln quasi gar nicht mehr raus. Wir erinnern uns: Ursprünglich war „Drive Club“ als einer der großen Launchtitel der PlayStation 4 angekündigt. Es gab sogar ganze Bundles, deren Bestandteil das von Evolution Studios entwickelte Rennspiel war. Doch dann die Hiobsbotschaft: der angepeilte VÖ-Termin pünktlich zum Launch der PS4 im November 2013 kann nicht gehalten werden. Während die genauen Gründe für die gerissene Hürde nicht bekanntgemacht wurden – Spötter gehen derweil davon aus, dass das Team plötzlich realisiert hat, an was für einen substanzlosen Mist es da eigentlich werkelt -, hieß es, „Drive Club“ käme wohl irgendwann im Frühjahr 2014 auf den markt und man wolle die zusätzlichen Monate nutzen, um das Game zu polishen was das Zeug hält. – Was man in solchen höchst unangenehmen Situationen halt eben in einer Pressemitteilung so raushaut.

Die Monate zogen ins Land und auch im Frühjahr tauchte „DriveClub“ nicht in den Regalen der Händler auf. Auch dieses Mal wurden keine Worte zu den genauen Gründen verloren, stattdessen hüllte man sich in Schweigen und verwies auf eine kommende Bekanntmachung des genauen Releasedatums, die vom Team zeitnah kommuniziert werden würde. Man legte sich auf Anfang Herbst diesen Jahres, genauer gesagt auf den 7. Oktober 2014 fest. Und in der Tat: „DriveClub“ steht seit gestern im Laden und wartet auf Käufer!

Es ist nicht so, als hätte ich auf den Titel gewartet. Nein nein, da gibt’s ganz andere Spieleperlen, die derzeit meine Freizeit in Anspruch nehmen und mich vom Schlafen abhalten. Beispielsweise das grandiose „Mittelerde: Mordors Schatten“ oder die schätzungsweise grandiose Basketball-Simulation „NBA 2K15“, die am Freitag veröffentlicht wird. Zudem habe ich bereits seit Monaten „Project C.A.R.S.“ vorbestellt, in das ich große Hoffnungen setze. VOn daher mache ich mir um meinen Spieleherbst 2014 so gar keine Sorgen.

Aber zurück zu „DriveClub“: Ich musste zugegebenermaßen ein wenig lachen, als ich – keine Ahnung wo genau es war, ließe sich jedoch bestimmt leicht ergoogeln, jedoch habe ich dazu nun absolut keine Lust – gelesen habe, dass „Drive Club“ zu Sonys „Forza-Killer“ hochstilisiert wird – und die für gewöhnlich emsige Marketingabteilung der Japaner dieses euphorische Preview-Zitat natürlich dankend angenommen und in einigen Trailern verwendet haben. Ohne an dieser Stelle zu viel vorneweg nehmen zu wollen, denn die Tage folgt eine ausführliche Review meinerseits, aber seit gestern Nachmittag deutscher Zeit das international gültige Test-Embargo gefallen ist, wissen wir: Nein, ein „Forza-Killer“ ist „DriveClub“ nicht. Nicht einmal ansatzweise. Eher ein routinierter Arcade-Racer, der sich so anfühlt, als hätten das gottverdammte „Need For Speed: Rivals“ von Electronic Arts und Namcos „Ridge Racer“ ein uneheliches Baby und dieses per Schlaftablette ruhig gestellt. Auf jeden Fall ist die heraufbeschworene Wachablösung im Genre der ambitionierten Simcades, zu dem ich Turn 10s „Forza“-Franchise zähle, ausgeblieben und alle Fanboys dürfen sich wieder in ihre feuchten Keller verkriechen.

Wer’s nicht glauben mag: Glücklicherweise gibt es mutige Männer wie Darren Gangi von Inside Sim Racing, die ihre kostbare Lebenszeit geopfert haben, um Normalos wie uns noch vor Launch vor Augen zu führen, wie bescheiden „DriveClub“ eigentlich ist.

Aber wie heißt es so schön: Jeder nach seiner Fasson! Und wer 69,95 Euro für einen halbgares Rennspiel zum Fenster hinaus werfen will, soll dies meinetwegen gerne tun. Da ich ein zahlendes PlayStation-Plus-Mitglied bin, wurde mir jedoch eine abgespeckte „Drive Club“-PS+ Edition versprochen, die ich – und hier beginnen die aktuellen Peinlichkeiten – noch immer noch herunterladen und auf meiner PS4 installieren kann. Warum? Nun, Evolution Studios klagen über enorme Server-Probleme, die sie wie es scheint einfach nicht in den Griff bekommen, – und für Sony ist der PR-Supergau perfekt. Erst die teils katastrophalen Wertungen der internationalen Spielepresse und wäre das nicht schon traurig genug – immerhin ist „Drive Club“ ein oft und hoch gehypter Exklusivtitel -, macht dem Team nun auch noch die Technik einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Unfassbar!

Deutsche und österreichische PlayStation-Plus-Mitglieder können sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Posts lediglich die drei versprochenen, kostenlosen Oktober-Games „Spelunky“ (großartig!), „Dust: An Elysian Tail“ (cool!) und „Pix The Cat“ (meh…) laden, was ich bereits erledigt habe. Von „Drive Club“ hingegen nach wie vor keine Spur! Auch Spieler, die sich den Titel im Laden um die Ecke oder ihrem örtlichen Elekrofachmarkt mitgenommen haben, klagen derzeit über Konnektivitätsprobleme. An Multiplayer-Rennen sei überhaupt nicht zu denken, ist zu lesen – was witzig ist, da „DriveClub“ doch quasi einzig und allein auf eben dieses Feature ausgelegt ist. Wer „DriveClub“ im PlayStation Store vorbestellt hat, hat Sony zwar mittlerweile einen Batzen Geld überwiesen, wartet allerdings immer noch auf seinen Download, da diese temporär deaktiviert wurden.

Das alles ist ein PR-Supergau par excellence, der den inzwischen sowieso nur noch lauen Hype um „DriveClub“ vollends ersticken dürfte. Aber es hatte sich angedeutet: die gesamte Entwicklung des Games stand irgendwie unter keinen guten Stern. Pannen über Pannen, da passt ein Komplettausfall der Server, der sich wohl noch einige Stunden, wenn nicht gar Tage (Evolution kann keinen genauen Termin nennen, wann die Infrastruktur wieder verlässlich arbeitet) hinziehen wird, absolut perfekt ins Bild.

Mein semi-aufrichtiges Beileid!

— InaiMathi, am 8. Oktober 2014
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