Ein gemütlicher Samstagabend vor dem heimischen Fernseher im Dezember 2010: Obwohl ich “Wetten, dass..?!” schon seit einiger Zeit nicht mehr zu meinem absoluten TV-Pflichtprogramm zähle, hatte ich es in Erwartung spannender Wetten mal wieder eingeschaltet. Später am Abend betrat Wettkandidat Samuel Koch die Bühne. Er war ungefähr in meinem Alter, kam ehrgeizig rüber, hatte einen unbedingten Siegeswillen in seinen Augen. Doch als er Thomas Gottschalk und dessen Co-Moderatorin Michelle Hunziker seinen wagemutigen Wetteinsatz präsentierte, dachte ich mir sogleich: “Scheiße, der hat sie doch nicht mehr alle! Wenn das schief geht…”. Der Rest ist Geschichte powered by deutschem Betroffenheits-Journalismus.
Im April diesen Jahres erschien mit Christoph Fasels “Zwei Leben” im christlichen Adeo Verlag die erste offizielle Biographie von Samuel Koch, in welcher das – zugegebenermaßen – höchst tragische Schicksal des jungen Mannes ein weiteres Mal medial aufgewärmt, breitgetreten und wie schon so oft in aller Ausführlichkeit ausgeschlachtet wird. Ein Schelm wer sich entsprechende Gedanken macht. Oh, und Samuels “Freund”, der ehemalige ZDF-Showdino und gescheiterte ARD-Vorabend-Talker Thomas Gottschalk hat sogar ein kurzes Vorwort beigesteuert! – Es folgt meine ausdrückliche, rein subjektive Buchrezension zu “Samuel Koch – Zwei Leben”…
Samuel Koch – Zwei Leben
von Christoph Fasel
2012, Biographie, 205 Seiten
Adeo Verlag
Der Autor Christoph Fasel ist Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Hochschule für Wirtschaft und Medien in Calw. Er arbeitete zuvor als Redakteur und Reporter für die Zeitschriften “Stern” und “Eltern” sowie als Chefredakteur der deutschen und österreichischen Ausgabe von “Reader’s Digest” und leitete die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg.
Inhalt “Samuel Koch sitzt im Rollstuhl. Er ist vom Hals abwärts gelähmt. Er kann noch nicht mal allein essen. Aber er kann denken und fühlen. Und er kann hoffen. Hier erzählt er von seinem Leben vor dem Sprung: wie er zu Wetten dass ..? kommt. Davon, wie der Unfall geschieht. Das ist der Augenblick, in dem sein zweites Leben beginnt: Schock, Verzweiflung, Schmerz und Wut. Doch er trifft die Entscheidung, nicht aufzugeben. Und an dem Glauben festzuhalten, der ihn trägt. Das radikal ehrliche Zeugnis eines jungen Mannes, der nichts mehr zu verlieren hat und nur noch gewinnen kann. Eine Geschichte, die uns lehrt, die Kostbarkeit des Lebens neu zu schätzen.” - Quelle
Der erste Satz
“Da stehe ich nun im gleißenden Scheinwerferlicht, eingerahmt von Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker.”
Kritik
Man gestatte mir zu Beginn eine Frage: Wo sind die verlegten Schicksalsgeschichten all derjeniger, die ein ähnliches Schicksal teilen, aber eben nicht auf die verdammt idiotische Idee kamen, todesmutig mit Sprungfedern an den Füßen über das heranrasende Auto ihres Vaters zu springen, während ihnen parallel zig Kameras in die Fresse gehalten und sie dabei von einem Millionenpublikum zuhause vor dem TV begafft werden? Wo? Mit welcher Berechtigung werde ich von einem Samuel Koch penetrant mit seiner – ja – bewegenden, aber eben im Grunde auch vollkommen selbstverschuldeten Geschichte bombardiert? So leid es mir tut: Irgendwann muss verdammt nochmal auch mal Schluss sein! Geschehenes kann bedauerlicherweise nicht rückgängig gemacht werden. Und exakt aus diesem Grund lasse ich mir solche halsbrecherischen Aktionen im Vorfeld dreimal durch den Kopf gehen, bevor ich sie in geradezu draufgängerischer Manier in die Tat umsetze. Ihm war vollkommen klar, welche Gefahren sein Stunt mit sich bringt – er ist das Risiko eingegangen und hat letzten Endes einen sehr hohen Preis bezahlt. Punkt.
Doch nun zur Buchkritik, denn um diese soll es an dieser Stelle ja eigentlich gehen: In “Samuel Koch – Zwei Leben” bekommt der interessierte Leser und Boulevard/Klatsch-Fan schlicht und ergreifend mehr vom selben vorgesetzt. Nochmals wird ausführlich wie eh und je geschildert, wie es dazu kam, dass Samuel Koch, seines Zeichens ehem. Stuntman und Schauspielschüler, gelähmt im Rollstuhl sitzt, mit wenig bis gar keinen Chancen, dass sich an diesem Zustand irgendwann noch einmal etwas ändern wird. Zudem skizziert der Autor Christoph Fasel die bisherige Lebensgeschichte Kochs nach. Doch bei allem gebührenden Respekt: Im Großen und Ganzen ist es nicht sonderlich viel, was da erzählt wird: Auch schon vor seinem schweren Unfall live im ZDF gab es den ein oder anderen Schicksalsschlag zu überwinden, geplatzte Träume, hoch gesteckte Ziele, eine gehörige Portion Ehrgeiz und und und. Alles in allem, so denke ich zumindest, eine recht normale Jugend, auch wenn man hier und da merkt, dass das draufgängerische schon immer im Naturell des jungen Mannes schlummerte.
Weiters erzählt Samuel Koch von seinem neuen Leben, der schwierigen ReHa, dem Umgang mit seiner Lähmung und seinem Alltag im Rollstuhl. Gleichzeitig macht er anderen, die es ebenso hart getroffen hat wie ihn, Mut, niemals aufzugeben, stets an sich zu glauben und für seine Ziele, und mögen sie auch noch so unerreichbar erscheinen, zu kämpfen.
Alles sehr löblich – doch um ehrlich zu sein, bietet mir die Samuel Koch-Biografie nicht allzu viel Neues, und dieser Umstand bringt einen recht üblen Nachgeschmack mit sich: Kochs Biografie wirkt wie ein Sammelsurium mit dem noch einmal richtig fett abkassiert werden soll, ehe der mediale Aufruhr um die Person Samuel Koch vollends versiegt. All das, was Koch im Rahmen von gerade mal knapp 200 Seiten aufgeschrieben hat (bzw. Christoph Fasel, denn Koch sah sich nicht imstande eigenständig zu formulieren), all die Aussagen, Aufmunterungen und Schilderungen seines “Wetten, dass..?!”-Unfalls sind natürlich sehr ergreifend – doch das darf meiner Meinung nach keine Entschuldigung dafür sein, dass ich den Großteil davon entweder in einem der inzwischen wirklich unzähligen Interviews mit ihm, oder zumindest in einem Beitrag über ihn, und sei es bei “RTL Exclusiv” mit Frauke Ludowig, gelesen oder gehört habe. Und noch etwas: Zwar habe ich mir das Buch lediglich bei meiner Freundin ausgeliehen, und doch muss ich mich an dieser Stelle über den Preis aufregen: Für diesen ziemlich alten Wein in neuen Schläuchen soll ich dann auch noch vollkommen überteuerte 17,95 Euro auf die Ladentheke legen? Sehr dreist, wie ich finde.
