Auf meiner Quest, eine kompakte Tastatur für meinen Linux-Gaming-PC zu finden, habe ich mir – nach der „Logitech G512 X“ im vergangenen Monat (siehe meine Review), die sich leider letzten Endes als Reinfall entpuppt hat – nun eine weitere Tastatur, namentlich die „Ducky One 3 Mini“ angeschaut.
Das taiwanesische Brand „Ducky“ hat sich mit der gebotenen Herstellungsqualität seiner Tastaturen, die wie ich finde über der vieler großer Brand angesiedelt ist, weltweit einen Namen gemacht. Zudem ist die Marke bekannt für die Möglichkeit, die Hardware spielend leicht optisch an seine persönlichen Vorlieben anpassen zu können: Angefangen mit den Key-Caps, über das genutzte USB-Kabel bis hin zu den verwendeten Switches, die nach Lust und Laune ausgetauscht und durchgewechselt werden können. Was mir als Linux-User ebenfalls gefällt: Wie alle Tastaturen des Herstellers kommt auch die „Ducky One 3 Mini“ ohne zwingend zu installierendes Software-Tool aus. Via USB-Kabel mit dem Computer verbunden, lassen sich Makros und RGB-Effekte bequem per Tastenkommandos einstellen und verwalten.
Wie sich die „Ducky One 3 Mini“ im zweiwöchigen Test in zahlreichen Gaming- und Produktiv-Szenarien geschlagen hat, klärt meine ausführliche Produkt-Review.
Review
Als mir der Paketbote das Paket mit meiner neuen „Ducky One 3 Mini“ in die Hand drückte, dachte ich ganz erstaunt bei mir: „In dieses kleine Paket passt eine ganze Tastatur rein?!“ Dann fiel mir wieder ein: Kompakt sollte sie sein, klein und handlich, damit ich auf dem Schreibtisch neben meinem Case, Monitor-Setup-up, Digital-Drawing- und Streaming-Equipment endlich wieder ein wenig mehr Platz habe. Ich öffnete den Karton und warf einen Blick hinein. Neben der bestellten „Ducky One 3 Mini“ lag darin diverses Zubehör wie alternative Key-Caps, eine Key-Cap-Zange sowie ein kleiner Greifer, mit dessen Hilfe sich die eingesetzten Key-Switches entfernen lassen, sowie ein rund anderthalb Meter langesMini-USB-Kabel, um die Tastatur mit dem Computer verbinden zu können. Überdies wurden von Ducky mehrere Aufkleber und eine mehrsprachige Betriebsanleitung beigelegt.
Die Tastatur selbst wurde mit einer weichen Schutzfolie umwickelt, um sie vor Beschädigungen zu bewahren. Darüber hinaus wurden die Tasten mit einer durchsichtigen Plastikabdeckung versehen, die sich ohne Weiteres auch weiterhin nutzen lässt, etwa um die Zwischenräume der einzelnen Tasten vor Staub und sonstigen Verschmutzungen zu schützen.
Die eigentliche „Ducky One 3 Mini“ ist, wie eingangs erwähnt, kompakt. Es handelt sich um eine sogenannte 60%-Tastatur, welche Maße von ???cm (Länge) x ???cm (Tiefe) x ???cm (Höhe), insgesamt 61 Tasten (QWERTZ-Layout) und eine stylish anzusehende RGB-Hintergrundbeläuchtung ihr Eigen nennt. Die Key-Caps bestehen aus schwarzem, leicht aufgerautem Plastik, Buchstaben, Zahlen und Symbole sind transparent gehalten, so dass das Licht der RGB-Beleuchtung durchscheinen kann. EIne Besonderheit ist die Gestaltung der Leertaste: Auf dieser prangt ein Motiv aus dem chinesischen Mondkalender. Welches Motiv genau hängt davon ab, in welchem Jahr die Tastatur hergestellt wurde; eine freie Wahl ist indes leider nicht möglich. Auf der Leertaste meiner „Ducky One 3 Mini“ ist ein Tiger zu sehen, was mir sagt, dass die Tastatur im Jahr des Tigers 2022 produziert wurde.
