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In Memoriam SynchroWorld.de   2004 - 2008
InaiMathi.de - Interviews mit den deutschen Stimmen der Hollywood-Stars

Interview mit Marieke Oeffinger

SynchroWorld.de
Marieke, erst einmal freue ich mich persönlich wirklich sehr, dass wir unsere Interview-Reihe “Die deutschen Stimmen der Hollywoodstars” Dank dir fortsetzen können. Eine würdigere Interview-Partnerin hätten wir nicht finden können!

Marieke Oeffinger
Vielen lieben Dank! Ich freue mich auch sehr.

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Als Anlass haben wir uns den Kinostart von Disneys zauberhaftem Fantasyfilm “Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia” ausgesucht. Du bist erneut als Synchronstimme von Anna Popplewell in der Rolle der “Susan” zu hören. Was war das für ein Gefühl, nach knapp drei Jahren wieder in einer solchen Produktion wie “Narnia 2″ sprechen zu dürfen?

Marieke Oeffinger
Es war schon ein seltsames Gefühl. „Der König von Narnia“ war damals meine erste große Kinohauptrolle. Ich saß damals total unentspannt im Kino, weil ich das erste Mal meine Stimme im Kinosaal gehört hab und doch einige Kritikpunkte an meiner Leistung hatte. Seitdem ist viel Zeit vergangen, ich habe viele große Projekte gemacht, sehr viel mehr Erfahrung sammeln können. Es war schon ein tolles Gefühl, dann genau zu dieser Rolle zurück zu kommen. Und Susan hat sich seitdem ja auch gewandelt. Ist weicher und gefühlvoller geworden. Ausserdem war es schön wieder mit Dietmar Wunder zu arbeiten.

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Erzähle unseren Lesern doch bitte etwas über die Synchronarbeiten. Zeichnete erneut dasselbe Team um Dietmar Wunder verantwortlich?

Marieke Oeffinger
Ja, das Team war wieder das selbe wie im ersten Teil. Über die Synchronarbeit kann ich natürlich leider nur soviel erzählen, wie es mich auch betrifft. Wer den Film sieht, dem wird auffallen, dass Susan nicht so viel spricht. Ich war von daher also nur einen halben Tag im Studio. Da die Pevensie Kinder und Aslan feste Stimmen hatte musste auch keiner von uns ins Casting, was sonst in einer Produktion von der Größe fast immer der Fall ist. Ich wurde von der Aufnahmeleiterin angerufen und bekam meinen Termin. Es war toll Dietmar wieder zusehen, da er ja meist in Berlin ist. Ich durfte mir vorm Studio schon mal ein paar Szenen anschauen. Allerdings nur, wie im Studio auch, in schwarz/weiß, pixelig und mit Wasserzeichen. Eine Sicherheitsmaßnahme von Disney. Leider spricht Susan wie gesagt nicht so viel, so dass ich schnell fertig war. Aber es war schön „nach Narnia zurück zukehren“. Schade nur, dass Susan das im nächsten Teil nicht mehr tun wird.

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Am 22. Juli fand im Rahmen der Kaltenberg-Festspiele die Deutschland-Premiere von “Prinz Kaspian von Narnia” statt. Und auch ihr deutschen Sprecher mitsamt des Synchronteams wart da. – Eine schöne Erfahrung?

Marieke Oeffinger
Es war einfach grandios! Disney hat ein wirklich schönes Event gezaubert. Ich hatte mich sehr gefreut als ich die Einladung bekam. Ich war mit meiner Familie da und durfte über den roten Teppich an der ganzen Presse vorbei laufen. Mein absolutes Highlight war es gewesen mit Anna zu sprechen. Kurz bevor es los ging kamen Anna und William nach ihren ganzen Interviews noch ins VIP Zelt zum Essen. Ich war gerade auch noch da und bin zu ihr hin. Sie saß mit ihrer Mutter, ihrer Oma und William am Tisch. Ich hab ihr gesagt, dass ich ihre deutsche Stimme bin und sie hat sich sehr gefreut. Sie fand alles sehr spannend wie Synchron funktioniert und wir haben uns sehr nett unterhalten. Dann haben ihre Mutter und meine Schwester noch Fotos gemacht. Da Johannes und die anderen schon in der Arena waren gab es dann dort noch ein Foto von uns vieren.

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Für all jene, die leider nicht das Glück hatten, live dabei zu sein: Schildere uns doch bitte den Premierenabend aus deiner Sicht.

Marieke Oeffinger
Der Abend ging um 18:30 los. Ab da strömten die Leute in die mittelalterlich Kulisse von Schloss Kaltenberg. Die Location war wirklich perfekt ausgesucht. Für mich war es der erste Besuch da und ich fand es toll über den Mittelaltermarkt zu schlendern und alles anzuschauen. Auch wenn ich in meinem Seidenkleid und den hohen Schuhen nicht ganz angemessen (für die Kulisse!) gekleidet war. ;) Für alle geladenen Gäste gab es ein VIP Zelt mit einem sehr leckeren Catering. Hier hab ich dann auch all meine Kollegen und viele Leute von der FFS getroffen. Es gab sogar auch eine mittelalterliche Band! Dann hatte ich die einmalige Chance mit „meiner“ Schauspielerin Anna zu sprechen und Fotos zu machen. Als es dann so langsam dunkel wurde sind wir auch in die Arena gelaufen. (Wir haben noch ein Foto mit William, seiner deutschen Stimme Johannes, Anna und mir gemacht.) Es war grandios! Ca. 8000 Leute in den Rängen und direkt in der Arena und eine 230 qm große Leinwand. Ich saß in der Nähe von Johannes, seinem Bruder Roman (Jaqueline Belle und Gaby Pietermann waren auch dabei) und Leslie Vanessa (Stimme von Lucy), Tobias (Stimme von Edmund) und ihren Familien. Nach der Ansprache vom Disney Chef, Prinz Poldi und einem Interview mit Anna und William gab es noch eine Stunteinlage, wohl ein Ausschnitt aus der Show, die sonst dort läuft. Daraufhin folgte ein riesiges Feuerwerk, dass direkt in ein Feuerwerk auf der Leinwand überging. Und dann ging´s los. Zum Glück hielt das Wetter das ganze Event über. Es war einfach Wahnsinn. Ich hab noch nie einen Film auf einer so großen Leinwand gesehen und auch noch nie mit so vielen Menschen. Wenn 8000 Leute fast gleichzeitig reagieren ist das schon ein Kinoerlebnis der besonderen Art. Wir hatten viel Spaß und ich finde die Synchronisation grandios. Leslie Vanessa, die einzige die nicht im ersten Teil gesprochen hat, hat Lucy wirklich eine ganz zauberhafte Stimme verliehen und es grandios gemacht. Auch wenn es zu späterer Stunde recht kühl wurde war es ein wunderschöner Abend.

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Auch die Hauptdarsteller William Moseley und “deine” Anna Popplewell waren bei der Premiere anwesend. Bestand eigentlich die Möglichkeit, sich als deutscher Sprecher mit ihnen ein wenig auszutauschen, oder haben anderweitige Verpflichtungen diese Chance zunichte gemacht?

Marieke Oeffinger
Ich hab mich wie gesagt im VIP Zelt mit Anna schon unterhalten und als ich dann in der Arena mit Johannes noch mal vorne war haben sich auch die beiden noch unterhalten. Anna und William sind sehr nett und haben sich gefreut mit zu reden. Natürlich war immer Presse da und irgendwann wurde gedrängt, weil der Film ja anfangen sollte, aber sie haben sich wirklich Zeit genommen.

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Wie haben die beiden auf ihre deutschen Stimmen reagiert? Ich nehme doch stark an, dass der Film in der deutschen Fassung gezeigt wurde…

Marieke Oeffinger
Natürlich wurde der Film auf deutsch gezeigt. Leider weiß ich aber nicht, wie es ihnen gefallen hat, da wir die beiden später nicht mehr gesehen haben. Die haben ja auch einen vollen Terminkalender und musste wieder zurück.

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Apropos deutsche Fassung: Schaut sich Marieke Oeffinger den Vorgänger eigentlich lieber im Original oder in deutscher Synchronisation auf DVD an? Und: nein, Eitelkeit werfen wir niemandem vor… ;-)

Marieke Oeffinger
Ich muss zugeben, obwohl ich die DVD habe, hab ich mir den Film bisher nur im Kino (und da auf deutsch) angeschaut. Aber generell schaue ich mir sehr gerne deutsche Fassungen an. Ist ja schließlich mein Beruf. ;) Mittlerweile kann ich mir auch meine Synchros entspannter anschauen als Narnia Teil 1.

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Ein Blick in deine Vita legt die Vermutung nahe, dass das Thema Schauspielerei schon früh in deinem Leben eine gewichtige Rolle gespielt haben muss. Richtig oder meilenweit daneben getippt?

Marieke Oeffinger
Völlig richtig. Das fing schon in der Grundschule an, dass ich immer in der Theatergruppe war. Meine Eltern sind beide nicht in der Branche tätig gewesen. Ich hatte das Glück, dass ein Freund meines Vater, der Schauspieler und Sänger ist, meine Schwester und mich künstlerisch sehr gefördert hat. Durch ihn konnte ich meiner Begeisterung für´s Theater auch das Handwerk zufügen. Er hat mir schon während der Schule Sprechtechnik, Rollenstudium und Stimmbildung unterrichtet. Die Grundlagen für alles was ich heute mache.

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Und dann wäre da natürlich noch das Musical… – eine zweite Leidenschaft von dir?

Marieke Oeffinger
Musical ist ein besondere Art des Theaters, die ich sehr liebe. Die Kombination aus Schauspiel und Gesang ist einfach sehr berührend. Meine Schwester hat sich allerdings mehr auf Musical spezialisiert und war für die Ausbildung auch in Wien auf der Schule.

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Schlussendlich bist du jedoch Dank deiner einzigartigen Stimme in der Synchronbranche “hängen geblieben”. Wie kam es dazu?

Marieke Oeffinger
Ich hab nach einem etwas verunglückten Versuch an der Uni zu studieren in München eine Medienschule besucht. Da gab es auch ein Fach „Synchron“ und für die Aufnahmeprüfung musste ich das erste Mal vor´s Mikro. Ich habe mich wohl recht gut angestellt, denn Peter Woratz, mein späterer Dozent, hat mich auf Grund des Castings schon in einer seiner Produktionen eine kleine Rolle sprechen lassen. Ich hab dann bei ihm alles wichtige gelernt und die Synchronbranche kennen gelernt. Er hat mich auch am Anfang sehr gefördert und mir geholfen in München Fuß zu fassen. Dank eines guten Gefühls für Melodik und Rhytmik ist mir Synchron recht leicht gefallen. Ausserdem hat es mir viel Spaß gemacht, so dass ich beschloss durch diese Tür, die sich mir öffnete, auch zu gehen und ich hab mich erstmal darauf konzentriert. Diesen Spaß hab ich immer noch.

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Was fasziniert dich am Thema Synchron?

Marieke Oeffinger
Es ist eine ganz andere Arbeit als auf der Bühne oder vor der Kamera, wobei die Grundlagen die selben sind. Beim Synchron sind dir alle optischen Ausdrucksformen genommen, du kannst Emotionen nur mit der Stimme transportieren. Ausserdem hast du immer eine „Vorlage“, eine Schauspierlerin, deren Spiel du bedienen musst. Das legt dich auf der einen Seite fest, auf der anderen Seite eröffnet es aber auch Möglichkeiten. So spreche ich immer noch Teenies, aber auch junge Frauen bis 30. Ich hab sogar mal für 2 Sätze einer ca. 65jährigen meine Stimme geliehen. :) Ich spreche blonde Cheerleader, brünette psychisch angekackste Freaks, aber auch Farbige. Da sind also auch durchaus Rollen dabei, für die ich selber im Film schon vom Typ her nie besetzt werden würde. Und dann kommen natürlich noch meine Zeichentrickfiguren dazu, die in der Gestaltung noch mehr Spielraum lassen.
Das ständige Springen in verschiedenste Rollen macht das ganze sehr abwechslungsreich.

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Wie hat man sich als Außenstehender einen typischen Arbeitstag von dir vorzustellen?

Marieke Oeffinger
Da ich freiberuflich und projektbezogen arbeite ist bei mir jeder Tag anders. Aber der Ablauf ist doch immer ähnlich. Ich bekomme von den Aufnahmeleitern erst Optionen für eine Produktion und dann einige Tage vorher meine endgültigen Termine. Wenn ich im Studio bin schau ich mir erst mal die Dispo an, auf der steht wer das Team ist, welcher Film/welche Serie gemacht wird, wie meine Rolle heißt, wie viele Takes ich habe und ob ich vielleicht sogar mit Kollegen gemeinsam im Studio bin. Bevor´s dann los geht erzählt der Regisseur worum es in dem Film geht und gibt möglichst viele Infos über die Rolle. Im Studio schau ich mir dann Take für Take an, lerne meinen Text und versuche die Rolle so gut wie möglich zu erfassen und zu gestalten. Gemeinsam mit Regie, Tonmeister und Cutterin wird dann solange daran gearbeitet bis es passt. Wenn ich Glück habe bin ich mit nem Kollegen oder ner Kollegin im Studio, denn da kann sich natürlich ein Spiel untereinander viel besser entwickeln. Wenn wir uns dann durch alle Takes gearbeitet haben kommt es drauf an, ob ich noch weitere Termine habe. Dann kann es sein, dass ich vom Horrorfilm zur Kinderzeichentrickserie und dann zu einem Liebesfilm fahre. Diese Schizophrenie macht den Beruf ja so reizvoll. ;) Man muss sich innerhalb kürzester Zeit auf eine komplett neue Rolle einlassen können. Zwischendurch ist das Handy der treue Begleiter. Neue Anfragen oder Termine.

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Wo liegen die Unterschiede zwischen der Schauspielerei, Synchron und meinetwegen dem Bereich Musical was die individuelle Vorbereitung angeht?

Marieke Oeffinger
Ich hatte ja vorhin schon erwähnt, dass einer der größten Unterschiede darin besteht, dass man im Synchron nur seine Stimme zur Verfügung hat um Emotionen zu transportiere. Hinzu kommt, dass man für Schauspiel immer eine längere Vorbereitungszeit hat. Im Theater und auch beim Musical gibt es eine längere Probenzeit in der die Rolle erarbeitet wird, um eine Vorstellung auf die Bühne zu bringen, die ja dann auch komplett, am Stück, gespielt wird. Hier hat man Zeit sich mit allen Facetten und Eigenschaften, sowie der Geschichte der Figur, die man verkörpert, auseinander zu setzten und dann auch den kompletten Text zu lernen. Bei Film/Fernseh ist das schon wieder anders. Da hat man auch längere Zeit zur Vorbereitung, die Proben fallen kürzer aus und man dreht ja nur einzelne Szene, so dass man sich noch mal gezielter einstellen kann. Im Synchron bekomme ich meine Texte erst im Studio wenn ich die Szene sehe. Dann muss ich den Text ganz schnell lernen, um ihn nach dem Take wieder zu vergessen und den nächsten zu lernen. Das verlangt ein unheimlich schnelles Einfühlungsvermögen und Erfassen einer Situation. Da kann man bei einer dramatischen tränenreichen Szene sich nicht ewig Zeit lassen um das Gefühl aufzubauen. Muss man diese Gefühle schnell aufrufen können. Das erfordert Handwerk, denn es müssen ja auch noch authentisch rüberkommen.