Fazit “Samuel Koch – Zwei Leben” von Christoph Fasel ist eine Biographie, die die Welt nicht braucht auf die die Welt nicht zwingend gewartet hat. Wer sich mit Samuel und dessen folgenschweren Wettunfall noch ein weiteres Mal auseinandersetzen will, kann dies in dieser Form hervorragend erledigen. Das Buch bietet eine großartige Zusammenfassung von all dem, was in den vergangenen anderthalb Jahren von und über Samuel Koch in den hiesigen Medien zu lesen, hören und sehen war. Etwas wirklich Neues bietet die Bio hingegen nicht, und so können die üppigen 17,95 Euro, mit denen die “Zwei Leben” zu Buche schlägt, auch getrost als rausgeschmissenes Geld angesehen werden – wenn man denn dem medialen Hype nicht widerstehen konnte und direkt am Erstverkaufstag zugeschlagen hat.
Prostitution in Deutschland – noch immer ein Tabuthema, dem sich medial in der Regel sehr einseitig angenommen wird. Da wird Mitleid geheuchelt und exzessiv auf die Tränendrüse gedrückt – doch letzten Endes werden die Frauen auf dem Strich immer wieder aufs Neue pauschal als billige, unverbesserliche Schlampen tituliert und als die niederste Gossenschicht der Gesellschaft abgestempelt. Schicksale jedweder Art, die sich heimlich, still und leise im Hintergrund abgespielt und die Frauen letzten Endes in die Prostitution getrieben haben, werden in der Regel außen vor gelassen.
Natascha ist eines jener Mädchen, die sich regelmäßig auf dem Straßenstrich prostituieren und Sex gegen Geld offerieren. Einst war sie zudem den Drogen verfallen, Crystal, Heroin, Chemo und Ecstasy waren die einzigen echten Freunde, die ihr noch blieben; mit der Welt um sie herum hatte sie abgeschlossen, Suizid war der letzte Ausweg aus der sie Tag für Tag verfolgenden Tortur, die sie lange Jahre ihr Leben nannte, den sie noch sah. – Dies hat sich mittlerweile geändert: Natascha hat abgeschlossen mit ihrer Vergangenheit, sowohl mit ihrer Drogensucht, als auch mit der Zeit auf dem “Babystrich” unter der Fittiche ihres ausbeutenden Zuhälters, – naja, zumindest ein wenig. Ihre bewegenden Erlebnisse hat sie über all die Jahre hinweg in Form eines Tagebuchs aufgeschrieben. Und eben diese sehr intimen Tagebucheinträge liefern das Gros der Inhalte ihres Debütromans “Seelenficker: Tagebuchroman vom Drogenstrich”, der im Jahr 2007 im Ubooks Verlag veröffentlicht wurde und dem nur wenig später eine Hörbuch-Edition (siehe unten) folgte. Ein Werk, welches die unfassbar tiefen menschlichen Abgründe aufzeigt, die sich durch alle Schichten unserer Gesellschaft ziehen, das wachrüttelt, entsetzt und langfristig zum Nachdenken anregt.
So erging es auch mir: Ich habe “Seelenficker” noch an dem Tag, an dem ich erstmals – zugegeben, aus reiner Neugierde – reingeschaut hatte, in einem Rutsch ausgelesen! Mir persönlich sagen die unmittelbar aus dem Leben entsprungene (Tabu-)Thematik, Nataschas offensiver Umgang mit selbiger und ihre unverhohlen vorgetragene Kritik an unserer ach so tollen Gesellschaft, sowie – selbstredend – die mannigfaltigen psychologischen Aspekte des Werks sehr zu. Dieses unverfälscht Abgefuckte ist gleichzeitig großartig berührend wie bestürzend. – Tragischer Anti-Pop in Reinkultur!
Seelenficker: Tagebuchroman vom Drogenstrich
von “Natascha Tretzschek”
2007, Anti-Pop / Erotik, 128 Seiten
Ubooks Verlag www.Seelenficker.net
Die Autorin
Über die unter dem Pseudonym “Natascha Tretzschek” schreibende Autorin des Romans “Seelenficker” ist nur relativ wenig bekannt. Schon in jungen Jahren sah sie sich gezwungen, auf dem Kinderstrich anschaffen zu gehen, der unweigerliche Absturz in den Drogensumpf folgte auf dem Fuße. Einige der verstörendsten Erlebnisse, die sie während ihrer Zeit als Prostitutierte über sich hat ergehen lassen müssen, hat Natascha, die wie sie beteuert inzwischen von den Drogen weg und clean ist und gegen ihren langjährigen Zuhälter vor Gericht ausgesagt hat, um diesen für all die Schmerzen, die er ihr in den ganzen Jahren körperlich wie seelisch angetan hat, zur Rechenschaft zu ziehen, in ihrem Debütroman verarbeitet.
Inhalt “‘Ich habe mir immer gedacht, wenn ich Drogen nehme, dann können sie ruhig meinen Körper ficken, dann sollen sie mit mir machen, was sie wollen. Denn ich hasse meinen Körper, der ist so fett und hässlich und unförmig und sowieso habe ich es nicht besser verdient. Doch in den Momenten, wenn die Drogen aufhören zu wirken, merke ich, dass die Leute auch meine Seele ficken. Das tut weh, nein, mehr noch, das zerstört, ohne zu zerstören, man bleibt übrig und weiß, dass man kaputt ist, unheilbar, und dass man damit leben muss…’” - Quelle
Der erste Satz
“Es wäre schön, wenn die Welt nicht so wäre, wie sie nun einmal ist.”