Auch das restliche Gehäuse der Tastatur wurde vollständig aus Plastik gefertigt, was ich der „Ducky One 3 Mini“ jedoch im Unterschied zur vor ein paar Wochen rezensierten „Logitech G512 X“ (siehe meine Review) nicht übel nehme. Die Ducky wirklt deutlich stabiler, was auch auf ihre Kompaktheit zurückzuführen sein dürfte. Das Tastatur-Gehäuse ist starr, lässt sich nicht verwinden und auch während längerer Schreibarbeiten gibt die Tastatur – im Unterschied zur erwähnten Konkurrenz aus dem Hause „Logitech“ – keinerlei Knacklaute oder sonstigen Geräusche von sich, die den sehr guten Gesamteindruck mindern könnten.
Überhaupt, das Schreib- und Tippgefühl: Mir gefällt sehr, wie sich die „Ducky One 3 Mini“ beim Tippen von Texten und Code anfühlt. Obwohl es sich, wie nun bereits mehrfach erwähnt, um eine sehr kompakt dimensionierte Tastatur handelt, besitzen die einzelnen Tasten ausreichend Fläche und Grip, um auch von Menschen wie mir, die über größere Hände verfügen, jederzeit problemlos bedient werden zu können. Die verbauten „MX-Silver-Switches“ der Marke Cherry nennen zudem einen für mein Empfinden angenehmen Druckpunkt und einen perfekten Anschlagsweg ihr Eigen, was sich sowohl beim Zocken als auch während längerer Schreibarbeiten gut anfühlt. Die Tasten klingen schön satt und nicht zu laut, das Gehäuse schön massiv und ausdrücklich nicht hohl oder nach billigem Kunststoff wie so manch vergleichbares Produkt aus der Kompaktklasse.
Woran man sich auf jeden Fall nach dem Umstieg auf eine 60%-Tastatur wie die rezensierte „Ducky One 3 Mini“ auf jeden Fall gewöhnen muss, ist der Umstand, dass so ziemlich jede einzelne der insgesamt 61 verbauten Tasten – mit Ausnahme von Leertaste, Enter und R-Shift – mindestens doppelt, die meisten sogar dreifach belegt sind. So liegt auf der Taste „1“ etwa die Zahl 1, wird zusätzlich Shift betätigt, wird aus der 1 ein „!“, wird zudem noch die Functions-Taste (FN) gedrückt und gehalten, wird die Taste „1“ stattdessen als „F1“ registriert, denn die Tastatur verfügt über keine dedizierten F-Tasten. Stattdessen kann die Funktionalität sämtlicher F-Tasten nur über Tastatur-Kommandos abgerufen werden. Weiteres Beispiele für zu lernende Kommandos: Um die Taste „Einfügen“ zu drücken, muss abermals erst die Functions-Taste gedrückt gehalten und anschließend die Taste „I“ betätigt werden, Entfernen liegt auf „FN + Return“, die vier Pfeiltasten auf „FN + L / , / . / -„.
Die „Ducky One 3 Mini“ verfügt außerdem über eine Makro-Funktionalität. Eigene Makros können binnen weniger Sekunden angelegt werden. Wie genau das geht, kann der beigelegten Anleitung entnommen werden.
Alles in allem schreibt es sich auf der kleinen kompakten „Ducky One 3 Mini“ ausgesprochen angenehm. Wer indes einen leicht anderen Anstellwinkel der Tasten benötigt, wird sich freuen zu hören, dass die Tastatur über ausklappbare Füßchen verfügt, die nicht nur einen festen Winkel kennen, sondern derer zwei. Allerdings muss ich sagen, dass der steilste Winkel für meinen persönlichen Geschmack etwas zu viel des Guten ist. Den mittleren oder einfach nur die plan auf der Schreibtischplatte aufliegende Tastatur empfinde ich indes als angenehm. Aber ich bin mir sicher, dass auch der steilste Winkel seine Fans finden wird.
So gar kein Fan bin ich indes von der Qualität der im Lieferumfang enthaltenen Key-Caps. Genauer gesagt wie diese bedruckt worden sind. Ja, Hersteller Ducky hat sich – anders als etwa Logitech – die Mühe gemacht, die Tasten komplett deutschsprachig zu gestalten. Die Tastatur nennt als „STRG“, „ALT Gr“, „Bild hoch/runter“, D“ruck“ und „Einfg“ und Co. ihr Eigen. Allerdings sind viele Buchstaben an Konturen ausgefranst oder das Licht der RGB-Beleuchtung scheint nur ungleichmaßig hindurch. Insbesondere bei einigen Buchstaben und Zahlen ist dies der Fall. Wer in dieser Hinsicht eher pingelig ist, dürfte einigen Grund zum Meckern finden.
