Nigrin Haftgrund & Lackspray

17. September 2018   •   Review

Für die Lackierung zweier aus PU-Kunststoff gefertigter Frontspoiler-Flaps für mein Projekt Kotori habe ich mich die Tage nach geeignetem Haftgrund und Lackspray umgesehen. Beide Produkte sollten für mich als absoluten Laien auf dem Gebiet leicht zu verarbeiten sein, weshalb ich sofort zur Spraydose tendiert habe – da gibt es einige YouTube-Videos, nach denen man sich richten kann -, allerdings gleichzeitig auch eine gewisse Qualität haben, so dass ich vom Ergebnis dann auch länger was habe und nicht nach jedem Winter kleinere Bereiche ausbessern oder sogar komplett neu lacken muss.

Im Produkt-Sortiment von Nigrin, einem Hersteller, der Fahrzeugpflege-Enthusiasten ein Begriff sein dürfte (wenngleich auch nicht unbedingt im positiven Sinne… oder um es anders zu sagen: es gibt Vorbehalten hinsichtlich einigen Reinings- und Pflegeprodukte des Herstellers), wurde ich fündig. So habe ich mir, bestätigt durch die durchaus positiven Rezensionen bei Amazon, jeweils zwei Dosen des „Nigrin Haftgrund-Spray“ (grau, 400ml) und des „Nigrin Lackspray“ (matt-schwarz, 400ml) bestellt. Außerdem noch ein 12-teiliges Nassschleifpapier-Set von unterschiedlicher Abrasivität (400er- bis 1500er-Körnung), um die im Lieferzustand noch recht grobe Kunststoff-Oberfläche der beiden Flaps entsprechend auf den Lackauftrag vorbereiten zu können und die Grundierung nach dem Auftrag leicht nachbearbeiten zu können.

Wie die beiden Nigrin-Produkte im Einsatz performt haben, ob ich mit ihnen zufrieden bin oder nächstes Mal doch eher zu einer anderen Marke greifen werde, klärt meine nachfolgende Review.

Review

Haftgrund und Lackspray von Nigrin werden jeweils in 400ml fassenden Sprühdosen geliefert. Beim rezensierten Lackspray handelt es sich um einen sogenannten Nitro-Kombi-Lack, weshalb er – insbesondere aufgrund seiner abbeizenden Eigenschaften – nicht zusammen mit, bzw. nicht direkt auf einem anderen Lack eingesetzt werden sollte. Auf der Rückseite der jeweiligen Dose befinden sich wichtige Informationen zum Produkt und Hinweise für eine korrekte Anwendung. Der Sprühkopf, auf den ich gleich nochmals zu sprechen komme, ist gleich doppelt gesichert: Zum einen durch einem Plastikdeckel, zum anderen durch eine zusätzliche Kappen-Sicherung, die lediglich mithilfe eines Schraubenziehers entfernt werden kann, was unbeabsichtigtes Auslösen effektiv unterbindet.

Vor Arbeitsbeginn sollte die Spraydose entsprechend vorbereitet werden. Ich für meinen Teil, habe sie gut drei Stunden vor Beginn in einen Baumwollpulli eingerollt und bei Zimmertemperatur von etwa 25 Grad gelagert. Durch die leicht steigende Temperatur erhöht sich der Innendruck der Dose geringfügig, was wiederum für ein (noch) feineres Sprühbild sorgt. Unmittelbar vor dem Einsatz muss die Dose zudem zwingend mehrere Minuten lang kräftig geschüttelt werden, damit sich die enthaltenen Chemikalien des Haftgrunds, bzw. des Lacks ausreichend gut vermischen können. Von Hersteller Nigrin werden mindestens 2 Minuten empfohlen, – ich habe jeder Dose bestimmt gut und gerne 4-5 Minuten gegeben, damit auch ja nichts schief geht. Anschließend die erwähnte Sicherungskappe entfernen und es konnte losgehen!

Der Sprühkopf nennt, wie ich finde, einen guten Druckpunkt sein Eigen. Nachdem ich in einigen Reviews anderes gelesen hatte, war ich auf das Schlimmste gefasst, doch ich muss sagen, dass ich das Arbeiten alles in allem als angenehm empfunden habe. Wird die Dose, wie in der Anleitung empfohlen, beim Sprühen zirka 25cm von der zu beschichtenden Oberfläche entfernt gehalten, kann schon im ersten Kreuzstrich eine gute, gleichmäßige Abdeckung, und nach mehreren aufgetragenen Schichten, die jeweils mit ungefähr 5 Minuten Abstand voneinander aufgegeben wurden, ein ziemlich perfektes Ergebnis erzielt werden. Abdeckung und Haftung sind wirklich gut. Zudem muss man sich schon einige Mühe geben, um Nasen, Läufer oder andere typische Makel zu fabrizieren, was beide Produkte für Einsteiger attraktiv macht. Zwischen den einzelnen Sprühschichten sollte die Dose immer wieder geschüttelt werden, um den Vermischungsgrad der Chemikalien konstant hoch zu halten. Der Haftgrund nennt übrigens eine graue Farbgebung sein Eigen, was der optischen Brillanz der anschließend aufgegebenen Lackierung zuträglich ist.