Kritik
Ein junges Mädchen, vielleicht fünfzehn oder sechzehn Jahre alt, auf die Knie gesunken, die Handflächen vor ihrer Scham verschränkt. Im Haar trägt sie eine pinkfarbene Haarspange in der Form eines Schmetterlings, in ihrem Dekolleté baumelt an einer langen Kette ein Baby-Schnuller. Der Blick des noch sehr kindlich wirkenden Mädchens wirkt erschöpft, niedergeschlagen, resignierend und – ums mal frei raus zu sagen – einfach unheimlich angekotzt von der Welt. – Ja, selbst das Buchcover von “Seelenficker: Tagebuchroman vom Drogenstrich”, dem 2007 erschienenen Debütroman der anonymen Autorin “Natascha Tretzschek” gestaltet sich durch und durch provokant und macht gleichzeitig unheimlich nachdenklich. Der eigentliche Inhalt ist ebenso harter Tobak: es geht, wie der Buchtitel bereits andeutet, um Prostitution, genauer gesagt um die illegale Arbeit auf dem “Babystrich”, im Volksmund auch leicht flapsig Kinderprostitution genannt.
Natascha schildert in sechs Kapiteln, die es zusammengenommen auf einen Umfang von insgesamt 128 Seiten bringen, allerlei Alltägliches, Grausames und Abartiges – kurzum Dinge, mit denen sie sich während ihrer jahrelangen Arbeit auf dem Straßenstrich Abend für Abend, Nacht für Nacht konfrontiert sah. Der Inhalt des Buchs setzt sich dabei auf dutzenden und aberdutzenden weitestgehend zusammenhanglosen von Natascha verfassten Tagebucheinträgen und Notizen zusammen, die in ihrer Länge und Aussagekraft teils enorm variieren. Mal schreibt sie von ihrem verkorksten Elternhaus, dem angespannten Verhältnis zu ihrer Familie und insbesondere zu ihrer Mutter, sowie darüber, wie es überhaupt dazu kam, dass es sie in so derart jungen Jahren auf den menschenverachtenden Babystrich irgendeiner nicht näher genannten Stadt im Osten Deutschlands verschlagen hat. Ein andermal berichtet sie direkt vom Anschaffen selbst, schreibt über den Sex mit ihren Freiern und ihrem Zuhälter, welchen sie zutiefst hasst und im Prinzip lediglich im zugedröhnten Zustand überhaupt einigermaßen erträgt. Den Bogen schließt das finale Drittel des Romans, in welchem ihr Drogenentzug und die Frage nach ihrer Zukunft weitestgehend beantwortet werden; was sie irgendwann einmal erreichen will, wenn sie mit dem Thema Prostitution komplett abschließen konnte – sollte sie dies jemals zu einhundert Prozent schaffen.
Was sofort auffällt: Das Buch, beziehungsweise dessen Inhalt, wurde allem Anschein nach vom Verlag kaum bis überhaupt nicht lektoriert/redigiert: Nataschas Schreibstil gestaltet sich sehr hölzern, rudimentär und unspektakulär. Doch das passt. Es liest sie eben exakt so, wie ein junges Mädchen, das allen Unkenrufen zum Trotz nicht ganz und gar nicht auf den Kopf gefallen zu sein scheint, seine teils recht unstrukturierten, wirren Gedanken “mal eben” beiläufig zu Papier bringt. Dazu gesellen sich von Zeit zu Zeit Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler, ein andermal stehen mitten im Fließtext wirre Buchstabenkolonnen, die da definitiv nichts zu suchen haben. Der ein oder andere mag dies dem Buch negativ ankreiden, ich hingegen finde, diese kleine unperfekte Note unterstreicht noch einmal die Authentizität des Gesamtwerks.
Aber ich habe trotzdem Angst… Angst vorm Sterben, also davor, wie es ist, wenn man tot ist. Der Weg dahin macht Angst… manchmal. Denn ich weiß nicht wie der Weg ist. Dann lieber Drogen und ficken, das ist ein Tod auf Raten. Den Weg kenne ich. Das ist in Ordnung. Jedes Mal, wenn du was nimmst oder mit einem Kerl fickst, der locker dein Vater sein könnte, stirbt ein Teil von dir. Die Seele zuerst. Am Schluss das Gehirn… und das Herz.
Das was Natascha über die Jahre in ihre Tagebuch, auf Zettel und Post-Its aufgeschrieben hat, hat Hand und Fuß – und ist wortgewaltig in seiner Einfachheit! “Seelenficker” liest sich roh, dreckig, unbeschönigt, die frappierenden Missstände in unserer Gesellschaft anprangernd und knallhart beim Namen nennend: “Männer, warum fickt ihr Kinder?!” fragt sie zum Beispiel in einem Kapitel anklagend und – wie ich mir vorstellen kann – den Tränen nah. Ein andermal formuliert sie nachdenklich, ja geradezu melancholisch, um ein besseres, lebenswerteres Dasein flehend. Hart sind jene Abschnitte, in denen Natascha, scheinbar von Depressionen zerfressen und vollgepumpt mit Crystal, Ecstasy, Heroin und zig anderen Drogen unterschiedlicher Colour, sich selbst und ihren Job, die Prostitution, niedermacht. So bezeichnet sie sich mantraartig als “kleine dumme Fotze”, scheinbar, weil ihr dies immer und immer wieder eingebleut wurde, weil sie, die sie seit frühsten Kindestagen sowohl von ihren Eltern als auch von den Freiern, die auf sie gehetzt wurden, misshandelt wurde, nie so etwas wie ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein entwickeln konnte. Man hat den Eindruck, sie sah sich nur noch als Objekt, dessen einziger Sinn seiner Existenz es war, die Beine breit zu machen und still zu halten, wenn es dem Abschaum des männlichen Geschlechts nach etwas Spaß zumute war. – Eine wahrlich unfassbar erschreckende Selbstwahrnehmung!
Auch ihr völlig aus den Fugen geratenes Weltbild schockiert: So ersehnt sie sich bessere Zeiten, wünscht sich in kindlich-naiver Manier eine eigene kleine, glückliche Familie, einen echten festen Freund, der für sie da ist, ihr Halt gibt und nicht bloß ihren Körper begehrt, und irgendwann vielleicht sogar Kinder. Doch gleichzeitig denkt sie “professionell”, sieht Sex nur als Mittel zum Zweck an: So bringe ihr Sex in einer normalen Beziehung rein gar nichts, sagt sie, der mit ihren Kunden hingegen schon: nämlich Geld, mit dem sie sich wiederum ihre Drogen und anderen Suchtmittel finanzieren kann, um sich letztlich aus ihrem grausamen Alltag flüchten zu können. Sie geht sogar so weit und empfindet das “Gefickt-werden” (Zitat) im zugedröhnten Zustand als Entspannung und Wohltat gegenüber der harten realen Welt, die sie erwartet, sobald sie aus ihrem Rauschzustand aufwacht, und ihren Zuhälter, und somit jenen Menschen, der nicht unmaßgeblich zu ihrer verfahrenen Situation beigetragen hat, vergöttert sie grotesquerweise als ihren großen Helden und Retter in der Not – ein irrer Teufelskreis.
