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InaiMathi Blog

Die Frau in Schwarz

Die Frau in Schwarz - © Concorde Filmverleih

Ich habe ein Faible für Horrorfilme, bin ein großer Fan des Genres! Und ja, seitdem mich die Herzallerliebste dazu überredet hat (wie sie das geschafft hat, ist mir bis heute ein absolutes Rätsel), mir nach Jahren der vehementen Verweigerung endlich mal die „Harry Potter“-Filme anzutun nachzuholen, alle acht wohlgemerkt, bin ich, nun ja, sagen wir zumindest nicht mehr vollends abgeneigt, mir irgendwelche Filme mit Daniel Radcliffe zu geben.

Ein handfester Grund, mir „Die Frau in Schwarz“, der erst vor wenigen Tagen, um genau zu sein am 29. März diesen Jahres hierzulande im Kino angelaufen ist, mal ein wenig genauer anzuschauen! Der von Hammer Film Productions im schaurig schönen Großbritannien gedrehte, zumindest in Form von Daniel Radcliffe starbesetzte Horrorschocker basiert auf dem 1983 erschienenen Erfolgsroman „The Woman In Black“ aus der Feder der englischen Schriftstellerin Susan Hill. Auf dem Regiestuhl nahm James Watkins Platz, für das Screenplay zeichnet Jane Goldman verantwortlich.

Um eines gleich von vornherein klarzustellen: Die dem Film zugrundeliegende literarische Vorlage habe ich nicht gelesen. Demzufolge ist es mir leider nicht möglich, in der folgenden Review fundierte Vergleiche zwischen dem Roman und der Umsetzung für die große Leinwand anzustellen. Meine Review bezieht sich einzig und allein auf den Film. In diesem Sinne…

Die Frau in Schwarz
(The Woman in Black)
mit Daniel Radcliffe, Ciarán HindsLiz White
Horror, Großbritannien, 2012
Hammer Film Productions

Trailer

Inhalt
„Der junge Anwalt Arthur Kipps reist in eine gottverlassene Gegend, um den Nachlass einer verstorbenen Klientin zu ordnen. In dem Haus mitten im Moor stößt er auf lang gehütete Geheimnisse und begegnet immer wieder einer mysteriösen Frau in Schwarz. Als er dann auch noch geheimnisvolle Stimmen hört, ahnt er, dass er einem grauenvollen Geschehen auf der Spur ist…“ – Quelle

Kritik
Im Grunde hat man es bei „Die Frau in Schwarz“ („The Woman In Black“) mit einem sehr oldschoolig nach Schema-F aufgezogenen Horror-Movie zu tun: Der unglückliche Held, verkörpert von Daniel Radcliffe, wird unter einem Vorwand in ein altes heruntergekommenes, unfassbar weit ab vom Schuss gelegenes Herrenhaus gelockt, in dem es selbstredend spukt. Und das nicht zu knapp! – So das recht simpel anmutende Grundgerüst des Films. Doch was die Macher aus dem Stoff gemacht haben, ist wirklich äußerst bemerkens- und nicht zuletzt sehenswert!

Fangen wir mit dem Cast, genauer mit Daniel Radcliffe an. Ich mochte ihn lange Zeit nicht wirklich sehen. Für mich war er quasi auf die Rolle des kleinen schelmisch grinsenden Zauberlehrlings mit der zackenförmigen Narbe auf der Stirn abonniert. Für immer und ewig. In anderen Rollen konnte ich mir Radcliffe einfach nicht vorstellen. Und ja, ehrlich gesagt nahm ich ihn in seiner Rolle des Arthur Kipps in „Die Frau in Schwarz“ ebenfalls nicht voll ernst. Zu milchbubihaft wirkt er mit seinem stehengelassenen Drei-Tage-Bart, zu reingeschossen in seinen feinen Dress. Und dennoch: Je weiter der Film in seiner Handlung voranschritt, desto mehr habe ich mich mit ihm arrangiert, ja vielleicht auch abgefunden. Eines muss man Daniel Radcliffe nämlich lassen: schauspielern kann er inzwischen ganz passabel.
Vom restlichen Cast des Films ist im Prinzip lediglich ein Darsteller weiter erwähnenswert: Ciarán Hinds. Er verkörpert Sam Daily, einen der weniger verschlossenen Einheimischen aus dem kleinen abgelegenen Küstenstädtchen Crythin Gifford. Daily ist einer der wenigen, dem sich Arthur anvertrauen kann, der ihm hilft, dem Fluch der Frau in Schwarz auf die Schliche kommen. Ich mochte den Charakter. Diese stete Unsicherheit in seinem Tun, der stechende Blick, sehr großartig!
Etwas schade, weil eventuell viel Potenzial vergebend, finde ich die stringente Fokussierung auf lediglich zwei präsente Hauptprotagonisten, was in einer gewissen Monotonie und Vorhersehbarkeit endet.