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Für welchen Bereich würdest du dich entscheiden, wenn du vor die Wahl gestellt werden würdest? – Schauspiel, Synchron oder Theater / Musical?

Marieke Oeffinger
Das wäre definitiv Schauspiel. So sehr mir Synchron Spaß macht, aber beim Schauspiel kann ich mich komplett einbringen. All meine Vorstellungen, Aspekte, Charakteristika. Ich bin diejenige, die eine Rolle gestaltet. Wobei Schauspiel und Theater/Musical für mich keine Trennung ist.

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Würdest du sagen, dass Synchronschauspieler es schwerer haben als jene Darsteller, die “nur” vor der Kamera oder auf der Bühne agieren?

Marieke Oeffinger
Kommt drauf an wie du „schwerer“ definierst. In welcher Hinsicht?
Ein Aspekt ist sicher, dass man als Synchronschauspieler icht wahrgenommen wird, was für einen Künstler natürlich immer zwiespältig ist. Eine gute Synchronisation zeichnet sich dadurch aus, dass man vergisst, dass es eine Synchronisation ist. Dass also die eigene Leistung komplett einem anderen zugewiesen wird. Das kann schon schwer sein.
Ich finde es ist eine sehr schöne Erweiterung des eigenen Spektrums.

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Auf jeden Fall stehen hierzulande die Sprecher deutlich hinten an, was die Aufmerksamkeit in den althergebrachten Medien betrifft. Ein Umstand, der es wert ist geändert zu werden. Nur wie?

Marieke Oeffinger
Das ist natürlich eine Tatsache die nicht so schön ist. Ändern könnte man es, wenn zum Beispiel am Ende der Filme die Sprecher angegeben werden würden und diese in den Medien immer mal auch wieder erwähnt werden würden. Allerdings hätten wir damit wieder den Aspekt der Illusion. Man soll ja nicht sehen, dass ein Film synchronisiert wurde. Im Idealfall sollte es nicht auffallen. Es ist halt eine Arbeit im Dunklen. Und das wörtlich und im übertragenen Sinn.

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Die obligatorischen Fragen zum Schluss:
In welchem Studio hältst du dich immer wieder gerne auf?

Marieke Oeffinger
Um ehrlich zu sein fällt mir hier in München kein Studio ein, in dem ich nicht gerne bin. Das liegt auch daran, dass es eine überschaubare und doch irgendwie familiäre Branche ist. Wenn ich 3 Studios angeben sollte, wäre es die Scala Media, die FFS und die Cinema Factory.

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Welchem Hollywoodstar würdest du gerne einmal deine Stimme leihen und – ganz wichtig! – in welchem Genre?

Marieke Oeffinger
Wenn da nicht der Altersunterschied wäre würde ich sagen: Julia Roberts und Andy McDowell. Aber für die beiden bin ich zu spät geboren. ;)
Wer mir sehr viel Spaß gemacht hat waren: Alison Lohman, Anna Popplewell, Margarita Levieva und Emily Osment.
Am liebsten sind mir natürlich Filme, in denen meine Rolle eine Entwicklung durchmacht, in der es Dramatik, Romantik, Komik gibt. Du siehst, am liebsten die ganze Palette.
Ich mag zum Beispiel auch sehr gerne schöne französische Filme.

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Deine Lieblingssynchronarbeiten bisher sind…?

Marieke Oeffinger
Flicka, The Invisible, Narnia, The Tudors

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Was bringt die Zukunft? Auf welche Produktionen in denen du zu hören oder vielleicht auch zu sehen sein wirst, dürfen wir uns freuen?

Marieke Oeffinger
Zu hören werde ich sein in der 2. Staffel der Tudors im Herbst auf Pro7, dann wird es einen neuen Film mit Emily Osment geben, ich spreche in der neuen Serie „Friday Night Lights“ die Rolle Lyla Garrity und in einer neuen Staffel von Ben10. Ausserdem in der Neuauflage der Kinderserie, die die Generation meiner Eltern noch kennt, „Das Zauberkarussell“.
Vor der Kamera stehen bei mir zur Zeit ein paar sehr schöne und spannende Projekte in Aussicht über sie ich nur noch nicht sprechen kann.

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Ein paar Worte an deine Fans da draußen…

Marieke Oeffinger
Vielen lieben Dank, dass ihr euch so für die Synchronisation interessiert. Es ist eine ganz besondere Sparte des Schauspiels, die mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Danke auch für das Feedback, dass ich immer wieder mal bekomme. Das freut mich jedesmal.

SynchroWorld.de
…und bezüglich SynchroWorld.de?

Marieke Oeffinger
SynchroWorld.de ist eine super Seite. Sehr informativ, übersichtlich und toll gemacht. Großes Kompliment! Bin oft hier um Besetzungen nachzuschauen oder Infos über neue Synchronisationen zu suchen.

Das Interview mit Marieke Oeffinger führte ich im Jahr 2008. Veröffentlicht wurde es auf SynchroWorld.de, einem mittlerweile eingestellten Branchenmagazin für Synchronschaffende.

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Interview mit Gerrit Schmidt-Foss

SynchroWorld.de
Herr Schmidt-Foss, Sie leihen mit Leonardo Di Caprio einem der beliebtesten Hollywood-Stars Ihre Stimme, sind regelmäßig in Serien wie “Lost” zu hören, schreiben und sind außerdem als Synchronregisseur tätig.

Stand es für Sie bereits in frühen Tagen fest, dass es Sie irgendwann ins Synchronstudio verschlagen würde?

Gerrit Schmidt-Foss
Meine beiden Brüder und ich haben schon von klein auf in Filmen mitgespielt und sowohl Hörspiele als auch Synchron gemacht. Da war der Weg zwar nicht “vorgezeichnet” aber doch logisch. Es ist ein Beruf, der mir sehr viel Freude bereitet und ich habe noch nie ernsthaft meine Tätigkeit gehasst. Und das ist oft mehr als andere in ihren Berufen sagen können. Ich kann mich also glücklich schätzen.

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Immer wieder fragen uns Leser, wie sie in der Branche Fuß fassen können. Wir geben diese Frage hiermit gerne an Sie weiter: Wie sind Sie zum Synchronisieren gekommen?

Gerrit Schmidt-Foss
Mein Bruder Dennis hat sich als Kind allein, ohne dass meine Eltern das wussten, auf eine Zeitungsannonce gemeldet und eine Rolle bei der “Rappelkiste” bekommen. So nahm alles seinen Anfang. Mein Bruder Florian und ich kamen dann auch “zum Film” und somit ins Synchronstudio. Ich habe es also von der Pike auf gelernt. Jedem anderen kann man nur sagen was man allen sagen muss, die Schauspieler werden wollen: Ab zur Schauspielschule!

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Sind es Serien-Charaktere wie beispielsweise die Rolle des “Michael Scofield” in der neuen RTL-Serie “Prison Break”, die es Sie mehr reizen zu sprechen, oder doch eher die ganz großen Stars wie DiCaprio in Oscar-prämierten Produktionen wie etwa “Departed – Unter Feinden”?

Gerrit Schmidt-Foss
Der Unterschied zwischen guten Serien und Hollywoodfilmen ist ja zum Glück in den letzten Jahren sehr gering geworden. Und eine spannende Story mit glaubhaften Charakteren kann sich auch über viele Folgen strecken. Ich würde mich nicht entscheiden wollen zwischen “nur” Serie oder “nur” Film. Der Reiz liegt zu guter Letzt darin, dem Original gerecht zu werden und mit Leben zu füllen.

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Neben Leonardo DiCaprio gehören unter anderem auch Darsteller wie Scott Caan (“Ocean’s 13″), Shawn Ashmore (“X-Men”) oder auch Steve Zahn (“Sahara – Abenteuer in der Wüste”) zu Ihren “Schützlingen”.

In wie weit unterscheiden sich die genannten Darsteller – was die individuelle Synchronisation angeht – voneinander? Wer macht Ihnen beispielsweise mehr Schwierigkeiten, bei wem fällt das Synchronisieren leichter?

Gerrit Schmidt-Foss
Jeder der genannten – und nicht genannten – hat so seine Tücken. Was mir beim einen leichter gelingt ist beim anderen unter Umständen gar nicht mehr so leicht. Der Vorteil, wenn man einen Schauspieler schon seit einiger Zeit kennt, ist sicher, dass man die kleinen “Macken” der Leute schon kennt. Giovanni Ribisi zum Beispiel lacht gerne durch den geschlossenen Mund nur mit einem “Nasenatmer”, und so weiter…

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Und wen würden Sie – was die Synchronisation angeht – als am anspruchsvollsten bezeichnen?

Gerrit Schmidt-Foss
DiCaprio ist ein sehr guter Schauspieler und damit auch nicht “leicht” zu sprechen. Aber auch Leute wie Giovanni Ribisi und Stefano Accorsi sind von ihrer Bandbreite sehr spannend. Aber letzten Endes liegt es auch daran wie “anspruchsvoll” man an die Arbeit geht…

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Haben Sie einen persönlichen Favoriten?

Gerrit Schmidt-Foss
Nein. Doch ich gebe zu, dass DiCaprio in den letzten Jahren eine interessante und anspruchsvolle Rollenauswahl getroffen hat.

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DiCaprio lässt sich – wie Sie gesagt haben – nicht wie andere auf ein Genre festlegen. Würden Sie es tun? Oder anders gefragt, haben Sie an einem Genre, sei es nun Action, Drama oder die Komödie, besonders viel Spaß?

Gerrit Schmidt-Foss
Da möchte ich mich nicht festlegen. Das schöne an der Arbeit ist doch gerade die Vielfältigkeit. Da war man eben noch ein fieser Psychopath und ist beim nächsten Termin ein verschusselter Computerfreak und am nächsten Tag ein schottischer Prinz und ein transexueller Tankwart. Die Abwechslung an sich macht den Reiz aus.

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Seit Leonardo DiCaprios großem Durchbruch mit “Titanic” in 1997, wurden Sie bis auf zwei kleine Ausnahmen quasi durchgehend auf ihn besetzt. Ein paar Ihrer Kollegen, bzw. Kolleginnen hatten in jüngster Vergangenheit nicht soviel Glück.

Grassiert die Angst, einen Ihrer Stars – im Speziellen DiCaprio – zu verlieren?

Gerrit Schmidt-Foss
Angst ist ein viel zu gewaltiges Wort dafür. Es kommt immer wieder vor, dass man auf einen Darsteller nicht genommen wird, den man schon so manches Mal gesprochen hat. Das mag doof sein, ist aber kein Beinbruch. Es kommt auch immer auf die Umstände an. Wenn allerdings der Satz fällt “Der spielt da was ganz anderes als zuvor, da passt du nicht drauf”, ist das schon eine Beleidigung für jeden Synchronschaupieler.

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Spannen wir einen Bogen hin zum Themengebiet “Serie”. Hier wird mit der Kontinuität ja für gewöhnlich eher selten gebrochen. Ihr aktuelles Projekt “Prison Break” läuft die Tage im Programm von RTL an. Sie sind – wie eingangs erwähnt – als deutsche Stimme von Wentworth Miller zu hören.

Wann wurde Ihnen mitgeteilt, dass Hermes Synchron Sie für die Hauptrolle in Betracht zieht?

Gerrit Schmidt-Foss
Laut meines Terminkalenders gab es am 7. Februar ein Probesprechen bei der Hermes für einige Rollen aus “Prison Break”. Ich war der letzte der neben meinem Bruder Dennis an dem breitgefächerten Casting teilnahm. Vielleicht hat RTL sich für mich entschieden, weil ich Wentworth Miller schon in “Dinotopia” gesprochen habe (nicht in der finalen Version, Anm. d. Red.). Aber den Grund kennt nur RTL allein.

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Wie haben Sie sich auf die Rolle des “Michael Scofield” aus “Prison Break” vorbereitet?

Gerrit Schmidt-Foss
Ich habe mich 200 Stunden tätowieren und mir zwei Zehen abschneiden lassen.

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Geht man als Sprecher ein solches Projekt wirklich ohne die geringste Vorbereitung an? Von Schauspielern weiß man, dass sich diese jeweils ausgiebig mit ihrer Rolle auseinandersetzen…

Gerrit Schmidt-Foss
Leider ist es nicht sehr praktikabel sich auf alle Rollen vorzubereiten, wenn man in der Woche so viel zu tun hat. Ich würde mir auch mehr “Vorbereitungszeit” wünschen oder wenigstens, dass man die “großen” Sachen vorher mal gesehen hat. Aber dafür ist schlicht und ergreifend die Zeit nicht da. Und das liebe Geld. Man verdient zwar nicht schlecht aber ich fahre keinen Sportwagen und mache leider auch nicht sechs Monate im Jahr Urlaub. Wenn es mir jemand bezahlen würde, mich auf meine Rollen vorzubereiten, – so wie die Vorbereitungszeit den Hollywood-Stars bezahlt wird – dann würde ich es gerne machen…

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Was können Sie unseren Lesern zu den Synchronarbeiten der Serie erzählen?

Gerrit Schmidt-Foss
Dass wir bisher – hoffe ich – gute Arbeit abgeliefert haben. Wir mussten meinetwegen leider oft in die Abendschicht ausweichen. Doch vieles in der Serie spielt ja auch nach der Zählung der Häftlinge und damit Abends und Nachts.

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…was vor allem an Ihren zahlreichen weiteren Projekten lag, nehme ich an?

Gerrit Schmidt-Foss
Ja. Ich habe in der gleichen Zeit Regie für die Zeichentrickserie “Dora” und den Chris Rock-Film “I Think I Love My Wife” geführt und parallel in “Lost”, “Reno 911″ und “Prison Break” gesprochen. Da musste die Hermes Synchron Geduld mit mir haben und mich zu den Zeiten nehmen, zu denen ich noch frei war. Und das war abends.

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Wie weit sind die Synchronarbeiten an “Prison Break” denn mittlerweile vorangeschritten?

Gerrit Schmidt-Foss
Ich jedenfalls habe bis zur Episode 20 alles gesprochen. Und schon bald stehen die letzten Folgen der ersten Staffel an. Nur keine Angst, wir werden rechtzeitig fertig.

SynchroWorld.de
Wie viel haben Sie als Sprecher der Hauptrolle bisher von “Prison Break” am Stück zu Gesicht bekommen?

Gerrit Schmidt-Foss
Leider hauptsächlich nur meine Passagen. Ich gebe zwar im Atelier gute Tipps ab, was alles dazwischen abgelaufen sein könnte, doch die Gesamtübersicht fehlt. Die hat Andreas Böge der die Bücher geschrieben hat und die Regie führt.