Neben all den Passagen über ihren Gemütszustand, ihr Selbstverständnis, ihre Ängste und sehnsüchtigen Zukunftsträume, gewährt Natascha dem geneigten Leser auch Einblick in diverse verstörende Momente aus ihrem Alltag. Allen voran: der Sex mit ihren Freiern. Im Gedächtnis haften blieb mir ihre Begegnung mit einem Kunden, den sie stets nur “Der Rektor” genannt hat. Die Story um den perversen Kerl und seine ziemlich “speziellen” Wünsche ziehen sich durch fast das komplette dritte Kapitel des Buchs und lesen sich ohne zimperlich wirken zu wollen einfach nur extrem widerlich, drastisch und explizit! Das Geschilderte lässt sich wohl am treffendsten zusammenfassen mit: Wenn aus Sex blanke Panik wird. Bemerkenswert: Zwar schreibt Natascha zuweilen sehr ausführlich und detailliert über ihre Erlebnisse mit ihren Kunden, doch driftet sie – trotz zuhauf verwendeter Fäkalsprache – zu keiner Zeit ins wirklich ekelhaft-obszöne ab, wie es beispielsweise Charlotte Roche in ihren beiden Romanen “Feuchtgebiete” (siehe meine Rezension) und “Schoßgebete” (siehe meine Rezension) passiert ist.
Nataschas Geschichte, ihr Schicksal geht einem als Leser, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, sehr nah, sie macht wütend, lässt einen verzweifeln ob der offensichtlichen Hilflosigkeit und Verzweifelung der jungen Frau, die auf nahezu jeder einzelnen Seite durchschimmert.
Gott hat meine Eltern gemacht! Und er hat auch mich gemacht. Das verzeihe ich ihm nie!
Doch so sehr Nataschas Tagebucheinträge auch schockieren mögen: es gibt auch Hoffnung! Man merkt deutlich, wie Natascha von Notiz zu Notiz eine Entwicklung durchmacht, wie sie reift, ihren Job immer mehr infrage stellt und allmählich bei ihr durchdringt: Hey, du bist so viel mehr – gib’ nicht auf und kämpfe! Sie wendet sich ab vom Dasein als Hure, die sich und ihr Leben aufgegeben hat, hin zur jungen Frau, die Halt sucht und ihr aus der Bahn geworfenes Leben kitten will, die Ehrgeiz zeigt, die der Hölle Prostitution über kurz oder lang entkommen und sich eine schönere, lebenswertere Zukunft aufbauen will. – Ob sie dies in den fünf Jahren, die seit der Erstveröffentlichung ihres Buches inzwischen ins Land gezogen sind, geschafft hat, was mittlerweile aus ihr geworden ist, ist – zumindest mir – nicht bekannt. Und dennoch: Ich bin zuversichtlich, dass sie ihren Weg gegangen ist!
Ich finde es vom verlegenden Ubooks Verlag sehr gewagt, Nataschas Aufzeichnungen zwar weitestgehend anonymisiert jedoch in unbeschönigter und vor allem unzensierter Form zu veröffentlichen – und doch war dies in meinen Augen die einzig richtige Entscheidung, die man hat treffen können. – Chapeau für diesen verlegerischen Mut!
Fazit “Seelenficker – Tagebuchroman vom Drogenstrich” ist eines jener Bücher, die, wenn man sich auf die allzu oft tabuisierte Thematik einlässt und offen ist für das, mit dem man während der Lektüre konfrontiert wird, einen bewegen, packen und mit einem ungläubigen Kopfschütteln zurücklassen. Es bietet einen unzensierten Einblick in die kaputte Psyche eines Menschen, der am Boden liegt, sich windet und das Ende herbeisehnt. Eine Erzählung, schonungslos ehrlich, provokant und aufwühlend zu Papier gebracht von einer, die es wissen muss. – Leseempfehlung!
Normalerweise verbinden gestandene Gamer mit dem Entwicklerteam Rockstar Games eher harte Videospiel-Franchises wie “Grand Theft Auto” (GTA) und allerhöchstens noch Ausreißer wie den Auftakt zur nicht minder brutalen Western-Saga “Red Dead Redemption” oder auch den interaktiven Film Noire “L.A. Noire” (uncut) - das war’s. Wer sich jedoch die Mühe macht und ein wenig tiefer im Portfolio des amerikanischen Entwicklerstudios stöbert, stößt mit Sicherheit irgendwann auf einen Titel, den man so nicht erwartet hätte: “Rockstar Games präsentiert: Tischtennis”.
Bei dem Spiel handelt es sich, wie sein Name bereits höchst subtil andeutet, um eine knallharte Simulation der hierzulande unfassbar nischigen Randsportart Tischtennis. Doch die hat es in sich und setzt nach wie vor Standards in ihrem kleinen aber feinen Genre: Sowohl die zugrunde liegende Ballphysik als auch die Optik des Titels waren damals wie heute über jeden Zweifel erhaben, das Gameplay besticht ebenfalls durch seine hohe Dynamik und süchtig machendes Reinfuchspotential en masse. “Rockstar Games präsentiert: Tischtennis” erschien im Mai 2006 als einer der Launch-Titel für die damals noch blutjunge Xbox 360, die nach dem Willen Microsofts definieren sollten, wie das damals groß angepriesene “Next Generation-Gaming” auf der redmond’schen Videospielkonsole auszusehen hat.
Ob dies den Rockstars letzten Endes wirklich gelungen ist, klärt meine ausführliche Videospielkritik zur Tischtennis-Simulation aus dem Hause Rockstar Games, einem der unterschätztesten Games für die Xbox 360.
Rockstar Games präsentiert: Tischtennis
Simulation, 2006
Rockstar Games www.RockstarGames.com
Trailer
Beschreibung “‘Rockstar Games präsentiert: Tischtennis’, die realistischste und packendste Sport-Simulation aller Zeiten, vermittelt ungefiltert die ganze Energie und Dynamik eines knallharten Wettkampfes für die neue Konsolen-Generation.” - Quelle
Kritik Seien wir zur Abwechslung einfach mal ehrlich: Tischtennis ist in hiesigen Landen nicht unbedingt die verbreitetste Sportart wo geben tut. Ja, der ein oder andere mag es vielleicht im Verein spielen und sich nun massiv auf den Schlips getreten fühlen, schon klar, wieder andere schnappen sich Schläger und Bälle und geben sich auf dem örtlichen Spielplatz schräg gegenüber der Schaukel die Kante. Doch richtig verbreitet ist die Sportart Tischtennis nicht wirklich. Und so ist es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass sich da draußen, anders als beispielsweise im Falle von Fußball oder Eishockey, kaum bis überhaupt keine Videospiel-Umsetzungen zum Thema Tischtennis finden. Diese klaffende Marktlücke ist wohl auch den Jungs und Mädels von Rockstar San Diego in einem ihrer Team-Meetings aufgefallen und so ist man hingegangen und hat aus einer ursprünglich als reine Technologie-Demo für das damals noch in Entwicklung befindliche Gangster-Epos “GTA IV” konzipierten Tischtennis-Simulation ein vollwertiges Spiel gemacht: “Rockstar Games präsentiert: Tischtennis”. Die Simulation erschien Mitte des Jahres 2006 als einer der ersten Exklusivtitel für Microsofts neue Xbox 360-Konsole. Ein paar Jahre später kam auch eine angepasste Version für die Nintendo Wii auf den Markt, allerdings reicht diese bei weitem nicht an die Klasse des Originals heran – trotz Steuerung mittels Wii-Controller.