Wirklich ausgesprochen gut gefallen haben mir auch die Locations, in denen „Die Frau in Schwarz“ gedreht wurde. Zum einen wäre da das bereits erwähnte Crythin Gifford, eine inmitten von Wiesen und Feldern gelegene Ortschaft an der nebeligen Ostküste Großbritanniens, durchzogen mit matschigen Gassen, kleinen schiefen Häusern und Hütten, und dem recht heruntergekommen anmutenden Bahnhof, der als eines der wenigen Gebäude in dem Ort so etwas wie Zivilisation ausstrahlt. Alles in allem ausgesprochen atmosphärisch und grundlegenden Thematik des Films einfach passend.
Dann wäre da noch das alt-ehrwürdige Herrenhaus, welches als Schauplatz für den Großteil des Films dient. Das Haus wurde seinerzeit einsam und verlassen auf einer Insel unweit der Küste errichtet und ist, zumindest wenn Flut herrscht, weitestgehend abgeschnitten von der Ortschaft Crythin Gifford. – Schon mal eine sehr gute Voraussetzung, um langfristig Spannung aufzubauen, insbesondere nachts, wenn die namensgebende Frau in Schwarz ihr Unwesen treibt! Das Innere des Herrenhauses präsentiert sich exakt so, wie sich der geneigte Liebhaber von Geister- und Horrorfilmen ein altes verlassenes Herrenhaus vor seinem inneren Auge allgemein hin so ausmalt: schattig und düster gehalten, an den Wänden hängen riesenhafte Portraits längst verstorbener Herren, zig leerstehende mit dunklen Ecken und Nischen gespickte Zimmer und Gemächer laden Geister ein, in ihnen zu spuken. Überall Relikte aus längst vergangenen, glücklicheren Tagen. Das Haus versprüht eine so wunderbar melancholische Stimmung, einfach grandios! Man kann sich an all den wunderbar ausgearbeiteten Einstellungen und Szenerien gar nicht satt sehen! Es ist wirklich eine ganze Zeit lang her, dass mir in einem Horrorfilm ein solch grandioses Szenenbild untergekommen ist! Großes Kompliment an Paul Ghirardani und Niamh Coulter, die für die Art Direction, bzw. die Set Decoration von „Die Frau in Schwarz“ verantwortlich zeichnen.

Die Geschichte, die „Die Frau in Schwarz“ erzählt, folgt dem eingangs beschriebenen, sehr althergebrachten Muster , weiß jedoch, obwohl man bereits nach gut einer Stunde mit ein wenig investiertem Hirnschmalz darauf kommen könnte, wie der Film schließlich endet, durchaus über die volle Laufzeit von rund anderthalb Stunden zu fesseln. Ziemlich gegen Ende wurde zudem ein recht unvorhersehbarer Twist eingebaut, der die Geschehnisse  auf der großen Leinwand in eine grundlegend andere Richtung lenkt, eine mit der man im Vorfeld nun so überhaupt nicht gerechnet hatte.

Der Film kommt fast vollständig ohne größere Effekte aus, was ich ihm sehr hoch anrechne! „Die Frau in Schwarz“ mag bei weitem nicht der heftigste Horror- und/oder Geisterfilm aller Zeiten sein, dennoch nennt er ein paar heftige Schocker sein Eigen, die derbst sitzen! Der allgegenwärtige Grusel resultiert dabei keinesfalls platt aus irgendwelchen Geistererscheinungen (die es nichtsdestotrotz gibt), sondern baut sich fast gänzlich im Kopf des Kinogängers auf, staut sich an und wird über nahezu perfekt inszenierte und getimte Trigger entladen.
Dabei kommen, wie bereits erwähnt, kaum CGI-Effekte zum Einsatz. Die Macher arbeiten viel mehr mit den augenscheinlichen Emotionen der Protagonisten und angstschürenden Perspektiven. Wenn Arthur Kipps von unerklärlichen Geräuschen aufgeschreckt die knarzende Treppe hochschleicht, eine lange düsteren Pagode entlang geht, die Tür immer fest im Blick, während sich hinter ihm ein allgemein hin Unheil verheißender, mysteriöser dunkler Durchgang befindet, er sich immer wieder unsicher umsieht, die Stirn mit perlendem Angstschweiß übersäht, unvermittelt ein nervenzerreißendes Crescendo einsetzt, sich immer weiter zuspitzt, bis die Spannung wirklich zum schneiden dicht ist, obwohl bis dahin eigentlich noch kein einziger Geist im Bild aufgetaucht ist, von der schwarzen Frau ganz zu schweigen, dann, ja dann nenne ich persönlich das perfekt inszenierten Grusel! Kein plump vor Augen geführter, für all die vielen Leute ohne Fantasie und Vorstellungsgabe, sondern einer mit Köpfchen!

Fazit
„Die Frau in Schwarz“, ein handwerklich sehr oldschoolig inszenierter Horrorschocker in fantastischer Kulisse, angereichert mit einer packender Handlung, in deren Verlauf sich zu keinem Zeitpunkt Langeweile breitmacht, durchweg sitzenden Schockeffekten und einem Daniel Radcliffe, der auch außerhalb seiner Paraderolle „Harry Potter“ zu überzeugen weiß. – Großartige horresque Unterhaltung für verregnete Samstagabende mit der Liebsten.

— InaiMathi, am 7. April 2012

Die Frau in Schwarz

Genre: Horror
Release: 2012
Laufzeit: 87 Minuten
Studio: Hammer Films
Publisher: Concorde Filmverleih
Wertung
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