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InaiMathi Blog

Don’t botch it!

Wrestling-Fans wissen: In ziemlich genau einem Monat, am 6. Januar 2016 startet das WWE Network, der over-the-top Streaming-Service von World Wrestling Entertainment, in Deutschland und Österreich. Und obwohl mir das derzeitige WWE-Produkt so ziemlich am Allerwertesten vorbei geht, werde ich mir das Network definitiv gönnen. Allein wegen dem gigantischen Archiv mit mehreren tausend Stunden Wrestling-Geschichte aus WWE, WCW, ECW und weiteren Promotions, die jederzeit zum Abruf bereitsteht, und – ganz wichtig! – der Möglichkeit, mir die monatlichen WWE-Großveranstaltungen live und legal im englischen Originalton anschauen zu können – soll heißen: ohne das teils wirklich unerträgliche Gelaber vom Oberlehrer Schaefer und seinem Azubi -, lohnt sich ein Abo, wie ich finde.

Nun ist die Company ja nicht unbedingt dafür bekannt, sich an den Wünschen der Fanbase zu orientieren. Vielmehr dafür, dass sie strikt ihr Ding durchzieht – ob’s uns Fans nun recht ist oder nicht. Von daher habe ich mir in den letzten Tagen vermehrt Gedanken darüber gemacht, wie WWE es sich bei mir vielleicht unter Umständen doch noch versauen könnte. Herausgekommen ist die folgende Liste…

1. Pay-Per-Views nur mit deutschem Kommentar
Ok, ich oute mich mal: Ich ertrage die deutschsprachigen WWE-Kommentatoren einfach nicht! Ok ok, „Team Smackdown“ aka Hackl und Böschen sind noch einigermaßen akzeptabel, aber sobald der Herr Schaefer und sein Azubi Manu ihren unerträglichen Senf zum Geschehen absondern, ist es um mich geschehen – in negativer Hinsicht! Kurzum: WWE mit deutschem Kommentar geht für mich leider gar nicht! Als die Großveranstaltungen noch auf Sky Select gezeigt wurden, war es stets meine erste Amtshandlung nach Beginn einer jeden Übertragung, den Ton von Deutsch auf Englisch umzustellen. Michael Cole, JBL und Jerry ‚The King‘ Lawler sind zwar auch nicht perfekt, aber für meine Ohren einfach so viel erträglicher als die Dampfplauderei von Schaefer und Co.

Es wäre also extrem wünschenswert – und für mich zudem eine echte Erlösung -, wenn die Pay-Per-Views von WWE auf dem WWE Network zumindest im Zweikanalton übertragen werden. Auf Deutsch für all jene, die entweder masochistisch veranlagt sind oder aber schlicht und ergreifend des Englischen nicht mächtig sind, und im Originalton für Puristen, für Leute wie mich, die ihrem TV-Hobby frönen wollen, ohne sich stets Taschentücher für die nach kurzer Zeit bereits blutenden Ohren beiseite legen zu müssen. Anderthalb Jahre „Zwangseindeutschung“ auf Maxdome müssen reichen!

2. Abokosten from Hell
In den Vereinigten Staaten, dem Heimatmarkt von World Wrestling Entertainment, schlägt das WWE Networks monatlich mit $9,99 auf die Bankkonten der Fans durch. In Großbritannien werden 9,99 Pounds fällig, was angesichts des Wechselkurses US-Dollar/brit. Pounds, der ganz eindeutig pro Pound liegt, schon ein bisschen unverschämt ist. In Irland, wohlgemerkt einem Euro-Land, sind es sogar 14,99 Euro (sic!) mit denen Abonnenten des WWE Networks zur Kasse gebeten werden.

Da frage ich mich als deutscher WWE-Smark natürlich: Was hat sich die Company für uns ausgedacht? Wie sieht die Preisgestaltung wohl in hiesigen Gefilden aus?! Werden wir wie so oft gnadenlos gemolken oder doch mit einer fairen Abogebühr bedacht? Da andere Streaming-Dienste wie beispielsweise Netflix in Deutschland i.d.R. mit unter zehn Euro im Monat zu Buche schlagen, gehe ich mal ganz stark davon aus, dass WWE sich an deren Preisen orientieren wird. Ein reines Wrestling-Angebot ist halt ungleich nischiger, als Netflix mit seiner riesigen Film- und Serienauswahl. Mir persönlich ist das Network im Monat 15 Euro wert, allerhöchstens 20 Euro! Sonst wird mir das neben dem Sky-Bundesliga-Abo und dem NBA-Team-Pass zu viel! 156 Euro entsprechen übrigens der aktuellen Gebühr für eine PPV-Übertragung auf Maxdome, die „Big Four“-Events „WWE Royal Rumble“, „WrestleMania“, „WWE SummerSlam“ und „WWE Survivor Series“, die noch ein wenig teurer sind, mal außen vor gelassen.

3. Kreditkarte als einzige verfügbare Zahlungsart
Ich könnte mich in der Regel tierisch aufregen, wenn mir in Onlineshops oder anderswo lediglich die Zahlung per Kreditkarte angeboten wird! Ich für meinen Teil habe in meinem Leben noch nie eine Kreditkarte besessen. Ganz einfach, weil ich nie eine nötig hatte: Weder hatte ich Geldprobleme, noch brauchte ich einen monatlichen „Puffer“, wie das bei so manch anderem offenbar der Fall ist, um sich am Ende des Monats noch was gönnen zu können.

In diesem Sinne wäre es für mich ein absolutes No-Go, sollte WWE es wirklich allen Ernstes fertigbringen, mir im Jahre 2016 a.d. lediglich diese eine Zahlungsart anzubieten. Zuzutrauen wäre es der Company auf jeden Fall! Wie wäre es mit dem good ol‘ PayPal oder dem klassischen Bankeinzug?

4. Abgespecktes Angebot/Archiv
Für mein Geld erwarte ich mir ein full-blown Archiv, das in keinster Weise beschnitten und verstümmelt wurde oder sonst wie vom viel gepriesenen US-Original abweicht! Schließlich wurde im Rahmen der vor einigen Wochen rausgehauenen Pressemitteilung angekündigt, dass das deutsche WWE Network was seinen Umfang anbelangt exakt jenem in den Vereinigten Staaten entsprechen wird. Sollte sich also herausstellen, dass dem entgegen der Ankündigung doch nicht so ist, dass ich – warum auch immer – doch nicht auf sämtliche Inhalte aus WCW, ECW u.a. zugreifen kann oder die monatlichen PPVs doch weiterhin exklusiv auf Maxdome gezeigt werden, wäre das für mich ein Grund, den Probemonat doch nicht in ein vollwertiges Abo umzuwandeln.

5. Die liebe Technik
Ein Streaming-Angebot, das anderswo (lies: in den USA) bereits seit knapp zwei Jahren verfügbar ist, sollte hierzulande, wo der Fan-Ansturm weitaus geringer ausfallen wird, problemlos und einwandfrei laufen. Technische Probleme, wie beispielsweise der legendäre ProSieben-Livestream, welchen zahlende Kunden von Maxdome während einer PPV-Übertragung einst geliefert bekamen, sollten binnen der zwei-, dreitägigen Anlaufphase ausgemerzt werden. Alles andere wäre imho indiskutabel.

Also, WWE, versaut es nicht!

— InaiMathi, am 5. Dezember 2015
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