“Rockstar Games präsentiert: Tischtennis” bietet dem geneigten Fan der wohl schnellsten Ballsportart der Welt insgesamt drei Spielmodi: Im Singleplayer wären dies zum einen ein Turnier-Modus, in welchem man in zig Shoot-Outs gegen diverse Gegner um gepresstes Edelmetall kämpft, zum anderen ein seperater Trainings-Modus, um seine Künste am Netz auch zwischendurch perfektionieren oder sich auf einen neuen Charakter einspielen zu können. Darüber hinaus besteht im Multiplayer die Möglichkeit, lokal an einer Xbox 360-Konsole gegeneinander anzutreten, oder man verbindet sich über Microsofts nach wie vor kostenpflichtigen Onlinedienst Xbox LIVE mit einem Mitspieler. Der Multiplayer-Modus über Xbox LIVE bietet zudem ein komfortables Matchmaking-Feature, allerdings finden sich auf diesem Weg mittlerweile nur noch sehr selten geeignete Mitspieler, was mit dem doch schon recht betagten Alters des Spiels zu begründen ist.
Ärgerlich: Den Singleplayer-Modus von “Rockstar Games präsentiert: Tischtennis” haben auch weniger geübte Tischtennis-Cracks relativ zügig durchgezockt; nach ungefähr zehn Spielstunden, tendenziell geht’s sogar schneller, hat man hier so ziemlich alles erreicht, was erreicht werden kann: alle Opponenten sind an die Bande gespielt und die ersten hart errungenen Medaillen drohen in der Vitrine vornehme Patina anzusetzen. Wer so etwas wie Freunde sein Eigen nennt, kann sich jedoch in den bereits thematisierten Mehrspieler-Modus retten und auch dort trotz fehlender Matchmaking-Funktion noch eine ganze Menge Spaß haben. Im direkten Vergleich macht der Multiplayer – wie das bei Sportspielen mit übergeordnetem Wettkampfgedanken allgemein hin so ist – sogar noch weitaus mehr Spaß als der direkte Fight gegen die Computergegner. Die KI ist zwar bei weitem kein Totalausfall, wirklich schlau spielt sie dennoch nicht und ihre Aktionen und Spielzüge sind schon nach wenigen Matches relativ vorhersehbar.
Im Spiel gibt es mehrere Kontrahenten, die sich von ihren Statistiken her grundlegend voneinander unterscheiden: Die einen brillieren durch ihre gewieften Aufschläge, andere versuchen mit purer Kraft zu punkten, wieder andere sind bemüht, über das direkte Spiel am Netz zum Erfolg zu kommen, und ganz andere versuchen einen weit hinter den Tisch zurückzudrängen und auf diese Art ihre Schläge durchzubringen. Dann gibt es noch die eher unspektakulären 0815-Charaktere, von denen zu Spielbeginn sechs an der Zahl zur Verfügung stehen. Als da wären Haley (USA), Liu Ping (China), Jesper (Schweden), Kumi (Japan), Mark (USA) und Luc (Frankreich). Weitere können nach und nach freigeschaltet werden, indem im Karriereverlauf bestimmte Erfolge / Xbox-Achievements errungen werden. Ebenfalls freigeschaltete werden können weitere Wettkampfarenen. Zu Beginn stehen lediglich drei Stadien zur Auswahl: eine eher düster gehaltene Halle im Tischtennis-Mekka China, sowie eine Arena in Frankreich, sowie eine in den USA. Die einzelnen Örtlichkeiten unterscheiden sich lediglich durch ihre grundverschiedene Optik voneinander, weitere tiefgreifende Auswirkungen auf den Verlauf eines Matches haben sie nicht.
Die Steuerung von “Rockstar Games präsentiert: Tischtennis” geht auch tendenziell eher ungeübten Spielern leicht von der Hand. Zugegeben: Ein wenig Einarbeitungszeit braucht es durchaus, bis man sich mit den Besten der Besten an der Platte auf Augenhöhe messen kann, doch auch zu Beginn feiert man Dank eines wirklich gelungenen Tutorials, in dessen Rahmen dem Spieler alle wichtigen Angriffs- und Defensiv-Aktionen beigebracht werden, schnell erste sehenswerte Erfolge! In der Standardkonfiguration wird der eigene Charakter mit Hilfe des linken Sticks vor der Tischtennis-Platte hin und her bewegt, die einzelnen Schlag-Variationen wie gerader Schlag, angeschnittene Schläge mit Spin nach rechts, bzw. links, hohe Stopbälle, etc. liegen auf den Knöpfen A, B, X und Y. Spezielle Moves, die so genannten Game Breaker, die nur genutzt werden können, wenn sich die Fokus-Anzeige des Charakters im Verlauf eines Matches mittels durchgebrachte Schläge, gut getimte Returns, exakt an die Tischkante gespielte Aufschläge und weitere gelungene Aktionen entsprechend aufgefüllt hat, werden mit den Schultertasten des Xbox 360-Controllers ausgelöst.
