Seit längerem hab ich mir mal wieder eine Auswertung der „Steam-Hardware-Survey“ zu Gemüte geführt und feststellen dürfen, dass Microslop Windows mit einem Marktanteil in Höhe von 94,1 Prozent auch im Juni 2026 das dominierende Betriebssystem unter Gamern auf Steam war, gefolgt von Linux (3,69 Prozent) und Apples Mac OS (2,21 Prozent). So weit, so erwartbar.
Was mich als Linuxer allerdings schon ein bisschen getroffen hat: Sowohl Windows als auch Mac OS konnten im Vergleich zum Vormonat an Marktanteilen zulegen – um 0,25, respektive 0,05 Prozentpunkte -, während Linux Marktanteile hat einbüßen müssen. Wenngleich auch der verzeichnete Rückgang mit -0,30 Prozentpunkten nicht mehr ganz so krass ausfällt, wie noch in den Vormonaten.
Nachfolgend ein Screenshot der Linux-Marktanteilskurve von GamingOnLinux.com. Auf dieser sind der von Valve im Rahmen der „Steam Hardware Survey“ ermittelte monatliche Marktanteil (blau) sowie ein linearer (pink) und exponentieller Trend (orange) dargestellt:
In Zeiten, in denen die großen US-Tech-Konzerne ihren Würgegriff um die Hälse der User peu á peu immer weiter anziehen, kann ich angesichts der Marktanteilsentwicklung nur zu dem Schluss kommen, dass es den Leuten da draußen – gelinde gesagt – scheißegal ist, ob sie nun wahlweise ausgenommen, ausspioniert, als Gratis-Zulieferer von KI-Trainingsmaterial mißbraucht werden, als billiges Testvieh für die absurdesten Features, nach denen niemand gefragt hatte, herhalten müssen oder sonst was mit ihnen und ihren Daten veranstaltet wird. Windows scheint aus irgendeinem sich mir nicht erschließen wollenden Grund als PC-Betriebssystem heilig zu sein. Ein dauerhafter Wechsel zu einer kostenlosen, freien, auf Open-Source basierenden Alternative, die all dies nicht macht und bei der Gamer dank Tools wie Proton quasi keinerlei kaum noch merkliche Einschränkungen mehr hinnehmen müssen, kommt wie es scheint nicht infrage. Stattdessen bleibt der gemeine User, ganz so als hätte er Wurzeln geschlagen, beim verhassten Platzhirschen aka Monopolisten und sinniert lieber Tag ein, Tag aus via Social Media darüber wie schrecklich dieses Windows doch ist, anstatt irgendetwas zu ändern.
Stockholm-Syndrom at its best, kann ich da nur sagen!
Übrigens: Wer sich fragt, warum X nach wie vor so immens viel populärer ist als jede Alternative, obwohl sich dort imho wirklich alles zum Schlechteren entwickelt hat in den vergangenen Jahren, – das ist der Grund: Bequemlichkeit, Trägheit und Faulheit vieler sich beklagender User, gepaart mit dem Unwillen, irgendetwas ändern. Der Change soll quasi zu ihnen kommen, sie selbst bewegen sich nicht.
