AI Raiders_

Neu          4. November 2026          Blog          3 Min  •  452 Wörter

Regelmäßige Leser werden beim Lesen des ein oder anderen Blogposts oder aber bei der Ansicht meines Mastodon-Feeds sicherlich mitbekommen haben, dass ich nicht der allergrößte Fan von sogenannter Künstlicher Intelligenz (KI) bin. Wobei das nicht ganz korrekt ist: Ich lehne zum jetzigen Zeitpunkt lediglich Gen-AI, also „Generative AI“ ab. Dabei handelt es sich um KI-Produkte, denen das überwiegende Gros ihrer „Intelligenz“ im Wesentlichen durch Abgrasen des Internets im Speziellen sowie durch Nutzung anderer Leute Arbeit im Wesentlichen „antrainiert“ wurde, ohne dass letztere dafür in irgendeiner Weise entschädigt werden. Manch einer nennt das beschriebene Vorgehen aus diesem Grund auch den „größten Raub der Geschichte“.

Insofern dürfte es nicht überraschen, dass ich auch kein großer Freund der Tatsache bin, dass sich Gen-AI mittlerweile auch in immer mehr Videospielen wiederfindet und eben dort breit macht. Man schaue sich beispielsweise nur einmal das „Steam NextFest“ an, in dessen Rahmen Indie-Developer die Möglichkeit haben, auf der Steam-Plattform ihre meist noch in Entwicklung befindlichen Games zu präsentieren. Und das Bild, das sich dem geneigten Gamer dort inzwischen bietet, ist aus meiner Sicht wirklich schlimm: Gefühlt bei der Hälfte der vorgestellten Titel wird man vom üblichen AI Slop geradezu angesprungen: Vibe Coding, hingepromptetes generisches Gameplay, austauschbare Optiken, Sounds, KI-Stimmen sowie Spielelemente, die nichts wirklich neues, innovatives auf der Haben-Seite zu bieten haben. Gekrönt wird das Ganze dann durch ein KI-generiertes 0815-Spielecover. – Slop, Slop, Slop so weit das Auge reicht.

Ich persönlich könnte auf ein solches Erzeugnis nicht stolz sein!

Aber hey, warum sollten aufstrebende Indie-Devs auch großartig anders handeln als ihre Vorbilder aus der Branche? Nehmen wir beispielsweise die Embark Studios und deren – zumindest eine Zeit lang – ziemlich populären Online-Survival-Shooter „Ark Raiders“. Ihr wisst schon, das Game mit dem „Don’t shoot!“. 😉 Dort war man sich tatsächlich nicht zu doof, auf die Frage, warum man anstatt professionelle Sprecherinnen und Sprecher zu engagieren lieber auf durch GenAI erzeugte synthetische Stimmen zurückgegriffen hat, um die Charaktere des Spiels zu vertonen, zu antworten: „Echte Sprecher wären durchgedreht, wenn sie das alles hätten lesen müssen.“ Jo, klar… die wären bei der Ausübung ihres Berufs verrückt geworden. Bestimmt. Zumal „Ark Raiders“ ja auch so dialoglastig ist. Nein, da wurde einfach die Chance genutzt, die Entwicklungskosten zu drücken. Um mehr ging es nicht.

Die Embark Studios sind was den Einsatz von KI-Stimmen in ihren Spielen angeht, wie übrigens viele andere Entwicklerstudios auch, überzeugte Wiederholungstäter: Schon der Online-Shooter „The Finals“, welcher hinsichtlich seiner Popularität in der Nische hängen blieb, wurde seinerzeit auf diese erbärmliche Weise vertont.

Wird menschliche künstlerische Leistung irgendwann zum Luxusgut?

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