Die Grafik der Tischtennis-Simulation aus dem Hause Rockstar Games ist auch noch heute, mehr als sechs Jahre nach dem ursprünglichen Release des Titels, über so gut wie jeden Zweifel erhaben. In “Rockstar Games präsentiert: Tischtennis” kommt eine dezent aufgebohrte Version der Grafik-Engine aus dem Gangster-Epos “GTA IV” zum Einsatz, was schlicht und ergreifend an der Tatsache liegt, dass es sich bei der Tischtennis-Sim einst um eine Tech-Demo gehandelt hat, mit der auf verschiedenen Messen die Technologie aus dem damals noch in der Entwicklung befindlichen “GTA IV” veranschaulicht werden sollte. Die Charakter-Modelle sind grandios detailliert, machen einen äußerst realistischen Eindruck und wurden darüber hinaus sehr ansehnlich modelliert. Auch auf die kleinen Details wie auf der Stirn perlender Schweißtropfen, realistische Falten werfende Trikots und stilecht spiegelnder Hallenboden wurde geachtet. Ach, und bevor jemand nachfragt: Ja, der Ball wurde tatsächlich aus ausreichend vielen Polygonen modelliert, dass er in den zahlreichen, nach einem beendeten Satz eingespielten Replays wirklich rund ausschaut. Die Bewegungen der Athleten, welche in meinen Augen schwer nach Motion Capturing aussehen, wirken jederzeit flüssig und homogen. Nichts ganz mithalten können da die verschiedenen Wettkampfarenen, in denen die spannenden Matches stattfinden: Der Fokus des Spiels liegt ganz eindeutig auf dem Geschehen auf der Tischtennisplatte, was rechts und links daneben so abgeht, war den Entwicklern eher unwichtig. In den Replays sind hinter den mit fiktiven Sponsoren zugekleisterten Werbebanden zwar ab und an mal jubelnde Fans und applaudierende Zuschauer zu sehen und mittig des Feldes sitzt der Schiedsrichter auf seinem kleinen Hochsitz und führt durch die Partie, doch das war es auch schon mit der Atmosphäre abseits der Platte. An die mittlerweile ausgesprochen detailliert gestalteten Fußball-Stadien, wie man sie beispielsweise aus EA Sports “FIFA”-Reihe und “Pro Evolution Soccer” von Konami her kennt, kommen die eher tristen und wenig abwechslungsreichen Hallen aus Rockstars Tischtennis-Sim jedenfalls bei weitem nicht heran!
Dafür glänzt der Titel mit seinen inneren Werten, – um genau zu sein mit seiner grandiosen Physik-Engine! Die ist den Machern von Rockstar San Diego nämlich außerordentlich hervorragend gelungen! Bälle verspringen, bleiben am Netz hängen, ziehen physikalisch korrekt im Flug leichte Kurven, verhalten sich Dank eines beim Schlag mitgegebenen Dralls so unvorhersehbar für den Gegner, dass es eine wahre Freude ist. Dennoch hat man immer die Kontrolle über das Spielgeschehen, kann planen, tricksen und sein Gegenüber täuschen. Kurzum: Das Geschehen auf, vor und hinter der Tischtennisplatte fühlt sich einfach echt an. Ich persönlich habe bis dato noch in keinem Videospiel ein so dermaßen realistisch und lebensnah simuliertes Spielgerät erlebt. Punkt!
Die Soundkulisse des Spiel ist hingegen nicht sonderlich berauschend – jedoch für das, was es ist, ausreichend. Während der Matches sind hier und da Anfeuerungsrufe mitgereister Fans zu hören, vereinzelt vernimmt man auch mal rhythmisches Klatschen oder nach besonders gelungenen Ballwechseln sogar tosenden Applaus. Den einzelnen Charakteren wurden zudem typische Laute (u.a. kraftvolles Stöhnen, wie es der geneigte Tennis-Fan zu schätzen weiß) sowie ein paar kurze prägnante Signature-Statements auf die DVD gepresst, die sich allerdings recht schnell wiederholen. Bei besonders intensiven Fights am Netz und während den nach jedem Satz einsetzenden Wiederholungen faded zudem eine treibende Musikuntermalung ein. Allerdings gibt es lediglich drei Tracks, die sich zudem sehr ähneln. Man sollte also nicht allzu viel erwarten, sprich: einen ausgewachsenen Soundtrack hat das Spiel mangels entsprechendem Budget nicht spendiert bekommen. – Dennoch: Unter’m Strich rundet die Soundkulisse des Spiels den durchweg positiven Gesamteindruck stimmig ab.
Fazit
So akurat wurde die Randsportart Tischtennis noch nirgends umgesetzt: die Ballphysik ist den Machern von Rockstar San Diego superb gelungen, die Optik des Titels noch immer absolut sehenswert und trotz ihres bereits recht betagten Alters von mittlerweile gut und gern sechs Jahren über jeden Zweifel erhaben! Der GTA-Entwickler hat mit “Rockstar Games präsentiert: Tischtennis” für Xbox 360 eine Sportsimulation der Superlative abgeliefert, die nicht nur Fans der schnellsten – und vielleicht auch unterschätztesten – Ballsportart der Welt begeistern wird. Der eher enttäuschende, da schnell durchgespielte Singleplayer-Modus wird von den launigen Multiplayer-Matches gegen echte Freunde und Gegner in aller Welt via Xbox LIVE mehr als wettgemacht!
“100 dinge die eine frau im leben gemacht haben sollte”(1x)
Hier im Blog gibt’s eine ganz nette Auflistung von sage und schreibe 205 Dingen, die ein Mensch in seinem Leben mal getan haben sollte, um irgendwann zufrieden und weitestgehend erfüllt das Zeitliche segnen zu können. Die Liste ist nicht bloß auf das weibliche Geschlecht beschränkt, find’ ich gut.
“ist der film, hunger games krass?”(1x)
Keine Ahnung was du allgemein hin so als “krass” empfindest, aber ich persönlich fand “Die Tribute von Panem – The Hunger Games” jetzt nicht als die krasseste Erfahrung seit der Erfindung des Survival-Genres. Warum, steht in meiner ausführlichen Review zum Film. P.S: Eindeutig krasser als “Panem” ist ganz eindeutig der japanische Hardcore-Streifen “Battle Royale” (siehe meine Filmkritik), der im Grunde all das zeigt, was Suzanne Collins in ihren Büchern verwurstet hat, bzw. was im Film zu sehen ist – nur eben härter, da primär für ein erwachsenes Publikum gedacht. In dieselbe Kerbe schlagen auch einige Stephen King-Verfilmungen sowie der Klassiker “The Most Dangerous Game”.
“was qualifiziert panem als titel für das jugendbuch tribute von panem?”(1x)
Kann ich dir nicht sagen, tut mir leid.
“abnehmteil ans koerper”(1x)
Vielleicht ist die Kybernetik in ein paar Jahren soweit. Kannst dich dann ja noch einmal auf die Suche machen, denn bis dahin werde ich mit Sicherheit was zum Thema geschrieben haben! :)
“überall kleine fettpolsterchen, wie bekomme ich die weg?”(1x)
Vielleicht mal mit Sport oder ganz einfach mit einer Diät versuchen? In meinem Fall hat die Low-Carb-Diät ganz gut angeschlagen. :)
“gerät kline amazone”(1x)
Ich weiß ja nicht, aus welchen Breitengraden du so stammst, aber in meinem Weltbild, an dem ich btw ganz gerne festhalten möchte, haben Amazonen trotz ihrer verbreiteten Darstellung als Mannsweiber kein Gerät irgendwo rumbaumeln! Von daher…
“juliette lewis scientology clear”(1x)
Man schaue sich einmal die berühmte Panorama-Reportage “Scientology & Me” des BBC-Reporters John Sweenie an. Dort äußert sich neben Leah Remini und anderen Promis u.a. auch Juliette Lewis zu ihrer Mitgliedschaft bei Scientology. – Ich für meinen teil habe schon den Eindruck, die Frau hat es mindestens bis zum Status Clear geschafft – und seither garantiert die ein oder andere Million für die weiterführenden OT-Ränge verpulvert.
