Der ein oder andere hat es vielleicht mitbekommen: Anfang vergangener Woche machte die News die Runde, dass die US-Einzelhandelskette GameStop, deren Geschäftsmodell im Wesentlichen auf dem An- und Verkauf von gebrauchten PC- und Videospielen fußt, allen Ernstes beabsichtigt, die ungleich größere Online-Auktionsplattform eBay zu übernehmen. Ich fand das Szenario irgendwie spannend, weshalb ich drüben auf „GamersGlobal.de“ eine kurze News dazu geschrieben habe.
Gut eine Woche ist seitdem ins Land gezogen und es zeichnet sich ab: Aus der Übernahme von Goliath durch David – dem Quasi-Vorbild Paramount-Skydance kauft Warner Bros. Discovery folgend – wird wohl nichts werden; eBay hat das unterbreitete Übernahmeangebot abgelehnt.
Durchaus bemerkenswert liest sich die Begründung: In einem offiziellen Statement führt eBay unter anderem „operativen Risiken“ an, die mit einem Verkauf der Plattform an GameStop einher gingen. Zudem sieht man die Art und Weise, wie die Übernahme finanziell gestemmt werden soll, kritisch: In seinem Übernahmeangebot versichert GameStop zwar, Kreditzusagen in Höhe von 20 Mrd. US-Dollar in der Hinterhand zu haben, doch wie genau die Differenz zum offerierten Kaufpreis, der mit 56 Mrd. US-Dollar in deutlich höheren Gefilden angesiedelt ist, überbrückt werden soll, – unklar. Direkt an Ryan Cohen, den CEO von GameStop gerichtet, lässt das eBay Board-of-Directors überdies wissen, dass man das Angebot für „weder glaubwürdig noch attraktiv“ halte, weswegen man sich letzten Endes einstimmig gegen eine Übernahme ausgesprochen habe.
Rund 56 Mrd. US-Dollar wäre GameStop bereit gewesen, für eine vollständige Übernahme von, bzw. einen Erwerb der restlichen Aktienanteile an eBay, die sich noch nicht im Besitz des Unternehmens befinden, auf den Tisch zu legen. Mit dem Ziel, einen „Konkurrenten zu Amazon“ entstehen zu lassen, wie Cohen es vergangene Woche noch so schön formuliert hat. Aktuell hält GameStop rund 10 Prozent der Anteile an dem Internet-Auktionshaus, – und dabei wird es nun voraussichtlich auch erst einmal bleiben.
Bemerkenswert finde ich an der ganzen Angelegenheit zudem, dass GameStop sich vor einigen Jahren selbst noch in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden hat. Diese waren so gravierend, dass man sich von einem Großteil seines internationalen Geschäfts hat trennen müssen. Allein in Deutschland wurden knapp 200 GameStop-Filialen entweder verkauft oder geschlossen; in der letzten ging Anfang 2025 das Licht aus.