SynchroWorld.de
Lohnt es sich für unsere Leser ab dem 21. Juni, immer donnerstags um 22:15 Uhr RTL einzuschalten?

Gerrit Schmidt-Foss
Selbstverständlich. “Prison Break” ist eine gut produzierte Serie mit einer spannenden Handlung und ungewöhnlichen Handlungsorten und Helden. Das Hinschauen lohnt sich.

SynchroWorld.de
Gehört “Prison Break” zu den Serien, die sich Gerrit Schmidt-Foss auch privat anschauen würden?

Gerrit Schmidt-Foss
Wenn man den ganzen Tag auf Fernseher schaut und stundenlang mit Filmen und Serien zu tun hat, dann möchte man nur noch wenig im Fernsehen sehen. Aber ich habe viele Serien, in denen ich mitgesprochen habe, auf DVD und werde sie mir sicherlich angucken, wenn ich alt bin und mich köstlich über mich als “junger Spund” amüsieren.

SynchroWorld.de
Was steht denn bei Ihnen – wenn Sie denn mal zum Fernsehen kommen – ganz oben auf der Liste?

Gerrit Schmidt-Foss
Nachrichten und Dokumentationen. Auch wenn es langweilig klingt. Aber ich habe zu viel mit Filmen und Serien zu tun, als dass ich entspannt noch welche gucken würde. Auch Quizsendungen sind nett.

SynchroWorld.de
Bei der Gelegenheit würden wir das Interview gerne um ein Thema erweitern, das derzeit bei den Synchroninteressierten und sicherlich auch innerhalb der Branche die Gemüter erhitzt, und Ihre Meinung einholen.

Es geht um die Diskussion, ob es vertretbar ist, einem Synchronurgestein wie Peer Augustinski den Wiedereinstieg zu verwehren. Wie Sie vielleicht wissen, wurde Augustinskis Gesuch, im kommenden Robin Williams-Film „Lizenz zum Heiraten“ wieder als seine deutsche Stimme auftreten zu dürfen, abgelehnt…

Gerrit Schmidt-Foss
Leider kann ich zu dem Thema nicht viel sagen, da ich die Hintergründe nicht kenne. Ich freue mich zu hören, dass es Peer Augustinski anscheinend besser geht und hoffe, ihn auch mal wieder im Atelier erleben zu dürfen.

SynchroWorld.de
Das Obligatorische zum Schluss:
Wenn keiner der Hollywood-Stars eine deutsche Feststimme hätte, auf wen sollte man Sie dann besetzten?

Gerrit Schmidt-Foss
Der junge Paul Newman oder Sean Connery wären traumhaft. Doch ich möchte selber keine “Neusynchro” für DVD erleben. Also freue ich mich auf noch unbekannte Schauspieler, deren Feststimme ich werden könnte, wenn sie denn jemals “Hollywood-Stars” werden sollten.

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Würden Sie uns Ihre bisherige Lieblingssynchronrolle nennen?

Gerrit Schmidt-Foss
Romeo in “William Shakespears Romeo & Julia” war eine Herausforderung, die mir Spaß gemacht hat. Aber auch Steve Zahn in “That Thing You Do” ist mir ans Herz gewachsen. Ich weiß allerdings nicht wieso. Hat einfach Spaß gemacht.

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Von welcher Synchronarbeit würden Sie behaupten, dass Sie auf das Gesamtergebnis besonders stolz sind?

Gerrit Schmidt-Foss
“Der letzte Kaiser” und “Titanic” sind zwei Filme in denen ich gesprochen habe und deren Synchronfassungen sehr gut gelungen sind.

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Mit welchem Synchronstudio und mit welchen Kollegen arbeiten Sie immer wieder gerne zusammen?

Gerrit Schmidt-Foss
Mit fast allen.

SynchroWorld.de
Ein paar Worte an Ihre Fans…

Gerrit Schmidt-Foss
Ich habe Fans?!

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Aber selbstverständlich haben Sie Fans!

Gerrit Schmidt-Foss
Ich freue mich, wenn jemand meine Arbeit bewundert und würdigt. Aber ich lege es nicht darauf an “Fans” zu haben. Ich mache meine Arbeit, mehr nicht. Und wenn die Arbeit darin besteht Wentworth Miller in “Prison Break” so glaubhaft wie möglich zu synchronisieren, dann versuche ich das. Dem einen wird’s gefallen, dem anderen nicht. – So ist das nunmal.

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Herr Schmidt-Foss, herzlichen Dank für dieses Interview!

Das Interview mit Gerrit Schmidt-Foss führte ich im Jahr 2007. Veröffentlicht wurde es auf SynchroWorld.de, einem mittlerweile eingestellten Branchenmagazin für Synchronschaffende.

Interview mit Dietmar Wunder

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Dietmar, nun hat es also doch noch mit unserem Interview geklappt. Es freut uns wirklich sehr, dass wir mit Dir eine weitere absolut hochkarätige Persönlichkeit aus der Branche für unsere Interview-Reihe gewinnen konnten!

Dietmar Wunder
Danke, für das liebe Kompliment und es freut mich auch sehr, dass wir es endlich geschafft haben.

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Wie hat man sich die Karriere des Dietmar Wunder vorzustellen? Schildere uns zu Beginn doch bitte Deinen Werdegang von den Anfängen bis heute…

Dietmar Wunder
Also mein Werdegang ist nicht langweilig für mich gewesen. Schon in der Schule fand ich Schauspielen großartig, war in Theatergruppen, aber nach dem Abi meinte ich nach Suche in Richtung Musik und Schauspiel, lerne doch was “Richtiges” und siehe da, ich wurde Optiker, richtig so mit Lehre Gesellenprüfung und so weiter. Dazu muss ich sagen, mein Vater ist Optiker und “Optiker Wunder” gibt es schon seit 1905. Da war natürlich auch meine Überlegung, die Tradition fortsetzen. Aber schon während meiner Lehre holte mich das Gaukeln wieder ein und ich nahm abends noch Schauspielunterricht. Es hat mich nicht losgelassen. Als ich dann die Optik drei Jahre ausprobiert hatte, verschlug es mich an die Uni, Schauspiel an Schulen war mein Ziel. Und nach etwa einem Jahr und weiterem Unterricht – ich fing in der Zeit auch an Unterricht zu geben und zu coachen – hatte ich das Glück an die Privatschule von Maria Körber zu kommen. Sie war auch diejenige, die meinte, also wir trainieren Dir erst mal den “Berlinaa” Akzent ab und jetzt geht es erst mal richtig los mit Ausbildung. Dabei dachte ich doch, ich kann das schon ganz gut.
Naja, es folgten zwei Jahre richtig gute Ausbildung. Ich hab Maria und Ihrem Mann, Joachim Kerzel, sehr viel zu verdanken. Während der Ausbildung durften wir Theater spielen, manchmal drehen, und so kam ich auch zum Synchron. Ich spielte beim “Jedermann” mit, und ein gewisser Wolfgang Ziffer, eine Prominenz im Synchron, gab mir auf meine schüchterne Anfrage: “Ich find Synchron so interessant”, dabei hatte ich überhaupt keine Ahnung wie das funktioniert, meine erste Synchronrolle: einen stotternden Mann in der Serie “Happy Days”, und siehe da, er wurde eine Serienrolle. Ich hab geschwitzt, das war echt ein Hammer! Aber ich hab Wolfgang wirklich zu verdanken, dass ich meinen ersten Termin bekam. Danach gab mir Joachim Kerzel eine Rolle, einen schwarzen Schauspieler. Joachim Kerzel meinte: Mensch irgendwie passt Du auf Schwarze. Naja, das holte mich ja dann auch wieder ein. Ich hab es dann wirklich vielen lieben Kollegen zu verdanken, dass ich sehr schnell im Synchron Fuß fasste. Ein weiteres großes Dankeschön geht an Santiago Ziesmer, der mich unermütlich bei den Firmen vorstellte. Währenddessen spielte ich weiter Theater an den Berliner Kammerspielen, dem Hansatheater und in Hannover, also meine Theaterlaufbahn ging zum Glück weiter.
Ab und zu stand ich auch vor der Kamera, aber der richtige Einstieg ins Drehgeschäft ist mir leider verwehrt geblieben, – bisher! Träume soll man ja weiter haben und durch die Rollen oder die Regie, die ich im Synchron erleben kann, ist ein großer Teil dieses Traums jetzt schon wahr geworden. Der Rest meiner “Laufbahn” ist glaub’ ich bekannt . Ich hatte das Glück meine erste große Serienrolle dann bei “Twin Peaks” zu sprechen. Danach folgte dann recht schnell eine meiner schönsten Rollen, die von Joel Fleischman in “Ausgerechnet Alaska”. Ich hatte das Glück, recht schnell große interessante Rollen zu sprechen, was nicht selbstverständlich war und das weiß ich bis heute zu schätzen.
Meine Regielaufbahn begann vor etwa neun Jahren: Ich durfte einspringen als Co-Regisseur und fand Regieführen gleich von Anfang an großartig und auch da hat man mir schnell das Vertrauen geschenkt und ich hab auch hier wunderbare Filme und Serien “regiert”. Inzwischen – Mann, meinen ersten Take hab ich `91 gesprochen fällt mir gerade so ein, okay is’ schon ein bisschen her – also heute ist Sprechen und Regieführen Hälfte Hälfte geworden, das ist ganz wunderbar.
Außerdem sind Werbung, CD-Rom und – ganz wunderbar – Hörspiele dazu gekommen. Was ich die ganze Zeit auch gerne gemacht habe und mache ist Unterricht und Schauspielcoaching. Auch an der Uni durfte ich mit jungen Schauspielern meine Erfahrungen und Ideen vom Synchron teilen. Und nicht zu vergessen: Ich durfte schon einige Male in der Berliner Komödie am Kurfürstendam, der Boulevardtheaterbühne Berlins, sehr interessante Stücke spielen. Also ich muß ehrlich sagen, ich habe eine wunderbare Zeit und viel Interessantes in meinem Beruf erlebt und es gibt noch viel zu tun und ich hab richtig viel Spaß dabei!

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Unsere Leser kennen Dich – wie vorhin erwähnt – natürlich vor allem als wirklich brillante Synchronstimme von Adam Sandler. Doch auch für Cuba Gooding Jr. und Robert Downey, Jr. standest Du bereits im Studio. Eingeweihten bist Du außerdem als Autor und Synchronregisseur ein Begriff. So verantwortest Du beispielsweise die Dialogregie der VOX-Erfolgsserie “CSI: New York”. Was reizt Dich mehr? Die Arbeit am Mikrofon, auf dem Regiestuhl oder – wie Pierre Peters-Arnolds sagen würde – das Autorendasein im “kleinen Kämmerchen”?

Dietmar Wunder
Die Arbeit vor dem Mikro liebe ich. Die Schauspieler, die Ihr genannt habt, machen sehr viel Spaß, aber auch Don Cheadle (“Hotel Ruanda”, “Oceans 11″) oder Sam Rockwell (“Per Anhalter durch die Galaxis”) machen einen unglaublichen Spaß. In dem Moment, in dem ein Schauspieler richtig spielt, ist es eine tolle und große Herausforderung das ins Deutsche zu transportieren. Das will ich nicht missen. Die Regiearbeit wiederum liebe ich genauso, weil ich die Arbeit mit den Schauspielern liebe, die Chance, das Original so gut wie möglich ins Deutsche zu transportieren. Die Arbeit im stillen Kämmerlein ist toll, aber ich persönlich bin oft lieber “draußen” beim Spielen. Ich bewundere die Autoren, die sich ausschließlich darauf konzentrieren.

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Der eben erwähnte und Dir sicherlich bestens bekannte Pierre Peters-Arnolds meinte in unserem Interview, dass Buch und Regie unbedingt zusammen gehören. Denn nur so habe man als Regisseur eine Basis, auf die man aufbauen könne. Siehst Du das genauso? Sind Synchronisationen schlechter, merkt man es Ihnen vielleicht sogar an, wenn Buch & Regie nicht in der Hand einer Person liegen?

Dietmar Wunder
Pierre hat natürlich schon Recht. Wenn ich mein Buch selber schreibe, weiß ich hundertprozent bescheid und muß mich nicht in ein Buch reinarbeiten. Aber ich hab auch schon wunderbare Produktionen mit den Büchern von anderen gemacht, habe aber schon meine Favoriten.
Es hängt davon ab. Man muß sich natürlich in das Buch von jemandem reinarbeiten, es überarbeiten, checken wie es gemeint ist. Das ist Voraussetzung, um mit einem “fremden” Buch zu arbeiten. Es ist nicht gesagt, dass das Gesamtprojekt dann schlechter ist. Es kommt einfach meiner Meinung nach auf die Vorbereitung an.

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Wie hat man sich Deine alltägliche Arbeit als Autor und Regisseur genau vorzustellen? Wie sieht das “ganz alltägliche Chaos” aus, dem Du Dich stellen musst?

Dietmar Wunder
Regieführen ist für mich eine wunderbare Arbeit. Ich versuche mit meinen Schauspielerkollegen das Original so gut es geht umzusetzen. Dazu gehört es, eine Sprache zu finden, die das Original ins Deutsche transportiert – bei CSI: “New York” zum Beispiel, fand’ ich es ganz wichtig, die Charaktere so authentisch und modern wie möglich sprechen zu lassen, sei die verschliffene Sprache oder Ausdrücke, die zeitgemäß sind – weiterhin die Charaktere zu übernehmen. Hat der eine bestimmte Art zu reden, ist er immer ein bißchen zu laut, drückt er sich vielleicht sehr vornehm aus?
Dann gehört natürlich noch die Besetzungsarbeit dazu, die Vorbereitung der Folgen und die Organisation. Das Schreiben wiederum ist eine sehr zurückgezogene Arbeit. Du bist allein, suchst die Sprache, recherchierst, suchst “mundgerecht”–aussehende Worte und kommst erst dann wieder zum Vorschein, wenn das Buch fertig ist. Natürlich arbeiten viele gleichzeitig an Projekten, so dass es nicht immer so ist, dass man ein Projekt allein erarbeitet. Aber insgesamt ist die Arbeit, wenn sie gut vorbereitet ist, zum Glück ein geordnetes Chaos, was Spaß macht und Dich vor Aufgaben stellt.

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Wie lang sitzt man überhaupt an den Büchern einer Serien-Staffel? Werden die auf mehrere Wochen oder gar Monate verteilt und widmest Dich zwischenzeitlich auch anderen Projekten?

Dietmar Wunder
Wie ich gerade schon sagte, oft ist man an mehreren Projekten dran, aber in der Regel nicht an zwei Regien gleichzeitig. Aber man spricht noch da, bereitet das nächste Projekt schon vor, und so weiter.
Wie lange sitzt man an einem Buch? Ganz unterschiedlich. Manche von uns sind irre schnell und schaffen eine Folge an einem Tag. Andere brauchen länger. Ich persönlich brauch meine Zeit. Es hängt auch immer von der Komplexität des Projektes ab. Ist viel zu recherchieren, sprechen die Charaktere viel, ist der Dialog sehr nahe aufgenommen, sprich: sieht man jedes Wort genau? Das heißt, der Text muß dann genau draufsitzen.