“blowjob für geld geschichten”(1x)
Hm… da fällt mir spontan nur “Fucking Berlin: Studentin und Teilzeit-Hure” von Sonia Rossi ein. Natürlich auch der aktuelle Roman von Charlotte Roche, “Schoßgebete” (siehe meine Rezension), allerdings geht’s bei dem weniger um Geld als viel mehr um die eigentliche Sache an sich.
“wie immer vor dem sex haben wir beide heizdecken im bett eine halbe stunde vorher angemacht”(1x)
Das ist der erste Satz aus Roches soeben erwähntem Buch.
“roche und böhmermann+sinn”(1x)
“Roche & Böhmermann” ist laut der Definition auf der Homepage des Spartensenders ZDF Kultur eine launige Gesprächssendung, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt und die Gäste einfach mal machen lässt. Hat bisher nicht immer geklappt, aber launig anzuschauen ist’s dennoch immer wieder. Neue Folgen sind übrigens für September 2012 geplant!
“liebespaar böhmermann roche”(1x)
Nein. Es sei den heimlich und dreckig nach Aufzeichnung der Sendung. Aber das wäre wirklich zuviel des Guten…
“harald schmidt christbaumständer”(1x)
Die komplette Aktion gab’s mal als rund zwanzigminütiges Video bei YouTube. Wurde jedoch inzwischen im Auftrag von SevenOne Media wieder gelöscht, um so wohl sicherzustellen, dass wenigstens die Produktionskosten der DVD “Die Harald Schmidt Show – Die ersten hundert Jahre” und die Gage für den Herrn Manuel Andrack wieder eingespielt werden. Ist übrigens gar nicht mal so schlecht, die DVD!
Ich bin ein großer Fan der Mangas von Rumiko Takahashi. Ihre Serien “Lum Invader”, “Maison Ikkoku”, “Ranma 1/2″, “Mermaid Saga” (siehe meine DVD-Rezension), “One Pound Gospel” und “InuYasha” habe ich seinerzeit, es ist inzwischen Jahre her, verschlungen wie sonst was.
Bei eBay bin ich die Tage auf eine Auktion aufmerksam geworden, die mir die Tränen in die Augen getrieben hat und mein Sammlerherz hat höher schlagen lassen. Da ich ja einer bin, der gerne zügig Nägel mit Kpfen macht, war mein Gebot schnell platziert und die Spannung stieg ins Unermessliche.
Heute war dann folgendes in der Post…
Wie schon letztens bei den Stephen King-Comicbüchern ging mir beim Öffnen des kleinen Päckchens das Herz uff! Nicht nur allein des Fanseins wegen, sondern weil es sich bei dem von mir ersteigerten “Shonen Sunday Comic” #32 um die original japanischsprachige Ausgabe aus dem Jahre 1986, genauer gesagt um die aus dem April ebendiesen Jahres (mein Geburtsmonat) handelt! Der Zustand des Magazins ist in Anbetracht seines doch recht fortgeschrittenen Alters bemerkenswert hervorragend. Selbst der colorierte Schutzumschlag ist, bis auf zwei kleinere Mägel, noch völlig intakt – Hammer!
Der Inhalt setzt sich auf mehreren Kurzgeschichten rund um Takahashis Mangaserie “Lum Invader” zusammen, die von 1978 bis 1986 in Shogakukans wöchentlichem Magazin “Shonen Sunday” veröffentlicht wurde. Die Geschichten werde ich zwar aufgrund meiner nach wie vor leider recht begrenzten Japanischkenntnisse nie, oder nur mit dem Japanischen Universal-Wörterbuch von Langenscheidt bei der Hand zur Gänze lesen können, aber allein der nostalgischen Gefühle wegen war’s mir den Kauf wert, zumal ich die komplette Reihe auch in der englischen Übersetzung besitze und die Kurzgeschichten sich sicherlich auch dort irgendwo finden, da bin ich mir ziemlich sicher. Jeder, der selbst irgendeine Sache sammelt, seien es nun Bücher, Filme, DVDs, Videospiele, Magic-Karten, Modelleisenbahnen, Briefmarken, Münzen, Gartenzwerge, Kerben im Bettpfosten – oder wie ich Comics, wird nachvollziehen können, was für ein immenses Anliegen es mir war, diesen Schatz zu besitzen. – Ne, watt freu ich mich, dass er nach langer Zitterpartie nun endlich Einzug in meine Sammlung gehalten hat.
Es ist vielleicht spektakulärste, auf jeden Fall jedoch der unerwartetste Deal der laufenden TV-Saison: Latenight-Talker Harald Schmidt wechselt vom chronisch schlingernden Unterschichten-Kanal Sat.1 ins Bezahlfernsehen zu Sky Deutschland. Dies berichten übereinstimmend die “Süddeutsche Zeitung”, das für gewöhnlich gut informierte Medienmagazin DWDL.de sowie die beiden Branchendienste Kress.de und Meedia.de.
Schmidt wird nach seiner bevorstehenden Absetzung bei Sat.1 (die letzte reguläre Show läuft am kommenden Donnerstag gegen 23:15 Uhr) nach einer kurzen Sommerpause, pünktlich zum Beginn der neuen Bundesliga-Saison mit einer nahezu unveränderten “Harald Schmidt Show” auf dem Sender Sky Atlantic HD, dem neuen Premium-Seriensender im Portfolio von Sky, welcher noch in diesem Monat exklusiv auf der Sky-Plattform startet, auf Sendung gehen, dreimal die Woche, um genau zu sein dienstags bis donnerstags um 22:15 Uhr – und damit früher als bisher, um den Wünschen der zahlreichen Fans nach einer früheren Ausstrahlung der Show Rechnung zu tragen. Wiederholt wird die “Harald Schmidt Show” zeitnah auf dem Sender Sky Hits HD. Darüber hinaus ist eine für Abonnenten zeitlich vollkommen flexible Ausstrahlung über die innovativen Services Sky Go (siehe meine Produktrezension) und Sky Anytime vorgesehen. Ob die “Harald Schmidt Show” bei Sky in den ersten Wochen unverschlüsselt ausgestrahlt werden wird, um mehr Aufmerksamkeit für die spektakuläre Neuverpflichtung zu erzeugen, ist nicht bekannt. Die neue neue alte “Harald Schmidt Show” wird von der Kogel & Schmidt GmbH in Zusammenarbeit mit Schmidts eigener TV-Produktionsfirma Bonito TV im Auftrag von Sky Deutschland in der Kölner Schanzenstraße in Köln-Mülheim produziert.
