De-Badging: Mazda-3-Schriftzug & Skyactiv-Logo entfernen

24. November 2018   •   How-To Guide, Projekt Kotori

How-To GuideHand aufs Herz: Es gibt kaum etwas Nervigeres als ein vom Hersteller und Händler durch einen hässlichen Nummernschildhalter, auf dem sich diverse Logos, Telefonnummern und sonstige Werbung tummeln, oder mittels unschöner Badges, wie z.B. die Typen-Bezeichnung, zugemülltes Fahrzeugheck. Da kann die Linienführung der Karosserie noch so gelungen sein, das wirkt imho einfach nicht mehr ansehnlich. Während ich das erstgenannte Problem bei Projekt Kotori unmittelbar nach dem Kauf in Angriff genommen hatte, habe ich mit dem De-Badging länger Zeit gelassen. Denn: Eigentlich wollte ich sämtliche am Heck des M3 angebrachten Badges loswerden, sprich neben dem „Skyactiv“-Logo auf der rechten Seite auch den chromernen „Mazda 3“-Schriftzug zur linken, um ein cleaneres Heck zu bekommen.

Ich kann übrigens seit jeher nicht nachvollziehen, aus welchem Grund jemand auch die Hersteller-Embleme entfernt. Das wirkt auf mich manchmal so, als würde sich dieser Jemand für die Marke, die er fährt, schämen. Ich für meinen Teil mag Mazda und bin eigentlich ganz stolz darauf, in unserer Gegend hier neben all den BMW-, Ford-, VW- und Mercedes-Fahrern als Mazda-Enthusiast zu gelten, der seinen kleinen Mazda 3 Sport hegt und pflegt und im Rahmen von Projekt Kotori in ihn investiert, als hätte er einen Jaguar in der Garage stehen. 😀 Von daher bleiben die beiden „Mazda Schwalben“ (die, wie Enthustasten wissen dürften, eigentlich keine darstellen) an der Front- und Heckpartie wo sie sind! Aber das nur am Rande.

Dann kam nämlich alles einiges anders als gedacht. Nach Rückfrage bei meinem freundlichen Mazda-Händler (fMh) wurde mir allerdings mitgeteilt, dass der „Mazda“-Schriftzug links an mindestens zwei Stellen genietet ist (das „Mazda“ auf jeden Fall zweimal, bei der „3“, bzw. dem im Rest der Welt typischen „Axela“ war er sich nicht ganz sicher, dieser Teil könnte eventuell auch bloß geklebt sein), also nicht mal so eben ohne Beschädigung des Lacks entfernt werden kann. Nach der Entfernung müssten laut Aussagen meines Händlers mindestens zwei Löcher gespachtelt und – der mehrschichtigen Soul-Red-Premium-Metallic-Lackierung geschuldet – der gesamte umliegende Bereich neu lackiert werden, was mir dann doch ein wenig zu sehr aufs Girokonto durchschlagen würde. Ungespachtelt sähe es so aus. Also habe ich mich letzten Endes nur auf den „Skyactiv“-Badge beschränkt. Ich bin zwar durchaus ein Fan der Motoren-Technologie aus dem Hause Mazda, allerdings muss ich deswegen für diese nicht als Litfaßsäule durch die Gegend fahren. 😉

Wie sich ein geklebtes „Mazda Skyactiv“-Badge – und jedes andere geklebte Badge – mit überschaubarem Aufwand unter Zuhilfenahme von einfachen Hilfsmitteln rückstandslos entfernen lässt, steht in meinem folgenden How-To Guide zum Thema De-Badging. Für alle, denen ~1200 Wörter zuviel des Guten sind, gibt’s auch eine deutlich kompaktere Tl;dr-Version.

Disclaimer: Die nachfolgende Anleitung sowie die darin gegebenen Tipps basieren auf eigenen Erfahrungen und wurden nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Befolgung ausdrücklich auf eigene Gefahr; ich übernehme keine Haftung für eventuelle Schäden!