Hier im Blog findet sich übrigens ein detaillierter How-To Guide zum Thema Lackierung von Kunststoff-Anbauteilen, in dessen Rahmen ich in aller Ausführlichkeit beschrieben habe, wie ich bei den erwähnten Frontspoiler-Flaps meines Mazda 3 vorgegangen bin.

Auf dem nachfolgenden Foto sind beide Frontspoiler-Flaps zu sehen, nachdem sie mit jeweils mit zwei deckenden Schichten Haftgrund überzogen wurden. Nach dem Abtrocknen hatte sich eine sehr glatte, homogene Oberfläche ausgebildet, kleinere Makel wie haarfeine oberflächliche Schrammen und Kratzer wurden gut aufgefüllt und kaschiert:

ATH Frontspoiler-Flaps "Gen2" für Mazda 3 nach Grundierung

Als extrem negativ ist mir leider aufgefallen, dass der Sprühkopf, sobald die Spraydose ungefähr zu 3/4 geleert war, merklich anfing, unsauberer zu sprühen. In den eigentlich sehr feinen Sprühnebel mischten sich vereinzelte kleinere Spritzer. Dadurch könnte ein an und für sich sehr gutes Lackierergebnis auf den sprichwörtlichen letzten Metern doch noch ruiniert werden, was ja nun mal nicht Sinn der Sache sein kann. Hier sollte der Hersteller auf jeden Fall nochmal nachbessern!

Die Ablüft- und Trocknungszeiten liegen bei beiden eingesetzten Nigrin-Produkten bei 10 Minuten / 60 Minuten / ca. 24 Stunden. Bedeutet, dass die beschichtete Oberfläche schon nach 10 Minuten „staubtrocken“, nach einer Stunde schließlich „grifffest“ und nach zirka 24 Stunden vollständig durchgetrocknet sein sollte und dann problemlos weiterverarbeitet werden kann.

Abschließend noch ein Foto von den matt-schwarz lackierten, komplett getrockneten Anbauteilen. Abermals fällt sofort die sehr homogene, makellose Lackoberfläche ins Auge. Diese hat allerdings einiges an Glätte eingebüßt, was auf den verwendeten Mattlack zurückzuführen ist, da dieser im Unterschied zu den meisten Glanzlacken eine eher raue Struktur sein Eigen nennt:

ATH Frontspoiler-Flaps "Gen2" für Mazda 3

Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass sowohl das Haftgrund-Spray als auch das Lackspray aus dem Hause Nigrin nicht unbedingt direkt in den eigenen Vier Wänden verarbeitet werden sollte, da sich der rasch ausbreitende und eine Zeit lang haltende Geruch (was man da riecht, dürfte der enthaltene Nitro-Verdünner sein) alles andere als angenehm, um es direkt zu sagen: ziemlich penetrant ist. Auch Haustiere sollten nicht den entstehenden Dämpfen oder gar dem Sprühnebel ausgesetzt werden. Wer die Möglichkeit hat, grundiert und lackiert also besser bei guten vorherrschenden Bedingungen draußen im Freien, beispielsweise auf dem Balkon oder der Terrasse. Das großflächige Abdecken nicht vergessen! Wo auch immer lackiert wird: Auf jeden Fall sollte eine ausreichende Versorgung mit Frischluft gegeben sein.

Zusätzlich empfehle ich angemessenen Schutz, u.a. durch eine Atemmaske und Einmalhandschuhe.

Fazit

Der ein oder andere Profi wird mich dafür nun wahrscheinlich auslachen, aber: Ich bin mit den beiden Nigrin-Produkten absolut zufrieden – und ja, das erstauntlich mich selbst am meisten! Grundierung wie Lackieren klappten alles in allem reibungslos, und ich finde, das Endergebnis ist, gerade angesichts der Tatsache, dass ich nun nicht jeden Tag irgendwelche Kfz-Anbauteile grundiere und lackiere, erstaunlich gut geworden. Ich würde schon beinahe sagen, so mancher Meisterbetrieb hätte es nicht besser hinbekommen! 😉 Einzig der nicht ganz optimale Sprühkopf der Dosen drückt meinen positiven Eindruck minimal gen Süden.

Nichtsdestotrotz würde ich sowohl das Nigrin Haftgrund-Spray als auch den Nigrin Spraylack weiterempfehlen. Insbesondere an alle, die mit einem überschaubaren Budget gute, sehenswerte Ergebnisse erzielen möchten. Für kleinere Anbauteile wie z.B. die beiden lackierten Frontspoiler-Flaps für den Mazda 3, die nun nicht ständig Fokus stehen, ist das Zeug allemal zu gebrauchen!

P.S: Nach dem ersten überstandenen Winter werde ich meine Review um die Info ergänzen, wie Haftgrund und Lack die kalte Witterung verkraftet haben.

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