Unerwartetes aus den heiligen Hallen von Electronic Arts: Nachdem der traditionsreiche US-Publisher Anfang diesen Jahres von einer Investorengruppe um Silverlake und den saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) übernommen wurde, haben einige verbliebene Angestellte in einem sentimentalen Moment offenbar einen Blick ins Archiv geworfen und sind ganz hinten durch, in einer abgelegenen dunklen Ecke auf eine mit „Origin Systems“ beschriftete Kiste gestoßen. In dieser befanden sich zahlreiche Videospiele aus längst vergangenen Zeiten, darunter legendäre, Genre-definierende Titel wie Richard Garriotts „Ultima“-Rollenspiele sowie die „Wing Commander“-Reihe von Chris und Erin Roberts, die allesamt gut und gerne ein Vierteljahrhundert, manche von ihnen sogar drei Jahrzehnte und mehr auf dem Buckel haben.
Wer Lust hat, über die beinahe schon wieder vor der Türe stehenden Weihnachtsfeiertage ein wenig Videospiel-Geschichte nachzuholen – und sich von der für heutige Verhältnisse oftmals recht unansehnlichen Grafik nicht abschrecken lässt -, kann sich die Games sowie weitere Klassiker aus den EA-Archiven nun in seine Steam-Bibliothek stellen. Die meisten Games sind für unter 5 Euro zu haben, also echte Schnapper!
Ich frage mich, ob der digitale Release auf der Steam-Plattform mit Richard Garriotts Vorhaben, sich 2027 die Rechte an der von ihm erdachten „Ultima“-Spielreihe von EA zurückholen zu wollen, zusammenhängt. Im fernen Jahr 1999 veröffentlicht und für die damalige Zeit extrem ambitioniert, ist „Ultima IX: Ascention“ bis dato der letzte Teil der Reihe. Für den Publisher erwies sich das mit einer riesigen, frei erkundbaren Open-World und detaillierter 3D-Grafik ausgestattete RPG aufgrund schier unzähliger Bugs in der Release-Version sowie der Tatsache, dass es auf den meisten Spielerechnern der damaligen Zeit quasi unspielbar war, als großer kommerzieller Flop. Seither werden das Franchise sowie dessen Schöpfer von EA mit Nichtachtung gestraft.
Wie dem auch sei: Ich hab bei „Ultima IX: Ascention“ und „Privateer 2“ mal zugeschlagen.