Es ist nicht mehr lange hin, bis am 22. März 2012 endlich “Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele” auf der großen Leinwand anläuft. Doch um ehrlich zu sein, bin ich noch relativ unentschlossen, ob ich mir den Film wirklich im Kino anschauen, oder ggf. auf eine DVD, bzw. die Ausstrahlung im TV warten soll?
Alle dreibis datoveröffentlichten Trailer, von denen der aktuellste ist oben zu sehen ist, flashen mich nicht wirklich. Nein, nicht mal ansatzweise! Auf mich wirkt das alles so billig und nichtssagend und überhaupt. Der Streifen hat ein kolportiertes Budget von rund 100 Mio. Dollar? Wo bitte haben die Jungs und Mädels von Lionsgate das viele Geld investiert – ins Catering?! Oh, und dass ich ein großes Problem mit Jennifer Lawrence habe und stattdessen lieber Hayden Panettiere auf die Rolle der Katniss Everdeen besetzt gesehen hätte, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, – zumindest wenn man mir bei Twitter folgt. Aber vielleicht bin ich auch einfach nicht die Zielgruppe, kann auch sein…
Worauf ich eigentlich hinaus wollte: Als ich vorhin dann mal wieder mein Regal de Books mit einem ausgiebigen Blick bedacht habe, fiel mir auf: “Hey, du hast ja “Die Tribute von Panem – Flammender Zorn” noch immer nicht gelesen!” (An dieser Stelle bitte nicht vorschnell urteilen: Nein, ich führe keine Selbstgespräche!) Sollte ich vielleicht mal ändern, oder? Schließlich gab’s zu den ersten beiden Büchern von mir auch schon was zu lesen, und eventuell komme ich so ja doch noch auf den Geschmack, mir den Film im Lichtspielhaus anzutun…
Nachdem heute bereits bekannt wurde, dass das kongeniale Kommentatoren-Duo Jacques Schulz und Marc Surer im kommenden März in ihre 17. gemeinsame Formel-1-Saison auf Sky Sport gehen wird, gibt es für viele Motorsport-Fans mit Pay-TV-Abo wie mich nun noch einen weiteren triftigen Grund auszuflippen: Sky Deutschland zeigt künftig die Rennen des NASCAR Sprint Cup live und exklusiv im deutschen Fernsehen!
Der kleine Spartensender Motorvision.TV hat sich die exklusiven Live-Rechte an der insbesondere in den Vereinigten Staaten, aber auch hierzulande immer populärer werdenden Oval-Rennserie NASCAR gesichert. Live übertragen werden sollen laut Sky mindestens 11 Rennen der kommenden Saison 2012, die am kommenden Sonntag mit dem Klassiker Daytona 500 beginnt. Fest eingeplant sind der Saisonauftakt an diesem Wochenende, sowie ab September alle zehn Läufe der “Chase for the NASCAR Sprint Cup”, in denen traditionell die Entscheidung im Titelkampf fällt. Bei entsprechender Zuschauerresonanz hat für Motorvision TV zudem die Möglichkeit, die bestehenden Live-Rechte um weitere Rennen aufzustocken. Höhepunkte der 27 weiteren Saisonrennen wird Motorvision.TV immer montags nach dem Rennen in einer rund einstündigen Zusammenfassung zeigen. Zudem sind hochwertig produzierte Fahrer-Portraits sowie Dokumentationen rund um NASCAR geplant.
Ob es im Rahmen der Live-Übertragungen einen eigenen deutschsprachigen Kommentar geben oder lediglich der Kommentar der US-Kollegen übernommen wird, ist aus der Pressemitteilung von Sky Deutschland nicht ersichtlich. Interessant ist jedoch der Zeitpunkt der Bekanntmachung des Deals: F1-Mann Jacques Schulz hat bekanntlich bereits vor ein paar Jahren, es muss um 2007 herum gewesen sein, die Rennen der NASCAR-Series für Premiere Sport / Sky kommentiert. Vielleicht springt er ja ein weiteres Mal ein, wer weiß?
Motorvision.TV ist Teil des Sky Welt-Pakets, welches die Grundlage eines jeden Sky-Abonnements bildet, und somit für jeden Sky-Kunden zu empfangen.