How-To Guide

1. Badge und angrenzende Lackoberfläche säubern
Bevor das Badge entfernt wird, sollte es sowie die angrenzende Lackoberfläche gut gereinigt werden. Dadurch kann man weitestgehend ausschließen, dass beim anschließenden Entfernen eventuell vorhandener grober Schmutz über den Lack gezogen wird, was wiederum unter Umständen höchst unschönen Kratzern verursachen könnte, was in einem Bereich wie der Heckklappe, den man immer wieder von nahem zu Gesicht bekommt, immens ärgerlich wäre. Ob man wirklich nur den Bereich um das zu entfernende Badge säubert oder bei der Gelegenheit gleich den gesamten Wagen, bleibt natürlich jedem selber überlassen.

2. „Mazda Skyactiv“-Badge entfernen
Nun nimmt man ein zirka 30cm langes Stück Zahnseite oder Angelschnur zur Hand, wickelt sich dieses fest um beide Zeigefinger (Vorsicht, nicht schneiden!) und schiebt es an einer Seite hinter das zu entfernende Badge. Nun mit Gefühl durch den i.d.R. 1-2mm dünne Klebeschicht „sägen“, bis das Badge schließlich vollständig abgetrennt wurde. Dabei behutsam Millimeter für Millimeter vorarbeiten, um sich die Lackoberfläche nicht zu beschädigen! Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, dass er sich beim durchtrennen der Klebeschicht keine unschönen Mikrokratzer im Klarlack einhandelt, klebt rund um das zu entfernende Badge großzügig mit Kfz-Kreppband ab. Beim über die gesamte Fläche plan aufliegenden und zudem noch rechteckig gestalteten „Skyactiv“-Logo gelingt einem das behutsame Vorarbeiten natürlich deutlich einfacher als beispielsweise bei einer „C-Klasse“-Typenbezeichnung, die sich aus mehreren einzelnen, lediglich mittels schmaler Übergänge miteinander verbundenen Buchstaben zusammensetzt.

3. Klebereste entfernen
Wurde das Badge komplett entfernt, sieht man sich in der Regel mit einer von hässlichen grau-schwarzen Kleberückständen verunstalteten Lackoberfläche konfrontiert. Nun die Ruhe bewahren und nicht in Panik geraten, auch wenn der Anblick sicherlich kein schöner sein dürfte! 😀 Mithilfe von einfachem Orangenreiniger, wie er unter anderem beim Discounter um die Ecke zu bekommen ist, lassen sich diese Rückstände nämlich binnen weniger Minuten aus der Welt schaffen! Dafür einfach ein wenig Orangen-Reiniger direkt auf die auf der Lackoberfläche noch vorhandenen Klebereste sprühen, ein paar Minuten lang Zeit geben, um den alten Kleber anlösen zu können und anschließend mit einem sauberen Mikofasertuch entfernen. Dabei möglichst vertikalen Wischbewegungen den Vorzug geben und lediglich geringen Druck ausüben! Den Vorgang ggf. wiederholen, wenn beim ersten Durchgang noch nicht alle Kleberückstände angelöst wurden.

Eine Empfehlung hinsichtlich der optimalen Verdünnung des O-Reinigers möchte ich an dieser Stelle nicht geben. Gesagt sei jedoch, dass Orangenreiniger ein sehr effektiver, gleichzeitig jedoch auch sehr aggressiver Reiniger ist (die Effektivität muss ja schließlich irgendwo herkommen), der auf Dauer nicht unbedingt gut zur Lackoberfläche ist. Auf jeden Fall ist es immens wichtig, die gesamte behandelte Fläche im Anschluss mit Iso-Propanol-Alkohol basierenden Reiniger zu behandeln! Dieser IPA-Reiniger ist in der Lage, sämtliche Rückstände des auf Dauer sehr aggressiven Orangen-Reinigers zu entfernen!

