Steam Machine: Ein Mittelklasse-PC fürs Wohnzimmer_

Neu          22. Juni 2026          Gaming          5 Min  •  983 Wörter

Seit Valve vergangenes Jahr die Entwicklung einer eigenen Videospiel-Konsole namens „Steam Machine“ in Aussicht gestellt hat, die zudem „im Nebenjob“ ein vollwertiger Linux-PC mit Desktop-Mode und allem Pipapo sein will, fieberte ich gespannt der Ankündigung von System-Specs sowie Verkaufspreis entgegen. Insbesondere der Preis dürfte in Zeiten der globalen Speicherkrise interessant sein.

Heute wurde nun enthüllt: Die sagenumwobene „Steam Machine“ entpuppt sich hinsichtlich der verbauten Hardware als kompakter Gaming-PC der Mittelklasse. Ein sehr stylischer Mittelklasse-PC zwar, aber eben nur ein Mittelklasse-PC. Die Specs gestalten sich wie folgt:

Hardware-Specs

 
CPU
GPU
RAM
VRAM
Festplatte
Standard
AMD Zen 4, 6C / 12T
AMD RDNA3, 28 CUs
16 GB DDR5
8 GB GDDR6 VRAM
512 GB NVMe-SSD
 
Premium
AMD Zen 4, 6C / 12T
AMD RDNA3, 28 CUs
16 GB DDR5
8 GB GDDR6 VRAM
2 TB NVMe-SSD
 
Konnektivität
Betriebssystem
 
WLAN 6E, Bluetooth 5.3, Gigabit-Ethernet
Steam OS 3 (Linux)
 
Abmessungen 16cm (H) x 16cm (B) x 16cm (T)

Bei der Ansicht der obigen Hardware-Specs fällt auf: Beide Versionen der „Steam Machine“ unterscheiden sich lediglich durch die Größe der verbauten NVMe-SSD voneinander, ansonsten sind sie identisch aufgebaut. Wobei, wenn ich ehrlich bin: Die 512 GB Speicherplatz des Standard-Modells sind schon ein wenig arg knapp bemessen, wenn das Ding nicht nur als Konsole, sondern überdies auch als Desktop-PC genutzt wird. Dank eines microSD-Slots, welcher sich an der Front des schicken Würfel-Gehäuses befindet, kann der interne Speicherplatz natürlich in einem gewissen Rahmen erweitert werden. Man muss also nicht zwingend zum hochpreisigeren Modell greifen, nur weil dieses von Haus aus mehr Speicherplatz sein Eigen nennt. Wer eine Micro-SD-Speic herkarte rumliegen hat, die genugend Platz bietet für ein paar Spiele, kann auch diese hernehmen und ist good to go. Ansonsten verfügen beide Modelle über den gleichen Zen4-Prozessor und die gleiche RDNA3-Grafikeinheit von AMD, denselben 16 GB großen Arbeitsspeicher und dieselben 8 GB an VRAM, was im Jahr 2026 ebenfalls recht knapp bemessen ist.

Sowohl das Standard-Modell als auch die Premium-Variante der „Steam Machine“ werden jeweils ohne Controller ausgeliefert, was ich absolut nicht nachvollziehen kann. Nicht mal für eine abgespeckte Version des Steam-Controllers, dessen Herstellung jetzt auch nicht die Welt kosten kann, hat es gereicht. Einer Videospiel-Konsole (auch wenn sie als PC vermarket wird) sollte stets ein Controller beiliegen. Wer einen solchen benötigt, muss mit einem Aufpreis in Höhe von knapp 70 Euro rechnen. Es dürfte allerdings auch möglich sein, beispielsweise einen Sony DualSense, einen Xbox-Controller oder ein Gamepad eines anderen Herstellers anzuschließen. Nur ein kabelloser Betrieb, wie er etwa im Wohnzimmer optimal wäre, weil man ja für gewöhnlich dann doch etwas weiter vom TV entfernt auf der Couch sitzt, wird wohl so ohne Weiteres nicht möglich sein.

