Der ein oder andere hat’s vielleicht am Rande mitbekommen: auf Initiative der US-Justiz hin wurde die vom “deutschen Wirtschaftskriminellen und Hacker” (Wikipedia) Kim Schmitz gegründete Filesharing-Plattform MegaUpload.com offline genommen – und das wird sie, zumindest in bekannter Form, auf absehbare Zeit auch bleiben. Den Betreibern der Seite wird u.a. die persönliche Bereicherung am illegalen Austausch von urheberrechtlich geschützten Werken wie Filmen, Serien, Songs und Software zur Last gelegt.
Nun gehen lustige Vereine wie die Piratenpartei Deutschlands hin und prangern eben dies höchst öffentlichkeitswirksam an, um nicht zu sagen: es wird mal wieder der Untergang des freien Internets herauf beschworen. Drohende Zensur aller Orten und überhaupt und sowieso; die Buzzwords “SOPA” und “PIPA” sind schließlich noch immer in aller Munde, und dies muss genutzt werden, zumal die Vorlage für einen solchen Aufschrei der Entrüstung ja auch einfach zu gut ist.
Tja, blöd nur, dass spätestens dann, wenn man sich mal die Mühe macht und einen Blick in die zwischenzeitlich geleakten Gerichtsunterlagen zum Fall MegaUpload.com wirft, im offiziellen Statement der Partei eine krasse Fehleinschätzung nach der anderen deutlich wird, und dies in einer solch aufdringlichen Frequenz, dass ich mich frage, wie man es als im Kopf klarer Wähler spätestens jetzt noch verantworten kann, bei einem beliebigen Urnengang sein Kreuz neben dieser Partei oder einem ihrer Vertreter zu machen?
In meinen Augen sind die hiesigen Piraten noch immer ein überwiegend recht weltfremd agierender Verein – und ganz offensichtlich stolz drauf! Ein, zwei gute Ideen machen aus ein paar nach wie vor in ziemlich trüben Gewässern rumschippernden Nerds noch lange keine ernsthaft wählbare Partei, geschweige denn eine echte Alternative für die etablierte Polit-Couleur. Schade!



Interessant zu lesen, und mit meiner Meinung bzgl. Megaupload quasi deckend: http://garry.tv/post/16165810877/megaupload