Seit Frühjahr 2011 können Kunden von Sky Deutschland das Programm ihres favorisierten Pay-TV Senders auch über ihr Handy, auf dem iPad, über den Web-Browser – und seit Ende vergangenen Jahres sogar auf der Xbox 360-Videospielkonsole von Microsoft empfangen.
Die Münchener preisen Sky Go, so der Name des kostenpflichtigen Angebots, fast ein bisschen hochtrabend als “innovativen Service” an, der einen echten Mehrwert für einen jeden Kunden darstellt: Beinahe das gesamte Programm des Pay-TV Anbieters, ganz egal ob nun z.B. die Fußball Bundesliga, die Formel 1 oder Golf von der US PGA Tour, ob ein Blockbuster aus der Traumfabrik oder aber eine anspruchsvolle Serienproduktion von HBO, lässt sich zeitlich flexibel und bei Bedarf auch von unterwegs aus ohne zusätzliche kosten abrufen.
Was Sky Go in seiner aktuellen Version 2.3 tatsächlich taugt, wo in den kommenden Monaten nachgebessert werden sollte, und ob ich es auch zugebucht hätte, wenn es nicht kostenlos im von mir abonnierten Sky HD-Paket mit enthalten gewesen wäre, verrät mein ausführlicher Produkttest…
Sky Go
Abonnement / iPad-App
von Sky Deutschland skygo.Sky.de
Sky Go auf dem iPad
Beschreibung “Mit Sky Go machen Sie jetzt noch mehr aus Ihrem Sky Abonnement. Denn von nun an ist Ihr Lieblingsprogramm immer da, wo Sie es wollen. Ob live oder auf Abruf – genießen Sie im Web auf skygo.sky.de sowie auf der Xbox 360 aktuellen Live-Sport und eine große Auswahl an Filmen aus Ihrem Film Paket auf Abruf. So verpassen Sie nie wieder Ihr Lieblingsprogramm. Zusätzlich erleben Sie Live-Sport und Hunderte von Filmen jetzt auch unterwegs mit der Sky Go-App für Ihr iPad . Und mit Sky Go auf Ihrem iPhone sind Sportfans ebenfalls immer live dabei.” – Quelle
Produkttest
Die Grundidee klingt gar nicht mal schlecht: Sky Go macht all das, was Sky Deutschland in seinem Programm zu bieten hat, seien es nun die Live-Spiele der Fußball Bundesliga, die UEFA Champions League, die Europa League, der DFB Pokal, Motorsport aus der Formel 1, Eishockey aus der DEL, Golf, American Sports, alle Blockbuster aus Hollywood, packende Dokus, die neuesten Serien und zahlreiche Spartensender für jeden Geschmack, auch unterwegs zugänglich. Wer mag, kann sich die aktuellen Blockbuster aus Hollywood oder die neueste Heimniederlage des glorreichen 1. FC Köln nicht mehr nur allein am heimischen TV geben, sondern auch unterwegs auf dem iPhone / iPod Touch, am iPad oder via Browser am Computer und sogar auf der Xbox 360. Blöd nur, dass die Umsetzung zu wünschen übrig lässt, denn noch sind ein Großteil der via Sky verbreiteten Programme über Sky Go nicht verfügbar! Sky Deutschland scheint zwar durchaus bemüht, die teils klaffenden Lücken im Portfolio peu à peu zu schließen, dennoch finde ich es mehr als ärgerlich, einen im Grunde wirklich großartigen Service so “halbbacken” anzubieten.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels sind ausgewählte Inhalte folgender Sender und Programmpakete via Sky Go abrufbar: Sky Fußball Bundesliga (auf dem iPhone ausschließlich via WiFi), Sky Sport HD 1, Sky Sport HD 2, Sky Sport HD Extra, Sky Sport Austria, Sky Sport News HD, sowie von Sky Cinema, Sky Hits, Sky Action, Sky Emotion, Sky Comedy und Sky Nostalgie. Des weiteren ermöglicht Sky Go vollen Zugriff auf die Sky Go-Mediathek im Web, in der zahlreiche Film-Highlights und Wiederholungen von Sport-Events abgerufen werden können. Spartensender von Drittanbietern wie z.B. FOX, TNT Serie, Eurosport 2 oder der auch hierzulande extrem populäre Discovery Channel glänzen hingegen durch krasse Abstinenz, sollen jedoch dem Vernehmen nach irgendwann ebenfalls über den Sky Go-Service verbreitet werden. - Das war auch schon der größte, aber halt eben auch der schwerwiegendste Kritikpunkt, den ich zu bemängeln habe.