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Aufgrund der Tatsache, dass der überwiegende Teil der Filme und Serien entweder in Berlin oder München bearbeitet wird, bist Du immer recht viel unterwegs. Kurz vor unserem Interview warst Du beispielsweise für eine Synchronarbeit in München. Ist dieses ewige Hin und Her auf Dauer nicht wahnsinnig stressig?

Dietmar Wunder
Also was es mich betrifft, so finde ich das immer noch spannend und aufregend. Erstens lernst Du immer neue Kollegen kennen, bist in anderen Studios, in anderen Städten. Zweitens ist die Arbeit in jeder Stadt alleine durch die Mentalität anders, und da fand und finde ich München großartig, aber auch Köln ist wunderbar. Und drittens gehört das ja auch irgendwie zu unserem Gauklerleben dazu, das “Fahrende Volk” zu sein. Aber es kann natürlich auch stressig sein, und manchmal muß man auch aufpassen, dass es nicht zu viel wird und man ein Zuhause zum Ausruhen hat und das auch pflegt.

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Ganz nebenbei…
Bei der eben angesprochenen Synchronarbeit handelte es sich nicht zufällig um den neuen Film “Click” mit Adam Sandler in der Hauptrolle?

Dietmar Wunder
Deswegen war ich nicht in München. “Click” machen wir erst jetzt, aber mehr wird nicht verraten, soll ja eine Überraschung werden.

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Stress hin oder her: Du verbreitest anscheinend stets eine wirklich mitreißend positive Arbeitsatmosphäre. Ich erinnere mich da beispielsweise an die Synchronarbeiten zu “Die Insel” im Juni 2005, für die Du die Synchronregie verantwortest. Alle beteiligten Sprecher – insbesondere diejenigen, mit denen wir Kontakt haben – schwärmten damals regelrecht von der großartigen Zusammenarbeit mit Dir! Ganz direkt gefragt: Was machst Du anders?

Dietmar Wunder
Ich freue mich sehr und immer wieder, wenn sich meine Kollegen so positiv äußern. Was ich anders mache? Ich weiß es nicht. Ich versuche eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich jeder wohlfühlen soll. Für mich war und ist es immer sehr wichtig, dass ich mich aufgehoben fühle. Und ich versuche da auch auf jeden einzugehen. Jeder Schauspieler ist anders, braucht eine andere Art von Zusammenarbeit. Und da ich selbst da vorne stehe, weiß ich, wie wichtig dieses Gefühl von Geborgenheit ist.
Man sagt mir ja nach, dass ich der Pingel bin und der, der gerne und viel lobt. – Is’ doch gut, jedenfalls redet man über mich. Nein, Spaß beiseite, für mich ist eine gute Arbeitsatmosphäre die Vorrausetzung für eine tolle Arbeit und ich glaube, dass man das auch im Resultat hört und sieht, vielleicht auch spürt.

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Nochmal zurück zu Adam Sandler…
Was hältst Du eigentlich persönlich von ihm? Seid Ihr Euch bisher schon mal vorgestellt worden? Bei einer Film-Premiere zum Beispiel…

Dietmar Wunder
Ich halte Adam für einen sehr guten Schauspieler, der ein gutes Gespür für das Filmgeschäft hat. Auch wenn er hier nicht so bekannt ist und seine Art von Humor sicher nicht jedermanns Sache ist. In Amiland ist er bekannt und sehr beliebt. Seine Filme haben immer eine ganze besondere, jeweils sehr unterschiedliche Atmosphäre und immer hat er Supersoundtracks ausgesucht.
Begegnet bin ich ihm leider noch nicht, aber nach “Mr. Deeds” hat er in einem Interview gesagt, dass er mit meiner Arbeit sehr glücklich war und sich auf deutsch sehr gut getroffen fand und er fand es sehr schade, dass wir uns nicht persönlich kennengelernt haben. Da war ich doch schon echt sehr geschmeichelt. Wer weiß, vielleicht ein andermal…

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Mal ganz naiv gefragt:
Wie kam es eigentlich, dass Du zu seiner Feststimme wurdest?

Dietmar Wunder
In “Little Nicky” hab ich ihn das erste Mal gesprochen und dann gab es bei “Mr. Deeds” ein Probesprechen und da haben sie sich für mich entschieden. Danach hab ich immer wieder gehört, dass sie meine Synchro sehr am Original empfinden. Adam Sandler hat eine eigene Art zu sprechen, immer wieder eine schöne Arbeit.

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Was ist es für ein Gefühl, wenn Du beim Zappen unerwartet auf eine Produktion triffst, an deren Synchronisation Du beteiligt warst? Hört man da noch mal ganz kritisch hin?

Dietmar Wunder
Das ist immer ein spannendes Gefühl. Früher war es noch aufregender als heute, weil man seine eigene Stimme ja immer anders hört als andere. Oft sagen die Leute ja, oh nein so hör ich mich an, das geht Dir als Schauspieler nicht ganz so, aber trotzdem ist es am Anfang oft ungewohnt. Mit der Zeit hast Du natürlich einen gewissen Abstand und kannst Dich neutraler hören, aber die Selbstkritik, egal ob als Sprecher oder Regisseur, ist bei mir immer da.

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Was schaut Dietmar Wunder privat?

Dietmar Wunder
Ehrlich gesagt, nicht viel Fernsehen. Vielleicht, weil ich so oft beruflich vor dem Fernseher sitze. Wenn, dann meist Filme, die ich bewusst sehen will oder verpasst habe.

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Kannst Du Dich noch an Deine erste Synchronrolle, beziehungsweise an Deine erste Produktion als Autor / Regisseur erinnern?

Dietmar Wunder
Meine erste Rolle als Sprecher, hatte ich ja schon erzählt, war dieser stotternde Student in “Happy Days”, mein erster Film als Regisseur war “Karate Kid II” und mein erstes Buch mit Regie war “Catalina Carpa”, ein fünfziger Jahre Tanzfilm im Strandmilieu, schön abgefahren.

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Auf das Ergebnis welcher Produktion bist Du besonders stolz? Ganz gleich, ob als Sprecher, Autor oder Regisseur…

Dietmar Wunder
Einige meiner intensivsten und schönsten Produktionen als Sprecher waren natürlich “Ausgerechnet Alaska”, “Rob Morrow”, “American History X” , in dem ich Edward Norton gesprochen habe, “Jerry Maguire”, da war ich Cuba Gooding Jr. und “Hotel Ruanda”, da habe ich Don Cheadle gesprochen. Diese Produktionen waren einfach mit die emotionalsten Arbeitserlebnisse. Als Regisseur gab es viele tolle Produktionen. In jüngster Zeit waren es “Breakfast on Pluto”, “Die Chroniken von Narnia”‚ sowie auch “Die Dolmetscherin”. Aber wie gesagt, es gab auch viele andere.

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Wie schaut es mit der Schauspielerei aus? Die letzte Filmproduktion, in der Du zu sehen warst, liegt ja mittlerweile über ein Jahr zurück. War die Zeit bis jetzt für Dich komplett drehfrei?

Dietmar Wunder
2005 hab ich zwar ein paar Anfragen gehabt, aber musste sie aber leider absagen, weil sie mit Regieproduktionen zusammenfielen, die ich schon vorher zugesagt hatte. Oft ist das beim Drehen so, dass die Anfragen kurzfristig kommen.
Ansonsten hatte ich ja schon gesagt, dass ich gerne mehr drehen würde, aber es immer schwieriger wird dort Fuß zu fassen. Das sieht man auch daran, dass immer mehr Schauspieler weniger drehen und sich beim Synchron bewerben. Aber ich hatte gerade zwei Theateranfragen, eine musste ich leider aus Termingründen absagen, die andere produktionstechnisch ergeben. Also ich kann mich nicht beschweren und freu’ mich schon auf die nächste Anfrage. Wieder mal spielen in “persona” hab ich große Lust drauf!

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Für die nächste Zeit kannst Du also noch nichts ankündigen?

Dietmar Wunder
Ich bin, wie eben gesagt, gespannt.

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Laut Deiner Vita bist Du auch als Schauspiel-Coach tätig…

Dietmar Wunder
Wie ich Euch eben schon gesagt habe, gebe ich immer wieder Coachingstunden oder unterrichte. Etwas, das mir immer wieder Spaß macht. Auch ein Weg, der mich interessiert, aber da ist ja Regie schon eine Art von Ausübung in der Arbeit mit Schauspielern. Eine tolle Arbeit im Übrigen!

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Synchronisation, Schauspielerei… fehlen ja nur noch Hörspiele und das eben angesprochene Theater. Wie sieht es in den beiden Bereichen bei Dir aus?

Dietmar Wunder
Ich freu mich schon auf das nächste Mal auf das Stehen auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Hörspiele, Lesungen und eigentlich vieles mehr, was mit Sprache zu tun hat, nimmt bei meiner Arbeit immer mehr zu, worüber ich mich sehr freue. Du hast oft viel mehr Freiheit, ähnlich wie auf der Bühne, deine eigene Interpretation einzubringen. Wieder mal eine weitere Farbe in unserem Beruf.

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Die obligatorischen Fragen zum Schluss:
Wenn keiner der Hollywood-Stars eine deutsche Feststimme hätte, für wen sollte man Dich dann besetzten?

Dietmar Wunder
Sowas ist echt schwer zu beantworten, weil ich die Stars meistens sehr gut besetzt finde und es natürlich oft auch liebenswerte Kollegen sind. Erstens bin ich über meine Feststimmen sehr glücklich und würde sie auch gerne weiter “verdeutschen” und zweitens bin ich für Sean Connery und Mel Gibson noch zu jung…

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Gibt es Kollegen oder Studios mit denen Du besonders gerne zusammenarbeitest?

Dietmar Wunder
Es gibt eine Menge Kollegen, mit denen ich sehr gerne zusammenarbeite. Mit ein paar bin ich auch sehr gut befreundet. Also müsste ich eine Liste anfertigen und ich hätte Angst, dass ich jemanden vergesse. Über die Studios kann ich nur sagen, ich arbeite auch in dem Bereich mit vielen Studios sehr oft und gerne zusammen. Es ist immer schwer so etwas zu sagen, weil ich persönlich wenig Leute in diesem Job habe auf die ich mich nicht so richtig freue, wenn ich weiß, ich arbeite mit ihnen zusammen. Vielleicht habe ich da Glück.

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Ein Blick in die Zukunft:
Auf welche kommenden Produktionen, an deren Bearbeitung Du beteiligt bist, können sich die Synchronfans da draußen freuen?

Dietmar Wunder
Ich bin sehr auf “Klick” mit Adam Sandler gespannt und auf die neue “CSI”-Staffel. Ansonsten läuft gerade “Dr. House” mit Omar Epps und “Criminal Intent” im Fernsehen und der Rest wird nicht verraten. Ich hoffe, man erkennt mich oder meine Handschrift dann, und das, was Ihr seht und hört, gefällt Euch.

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Ein paar Worte an Deine Fans…

Dietmar Wunder
Es ist immer ein tolles Gefühl, wenn man für das, was man aus Leidenschaft und mit viel Spaß macht, so viel Zuspruch bekommt und dafür danke ich Euch allen sehr!

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Wir bedanken uns und wünschen Dir für all Deine weiteren Projekte viel Erfolg und alles Gute!
Vielen Dank, dass Du dir Zeit für uns genommen hast!

Dietmar Wunder
Ich danke Euch und liebe Grüße aus Berlin, Euer Dietmar Wunder!

Das Interview mit Dietmar Wunder führte ich im Jahr 2006. Veröffentlicht wurde es auf SynchroWorld.de, einem mittlerweile eingestellten Branchenmagazin für Synchronschaffende.

Interview mit Martin Kessler

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Herr Kessler, Sie verhelfen angesehenen Hollywood-Stars wie Vin Diesel und Nicolas Cage regelmäßig zu besten Deutschkenntnissen. Cage beispielsweise wird schon Ende Februar wieder für Sony Pictures im Kino zu bewundern, – und Sie selbstverständlich wieder als seine Synchronstimme zu hören sein.

Ist es für Sie mittlerweile Routine geworden, solch großen Stars ihre Stimme zu leihen? Wie hat sich die Herangehensweise verändert?

Martin Kessler
Nein, von Routine kann nicht die Rede sein. Es ist immer wieder spannend. Ich versuche jedes Mal neue Seiten zu entdecken. Technische Routine ist zwar immer dabei, aber ich finde es wichtig, ständig wieder neu und neugierig an die Aufgaben heranzugehen. Einfach nur „abliefern“ ist doch todlangweilig. Für den Zuschauer und für mich auch.

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Würden Sie ein Angebot dem Anderen vorziehen? Soll heißen, stellt einer der beiden Darsteller für Sie eine reizvollere Aufgabe dar?

Martin Kessler
Cage ist ein Schauspieler, der bisweilen so merkwürdige Sachen treibt, dass man im Studio vor der Leinwand steht und sich fragt, was macht dieser Mensch da? Das ist immer wieder eine Herausforderung. Vin Diesel war in den Filmen, in denen ich ihn gesprochen habe, obercool und dem hatte ich Rechnung zu tragen. Also: Fordernder und interessanter ist auf jeden Fall Nicolas Cage. Aber das kann bei Vin Diesel ja noch kommen.

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Sie meinen, wenn Vin Diesel sein Repertoire um weitere tragende Charakterrollen erweitert?

Martin Kessler
Beispielsweise. Und wenn der Verleih mir zutraut, dass auch hinzukriegen. Ich habe ja niemanden gepachtet.

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Nicolas Cage ist – wie bereits erwähnt – schon bald wieder im Kino zu sehen. In “Ghost Rider”, einer weiteren Comic-Verfilmung als dem Marvel Universum, kämpft er in Gestalt eines Dämons gegen das Böse. Zum Zeitpunkt dieses Interviews sollte die deutsche Adaption des Films bereits fertiggestellt worden sein, und Sie somit – wenn auch nur “takeweise” Einblick in den Film bekommen haben.

Dürfen sich unsere Leser wieder mal auf Cage und Kessler in Bestform freuen?

Martin Kessler
Bei Cage gehe ich mal davon aus. Aber niemand wird mich dazu bringen, von mir selbst zu behaupten: Mensch, was war ich da gut. Das sollen mal schön die anderen beurteilen.

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Verraten Sie unseren Lesern doch ein paar weitere Details zur deutschen Fassung. In welchem Zeitraum wurden beispielsweise ihre Takes eingesprochen, wo wurde aufgenommen…?

Martin Kessler
Aufgenommen wurde bei der BSAG (“Berliner Synchron AG”, Anmerkung d. Red.) unter der Regie von Joachim Tennstedt. Ich hatte vier oder fünf Tage zu tun.