Als Alternative zum Orangenreiniger gibt es im Fachhandel auch speziellen Klebstoff-Entferner für den Kfz-Bereich, mit dessen Hilfe die nach dem De-Badging noch vorhandenen Klebereste ebenfalls entfernt werden können. Für extrem hartnäckige Klebereste empfiehlt sich zudem der Einsatz einer speziellen Radierscheibe für den Akkuschrauber/die Bohrmaschine, wobei ich diese ausschließlich Profis empfehlen würde, die wissen wie viel Druck sie ausüben dürfen, um nicht Gefahr zu laufen sich bis zur Grundierungsschicht durch zu radieren, sprich: die jederzeit wissen, was sie tun! 😉

4. Lackfläche polieren
Nachdem das Badge entfernt und sämtliche verbliebenden Kleberückstände restlos entfernt wurden, muss der Lack noch aufpoliert werden, um gegebenenfalls vorhandene Farbunterschiede und die damit verbundenen harten Übergänge zu minimieren und ihn wieder zum strahlen und glänzen zu bringen. Das Problem eines Farbunterschied gibt es insbesondere bei älteren Uni-Lacken, mehrschichtige Metallic-Lacke sind aufgrund ihrer erhöhten UV-Beständigkeit nicht so sehr betroffen. Für solch kleine Flächen lohnt es sich nicht wirklich, die große Poliermaschine raus zu holen. Stattdessen habe ich mal wieder den Sonax P-Ball (siehe meinen Produkt-Test) bemüht, – andere Polierhilfen funktionieren natürlich ebenfalls. Einfach ein wenig mittel-abrasive Politur (z.B. die rote „Sonax Autopolitur“ und/oder „Meguiar’s Ultimate Compound“) auf die Polierhilfe geben und mit kreisenden Bewegungen und etwas ausgeübtem Druck über den Lack gehen. Beim Hochpolieren stets darauf achten, dass auf dem Pad noch ausreichend Politur vorhanden ist, ggf. nachgeben! Dieser Arbeitsschritt ist der mit Abstand zeitaufwendigste, je nachdem wie perfekt das Ergebnis werden soll.

Bei sehr stark verwittertem (Uni-)Lack, wie man ihn z.B. bei einem 10-Jahre-Laternenparker vorfindet, und in Kombination mit einer anfälligen Farbe (weisse und schwarze Lacke dürften meiner Meinung nach im Grunde safe sein) kann es zudem eventuell nötig sein, gleich die komplette Heckpartie sowie die angrenzenden Bereiche (bzw. in eben diese hinein) aufzupolieren. Ansonsten könnten sichtbare Farbübergänge zwischen der alten, unbehandelten Lackfläche und den aufpolierten Bereichen entstehen, die, je nachdem wie trainiert das Auge des Betrachters ist, unter Umständen sehr auffallen.

5. Lack konservieren
Der letzte Schritt besteht im Auftragen eines Schutzes auf die frisch polierte Lackoberfläche. Einige Polituren erledigen dies bereits mit, ich für meinen Teil verlasse mich jedoch nicht darauf und habe selber noch eine Schicht „Meguiar’s Gold Class Carnauba Paste Wax“ (siehe meine Review) plus Versiegelung mit dem superben „Sonax Xtreme Brilliant Shine Detailer“ (siehe meine Review) nachgelegt.

6. Done!
Viel Freude mit der nun deutlich cleanere Optik!

Platzhalter

Tl;dr

1. Badge und angrenzende Lackoberfläche von Verschmutzungen reinigen
2. Klebefläche des Badges mithilfe von Zahnseide durchtrennen
3. Verbliebene Klebereste mit Orangenreiniger/Klebstoff-Entferner anlösen und entfernen
4. Lackfläche polieren, um Farbunterschiede zu minimieren
5. Polierten Lack anschließend mit Wachs und/oder Detailer konservieren/versiegeln

Pro-Tipp: Das entfernte Badge sollte i.d.R. bis auf die zerstörte Klebefläche auf der Rückseite unbeschädigt sein. Wer mag, kann es also aufheben, sicher verstauen und gegebenenfalls wieder anbringen, wenn der Wagen eines Tages mal verkauft werden soll.

Hinweis: Der How-To Guide bezieht sich auf den Mazda 3 BM (Baujahr 2016). Beim neueren BN-Modell dürfte sich hinsichtlich des genieteten „Mazda“-Schriftzugs wohl leider nichts geändert haben.

Empfehlungen

Mit den nachfolgend verlinkten Produkten habe ich gute Erfahrungen gemacht und möchte sie aus diesem Grund an dieser Stelle gerne weiterempfehlen:

Diese Website nutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website wird der Verwendung von Cookies zugestimmt.