Die Sky Go-App an sich ist außerordentlich gut gelungen. Sie zeichnet sich, wie auf dem Screenshot oben, der auf meinem iPad aufgenommen wurde, zu sehen ist, durch ein in meinen Augen sehr stylisches Design, eine gelungene und durchdachte Usability, welche schnell und jederzeit unkompliziert von der Hand – oder besser gesagt vom Finger geht, und (mittlerweile auch) durch hohe Stabilität aus. Bedauerlicherweise wurde die Sky Go-App für die Apple-Hardware nicht universal gecoded, so dass für iPhone und iPad zwei voneinander unabhängige Apps existieren: Sky Go Mobile und Sky Go für iPad. Nutzer anderer Smartphone-Plattformen, wie Android, Windows Phone 7 oder Backberry, bleiben außen vor. Eine native Sky Go-App für Googles Android-OS wurde zwar vor einigen Monaten angekündigt, nur lässt diese nach wie vor auf sich warten.
Während die einzelnen Sportsender von Sky, namentlich Sky Bundesliga, Sky Sport HD 1, Sky Sport HD 1 und Sky Sport HD Extra, samt aller Optionskanäle, sowie der im vergangenen Dezember gestartete 24h-Sportnachrichtensender Sky Sport News HD nahezu 1:1 und mit lediglich wenigen Sekunden Zeitverzögerung übertragen werden, sind die diversen Filmkanäle in Sky Go bisher nur in deutlich abgespeckter Form präsent: So stehen ausschlielich einzelne Filme zum kostenlosen Abruf bereit, allerdings bei weitem nicht alle, die aktuell im Programm von Sky zu sehen sind, was wohl mit (noch) nicht vorhandenen Rechten zu tun haben dürfte. Eine zukünftiges Livestreaming der einzelnen Sky-Filmkanäle, selbstredend zusätzlich zur Möglichkeit des Einzelabrufs, wäre sehr wünschenswert. Die via Sky Go übertragenen Sport-Events und Blockbuster stehen dabei in SD- als auch – ein iPad und eine stabile Internetverbindung über WiFi vorausgesetzt – in gestochen scharfer HD-Qualität zur Verfügung, wobei hier anzumerken wäre, dass es sich bei der angepriesenen “HD”-Qualität eindeutig nicht um natives High Definition handelt! Nichtsdestotrotz ist die dem Zuschauer gebotene Bildqualität die der normal aufgelösten Kanäle deutlich überlegen. Auf dem iPhone sieht man sich hingegen mit gewohnter SD-Auflösung konfrontiert, doch das geht in Anbetracht des Rahmens, in welchem man sich einer Sport-Übertragung oder einem Film auf dem iPhone für gewöhnlich widmet, vollkommen in Ordnung.
Ein paar Worte zur Akkulaufzeit: Die Sky Go-App hat sich als echter Akkufresser erwiesen. Nach zirka 4 bis 5 Stunden im Dauereinsatz schreit das kleine iPhone nach seiner Ladestation, das iPad hält ein wenig länger durch, aber auch hier ist nach maximal 6 Stunden Ende im Gelande. Insbesondere wer sich die Inhalte stets in HD anschaut, wird um den regelmäßigen Besuch an der Steckdose seiner Wahl wohl oder übel nicht herum kommen. Apropos herum kommen: Die App ist nicht multitasking-fähig, soll heißen: wird sie geschlossen, bricht der gegebenenfalls laufende Livestream abrupt ab. Selbst ein schneller App-Switch, beispielsweise um kurz neue E-Mails zu schecken, ist nicht möglich.Auch hier sollte Sky mit den folgenden Updates dringend nachbessern!