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In den letzten Jahren sind viele Hollywood-Studios dazu übergegangen, erfolgreiche Comic-Franchise für die große Kinoleinwand zu adaptieren. Auch dieses Jahr erwarten uns einige Umsetzungen und Fortsetzungen, wie beispielsweise “Spiderman 3″, “Sin City 2″, “Fantastic Four 2″, “300″ oder eben “Ghost Rider”.
Die allgemeine Meinung zu diesen Produktionen ist gespalten. Die Einen freuen sich auf die Verfilmung ihres Lieblings-Comics, die anderen sehen diese Umsetzungen als „Verschandelung“ der Vorlage an.

Wie stehen Sie zu diesem Thema?

Martin Kessler
Ich bin überhaupt kein Fan von Comics. Deswegen kann ich nix dazu sagen. Ich kenne die Vorlagen – bis auf Superman oder Batman aus “Jugendtagen” – gar nicht.

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Einer großen Vorbereitung auf die jeweilige Rolle bedarf es als Synchronsprecher also nicht? Im Schauspiel ist es ja bekanntlich gang und gäbe, sich auf die zu verkörpernde Rolle einzustimmen, – bei „Ghost Rider“ beispielsweise durch Lektüre der Vorlage…

Martin Kessler
Im Theater habe ich eine Probenphase von mehreren Wochen, um die Rolle zu entwickeln und mit dem Regisseur zu erarbeiten. Im Synchron ist das selbstverständlich nicht möglich. Ich glaube nicht, dass mir die Lektüre des Comics geholfen hätte, die Rolle besser zu verstehen. Aber es ist durchaus hilfreich, den Film vorher zu sehen, oder, wenn das nicht möglich sein sollte, zumindest im Atelier die Szenen komplett anzusehen, bevor man sich die einzelnen Takes vornimmt.

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Herr Kessler, natürlich beschränken Sie sich nicht nur alleine auf die Synchronisierung von Nicolas Cage und Vin Diesel, sondern sind immer wieder auch in kleineren Film- oder Serienrollen zu hören…

Eine willkommene Abwechslung oder ein notwendiges Übel?

Martin Kessler
Immer wieder eine Abwechslung. Da ich selbst überwiegend als Dialogregisseur arbeite, weiß ich, wie wichtig oft die kleinen Rollen sind und wie schwer die oftmals zu besetzen sind.

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Würden Sie uns eine Lieblingssynchronarbeit von Ihnen nennen?

Martin Kessler
Sportlichste Herausforderung war Cage in “Spiel auf Zeit”. Da hat er ein Tempo vorgelegt, das es in sich hatte. Nicht zu vergessen: Dr. Romano in “Emergency Room”, der war immer so ein herrlicher Giftzwerg.
Und als Autor und Regisseur war “Deadwood” äußerst interessant. Auch wenn sich die Sprache des Originals nicht adäquat übertragen lässt, ist es uns – allen beteiligten Schauspieler, Cuttern und Technikern -glaube ich, ganz gut gelungen.

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Die deutsche Synchronbranche ist die führende der Welt. Nirgendwo sonst wird solch eine enorme Anzahl ausländischer Produktionen, seien es Hollywood-Blockbuster, Serien oder auch Zeichentrick, für den heimischen Markt umgesetzt. Die Schattenseiten sollen jedoch auch nicht verschwiegen werden: So werden hiesige Sprecher beispielsweise mit weitestgehender Anonymität bestraft, und auch die Vergütung soll sich – drücken wir es so aus – in vielen Fällen nicht auf dem Level der vom Sprecher gebotenen Leistung bewegen.

Wie denken Sie darüber?

Martin Kessler
Das würde eine Antwort erfordern, die den Rahmen sprengen würde. Es liegt auf der Hand, dass die Bedeutung, die die deutsche Synchronfassung für den kommerziellen Erfolg hat, sich keineswegs in unserer Bezahlung und öffentlichen Beachtung widerspiegelt. Die Gagen haben sich seit den 60er Jahren kaum verändert und die Verwertungsmöglichkeiten eines Filmes haben sich in unglaublichem Maße vervielfacht. Von Inflations- und allgemeiner Teuerungsrate ganz zu schweigen. Ähnlich den Übersetzern werden wir schamhaft verschwiegen und erst ganz langsam tut sich da was.

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Wie sollte sich die Branche ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Martin Kessler
Ich kann nur hoffen, dass sich, allen „Controllern“, die bei den Sendern immer wichtiger zu werden scheinen, zum Trotz, darauf besonnen wird, Qualität nicht geringschätzig abzutun. Zur Zeit hat man den Eindruck, dass einige Auftraggeber beste Qualität bei immer schlechterer Bezahlung haben wollen. Dass das vergebliche Hoffnung ist, hat doch z.B. schon Opel mit dem spanischen Manager Lopez vor einigen Jahren bewiesen. So etwas geht nur eine sehr begrenzte Zeit “gut”. Und anderen ist Qualität völlig wurscht. Hauptsache es ist irgendwie deutsch und war billig. Geiz ist meiner Ansicht nach nicht geil! Billig ist eben billig und nicht preiswert.

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Viele unserer Leser kennen Sie außerdem aus dem Videospiel „Splinter Cell“, das mit “Double Agent” vor ein paar Wochen in die vierte Runde gegangen ist. Sie leihen – wie könnte es auch anders sein – dem Agenten “Sam Fisher” ihre Stimme.

Schildern Sie unseren Lesern doch bitte, wie die Adaptierung eines Videospiels aus Ihrer Sicht vonstatten geht. In welchen Punkten unterscheidet sie sich von der Synchronisierung eines Spielfilms oder einer Serie?

Martin Kessler
Das ist eine völlig andere Arbeit. Ich habe bis heute keine Ahnung von dem Spiel, weiß nicht, was da passiert. Das liegt natürlich zum einen daran, dass ich kein Spieler bin. (lacht) Und zum anderen hat es den einfachen Grund, dass das Spiel zum Zeitpunkt der Bearbeitung noch gar nicht fertig war. Ich konnte mich bei “Splinter Cell” nur an die Länge des Satzes im Original halten und hoffen, dass die Regie und ich die Intention richtig verstanden haben, da der visuelle Eindruck vollständig gefehlt hat.

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Würden Sie die Lokalisierung eines Videospiels als anspruchsvoller bezeichnen, als die Bearbeitung eines Realfilms?

Martin Kessler
Das heiße Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die Herangehensweise ist eine andere.

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Könnte man die Methode der Aufnahme vielleicht mit der eines Hörspiels vergleichen?

Martin Kessler
Eher nicht. Beim Hörspiel bin ich wesentlich freier in der Gestaltung, kann meinen eigenen Rhythmus finden. Bei Spielen ist man, soweit ich das kenne, Sklave der Länge des Originalsatzes oder der Vorgabe des Entwicklers. Bei Hörspielen kann ich viel mehr mit der Imagination arbeiten. Das mehr mit dem Beruf des Schauspielers im eigentlichen Sinn zu tun.

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Das “Hörsegment” mit seinen Hörspielen und vor allem mit seinen Hörbüchern befindet sich in Deutschland derzeit wieder auf dem Vormarsch. Zu einigen Filmen wie beispielsweise der Sony Pictures-Produktion “The DaVinci-Code” erscheint zusätzlich ein Hörbuch, oder eine Hörspielreihe.

Eine Entwicklung, die Ihnen als Sprecher mehr als zusagt?

Martin Kessler
Bisher hatte ich noch nicht das Vergnügen, ein Hörbuch zu lesen. Aber das kann ja noch kommen. Ich gehe davon aus, dass das eine reizvolle Arbeit sein dürfte.

SynchroWorld.de
Wie hoch ist der Anteil, den die Hörspiele, beziehungsweise Hörbücher derzeit in Ihrer alltäglichen Arbeit einnehmen?

Martin Kessler
Hörspiele ab und zu, Hörbücher – wie erwähnt – keins.

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In der Regel sind Sprecher nicht nur in einem Projekt involviert, sondern arbeiten parallel an mehreren “Baustellen”, was sicherlich auch auf die bereits erwähnten Umstände zurückführen lässt, in der sich die deutsche Synchronbranche derzeit befindet.

Wie hat man sich einen typischen Arbeitstag von Martin Kessler vorzustellen?

Martin Kessler
Unterschiedlich: Mal texte ich. Dann sitze ich lange am Schreibtisch und verpasse den Schauspielern hoffentlich immer synchrone und sinnvolle Texte.
Mal führe ich Dialogregie. Dann bin für acht oder mehr Stunden im Atelier und arbeite als Regisseur, der den natürlichen Fluss des Schauspielers durch völlig unnötige und schikanöse Korrekturen hemmt. Nein, im Ernst: ich versuche, so gut es möglich ist, dem Original zu entsprechen. Oft ist das nicht so ganz einfach, denn man muss eine deutsche Entsprechung finden.
Mal arbeite ich als Sprecher, der sich anderen Regisseuren aussetzt und seinen natürlichen Fluss hemmen lässt. Und das ist wie ein kleiner Urlaub. Da muss sich dann jemand anderer dern Kopf zerbrechen und trägt die ungeheure Last der Verantwortung.

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Würden Sie uns ein paar Produktionen – außer der vorhin bereits erwähnten Serie “Deadwood” – nennen, bei denen Sie Buch und/oder Regie inne hatten?

Martin Kessler
Die letzten zwei oder sogar drei Jahre habe ich mit Text und Regie von “The Shield” und “Deadwood” verbracht. Leider wird nix davon auf öffentlichen Kanälen gesendet. Zu hart, wie es heißt. Ich finde beide Serien ganz grosse Klasse. Tolle Drehbücher und hervorragend produziert. Und ab und zu einen Film. Der letzte war die HBO Produktion “Tsunami”.

SynchroWorld.de
Nochmal zurück zu ihrer Tätigkeit als Autor und Regisseur:
Würden Sie sich im Zweifelsfall eher für die “Ungeheure Last der Verantwortung” als Autor und Regisseur, oder doch für den “Urlaub” am Mikrofon entscheiden?

Martin Kessler
Die Frage ist niederträchtig. Kann ich so nicht sagen. Beides hat eine gewisse Verlockung. Ich glaube aber, dass ich ganz gut mit Leuten arbeiten kann.

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Der obligatorische Fragenblock zum Schluss:
Wenn keiner der Hollywood-Stars eine deutsche Feststimme hätte, für wen sollte man Sie besetzen?

Martin Kessler
Die Antwort auf die Frage überlasse ich mal schön anderen.

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Mit welchen Kollegen oder Studios arbeiten Sie besonders gerne zusammen?

Martin Kessler
Das kann ich so gar nicht beantworten. Es gibt natürlich Menschen, mit denen man nicht gerne zusammen arbeitet, aber der weitaus größte Teil der Kollegen gehört nicht dazu. Da macht es meistens großen Spaß.

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Ein Blick in die Zukunft:
In welchen Rollen werden wir Martin Kessler in den nächsten Wochen und Monaten erleben dürfen?

Martin Kessler
Da die Produktionen immer kurzfristiger reinkommen, weiß ich noch gar nicht, was mich erwartet.

SynchroWorld.de
Ein paar Worte an Ihre Fans…

Martin Kessler
Bleibt den Synchronleuten gewogen. Und sorgt durch konstruktive und laute Kritik dafür, dass sich das Synchron nicht durch ein unterirdisches Niveau selbst abschafft.

SynchroWorld.de
Vielen herzlichen Dank für dieses Interview, Herr Kessler.
Wir bedanken uns, dass wir Sie unserer Leserschaft etwas näher vorstellen durften, und wünschen Ihnen auch weiterhin frohes Schaffen und viel Erfolg!

Das Interview mit Martin Kessler führte ich im Jahr 2007. Veröffentlicht wurde es auf SynchroWorld.de, einem mittlerweile eingestellten Branchenmagazin für Synchronschaffende.

Interview mit Marcus Off

SynchroWorld.de
Herr Off, gleich zum Anfang des Interviews die Frage, die derzeit die Synchronfans in ganz Deutschland bewegt: Können Sie unsere Meldung bestätigen, wonach Sie auch in “Fluch der Karibik 2″ wieder als deutsche Stimme von Johnny Depp zu hören sein werden?

Marcus Off
Ja.

SynchroWorld.de
Wann wurde Ihnen dies mitgeteilt?

Marcus Off
Anfang bis Mitte Juni.

SynchroWorld.de
Wie kam es eigentlich zu der Situation, dass der deutsche Verleiher, Buena Vista International, zuerst auf David Nathan zurückgreifen wollte?

Marcus Off
Das weiß ich nicht, da müssen sie schon Buena Vista fragen.

SynchroWorld.de
Darf man erfahren, wie Ihnen diese Entscheidung von Seiten Buena Vista begründet wurde?

Marcus Off
Mir wurde das freundlicherweise von Buena Vista telefonisch mitgeteilt, das der Zweite Teil nicht mit mir besetzt werden wird.

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Dann hieß es plötzlich doch, dass Sie Johnny Depp auf ein Neues Ihre Stimme leihen werden. Wie haben Sie auf die Entscheidung reagiert? Ich meine, wie fühlt man sich, wenn man scheinbar in den Augen von Buena Vista und der FFS zuerst nicht als “erste Wahl” für Depp angesehen wurde, dann aber doch besetzt wird?

Marcus Off
Ich habe mich über diese Entscheidung sehr gefreut. Innerhalb eines Mehrteilers die Stimme eines Hauptcasts zu ändern finde ich persönlich grundsätzlich falsch. Darüber hinaus ist es einfach eine klasse Aufgabe Johnny Depp zu synchronisieren. Abgesehen davon, geht es hier glaube ich nicht um erste oder zweite Wahl, sonst hätte mich Buena Vista wohl kaum gebeten, den ersten Teil zu sprechen. Über künstlerische Fragen lässt sich einfach geteilter Meinung sein.

SynchroWorld.de
Spielte vielleicht auch der Studiowechsel eine Rolle? Für den ersten “Fluch der Karibik”-Film zeichnet ja bekanntlich die Berliner Synchron Wenzel Lüdecke verantwortlich…

Marcus Off
Nein. Natürlich unterbreiten die Studios, bzw. die Regisseure und Aufnahmeleiter, Besetzungsvorschläge. Aber in dieser Kategorie entscheiden in der Hauptsache und in letzter Instanz die Verleiher beziehungsweise die Produzenten.

SynchroWorld.de
Haben Sie eigentlich die daraufhin entstandene Diskussion über die Besetzungswirren in “Fluch der Karibik 2″ verfolgt? Beispielsweise in den News auf SynchroWorld.de oder in einschlägigen Foren?

Marcus Off
Ja, natürlich!

SynchroWorld.de
Was ist es für ein Gefühl, einen solch großartigen Hollywood-Star wie Johnny Depp in einer so unglaublich dynamischen Rolle wie der des Captain Jack Sparrow zu sprechen? Geht man da mit noch mehr Herzblut heran, als sonst?

