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InaiMathi Blog

Bayonetta 2 – oder: Der unverhoffte Tod einer geliebten Umbra-Hexe

Vergangene Woche überraschte Nintendo mit der Ankündigung, dass der Hack’n’Slasher „Bayonetta 2“ 2013 für die Wii U, die pünktlich zum Weihnachtsfest erscheinende Konsole der Japaner erscheinen wird. Und das – man höre und staune – exklusiv! Microsofts Xbox 360 und die Playstation 3 von Sony, und somit jene beiden Konsolen, für die der Vorgänger (siehe meine Review), den ich seinerzeit sehr geliebt habe, noch exklusiv erschienen war, bleiben was „Bayonetta 2“ betrifft außen vor.

Auch eine spätere Umsetzung ist ziemlich unwahrscheinlich, ist doch Nintendo nun der offizielle Publisher des Spiels, nachdem SEGA, seines Zeichens Publisher des ersten Teils, es in drei ganzen Jahren nicht mal ansatzweise hinbekommen hat, eine ordentliche Finanzierung für „Bayonetta 2“ als ernstzunehmender Multiplattform-Titel sicherzustellen. Und ich kann mir weiß Gott nicht vorstellen, dass Nintendo allen Ernstes willens ist, den Titel nach ein, zwei Jahren für die beiden konkurrierenden Konsolen freizugeben.

Wie dem auch sei: Ich für meinen Teil sehe es nicht ein, dass ich mir ausschließlich für einen einzelnen Titel eine Konsole ins Wohnzimmer stellen, die spätestens nach dem Credits dann ziemlich rasch zentimeterdicken Staub ansetzen wird, weil mich einfach nichts, was für die Wii U in den kommenden Monaten und Jahren so angekündigt ist, auch nur ansatzweise interessiert. Die Nintendo Wii und somit auch die Wii U ist für mich als anspruchsvoller Coregamer aufgrund des noch immer eklatanten Mangels an erwachsener Franchises nach wie vor einfach nicht ernstzunehmen. Sorry!

Dass nicht nur ich es bin, der sich über den Plattform-Wechsel echauffiert, sondern nur einer von mehr als zwei Millionen Käufern und Fans des Vorgängers, dürfte klar sein. Man fühlt sich schlicht und ergreifend ziemlich vor den Kopf gestoßen, wenn man sich auf ein Game, das immer bloß eine kleine Nische angesprochen hat, einlässt, es gegen Kritiker aus allen Lagern bis aufs Blut verteidigt und schon fest mit der Anschaffung des Nachfolgers geplant hat, und es dann wie aus dem Nichts heißt, dass eben dieser nicht mehr für die Konsolen erscheint, die das Franchise vor zweieinhalb Jahren erst ermöglicht haben, sondern für Nintendo, und damit einen Hersteller, dessen Wii den Machern von Platinum Games und Team Little Angels einst als für die anvisierte Zielgruppe nicht relevant genug eingestuft wurde.

Mittlerweile klingt das „nicht relavant genug“ wie folgt:

„Bayonetta ist eine Marke, welche wir gerne wachsen sehen möchten und welche mehr und mehr Spieler erreichen soll. Somit haben wir SEGA, den Publisher des ersten Teils, konsultiert, um zu klären, wie das erreicht werden kann. Die Antwort war eine neue Partnerschaft mit Nintendo.“ – Tatsuya Minami, CEO und President von Platinum Games

Schon erstaunlich, wie sich die Meinung von einer bestimmten Zielgruppe, für die ein Titel primär entwickelt wird, innerhalb von knapp zweieinhalb Jahren so dermaßen um 180 Grad ändern kann. Aber naja, in der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen. So wird’s wohl sein. Ob man allerdings wirklich mehr Spieler für ein auf CoreGamer zugeschnittenes Franchise wird begeistern können, indem man beide Plattformen außen vor lässt, auf denen sich eben jene Zielgruppe bekanntlich zuhauf tummelt, wird sich erst noch zeigen müssen…

Für mich ist „Bayonetta“ jedenfalls über den Jordan.

R.I.P., Bayonetta!

— InaiMathi, am 16. September 2012
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