Zusätzlich zum Streaming bieten die beiden Sky Go-Apps für iPhone und iPad ein nettes Datenbank-Feature (aktuelle Bundesliga-Tabelle, etc.), einen übersichtlichen Programm-Guide und TV-Planer, sowie eine Rubrik mit den neuesten Nachrichten aus der großen weiten Welt des Sports powered bei Sky Sport News HD. Letzteres ist definitiv ein nice to have Feature, allerdings keines, das ich regelmäßig nutze. Sportnachrichten schlage ich immer noch am liebsten direkt auf einer Website nach, anstatt sie umständlich über eine App zu konsumieren.
Voraussetzungen
Das Angebot Sky Go kann zu jedem bestehenden Sky-Abonnement, egal wie viele Programm-Pakete dieses umfasst, für monatlich 10 Euro hinzugebucht werden. Bei Buchung der HD-Sender von Sky oder dem Abschluss eines Zweitkarten-Abos, wird Sky Go kostenlos mit freigeschaltet. Achtung: Für Kunden, die ihr Abonnement noch zu den alten Konditionen, d.h. vor dem 6. Januar 2011 abgeschlossen haben, ist Sky Go ausdrücklich nicht mit enthalten!
Pro
+ sehr gute Bild- & Tonqualität
+ Inhalte liegen auch in HD vor
+ riesiges Programm-Archiv
+ gelungenes App-Design
Contra
- hohe mtl. Gebühr
- keine native App für Android, WP7, etc.
- BuLi auf iPhone nur eingeschränkt
- Spielfilmsender von Sky nicht komplett
- vereinzelte Abstürze
Fazit
Sky Go ist eine nette Spielerei für jeden Techie mit Pay-TV Abo. Da allerdings noch immer nicht alle Programme und Inhalte, die Sky im TV zu bieten hat, verfügbar sind, ist es kein wirkliches Must Have und für das, was es ist, zu teuer. – Sky Go, ein (ausbaufähiger) Service mit enormem Potenzial!
Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: Da freut man sich auf einen gemütlichen Kinoabend gemeinsam mit der Herzallerliebsten – und zieht nach anderthalb Stunden mit hängenden Gesichtern und völlig desillusioniert von dannen.
Zugegeben: Mir war von vornherein klar, dass die Komödie “Aushilfsgangster” von Universal Pictures das ihr angedichtete Prädikat Blockbuster nicht mal ansatzweise verdient, doch dass der Streifen bei mir letztendlich einen so unterirdischen Eindruck hinterlassen würde, hätte selbst ich als ausgewiesener Eddie-Murphy-Antifan in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Das Schlimme: Selbst mein persönlicher Godfather of Comedy Ben Stiller konnt’s nicht mehr retten, und das soll schon was heißen! – Es folgt meine Filmkritik zu “Aushilfsgangster”…
Inhalt “Ein paar ganz normale Typen auf einen verwegenen Einbruchscoup: Sie arbeiten in einem exklusiven Wolkenkratzer in New York und nachdem ein übler Wall-Street-Schwindler seine Milliardenverluste unter anderem mit ihren Pensionsfonds gemacht hat, entschließen sie sich zum Gegenschlag. Um doch noch irgendwie an ihre Rente zu kommen, wollen sie den dreisten Anlagebetrüger in seinem exklusiven Wolkenkratzer-Penthouse stellen.” - Quelle
Kritik
Es gibt ja so Filme, bei denen man sich im Anschluss an die Vorstellung, wenn die Lichter im Kinosaal schon längst wieder angegangen sind, ungläubig an den Kopf fasst und sich minutenlang fragt: Warum der ganze Aufwand, wenn man stattdessen auch einfach Gras beim Wachsen, oder alternativ eine Kuh beim Sche**** gemütlichen Grasen auf der Wiese hätte filmen können? – In exakt diese Kerbe schlägt Universal Pictures starbesetzte Komödie “Aushilfsgangster” (“Tower Heist”) mit Ben Stiller und Eddie Murphy.