Marcus Off
Johnny Depp ist sicher einer der großartigsten und vielseitigsten Schauspieler seiner Generation. Die Kreativität und die unkonventionelle Herangehensweise an Rollen wie zum Beispiel an einen Piratenkapitän ist außergewöhnlich. Das ist natürlich eine Herausforderung, eine angemessene Umsetzung zu finden, die dem Original so nah wie möglich kommt. Herzblut, Hochachtung, Nervosität spielen da schon eine Rolle. Beim ersten Teil war ich unglaublich nervös, und als ich im Studio gesehen habe, was “der” da spielt, wollte ich eigentlich gleich wieder nach Hause gehen. Ich dachte, das schaffst du nie. Naja, ich hatte ein gnädiges Team das mich einfach hat herumspielen und Dinge ausprobieren lassen, ohne dabei auf die Uhr zu gucken, bis ich endlich einen Weg für mich gefunden habe.

SynchroWorld.de
Ist Johnny Depp, im Vergleich zu anderen Rollen, die Sie bislang gesprochen haben, „schwerer“ zu synchronisieren? Er ist ja dafür bekannt, seine Rollen nicht nur zu spielen, sondern sie regelrecht zu leben, und ihr dadurch noch mehr Leben einzuhauchen, als es vielleicht andere Schauspieler je könnten. Fällt es Ihnen als deutscher Sprecher schwer, dieser Leistung in der deutschen Synchronfassung gerecht zu werden?

Marcus Off
Bei allen Rollen gilt es, so nah wie möglich ans Original heranzukommen und trotzdem so authentisch wie nur möglich zu sein. Das ist die Arbeit: Die Freude, der Kampf und manchmal auch das Leid. Aber wie immer bei allen ernstzunehmenden Rollen, wenn man den „Dreh“ gefunden hat, dann läuft`s. Sonst ist man verloren. So was gibt es leider auch. Abgesehen davon gibt es auch gute Regisseure und Autoren, die einem helfen. Und die feine Analyse des Originals hilft immer.

SynchroWorld.de
Wurde Ihnen vorab eine Filmkopie und/oder das deutsche Sprecherbuch von “FDK 2″ zur Verfügung gestellt, um sich nach den Jahren wieder in die Rolle einfinden zu können?

Marcus Off
Nein.

SynchroWorld.de
Nun läuft „Fluch der Karibik 2“ schon in wenigen Tagen in den hiesigen Kinos an. Das Kapitel ist für Sie somit abgeschlossen. An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit?

Marcus Off
Habe gerade einen sehr schönen dänischen Film in Berlin synchronisiert: “Morke”. Sowie Dreharbeiten zu einem Krimi “Führe uns nicht in Versuchung” abgeschlossen. Gerade synchronisiere ich einen spannenden französischen Vierteiler in München.

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Der dritte und letzte Teil zu „Fluch der Karibik“ ist ja bekanntlich schon abgedreht. Sind Sie schon auf die Synchronarbeiten im kommenden Jahr gespannt, oder wurde auch dieser Teil bereits synchronisiert?

Marcus Off
Nein, der dritte Teil wurde meines Wissens noch nicht synchronisiert.

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Stand es für Sie eigentlich schon früh fest, dass Sie einen kreativen Beruf, wie den des Schauspielers, ergreifen werden?

Marcus Off
Nein. Ich bin erst mit 24 auf die Schauspielschule gegangen.

SynchroWorld.de
Ich nehme an, bei Ihnen war es nicht anders, wie bei den meisten Ihrer Kollegen und Sie wurden erst durch die Schauspielerei an das Thema “Synchron” herangeführt. Wie kam es dazu?

Marcus Off
Ein Kollege hat mich mit in ein Synchronstudio in München mitgenommen. Nach den ersten Takes hab ich gesagt, das ist nichts für mich. Der Aufnahmeleiter bürstete mich zusammen und sagte, ich soll mich nicht so wichtig nehmen und erst mal eine Woche lang ins Studio kommen und zugucken, dann reden wir weiter. Er hatte Recht!

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Und können Sie sich denn noch an Ihre erste Synchronrolle erinnern?

Marcus Off
Das ist solange her und es war auch eine sehr kleine Rolle in einer Serie. Die erste große Rolle war “Jackpot” in Trapper John. Eine der ersten Hauptrollen war, glaube ich, in “Gavre Princip” , der Attentäter.

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Bei der Gelegenheit: Ende des Jahres bringt Sony Pictures den neuen James Bond-Film “Casino Royal” in die Kinos. Einige Quellen handeln Sie bereits als seine deutsche Stimme, da Sie erstens gut passen würden und zweitens Daniel Craig vor kurzem in “Enduring Love” gesprochen haben. Ist an dem Gerücht etwas dran: Marcus Off, die deutsche Stimme des neuen James Bond?

Marcus Off
Da wissen sie mehr als ich. Daniel Craig ist ein ausgezeichneter Schauspieler und ich glaube, man darf auf seinen “James Bond” gespannt sein.

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Aber Sie würden für den neuen “James Bond” schon zur Verfügung stehen, oder?

Marcus Off
Ja klar.

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Was unsere Leser immer wieder brennend interessiert: Wie hat man sich einen typischen Arbeitstag im Leben eines Schauspielers und Synchronsprechers, wie Sie es sind, vorzustellen? Geben Sie uns doch bitte einen Einblick!

Marcus Off
Neun Uhr Arbeitsbeginn im Synchronstudio bis 18.Uhr. 45 Min Mittagspause. Also acht Stunden am Tag unter Tage. Im Schnitt zwischen 100 und 200 Takes sprechen.

SynchroWorld.de
Kommen da die Schauspielerei und das Theater nicht zu kurz? Wie gelingt es Ihnen, das miteinander vereinbaren?

Marcus Off
Manchmal muss man einfach verzichten zugunsten der einen oder anderen Sache.

SynchroWorld.de
Herr Off, auf welchen Bereich Ihres Berufes legen Sie eigentlich mehr wert? Entscheiden Sie sich eher für das Schauspiel vor der Kamera, das Wirken vor Publikum auf der Theaterbühne, oder dann doch das leider weitgehend anonyme Schaffen im Synchronstudio?

Marcus Off
Mit den richtigen Leuten Theater spielen ist für mich das Größte. Wenn ich im Studio stehe und eine tolle Rolle synchronisieren darf vielleicht auch noch mit einem guten Buch und einem guten Regisseur, einer guten Cutterin bin ich von dieser Arbeit genauso absorbiert. Ich bin ein Teamarbeiter, ein Mannschaftsspieler. Das sind dann einfach Geschenke. Das gleiche gilt letztlich auch fürs Drehen.

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Wie erwähnt, schauspielern Sie sehr erfolgreich, beispielsweise in der Serie “Lindenstrasse” für die ARD, engagieren sich am Theater und sind im Synchronstudio tätig. Da fehlen eigentlich nur noch Referenzen im Autor- und Regiebereich… Oder sind die auch schon vorhanden?

Marcus Off
Ja, aber ich stehe eigentlich lieber vor der Kamera, dem Mikro beziehungsweise auf der Bühne, als dahinter. Ich bin einfach Schauspieler.

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Würden Sie uns ein paar Buch- und Regiereferenzen von sich nennen?

Marcus Off
Ich habe Treatments verfasst und als Regieassistent am Theater gearbeitet.

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Das Obligatorische zum Schluss:
Wenn keiner der Hollywood-Stars eine deutsche Feststimme hätte, auf wen sollte man Sie dann besetzen?

Marcus Off
Die Bandbreite eines jeden Schauspielers ist naturgemäß sehr unterschiedlich. Mich interessiert Vielfalt. Das ist ja auch das Interessante am synchronisieren. Die unterschiedlichen Schauspieler und deren Rollen die ich sprechen darf.

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…und wenn Sie sich auf einen Schauspieler festlegen müssten?

Marcus Off
Das kann ich nicht.

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Von welchem Projekt, egal ob Schauspiel, Theater oder Synchron, würden Sie behaupten, dass Sie auf das Gesamtergebnis besonders stolz sind?

Marcus Off
Zum Beispiel “Fluch der Karibik”, “Der ewige Gärtner” im Synchron. Im Theater “Furtwängler”, im Schauspiel “Dortmund” in der Rolle des Steve Arnold.

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Action, Comedy, Science Fiction, Horror, Drama… – Haben Sie ein Lieblingsgenre in dem Sie bevorzugt synchronisieren?

Marcus Off
Nein. Es kommt immer auf die Rolle an.

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Mit welchem Synchronstudio arbeiten Sie immer wieder gerne zusammen?

Marcus Off
Auch hier zählt letztendlich immer die Besetzung und das Team – also Schauspieler, Regisseur, Cutter, Tonmeister, Aufnahmeleiter, Autor, etc, die sich von Film zu Film immer wieder neu ergeben. Wie ich schon sagte: Diese Arbeit erfordert eine gute Mannschaft!

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Ein paar Worte an Ihre Fans…

Marcus Off
Nichts tut so gut, wie die Anerkennung und Würdigung der eigenen Arbeit.

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Wir bedanken uns und wünschen Ihnen für all Ihre weiteren Projekte viel Erfolg und alles Gute! Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben!

Das Interview mit Marcus Off führte ich im Jahr 2006. Veröffentlicht wurde es auf SynchroWorld.de, einem mittlerweile eingestellten Branchenmagazin für Synchronschaffende.

Interview mit Pierre Peters-Arnolds

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Herr Peters-Arnolds, Sie sind ja bekanntlich in München tätig, aber ursprünglich stammen Sie aus dem schönen Berlin und haben dort Ihre Jugend verbracht. Beschreiben Sie uns doch bitte Ihren Werdegang!

Pierre Peters-Arnolds
Von klein auf war ich kreativ tätig. Ich habe Theater gespielt, synchronisiert und gedreht. Auch gesungen und moderiert. Mein Vater hat in über zweihundert Stummfilmen mitgespielt, u.a. in “Das Kabinett des Dr. Caligari”. Nebenbei hat er Theaterstücke geschrieben, Schlager und Romane. Auch als Theater-Intendant war er tätig. Von vorn herein stand für mich fest: Pierre landet nie bei der Commerzbank.
Mit zehn hatte ich meinen ersten privaten Schauspielunterricht. Ist schon komisch… Mein Vater ist in der Stummfilmbranche groß geworden, und sein Sohn spezialisiert sich auf das Wort. Der Apfel fällt manchmal doch weit vom Stu(a)mm…

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An welchen Theaterstücken haben Sie denn damals mitgewirkt?

Pierre Peters-Arnolds
“Der Sturm”, “Schuld und Sühne”, “Der Vater”, “Leben und Tod der Marilyn Monroe”, “Der Flieger”, “Mann ist Mann”, “Schwingen”, “Amphitryon”, “Die Weber”, “Tod eines Handlungsreisenden”…

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Und wenn ich mich nicht täusche, haben Sie bereits damals eine uns heute bestens bekannte Synchronstimme kennengelernt, oder?

Pierre Peters-Arnolds
Mit sechs Jahren stand ich zum ersten Mal auf der Bühne im Berliner Schlosspark Theater. Ich hatte für das Alter verhältnismäßig viel Text und ein Kollege kümmerte sich besonders nett um mich und versuchte mir immer wieder die Nervosität zu nehmen. Es war Randolf Kronberg, unter anderem die Stimme von Eddie Murphy. Wir verstehen uns auch heute noch bestens und lachen viel über die damalige Zeit!

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Wie Sie bereits erwähnten, war Ihr Vater seinerzeit ebenfalls beim Film aktiv, Ihre Schwester Philine arbeitet auch als Synchronsprecherin in Berlin – unter anderem als deutsche Stimme von Joan Cusack – und selbst Ihr Nachwuchs war schon im Studio und vor der Kamera aktiv! Stand es für Sie bereits in jungen Jahren fest, dass Sie in dieser Branche tätig werden wollen?

Pierre Peters-Arnolds
Wenn Sie die Synchronbranche meinen- nein, das hat sich im Laufe der Jahre so ergeben. Aber wenn man familiär so vorbelastet ist wie ich, Oma Pianistin, Vater Schauspieler und Mutter Opernsängerin, dann schnuppert man schon sehr früh kreative Luft, die man dann ein Leben lang zum Atmen braucht.

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Nach vielen erfolgreichen Jahren auf den Bühnen Berlins, haben Sie den Entschluss gefasst ins ferne München überzusiedeln. Was hat Sie zu diesem Schritt veranlasst?

Pierre Peters-Arnolds
Ach, eigentlich wollte ich mir nur eine Künstleragentur suchen. Die saßen damals alle in München und es waren ja, im Gegensatz zu heute, nur sehr wenige Agenturen zugelassen. Ich übernahm von Ute Willing, die damals in Berlin Theater spielte, ihr Zimmer in einer Wohngemeinschaft und wollte eigentlich nur einen Monat bleiben. Zu der Zeit wohnte dort auch Christian Tramitz, der gerade ein Stück für ein Kellertheater probte. Ein Schauspieler fiel aus, und ich sprang ein. Wir haben noch drei weitere Stücke gespielt und ich muss ehrlich zu geben, es war meine schönste Theaterzeit. Die Nähe zum Publikum- alles so ehrlich und direkt. Außerdem hat mich München total fasziniert. Nicht nur die Biergärten, nein auch die Berge, der Katzensprung nach Italien, die vielen Kellertheater und Strassencafes. In Berlin habe ich mehr oder weniger nur Nachts gelebt- in München hab ich den Tag entdeckt.

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Mit einem Partner gründeten Sie 1990 die Neue Tonfilm München und fassten somit auch im Produktionsbereich Fuß. Wie kam es dazu?

Pierre Peters-Arnolds
Man saß eines Tages so beim Bier, und überlegte sich mal was Neues zu machen. Mein Partner war Synchronaufnahmeleiter bei Kirch, und ich hatte als Synchronregisseur und Autor gerade Fuß gefasst. Irgendwann sagte einer: das machen wir – und dann haben wir’s gemacht. Wir sind da ganz unbefangen und spielerisch rangegangen.

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Kann man sagen, wieso es 1995 zur Trennung von der Neuen Tonfilm kam?

Pierre Peters-Arnolds
Ach nö, interessiert doch niemanden.

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Noch im selben Jahr meldeten Sie sich mit der PPA Film zurück. Dort sind Sie bis heute Geschäftsführer und haben sich auf dem deutschen Markt etabliert. Wie würden Sie Ihr Studio beschreiben?

Pierre Peters-Arnolds
Ich wollte eigentlich keine Firma mehr gründen. Aber ich hab vier Monate lang bei anderen Firmen gearbeitet und war total frustriert, was dort so teilweise zusammen synchronisiert wurde. Billig und schnell, bitte nur keine Kunst. Kreatives und technisches Personal wurde nach dem “Wer hat gerade Zeit-Faktor” zusammengestellt. Für mich war und ist immer wichtig: Wer passt zu wem und mit wem bilden wir das beste Team, und wer passt zu welchem Film. Jeder muss mitspielen, wie im Fussball, allein bewege ich gar nichts.

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Zur allgemeinen Aufklärung: “PPA” steht für…

Pierre Peters-Arnolds
Post Production Adaption. Nein, das wär natürlich ‘ne Lösung. Es sind einfach die drei Anfangsbuchstaben meines Namens. Ich wurde in München schon sehr schnell so genannt. Pierre Peters-Arnolds haben die Bayern nach dem ersten Weißbier nicht mehr über die Lippen gekriegt.