Als Betriebssystem kommt derweil Steam OS zum Einsatz, eine für Gaming optimierte Linux-Distribution, die von Valve Software entwickelt und schon auf dem „SteamDeck“-Handheld des Unternehmens genutzt wird. Dank Proton, einer von Valve in Zusammenarbeit mit CodeWeavers realisierten Weiterentwicklung des Kompatibilitäts-Tools „Wine“, können unter Steam OS (und anderen Linux-Distros) PC-Spiele ausgeführt werden, die ursprünglich für Microslop Windows entwickelt wurden. In der Regel laufen Spiele ähnlich performant wie unter Windows.

An der Zubehör-Front sind offenbar u.a. spezielle Face-Plates geplant, mit denen die kleine „Steam Machine“ optisch an den eigenen Geschmack angepasst werden kann.

Wie die US-Website „IGN“ berichtet, hatte Valve ursprünglich mit einem Verkaufspreis von knapp 750 Euro kalkuliert. Die Differenz in Höhe von knapp 300 Euro zum nun angekündigten Verkaufspreis in Höhe von 1.039 Euro für das Standard-Modell dürften der eingangs erwähnten Speicherkrise geschuldet sein.

Ersteindruck

Das Positive vorneweg: Wie oben geschrieben, finde ich die Optik der „Steam Machine“ extrem sexy. Ein kleiner kompakter anthraziter Würfel mit einer Seitenlänge von 16cm und einer – ein wenig aus der Zeit gefallenen – horizontalen LED-Bar an der Front, der quasi überall im Haus, bzw. in der Wohnung platziert werden kann und qua seines minimalistisch gehaltenen Äußeren quasi nicht unpassend oder fehl am Platz wirken kann. – Toll!

Mit der verbauten Hardware verhält es sich da ein wenig anders: Da wüsste ich grad nichts, was mich da irgendwie vom sprichwörtlichen Hocker hauen sollte. Außer vielleicht die Tatsache, dass das Standard-Modell der „Steam Machine“ mit gerade einmal 512 GB Speicherplatz für Spiele, Steam OS, Apps und Dateien aufwarten kann. In Zeiten, in denen ein sogenanntes Triple-A-Game schon mal mit 150 GB und mehr an zu installierenden Daten daher kommt, ist das schon ziemlich knapp bemessen. Im Großen und Ganzen ist die „Steam Machine“ ohne zu über- oder untertreiben ein Mittelklasse-Gaming-PC, der die meisten aktuellen PC-Spiele in 1080p/60 bei Hohen aber wohl eher nicht sehr hohen oder komplett hochgedrehten Grafikeinstellungen gehandelt bekommen sollte. Bin sehr auf die ersten Benchmarks von Digital Foundry, Gamers Nexus und Co. gespannt!

Die nun bekannt gewordenen ernüchternden Hardware-Specs der „Steam Machine“ sagen mir übrigens, dass Valve für die absehbare Zeit von sagen wir anderthalb bis zwei Jahren nicht mit einer „Next Gen“-Konsole der Konkurrenz aka PlayStation 6 und Xbox „Project Helix“ rechnet. Ansonsten sähe die verbaute Hardware höchst wahrscheinlich ein wenig anders aus.

Ich prophezeie der „Steam Machine“ einen soliden Verkaufserfolg, aber ein Herausforderer für PlayStation und Xbox ist das weiß Gott nicht. Wirklich interessant wird aber sowieso erst das Nachfolgemodell, das dann wohl in zwei bis drei Jahren pünktlich zur nächsten Konsolen-Generation auf den Markt kommen und auch in direkte Konkurrenz zur Hardware von Sony und Microsoft treten wird. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass Valve sich dauerhaft als Hardware-Anbieter für Casual-Gaming á la Nintendo positionieren will…

Update, 23. Juni 2026
Laut dem YouTube-Channel „Gamers Nexus“ entspricht die in der „Steam Machine“ verbaute Grafikkarte von der Leistung her einer AMD RX 7600, wobei diese sogar einen Ticken leistungsstärker ist. Beim Prozessor handelt es sich um eine in Zusammenarbeit mit AMD entwickelte Semi-Custom-CPU, die mit einem Ryzen 5 7400F vergleichbar ist.

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