Dabei kann die Produktion mit so ziemlich allem aufwarten, was richtig gutes Popkornkino ausmacht: Als da wäre ein – zumindest auf dem Papier – grundsolider, um nicht zu sagen richtig guter Cast, der solch illustre Namen featured wie Ben Stiller (“Meine Frau, unsere Kinder und ich”, “Tropic Thunder”, “Starsky & Hutch”, “Zoolander”), Eddie Murphy (“Mensch, Dave!”, “Norbit”, “Dr. Doolittle”, “Der Kindergarten Daddy”), Tea Leonie (“The Smell of Success”, “Dick und Jane”) und Alan Alda (“Aviator”, “M*A*S*H”), eine – zumindest auf dem Papier - Spannung verheißende Storyline mit ordentlich Gag-Potenzial an nahezu allen Ecken und Enden, sowie mit Brett Ratner einen – ja, richtig: zumindest auf dem Papier - fähigen, Genre-erprobten Regisseur, der es versteht, aus den ihm gegebenen Mitteln ein homogenes Ganzes zu formen, – doch Pustekuchen!
Wenn ich mir eine Komödie ansehe, in deren Cast Namen wie Ben Stiller (Comedian) und Eddie Murphy (ebenfalls so etwas wie ein Comedian) vorkommen, will ich mich spätestens nach 10 Minuten vor lauter Lachen nicht mehr im Sitz halten können, ich will Tränen lachen und mich wegbrüllen! Doch nicht so bei “Aushilfsgangster”: Der Streifen ist so dermaßen humorlos und langweilig, dass ich nach der ersten halben Stunde ernsthaft noch einmal ins Kino-Programmheft schauen musste, um nachzuschauen, ob die vorgenommene Deklarierung als Komödie wirklich ernstgemeint ist. Außerdem hat mich brennend interessiert, was zum Teufel Ben Stiller da macht, schließlich mag ich auf seinen Humor und habe so ziemlich alle Filme, in denen er zu sehen ist (“Nachts im Museum” mal außen vor gelassen), eigentlich immer als handwerklich gut gemachte Comedy in Erinnerung. Doch etwas so langatmiges, dröges und unwitziges wie Brett Ratners “Aushilfsgangster” habe ich schon lange nicht mehr vorgesetzt bekommen: Kein einziger der eh schon grandios gut versteckten Gags hat gezündet, nicht ein einziger! Ben Stiller wirkt in seiner Rolle des Hotelmanagers auf Abwegen schlicht deplatziert, um nicht zu sagen fehlbesetzt; die klischeebehaftete, in meinen Augen (mit Ausnahme von Stiller) recht unsympathische Darstellerriege agiert durch die Bank lustlos – insbesondere Murphy ist deutlich anzumerken, dass seine besten Tage bereits ein Weilchen hinter ihm liegen -, dreht den ihm vorgegebenen Stoff lediglich runter, ohne mit wenigstens einem Fünkchen Elan bei der Sache zu sein. Überhaupt macht die gesamte Produktion stellenweise den zweifelhaften Eindruck, lediglich eine gigantische, vom Kinogänger subventionierte Geldbeschaffungsmaßnahme für ein paar alternde Stars zu sein, die auf dem Bankkonto derzeit, wie hier und da zu hören ist, etwas klammer zu sein scheinen.
Wer denkt, an diesem negativen Eindruck würde sich im weiteren Verlauf, allerspätestens aber dann etwas ändern, wenn das eigentliche Hauptargument, der im englischen Filmtitel groß angekündigte “Tower Heist”, ins Spiel kommt, hat grundlegend falsch gedacht: Raubzug samt Showdown sind ebenfalls an Langatmigkeit, offensichtlichem Mangel an Witzen und anhaltender Ideenlosigkeit nicht zu toppen. Hat man als geneigter Cineast alles irgendwie schon einmal gesehen – oft sogar bedeutend besser inszeniert, wobei letzteres nicht sonderlich schwer hinzubekommen ist. Kurz vor Schluss wurde zwar auf Biegen und Brechen versucht, das weggedöste Kinopublikum mittels eines (vorhersehbaren) Storytwists und einem Quentchen Dramatik aus ihren süßen Träumen zu reißen, doch auch mit dieser beinahe schon verzweifelten und ein wenig aufgesetzt wirkenden Wendung konnte Universals öden Möchtegern-Gangstern nicht mehr geholfen werden, – im Gegenteil: der billige Gesamteindruck hat sich nur noch weiter gefestigt!
Wer diese Filmkritik nun als zu einseitig empfindet, sprich: wem die positiven Aspekte zu kurz kamen, dem sei an dieser Stelle gesagt: So leid es mir tut, ich kann “Aushilfsgangster” nichts, aber auch absolut gar nichts positives zugute halten. Es gibt bedauerlicherweise schlicht und ergreifend nichts, was dieses Trauerspiel auf Zelluloid in irgendeiner Weise aufgewertet hätte. Traurig, aber wahr!