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Um konstant hohe Qualität abliefern zu können bedarf es eines Teams, auf das man sich jederzeit zu 100 Prozent verlassen kann. Wer gehört denn neben Stephan Fandrych und Ihnen noch zur PPA Film?

Pierre Peters-Arnolds
Auch Stephan war so’n Typ, der mal was anderes ausprobieren wollte. Er kam als Aufnahme- und Mischtonmeister von der Bavaria zu uns, und nannte sich gleich Produktionsleiter. Oh Gott, das erste Jahr war ‘ne Katastrophe. Jetzt ist er nicht mehr wegzudenken. Ohne ihn würde ich lieber Zeitungen austragen. Die zweite Säule in der PPA ist Alexander Schulz. Den hab ich vor fünfzehn Jahren bei einer Synchronisation in Berlin kennengelernt. Ich sprach da eine Rolle, er war Aufnahmeleiter, und meine Frau lag in Erwartung unseres ersten Kindes fast schon im Krankenhaus. Wie ich durch ihn später erfuhr, hatte er mir stündlich auf diverse Namen Flüge blockiert, damit ich im “Notfall” schnell nach München konnte. Alexander kam dann zu mir nach München. Ohne seine Hilfe und Unterstützung würde es die PPA heute nicht geben. Dann haben wir noch unsere Dana Hopfe, Produktionssekretärin und gute Laune vom Dienst, Kai Medinger, auch von der Bavaria und bei uns Chef Tonmeister, Alexander Köhler, das absolute Computer-Hirn und ProTools-Freak und natürlich Michael Mitra, unsere Schnitt-Fee. Einer der wenigen Männer im Cutter-Bereich.

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Wo Sie es ansprechen: Was meinen Sie woran es liegt, dass der Beruf des “Cutters” so von Frauen dominiert wird? Das fällt wirklich auf… Ständig ist von “Cutterin” die Rede!

Pierre Peters-Arnolds
Tja, das ist genauso schwer zu erklären wie der Beruf der Zahnarzthelferin. Vielleicht liegt es an den sensibleren, zarteren Händen. Mal ehrlich, wer hat schon gerne männliche Wurstfinger im Mund?

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Die PPA Film verfügt über zwei getrennte Sprachaufnahmestudios. Eines davon befindet sich auf dem Gelände der Produktionsfirma ARRI. Was hat es damit auf sich?

Pierre Peters-Arnolds
Ja, wir haben zwei Studios: Das “Studio B” in der ARRI, und das Studio “G-Punkt” in der Bavaria. Damit sind wir auf beiden Filmgeländen in München vertreten. Beide existierten bereits vorher als Aufnahmestudios und wurden uns zur Übernahme angeboten.
Das Studio in der Bavaria hieß schlicht und einfach “Studio G”, und uns wurde nahe gelegt, diesen “Markennamen” doch zu ändern, um eventuellen Streitigkeiten mit der Bavaria Synchron aus dem Weg zu gehen. Alexander Schulz kam auf die glorreiche Idee, einfach nur einen Punkt dahinter zu machen. Mehr steckt nicht dahinter.

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Geben Sie uns doch bitte einen Überblick über Ihren Kundenstamm. Für welche Studios arbeitet die PPA Film?

Pierre Peters-Arnolds
Am besten nachzulesen auf unserer Homepage www.ppafilm.de.

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Die PPA Film genießt unter Synchronsprechern und Kennern der Branche einen sehr guten Ruf. Ganz naiv gefragt: Was machen Sie anders als die Konkurrenz?

Pierre Peters-Arnolds
Wir sind ja mit die Einzigen mit einem kreativen Kopf. In den anderen Firmen sitzen ja Kaufleute an der Spitze oder solche die sich dafür ausgeben. Die halten schön ihr Geld zusammen und passen auf, dass die Rendite stimmt. Das tun wir natürlich auch, aber bevor wir eine Stimme auf einen Star oder guten Schauspieler besetzen würden, nur weil sie weniger kostet oder keine Reisekosten verursacht, würden wir beim Auftraggeber alle Hebel in Bewegung setzen oder die Portokasse plündern. Im Lauf der Jahre hat sich natürlich ein Kundenstamm aufgebaut, der uns gerade deswegen schätzt. Wir stehen zu jeder Synchronisation, egal ob DVD, Kino oder Serie und behandeln auch alle gleich. Ich find es total scheiße, Projekte lieblos zu behandeln, nur weil man sich vom Auftraggeber hat drücken lassen oder sie “nur” auf DVD erscheinen. Wir treten auch im Gegensatz zu anderen an die Öffentlichkeit. Wir wollen Kritik, eine Resonanz unserer Arbeit. Ja, wir würden uns sogar bei der einen oder anderen Filmkritik ein paar Worte über die Synchronisation wünschen. Es ist eine tolle Arbeit, verdammt schwer und immer wieder eine neue Herausforderung. Immer wieder an neuen großen Filmen zu arbeiten, mit immer wieder neuen Leute macht unglaublich Spaß. Und diesen Spaß bringen wir – glaub’ ich zumindest – in unserer Arbeit auch rüber.

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Apropos Spaß…
Von Angela Wiederhut haben wir erfahren, dass es bei Ihnen einen sagenumwobenen “Terminator-Flipper” gibt. Wer hält denn aktuell den Rekord?

Pierre Peters-Arnolds
Diese Frage trifft mich hart. Unser Tonmeister Kai Medinger ist einsamer Rekordhalter mit über 250 Millionen Points. Der muss ab sofort zwei Schichten im Studio fahren, damit er nicht mehr üben kann. Danach folgt ein dicht gedrängtes Mittelfeld mit Alexander Schulz, Stephan Fandrych und mir. Die Points hab ich mir nicht gemerkt. Aber ich glaube, wir sind alle mindestens siebenstellig.

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Von welchem Projekt würden Sie behaupten, dass es das umfangreichste in der bisherigen Firmengeschichte der PPA Film war?

Pierre Peters-Arnolds
Das war eindeutig “Hamlet” mit Kenneth Branagh. 14 Akte, viereinhalb Stunden Länge, vier Wochen Aufnahmen mit allem was Rang und Namen hat. Und das gleich ein Jahr nach der Gründung.

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An welche Produktionen erinnern Sie sich immer mal wieder zurück?

Pierre Peters-Arnolds
Naja, es werden natürlich immer mehr, umso älter man wird. Aber auf jeden Fall an meinen ersten Film als Synchronautor- und Regisseur: “James Bond – Der Hauch des Todes”. Man, hab ich da gelitten. Ich krieg jetzt noch Sodbrennen, wenn ich daran denke. Ganz oben mit dabei: “Mississippi Burning”, “Der Rosenkrieg”, “Lost in Translation”, “Men in Black” und “Sea of Love”. Heute noch einer meiner Lieblingsfilme. Allein schon wegen Ellen Barkin. Negative Erinnerungen hab ich nicht. Passt nicht zu mir.

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Wissen Sie noch, bei welcher Produktion Sie Ihr Synchrondebüt gaben und wen Sie gesprochen haben?

Pierre Peters-Arnolds
Wen ich als Ersten gesprochen habe, weiß ich nicht mehr. Aber meine erste Serie war “Westlich von Santa Fe”, den Fred. Dafür war ich übrigens mit zwölf auch schon mal ein Jahr in München. Meinen Vater sprach Nils Clausnitzer.

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Neben Ihrer Tätigkeit als Synchronsprecher, verdienen Sie natürlich vor allem als Synchronautor- und Regisseur ihr Geld. Aber auch unter Hörspiel-Fans sind Sie kein Unbekannter. Seit wann sind Sie auch in diesen Bereichen tätig und was hat Sie daran gereizt?

Pierre Peters-Arnolds
Mal ehrlich, als Synchronsprecher verdiene ich kaum noch was. Die Konkurrenz holt mich nicht so gern ins Haus. Im Bereich Hörspiel / Hörbuch bin ich eher als Regisseur oder beratend tätig. Geschrieben hab ich in diesem Bereich noch nichts. Ich würde gerne, aber die Zeit… Synchronautor war ich, bis auf ganz wenige Ausnahmen, bei allen Filmen, bei denen ich auch Regie geführt habe. Für mich gehört das unbedingt zusammen, auch wenn einige da anderer Meinung sind. Denn nur wenn man einen Film auch schreibt, die tausend Puzzleteilchen fleißig zusammensetzt, hat man als Regisseur eine Basis. Dann weiß man genau wie man`s haben will, und wird nicht mehr verarscht.

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Aber als Sprecher konnte man Sie doch schon in einigen Hörspiel-Produktionen hören, oder?!

Pierre Peters-Arnolds
Da braucht man schon ein verdammt gutes Ohr, um mich in den aktuellen Hörspielen und Hörspiel-Kassetten noch zu erkennen. Denn diese Aufnahmen liegen mindestens schon 20 Jahre und länger zurück. Als Kind und Jugendlicher habe ich sehr viel gesprochen, beim SFB (heute “RBB”, Anm. d. Red.) und für diverse Hörspielproduktionen. Viele davon wurden heute wieder auf den Markt geworfen. Ist schon lustig, wenn die eigenen Kinder dann mit einer MC in der Hand kommen und sagen: “Papa, du bist ja der kleine Freitag. Guck mal, da steht’s auf der Hülle.”

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Wie würde denn im Hörspiel-Genre ein Traumprojekt von Ihnen aussehen?

Pierre Peters-Arnolds
Ich würde gern mal ein Hörspiel inszenieren wie einen Film. Mit viel Musik, Effekten und lebendiger Sprache. Mit vollem Sound in 5.1… Die Schauspieler müssten mit gelerntem Text erscheinen und ihre Rollen spielen -nicht ablesen.

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Wieder zurück zur Synchronisation:
Gibt es eine Produktion von der Sie sagen, dass Sie auf das Gesamtergebnis besonders stolz sind?

Pierre Peters-Arnolds
Ich bin stolz auf jedes Ergebnis. Hey, wir arbeiten in einer so tollen Branche. Wir bearbeiten große und kleine Filme, wir werden mit unserer Synchronisation ein Teil dieser Filme. Wir sehen sie schon Monate vor dem Start und tragen Mitverantwortung ob die Filme laufen oder nicht. Und jeder, der Synchron doof findet, sollte sich erstmal einen Einblick verschaffen, wie viel Arbeit dahinter steckt und wie viele Leute daran beteiligt sind.
Als Regisseur bin ich nach wie vor begeistert von der Leistung von Sandra Schwittau in dem Film “The Crying Game” auf den Transsexuellen. Als Sprecher war ich in dem Film “Vier lieben Dich” am meisten gefordert. Michael Keaton viermal geklont, vier verschiedene Charaktere. Da schlägt das Schauspielerherz Purzelbäume.

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Was würden Sie jemanden entgegnen, der angibt, schon aus Prinzip auf die Originaltonspur auf der DVD umzuschalten, anstatt sich die “verschandelte” synchronisierte Version anzusehen?

Pierre Peters-Arnolds
Ist natürlich schade wenn manche so voreingenommen sind. Aber ich find’ das okay. Film soll unterhalten und Emotionen wecken. Auf welche Art und Weise das passiert bleibt jedem selbst überlassen. Aber es ist doch schon mal toll, dass wir in Deutschland die Auswahl haben zwischen Synchron und Original. Aber was machen die Original-Freaks bei tschechischen, griechischen oder indischen Filmen? Untertitel?
Mich persönlich lenken die viel zu sehr von den Schauspielern ab. Statt in die Augen zu sehen, bin ich immer nur am lesen. Aber wir müssen uns in Deutschland damit abfinden, dass gern gemeckert wird. In Italien oder Spanien zum Beispiel sind Synchronsprecher absolute Stars. Die haben sogar eigene Festivals, auf denen sie gefeiert werden. Und daß in Amerika nicht synchronisiert wird ist ja logisch. Wenn ein europäischer Film Erfolg verspricht, wird er gleich nachgedreht. Das dient dem Schutz der amerikanischen Filmindustrie. Davon sind wir noch Lichtjahre entfernt.

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Wie sieht denn ein ganz normaler Arbeitstag von Ihnen aus?

Pierre Peters-Arnolds
Ach herrje, um halb sieben mit meinen drei Kindern aufstehen, frühstücken, ab in die Firma und das ganz normale Chaos auf sich einwirken lassen. Bürokram, Kalkulationen, Aquise, Texten oder Regie führen, usw., usw., usw. zwischendurch mal Tennis und mit Branchenfremden quatschen.

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Und wie hat man sich Ihre alltägliche Arbeit als Synchronautor vorzustellen? Sie bekommen das “Rohmaterial” zugeschickt…

Pierre Peters-Arnolds
…und dann sitze ich je nach Länge und Schwierigkeitsgrad bis zu zwei Wochen in einem kleinen Kämmerchen und bastele die Rohübersetzung auf die Lippen. Ich erwecke die Rohübersetzung sozusagen umgangssprachlich zum Leben. Viele Slang-Ausdrücke und Jokes haben ja im Deutschen keine Bedeutung. Da muss man Alternativen finden. Mein Lieblingsbuch ist das Synonymlexikon von Duden. Liegt immer griffbereit. Auch finde ich die ganzen Amerikanismen, wie man sie oft in synchronisierten Serien hört, furchtbar. Bei mir würde nie ein “Mom”, “Sohn einer Hure”, “Bastard” oder “Bist du okay” vorkommen. Auch übernehme ich nur selten das Imperfekt. “Fuhrst du den Wagen” oder “Sagtest du es ihr” klingt doch erschütternd. Das ist bei uns die Sprache der Vorkriegsgeneration, aber nicht der Jugend.

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Von einem recht bekannten Synchronregisseur, dessen Name mir allerdings gerade entfallen zu sein scheint, habe ich kürzlich erfahren, dass man sich am Ende des Tages ziemlich schizophren vorkommt, wenn man im Studio gleichzeitig als Regisseur und Sprecher tätig ist. Können Sie dies bestätigen?

Pierre Peters-Arnolds
Nein. Okay, es kostet natürlich die doppelte Kraft. Macht aber auch gigantisch Spaß. Da kann ich mich hundert Prozent auf meine Mitarbeiter verlassen. Ohne deren Offenheit und Kritik könnte ich das gar nicht. Das ist ja das Schöne daran, wenn man schon so viele Jahre eng zusammen arbeitet und sich nichts mehr vormachen muss. Aber da fallen mir nicht mal zehn gute Leute in Deutschland ein, die das überhaupt draufhaben. Es gibt leider sehr viele Quereinsteiger auf dem Regiestuhl, die so kreativ sind wie ein Frosch. Und so gequakt klingt dann auch das Ergebnis.

