Es gibt da dieses eine Ritual: Einmal im Jahr gehe ich zu meinem DVD-Regal, schiebe die DVD-Boxen ein wenig beiseite und greife nach hinten durch, um einen echten Schatz vor zu holen: meine streng limitierte Deadwood Collectors-Edition.
Ich persönlich halte “Deadwood” für die beste Serie, die je produziert wurde. Ehrlich, das sage ich nicht nur so, sondern meine das todernst! Nun bin ich ja eigentlich nicht so der große Western-Fan, fand das Genre lange Zeit einfach nur staubtrocken und langweilig, aber seit ich mir damals, ich glaube es war irgendwann im Sommer 2008, ist also schon eine ganze Weile her, diese wirklich grandiose Serie “auf gut Glück” bei Amazon.de bestellt hatte, hat sich meine Meinung Western gegenüber zwar nicht grundlegend, aber dennoch zum Positiven hin verändert.
Warum? Zum einen wäre da die ungeheuere Liebe zu Detail, mit der die insgesamt drei “Deadwood”-Staffeln für den US-Pay-TV-Sender HBO produziert wurden. Angefangen mit den atemberaubend authentischen Kulissen, über den absolut grandiosen Cast, der unter anderem mit Hollywood-Star Timothy Olyphant (Seth Bullock) und dem britischen Charakter-Mimen Ian McShane (Al Swearengen) aufwarten kann, bis hin zum Kern einer jeden fesselnden Serie, der zugrundeliegenden Handlung, die sogar teils auf wahren Begebenheiten beruht, und den durch ein komplexes Beziehungsgeflecht miteinander verbundenen Charakteren, die einem (fast) alle mit der Zeit irgendwie ans Herz wachsen, und seien es auf den ersten Blick noch solche Anti-Typen, – das alles ist so unglaublich perfekt aufeinander abgestimmt und inszeniert, so mitreißend, so dermaßen grandios, dass man als Fan wie ich einer bin gar nicht mehr aus dem Schwärmen raus kommt, so viel gäbe es über diese Serie zu sagen!
Ihr merkt schon: “Deadwood” ist keine einfache 0815-Westernserie, mit den typischen High Noon-Showdowns, durchs Bild rollenden Tumbleweeds und vor dem Saloon angebundenen Pferden. Diese hochklassige Serie aus der Feder von David Milch ist dreckig, unglaublich provokant, auf eine wirklich gute Art “verhurt” und lässt einen nicht eher wieder los, bis man auch die letzte der erzählerisch unheimlich packenden 36 Episoden in sich aufgesogen hat. Oh, was liebe ich dieses Goldnugget US-amerikanischer TV-Unterhaltung!
Ich finde es übrigens nach wie vor sehr schade, dass diese großartige Serie hierzulande nie die Chance erhielt, ein größeres Publikum zu erreichen. Bis dato wurde sie ausschließlich bei Sky, bzw. dessen Vorgänger Premiere im Pay-TV ausgestrahlt. Warum sich beispielsweise ein Sender wie ZDF_neo nicht mal ‘nen Ruck gibt, ist mir schleierhaft…
Wie ich gerade jetzt auf “Deadwood” komme? Nun, vor ein paar Tagen war es einfach mal wieder an der Zeit zum Regal zu gehen, die DVD-Boxen ein wenig beiseite zu schieben… ;)
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