Zusammenfassend kann man sagen, dass Universal Pictures’ “Aushilfsgangster” eine Menge verspricht, aber letzten Endes nur sehr wenig hält. Hier wurde von Regisseur Brett Ratner und seinem Cast so dermaßen viel Potenzial verschenkt, dass es schon nicht mehr feierlich ist! Schade, denn thematisch ähnlich gelagerte Streifen wie “Ocean’s Eleven” oder auch der überragende “The Italian Job” haben vorgemacht, dass sich ein Beutezug im großen Stil und das Genre Comedy keineswegs ausschließen und sehr wohl blendend miteinander harmonieren können!
Fazit
Brett Ratners “Aushilfsgangster” ist ein Film zum vergessen. Selbst echte Hardcore-Fans von Ben Stiller und Eddie Murphy (gibt es die noch?) sollten einen weiten Bogen um dieses unfassbar schlechte Machwerk hart an der Grenze zum Unterirdischen machen! – Einfach nur grottig!
Hier, ich bin ja nun wirklich kein großer “Twilight”-Fan, aber…
Before you, Bella, my life was like a moonless night. Very dark, but there were stars, points of light and reason. ….And then you shot across my sky like a meteor. Suddenly everything was on fire; there was brilliancy, there was beauty. When you were gone, when the meteor had fallen over the horizon, everything went black. Nothing had changed, but my eyes were blinded by the light. I couldn’t see the stars anymore. And there was no more reason for anything. - Edward Cullen, Vampir
Depressionen, die schleichende Volkskrankheit. Immer mehr Menschen leiden, ob nun bewusst oder unbewusst, unter depressiven Störungen, fühlen sich gehemmt, liegen im steten Clinch mit ihrem Ich und der Welt um sie herum. Die Ursachen einer Depression sind vielfältig: sie kann erblich bedingt sein, als auch durch einen Verlust ausgelöst oder – der Klassiker – durch ein traumatisches Erlebnis hervorgerufen werden. Die Therapierung ist schwierig und zeitintensiv, doch sie kann gelingen.
Moderatorin Sarah Kuttner nimmt sich in ihrem im Jahr 2009 erschienenen Debütroman “Mängelexemplar” auf charmant-witzige Art und Weise dem ernsten Thema Ängste und Depressionen an, – und liefert aufgrund der sehr authentischen, stets “auf Augenhöhe” erzählten Geschichte massig Stoff für Diskussionen, ob ihr Buch denn nun autobiographisch angelegt ist – oder nicht. Sie selbst hält sich, was die Antwort auf diese Frage angeht, bedeckt.
Mir wurde der Roman von meiner Freundin ans Herz gelegt (siehe ihre Buchbesprechung in ihrem im Blog), und obwohl ich ursprünglich der Meinung war, das zugrunde liegende Thema wäre nicht das meine, muss ich ganz ehrlich zugeben, dass sich die Geschichte um Karos schweren Gang durch das tiefe Tal der Tränen zurück gen Sonnenseite des Lebens zu einem meiner absoluten Favoriten gemausert hat, der in meinem Regal de Books auf jeden Fall mit einem Ehrenplatz bedacht werden wird! – Es folgt meine Rezension zu “Mängelexemplar”…
Mängelexemplar
von Sarah Kuttner
2009, Unterhaltung, 261 Seiten
S. Fischer Verlag
Die Autorin Sarah Kuttner wurde 1979 in Berlin geboren. Ihre Karriere begann beim Berliner Sender Radio Fritz, von dem sie bald zu den TV-Musiksendern VIVA und MTV wechselte. Mit “Kuttners Kleinanzeigen” bekam sie 2007 erstmals einen eigenen Sendeplatz im Programm der ARD. Zudem wird sie als Moderatorin gebucht und schreibt Musikkolumnen für diverse Magazine und Zeitungen. Ein Teil dieser Kolumnen wurde bereits in Buchform veröffentlicht, zuletzt in “Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens”.
Buchtrailer
Inhalt “Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, liebenswert und aggressiv, überdreht und traurig. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da.” - Quelle
Der erste Satz
“Eine Depression ist ein fucking Event!”