Die RGB-Beleuchtung der „Ducky One 3 Mini“ ist für meine Begriffe mit das Beste, was mir bis dato bei Tastaturen untergekommen ist: Die Farben sind brillant, die Leuchtintensität super-intensiv, die Übergänge von einer Farbe in die nächste wunderbar fließend. Ein unschönes da gegebenenfalls ablenkendes Stottern oder Flackern der einzelnen LED-Leuchteinheiten findet ausdrücklich nicht statt, was ein ziemliches Upgrade zu meiner bisherigen Tastatur, einer „Vulkan Pro“ aus dem Hause Roccat (inzwischen Turtle Beach) darstellt.
Wie schon die Erstellung und Verwaltung der Makros, läuft auch die Konfiguration der RGB-Beleuchtung vollständig über Tasten-Kommandos ab, die entweder gelernt oder zumindest irgendwo griffbereit notiert werden wollen. Per gleichzeitigem Tastendruck auf FN + ALT + T kann zwischen mehreren Leuchtmodi gewechselt werden. Zur Auswahl stehen dabei Klassiker wie der berühmte Regenbogen, Farbübergänge, Regentropfen, Verläufe sowie die Möglichkeit, eigene RGB-Farbwechsel zu kreieren oder – für all jene, die es lieber etwas spartanischer bevorzugen – auch nur eine konstante Hintergrundfarbe festzulegen.
Alles in allem ist das RGB-Feature gut gelungen, wenngleich die Auswahl an verschiedenen Leuchtmodi vielleicht etwas größer sein könnte. Blöd: Ich habe bis dato eine App namens OpenRGB benutzt, um die Beleuchtung von Tastatur, Maus, GPU, Arbeitsspeicher, Mainboard, etc. aufeinander abzustimmen. Leider wird die „Ducky One 3 Mini“ von der App nicht erkannt und steht demnach auch nicht als konfigurierbares Gerät zur Verfügung.
Wie eingangs dieser Produkt-Review erwähnt, kommt die „Ducky One 3 Mini“ mit einigem Zubehör im Gepäck, worunter sich u.a. diverse alternative Key-Caps und das zum Wechsel benötigte Werkzeug befinden. So kann beispielsweise die Leertaste mit dem Tigermotiv (siehe Foto oben) durch eine komplett schwarze ohne Design-Element ersetzt werden. Da ich jedoch einst im Jahr des Tigers das Licht erblickte, habe ich mit dem wirklich gelungenen Design der Leertaste keinerlei Probleme. Auch für die Tasten „Enter“, „Return“ und „Escape“ finden sich andersfarbige Alternativen. Wer mag, kann darüber hinaus die Key-Caps der Tasten „W“, „A“, „S“ und „D“ durch solche mit aufgedruckten Pfeilen ersetzen.
Ebenfalls dem Karton beigelegt wurde ein USB-Kabel, welches es auf eine Gesamtlänge von 1,5 Metern bringt, was mehr als ausreichen sollte, um es mit einem freien USB-Anschluss am PC zu verbinden. Zwar handelt es sich nicht um ein billiges Plastikkabel, sondern um ein gesleevtes. Allerdings macht es nichtsdestotrotz nicht den hochwertigsten Eindruck. Keyboard-Enthusiasten werden das mitgelieferte Kabel aber mit Sicherheit sowieso durch ein hochwertiges, ansehnlicheres ersetzen.
Fazit
Ganz egal, ob nun beim Schreiben längerer Texte, Coden von Spiele- und Web-Projekten oder ganz einfach beim Zocken, – die „Ducky One 3 Mini“ macht in jedem Einsatzszenario eine ausgesprochen gute Figur! Diese 60%-Tastatur verbindet ultra-kompakte Maße mit einem ansehnlichen Design, sehr guter Handhabung und einer tollen RGB-Beleuchtung. Sie wirkt hochwertig und bringt genau den richtigen Grad an Customization mit, um sie auch für Enthusiasten interessant zu machen.
Bedenken sollte man jedoch, dass diese Tastatur hinsichtlich der gegebenen Dreifachbelegung vieler Tasten sowie der zu lernenden Tasten-Kommandos eine gewisse Lernkurve ihr Eigen nennt, die gemeistert werden will, wenn man ihr volles Potenzial ausschöpfen möchte.
Alles in allem eine tolle kompakte Tastatur, die ich guten Gewissens empfehlen kann!