Sky gibt sich in der just veröffentlichten Pressemitteilung alle Mühe zu betonen, dass sich am Format der klassischen LateNight nahezu nichts verändern wird. Auch bei Sky werde “Dirty Harry” die Tagesgeschehnisse in seiner bekannt kontroversen Art kommentieren und mehrmals die Woche illustre Gäste im Studio begrüßen. Sein legendärer Stand-Up zu Beginn und die kultige Showband um Band-Leader Helmut Zerlett werden ebenfalls weiterhin mit von der Partie sein.
Gary Davey, Programmchef bei Sky Deutschland: “Das sind großartige Neuigkeiten für unsere Kunden. Mit Harald Schmidt ist es uns gelungen einen der besten Moderatoren Deutschlands zu Sky zu holen. Wir setzen damit wie bereits mit dem Senderstart von Sky Atlantic HD erneut Maßstäbe in punkto Qualität und präsentieren unseren Kunden exklusiv die einzig wahre LateNight Show im deutschen Fernsehen.”
TV-Zyniker Harald Schmidt kommentiert seinen eindeutig von legendären US-LateNight-Talker Conan O’Brien inspirierten Wechsel, der einst selbst vom großen NBC-Network zum eher nischigen Kabelsender TBS gewechselt war, gewohnt trocken: ”LateNight bei Sky – für mich der Himmel auf Erden.”
Fred Kogel, Produzent der “Harald Schmidt Show”: “Meine Gespräche mit Sky und die gemeinsame Vision von Programmqualität haben zu einem schnellen Ergebnis geführt. So können wir nach der geplanten Sommerpause zum Start der neuen Bundesligasaison unsere Show in gewohnter Weise fortführen und dies bei der Erstausstrahlung wie von den Fans gewünscht eine Stunde früher.”
Für mich als langjährigen Harald Schmidt-Fan und Pay TV-Abonnent der beinahe ersten Stunde sind das großartige Nachrichten. Schmidt, der seit Wochen was die Qualität seiner Shows anbelangt eindeutig auf einem aufsteigenden Ast ist, hat es verdient, in diesem Land weiterhin präsent zu sein. Ich möchte einfach nicht in einem Land leben, in dem einschlägigen Flachpfeifen Anti-Comedians wie Mario Barth, Cindy aus Marzahn, Kaya Yanar, Prof. Dr. v. Hirschhausen und wie sie nicht alle heißen ein Engagement nach dem anderen hinterher geschmissen bekommen und herausragende Formate mit Niveau und Anspruch wie die “Harald Schmidt Show” abgesägt werden, weil’s die Herren in der Programmplanung einfach nicht geschissen bekommen, dem Mann ein ordentliches Umfeld zu bieten, in welchem er verstanden wird! Sky hingegen hat die Chance beim Schopfe ergriffen und den König der LateNight exklusiv verpflichtet. Damit positioniert sich Sky einmal mehr als ernstzunehmende Anbieter von Qualitätsfernsehen in der klaffenden Nische zwischen gebührenfinanziertem Rentner-TV à la ARD und ZDF und privatem Unterschichten-Klamauk wie es RTL, Sat.1, ProSieben und Konsorten bis zum Exzess betreiben. Zudem hat sich Sky durch die Verpflichtung ein neues Aushängeschild gesichert. Ich bin fest davon überzeigt, dass Schmidt in den kommenden Monaten in dem ein oder anderen Promo-Spot von Sky auftauchen wird.
Um ehrlich zu sein war ich, nachdem Schmidt angefangen hatte, in seiner Show immer mal wieder von laufenden Vertragsverhandlungen mit einem neuen Sender zu erzählen, fest davon ausgegangen, dass man ihn Ende des Jahres im ZDF wiedersehen würde, eventuell sogar beim kleinen aber nicht zuletzt Dank Programmperlen wie dem neuen Talk “Roche & Böhmermann” feinen Spartensender ZDF Kultur. Sky hingegen hatte ich absolute nicht auf der Rechnung – doch dieses ist objektiv betrachtet eindeutig die bessere Wahl. Hier trifft Verlässlichkeit auf Anspruch und Qualität, steter Quotendruck, wie Schmidt ihn insbesondere während seiner zweiten Endphase in Sat.1 ihn verspürt hat, dürfte quasi nicht existent sein, wobei auch Sky sicherlich irgendwann hingehen und überprüfen wird, sich die Investition in die Marke Schmidt sich gelohnt hat. – Harald Schmidt und Sky, alles in allem eine sehr gute Mischung für des Altmeisters kreative Entfaltung!
In diesem Sinne: Für mich persönlich ist der Wechsel von Harald Schmidt zu Sky eine sehr gute Nachricht. Ich freu’ mich auf den Herbst! :)
Dass ich die allerbeste Freundin der Welt mein Eigen nennen darf, weiß ich ja nun schon ziemlich lange. Dass sie mich und meinen Geschmack allerdings so dermaßen gut kennt, hat selbst mich ziemlich überrascht! Man schaue sich nur mal meine diesjährigen Geburtstagspräsente Burtstagsg’schenke an…
…wirklich unfassbar, oder? :)
Zum einen wäre da die aktuelle DVD zur “Harald Schmidt Show” in Sat.1, deren Anblick mir als bekanntermaßen die-hard Harald Schmidt-Fan quasi schlagartig die Tränen in die Augen getrieben hat! Dann wäre da die erste Staffel einer wenn nicht gar der besten TV-Serie, die derzeit im Fernsehen zu sehen ist: “Game of Thrones” von HBO. Natürlich als limitierte Collector’s Edition mit extra beigelegtem Bildband, war ja klar. Ich liebe das brutale Mittelalter-Setting, die verstrickten Intrigen, den dreckigen Sex, und überhaupt… hach – genau mein Ding! ;) Außerdem: “The Witcher 2 – Assassins of Kings” in der aufgebohrten Enhanced Edition für meine geliebte Xbox 360! Das Videospiel basiert auf der “Geralt von Riva”-Romanreihe aus der Feder des polnischen Fantasy-Autoren Andrzej Sapkowski, über deren Awesomeness ich erst die Tage hier im Blog was geschrieben hatte. :) Mein iPhone 4 freut sich des weiteren über ein sexy Helvetica-Case von Red Bubble.
Und als ob das nicht alles schon genug wäre, ziert seit heute auch noch eine unheimlich stylische Designeruhr aus dem Hause Fossil mein bisher eher von Bändern bedecktes Handgelenk. Die passt ganz hervorragend zu dem anderen Modekram, den Ringen und erwähnten Armbändern, etc. die ich da sonst so trage! Da hat wohl jemand meinen ultrageheimen Wunschzettel entdeckt… ;)
Das schönste Geschenk von allen war jedoch das gemeinsame lange Wochenende mit dir, mein Schatz. Herzlichen Dank, allerliebste Brina! ♥