Kritik
Ohne große Umschweife bringt Sarah Kuttner es auf den Punkt: Eine Depression ist ein ernstes, schwerwiegendes Thema, aber keines, das nicht auch augenzwinkernd und mit einer gehörigen Portion Witz angegangen werden kann. Und so macht “Mängelexemplar” keineswegs vor all den Abgründen halt, die eine handfeste Depression für gewöhnlich so mit sich bringt. Der geneigte Leser wird mitgenommen auf eine Reise ins angeknackste Seelenleben, in die zertrümmerte Psyche der Hauptprotagonistin Karo, aus deren Sicht die Geschichte sinnigerweise auch erzählt wird, die unvermittelt den Halt verliert, abrutscht und droht an ihren Gefühlen und ihrem neuen “unbeschwerten” Leben, das es – zumindest wenn es nach ihr ginge – eigentlich werden sollte, zugrunde zu gehen. Die Autorin schafft es jedoch, all dies augenzwinkert und mit einer Menge eloquentem Humor zu präsentieren, so dass der Leser von der im Grunde deftigen Thematik nicht erschlagen wird.
Überhaupt Eloquenz: Ich liebe Sarah Kuttners Schreibstil! Wer ihre Kolumnen in der Süddeutschen Zeitung und in dem ein oder anderen Musikmagazin, oder aber die beiden ebenfalls im S. Fischer Verlag erschienenen Bücher “Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens” und “Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart”, in denen ihre Kolumnen der Jahre 2006 bis 2007 nochmals veröffentlicht wurden, gelesen hat, weiß sicherlich, wovon ich spreche. Die Frau hat ein unheimliches Talent mit Worten umzugehen! Sie versteht es, sexy Eloquenz mit cooler Lässigkeit zu verbinden und das Ergebnis anschließend noch mit einem Schuss Selbstironie abzurunden, um Geschichten zu niederzuschreiben, die sich lesen wie guter Sex sich anfühlt: berauschend und unendlich geil. Zudem hat sich der S. Fischer Verlag sehr viel Mühe mit der optischen Gestaltung des Covers und der im Schriftsatz verwandten Typo gegeben. Das Cover mag zwar auf den ersten Blick äußerst minimalistisch daher kommen – die Farbe Weiss dominiert, zu sehen ist lediglich dezent zerknittertes Papier -, doch gerade diese schlichte Eleganz ist es, die das “Mängelexemplar” aus dem nicht enden wollenden Strom von Büchern mit immer bombastischeren Buchcovern und im Gegenzug immer anspruchsloseren Texten herausstechen lässt. Außerdem soll die schlichte Aufmachung den Leser wohl dazu anregen, seinen Blick hinter die offensichtliche Fassade lenken. – Geschickt!
“Wäre ich nicht so ungeduldig, könnte ich vermutlich springreiten, singen oder sehr belesen sein. You can get it if you really want. Ich wante vermutlich nicht really genug. Auf der anderen Seite wante ich zumindest genug, um ordentlich unzufrieden zu sein, es nicht zu getten.”
Aber zurück zum Inhalt: “Mängelexemplar” mag mit lediglich 261 Seiten zwar nicht gerade der umfangreichste Romane aller Zeiten sein, und doch schafft Kuttner es, jede einzelne der 261 Seiten komprimiert mit relevanten Inhalten zu füllen, die den Leser nie kalt lassen, die ihn tangieren: Man erfährt die Auslöser von Karos Depressionen, ist quasi hautnah mit dabei, wenn sich ihre Ängste bis ins Unendliche steigern und sich ein neuer Angstanfall anbahnt, Kuttner (Karo) schildert, wie es in einem Menschen aussieht, der Tag ein Tag aus von seinen Gefühlen, von seinen Ängsten kontrolliert wird, bis er nicht mehr kann und schlussendlich zusammenbricht, weil die Psyche einfach nicht mehr mitspielt. Diese Passagen, in denen explizit Karos Seelenleben und ihr körperlicher Zustand thematisiert werden, sind bewegend und verstörend zugleich. Es wirkt so dermaßen authentisch und “erlebt”, dass ich mich bei der Lektüre wirklich des öfteren gefragt habe, ob “Mängelexemplar” vielleicht nicht doch einen autobiographischen Einschlag hat? Hat Kuttner all dies etwa am eigenen Leib durchmachen müssen? Sie hält sich, was die Antwort auf diese Frage angeht, nach wie vor bedeckt. – Es ist… wahrlich ergreifend zu lesen, wie die Protagonistin im einen Moment Mordgedanken vehement abstreitet (S. 56), um sich nur wenig später zu lesen: ”Schlimmer Schmerz ändert schon irgendwie den Verwendungszweck einer Schere” – und somit das exakte Gegenteil. Solche “harten” Stellen sind selten – doch sie kommen vor. Man merkt, wie zerrissen Karo innerlich ist, wie sehr sie mit sich, ihren Ängsten und ihrem Herz im steten Clinch liegt. Sarah Kuttner ist es gelungen, dies auf außerordentliche, sehr eindringliche Weise zu transportieren, dem Leser näher zu bringen, wie es in der Seele eines Menschen ausschaut, der unter einer solch starken Form von Depressionen leidet.
Doch die Geschichte macht zugleich auch Mut: Eine Depression ist keineswegs ein dauerhafter Zustand, sondern kann therapiert werden. Karo lernt ihre großen und kleinen Maken zu akzeptieren, dass gerade sie es sind, die sie ausmachen. Dass nicht nur ihr Körper mal krank werden kann, sondern auch ihre Seele, und dass es nichts Verwerfliches ist, weswegen man sich schämen muss, wenn man dies mit Hilfe von Antidepressiva zu kurieren versucht. Sie formuliert dies wie folgt: ”Eine Befürchtung, die viele Menschen haben, ist, dass Antidepressiva das Bewusstsein, die eigene Persönlichkeit verändern. Dass man von Tabletten gesteuert ist und nicht mehr man selbst. Das stimmt aber nicht. Ich fühle mich nicht fremd. Die Tabletten machen mich nicht falsch glücklich, nur weniger chaotisch. Ich bin traurig, wenn ich traurig bin, und unsicher und ängstlich, wenn es passt. Nicht mehr alles auf einmal. Und allein das erleichtert mich ungeheuer.”
“Sie [Karos Psychologin] meint meine extrem hohen moralischen Erwartungen an andere. Da könnte sie recht haben, denn hier bin ich der Fanclubleiter der kategorischen Imperativs.”
Karo begreift schließlich, dass das Leben viel zu lebenswert ist, um sich und all das Positive, was da noch kommen wird, einfach so aufzugeben. Realisiert spätestens an dem Punkt, als jemand neues in ihr Leben tritt, dass es für jeden Menschen irgendwann einmal Situationen gibt, die ihn aus der Bahn werfen könne und unüberwindbar erscheinen, doch dass gerade diese Hürden gemeistert werden können, wenn man sich eben nicht hängen lässt, sondern stattdessen kämpft, auch mal “schwach” ist und sich anvertraut, wenn man zulässt und sich öffnet für etwas neues; die Vergangenheit, und mag sie noch so schmerzen, ein für alle mal abhakt und ein neues Kapitel aufschlägt. – Diese beeindruckende Reise, Karos Wandel von depressiv am Boden zerstört und ihren erdrückenden Ängsten beinahe vollends erlegen, hin zu einer zuversichtlich in die Zukunft schauenden jungen Frau, die im Leben wieder Halt findet, jeden Tag ein bisschen mehr, ist wirklich großartig, berührend und bewegend!
Fazit
Das “Mangelexemplar” von Sarah Kuttner ist ein phenomenal gelungener Debütroman, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Ich liebe den Stil, in dem die tiefgreifende Geschichte um Karo und ihr Seelenleben erzählt wird, mag den Humor und den Charme, den der Roman an allen Ecken und Enden versprüht. Kurzum: Für mich ist “Mängelexemplar” eines der besten literarischen Werke, die in meinem Bücherregal ein Zuhause gefunden haben. – Danke, Sarah!
5/5
Sarah Kuttners Bestseller “Mängelexemplar” ist auch als Hörbuch erschienen, charmant gelesen von der Autorin höchst selbst. Der inoffizielle Nachfolger “Wachstumsschmerz” wurde im Oktober 2011 veröffentlicht.