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Wie macht man es einem Verleih eigentlich klar, dass man sich in einer Produktion auch mal selber besetzt? Sie sind ja in Filmen, die bei der PPA Film bearbeitet wurden, ziemlich oft in kleineren und größeren Rollen zu hören…

Pierre Peters-Arnolds
Nun bin ich ja bei den Verleihen als Sprecher kein Unbekannter. Oft sagen sie sogar von sich aus: Hey, den musst du sprechen. Im Grunde haben sie mich ja auch, bis auf ganz wenige Ausnahmen, exklusiv. Außerdem ist bei Kinofilmen oder großen Fernsehproduktionen immer ein Supervisor oder Redakteur bei den Aufnahmen dabei. Die freuen sich richtig, wenn sie auch mal Regie führen dürfen und den PPA quälen können.

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Als erfahrener Synchronautor und Regisseur, wie Sie es sind, sollte man doch am besten wissen, wen man auf welchen Schauspieler besetzt und welche Entscheidung gut von den Fans aufgenommen wird. Wie sehr schmerzt es dann, wenn man vom Verleih oder Supervisor bestimmte Auflagen bekommt? Aktuelles Beispiel: Die Entscheidung in “Fantastic Four” Stefanie Kellner auf Jessica Alba zu besetzen…

Pierre Peters-Arnolds
Ja, es schmerzt schon sehr, und es ist ein großer Kampf. Aber man muss die Verleiher auch verstehen. Ein Film soll ja nach der Kinoauswertung auch noch über viele Jahre hinaus auf verschiedenen Medien Geld einspielen. Nicht umsonst geht es bei großen Filmen heute nicht mehr ohne Voice Casting. Klar vertraut man meiner Erfahrung, aber trotzdem wird die Besetzung von vielen getroffen. Und gerade die haben auch ihren Arbeitsplatz zu verteidigen. Die Zeiten sind rauer geworden. Amerika lässt grüßen. Shandra Schadt wird bei mir noch viele Rollen sprechen. Vielleicht auch wieder Jessica Alba.

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Haben Sie eigentlich einen persönlichen Favouriten? Mit welcher Synchronstimme arbeiten Sie immer wieder gerne zusammen?

Pierre Peters-Arnolds
(lacht) Ist das ‘ne Fangfrage? Mal ehrlich, man hat in jeder Branche seine Lieblinge und solche mit denen man auskommen muss. Wenn ich jetzt alle meine Lieblinge aufzählen müsste, würde ich Blasen an den Fingern kriegen.

SynchroWorld.de
Neben der Bearbeitung von Hollywood-Blockbustern, wie “Men in Black” I + II, “Lost in Translation” und “Fantastic Four”, hat sich die PPA Film auch auf die Nachsynchronisation deutscher Spielfilme spezialisiert. Wo liegen – neben der Motivation, dass man im Abspann erwähnt wird – die Unterschiede in der Art, wie man an solche Filme herangeht?

Pierre Peters-Arnolds
Dass alle Beteiligten im Abspann erwähnt werden, ist doch eigentlich ganz normal. Sie haben ihre Leistung erbracht und gehören namentlich dahin. Dass das nur noch bei deutschen Produktionen oder öffentlich-rechtlichen Fernsehspielen der Fall ist, ist gelinde gesagt eine Missachtung. Warum wird Synchron mit Anonymität bestraft?
Eine deutsche Nachsynchronisation ist das Schwerste was man sich vorstellen kann. Ich kenne kaum einen Schauspieler der das gern macht, oder kann. Es sind ja keine Synchronprofis und der letzte Drehtag liegt meist schon Monate zurück. Die Arbeit besteht nun darin, sie wieder an das Original heranzuführen, ihnen ihre Ängste zu nehmen. Jeder Satz, jeder Laut oder Atmer wird hart erarbeitet.
Man schafft am Tag auch höchstens nur das halbe Pensum gegenüber einer Fremdsynchronisation. Aber genau darin liegt für mich der Reiz. Die Arbeit am Wort, am Ausdruck. Helfen zu können, meine ganze Erfahrung mit einfließen zu lassen, -…das sind Sternstunden.

SynchroWorld.de
Zur Erklärung: Wann wird eigentlich nachsynchronisiert?

Pierre Peters-Arnolds
Nachsynchronisiert werden Szenen, bei denen man zu viele Störgeräusche unter der Sprache hat, wie z.B. Autofahrten, Liebesszenen am Wasserfall, künstlicher Regen mit Wind- und Regenmaschinen, zu lautes Kamerasurren, etc… Aber auch Szenen, die beim Dreh schauspielerisch noch nicht auf den Punkt waren.

SynchroWorld.de
Könnten Sie uns ein paar Filme nennen, bei denen Ihr Studio für die Nachsynchronisation verantwortlich war?

Pierre Peters-Arnolds
“Wilde Kerle”, “Sophie Scholl”, “Barfuss”, “Siegfried”, “Nibelungen”, “Kein Himmel über Afrika”, “Es ist ein Elch entsprungen”…

SynchroWorld.de
Geben Sie uns zum Schluß noch einen kleinen Überblick über die Produktionen, an denen aktuell bei der PPA Film gearbeitet wird. Auf welche kommenden Kinofilme, DVDs, etc. können sich die Synchronfans freuen?

Pierre Peters-Arnolds
“Legend of Zorro”, “Inuyasha Spielfilme”, “Elvis” Teil I und II, Hörbuch Jan Weiler: “Antonio im Wunderland” (unbedingt anhören oder lesen), und ein paar deutsche Kino-Produktionen, über die wir laut Vertrag noch nicht reden dürfen…

SynchroWorld.de
Herr Peters-Arnolds, wir möchten uns bei Ihnen dafür bedanken, dass wir Sie und Ihr Studio PPA Film unseren Lesern etwas näher vorstellen durften. Für die Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute und auch weiterhin viel Erfolg!

Pierre Peters-Arnolds
Ich danke!

Das Interview mit Pierre Peters-Arnolds führte ich im Jahr 2005. Veröffentlicht wurde es auf SynchroWorld.de, einem mittlerweile eingestellten Branchenmagazin für Synchronschaffende.

Interview mit Anke Kortemeier

SynchroWorld.de
Anke, einigen Deiner Kollegen wurde das Synchronsprechen, bzw. die Schauspielerei regelrecht in die Wiege gelegt, andere sind eher rein zufällig dazu gekommen. Wie sieht es bei Dir aus?

Anke Kortemeier
Ich habe mit 5 Jahren das erste Mal synchronisiert. Nur durch einen Zufall bin ich zum Synchron gekommen. Meine Eltern sind beide Grafiker und hatten mit der Branche nichts zu tun. Aber eine Bekannte meiner Mutter, die damals Schauspielerin war und synchronisierte, meinte, dass Kinder für Synchronsprechen immer gesucht werden und ob ich nicht mal mitkommen möchte. So fing alles an. Ich dackelte mit 5 Jahren das erste Mal ins Studio, kletterte auf ein paar Apfelkisten vor dem Mikro und ließ mir den Text vorsprechen und mich antippen um meinen Einsatz nicht zu verpassen.
Ich fand das alles toll und spannend und habe mit meiner lebendigen Art manchen Regisseur oder Tonmeister ins Schwitzen gebracht. In den Pausen saß ich in der Regie und hab schon mal für paar Stunden die Technik lahm gelegt, weil ich immer an allen Knöpfen rumdrückte.

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Auf welchen Bereich Deines Berufes legst Du mehr Wert? Fühlst Du Dich eher als erfolgreiche Synchronsprecherin oder als tolle Schauspielerin?

Anke Kortemeier
Beides gehört ja eng zusammen und im Moment liegt die Priorität beim Synchron. Ich synchronisiere sehr viel und drehe weniger. Ich “bediene” gerne gute Schauspieler und versuche immer so genau am Original wie möglich zu bleiben.

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Warst Du auch schon auf der Theaterbühne zu sehen?

Anke Kortemeier
Im Schultheater, und in einem Musical in München das “Pocker” hieß. Sonst leider nicht.

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Du hast Kinofilme gedreht und standest unter anderem für ARD, ZDF, RTL und Sat.1 vor der Kamera. Seit wann bist Du auch im Schauspielbereich aktiv?

Anke Kortemeier
Ich habe noch während der Schule (Kunst FOS) angefangen zu drehen. Damals war ich 19 Jahre und bin durch einen Zufall zu einem Casting für einen ZDF-Dreiteiler eingeladen worden. 400 Mädchen wurden gecastet und ich wurde tatsächlich ausgewählt. – Glück! Mein Direktor war damals sehr loyal und hat die drei Wochen Dreh als Praktikum anerkannt.
So konnte ich das erste Mal vor der Kamera stehen und habe mir danach eine Schauspielagentur gesucht, die mich nach der Schule immer wieder weitervermittelt hat.

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Und dann hast Du natürlich professionellen Schauspielunterricht genommen…

Anke Kortemeier
Ja, ich hatte eine private Schauspiellehrerin und habe mehrere Schauspielworkshops in verschiedenen Städten und Ländern besucht. Auf eine Schauspielschule wäre ich natürlich gerne gegangen, aber ich musste mich damals entscheiden. Entweder “learning by doing” oder den klassischen Weg. Ich hatte mich wegen einer Produktion für Das Erste entschieden. Ich habe am Set immer sehr intuitiv und naiv gearbeitet, das wollte ich mir bewahren.

SynchroWorld.de
Was kannst Du uns zu Deinem ersten Dreh erzählen?

Anke Kortemeier
Das war extrem spannend. Wir drehten in Österreich und ich musste eine Sportrodlerin spielen, die sich mit Ihrer Partnerin erst nicht versteht und dann aber dicke Freundinnen werden. Es war meist saukalt und der Sportrodelanzug war hauteng. Igitt! Wir mussten in den Eisrinnen rodeln, wurden aber auch oft gedoubelt.
Das Team war toll und die andere Hauptdarstellerin ist bis heute meine engste Freundin.

SynchroWorld.de
Darf man erfahren, um wen es sich bei Deiner besten Freundin handelt? Ist sie uns vielleicht sogar bekannt?

Anke Kortemeier
Ja klar. Es ist Jaqueline Svilarov. Sie dreht sehr viel, und ist eine tolle Schauspielerin. Im Moment dreht sie den “Landarzt” und ist fest bei der “Lindenstraße”. Eine super Frau.

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Angenommen, es hätte mit Deiner Schauspielkarriere nicht geklappt. Du würdest trotzdem einem kreativen Beruf ausüben, oder?!

Anke Kortemeier
Ja und nein. Ich singe unglaublich gerne. Hatte bis vor kurzem noch Gesangsunterricht, und das seit ungefähr vier Jahren. Ich wäre vielleicht Sängerin geworden. Vielleicht aber auch Modedesignerin.
Ich habe einen Monat in Duban, Südafrika, in einem Kinderheim gearbeitet. Diese Erfahrung lässt mich nicht los, und ich werde bestimmt noch mal was in der Richtung tun. Und ich könnte mir auch sehr gut vorstellen mit bedrohten Tieren in Afrika zu arbeiten. Zum Beispiel mit Berggorillas in Uganda oder mit anderen Affenarten. Ich war schon immer hin und her gerissen zwischen der kreativen, künstlerischen Arbeit und dem Sozialen. Zum Glück kann man das ja miteinander verbinden.

SynchroWorld.de
Stehen in nächster Zeit wieder Drehtage an? Kann man diesbezüglich schon etwas ankündigen?

Anke Kortemeier
Ja. Für das ZDF habe ich den Abendspielfilm “Deutschmänner” gedreht, für RTL “Mein Leben und Ich” und eventuell drehe ich eine schöne Sache für den WDR.

SynchroWorld.de
Wie sähe Deine persönliche Traumrolle beim Film aus?

Anke Kortemeier
Da möchte ich mich gar nicht einschränken.
Ich hätte da viele Ideen. Auf alle Fälle müsste meine Rolle extrem sein.

SynchroWorld.de
Unseren jüngeren Lesern bist Du außerdem als Moderatorin von “Tabaluga TiVi” im ZDF in Erinnerung, oder sie kennen Dich aus der Sendung “Playhouse Disney”, die Du momentan für Super RTL und den Disney Channel moderierst. Wie kamst Du zur Moderation?

Anke Kortemeier
Ich hatte irgendwann ein Casting mitgemacht und wurde in die nächste Runde eingeladen und schwups, schon war ich drinnen. Toll, das hat wirklich geklappt wie am Schnürchen. Wenn man mal Kinderfernsehen macht und die Leute einen mögen, dann spricht sich das ‘rum und man wird immer mal wieder gebucht.

SynchroWorld.de
Es fällt auf, dass Du hauptsächlich Formate moderierst, die an ein junges Publikum gerichtet sind. Ist es etwas Besonderes für Dich, mit Kindern zu arbeiten?

Anke Kortemeier
Ja, natürlich. Ich arbeite sehr gerne mit Kindern. Ich liebe die Spontanität, Ehrlichkeit und Unberechenbarkeit.

SynchroWorld.de
Gibt es Drehtage oder Produktionen, an die Du immer mal wieder zurückdenkst?

Anke Kortemeier
Klar, ich bin natürlich auch geprägt worden durch die ganzen Erfahrungen und Begegnungen. Bei “Tabaluga TiVi” z.B. habe ich das erste Mal moderiert und wir hatten ca. 60 Kinder im Studio, fünf Kameras und ich bin ins kalte Wasser gesprungen. Das war eine große Erfahrung und die Leute dort, sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich werde dort heute noch zu Produktionsfeiern eingeladen.

SynchroWorld.de
Hast Du ein bestimmtes Ritual vor jedem Dreh, bzw. vor jeder Aufnahme?

Anke Kortemeier
Ehrlich gesagt nein. Ich bin halt immer ein bisschen aufgeregt, weil ich einfach gut sein möchte.
Ah doch! Man steht ja meistens sehr früh auf, da muss ich mir immer Eis auf meine geschwollenen Augen legen, weil ich doch so gerne lange schlafe.

SynchroWorld.de
Was ist es für ein Gefühl, wenn Du Dich im Fernsehen siehst oder Deine Stimme auf einem bekannten Hollywood-Star hörst?

Anke Kortemeier
Meine Stimme bin ich jetzt schon gewöhnt und da habe ich keine Probleme mehr, aber wenn ich mich im Fernsehen sehe, bin ich sehr kritisch. Manchmal kann ich mich auch gar nicht sehen. Andere finden das ganz toll sich anzugucken, aber ich muss immer 100% zufrieden sein, dann kann ich es auch vertreten.

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Was schaut Anke Kortemeier privat?

Anke Kortemeier
Dokus. Ich schaue viel ARTE. Ich liebe Tierberichte oder Wissenssendungen. Ab und an gehe ich ins Kino. Zum Fernsehen komme ich selten.

SynchroWorld.de
Wird man eigentlich morgens beim Brötchenholen schon mal von Fans erkannt, angesprochen oder nach einem Autogramm gefragt?

Anke Kortemeier
In der Zeit als ich “Tabaluga TiVi” moderiert habe, ist mir das öfter passiert. Ich war mit meinem Mann im Zoo und eine Schulklasse hatte mich entdeckt. Da ging`s rund. Kinder sind einfach lustig. Ich wurde auch schon im Urlaub in anderen Ländern erkannt. Ich finde das nett, kann damit umgehen, freue mich, wenn es den Menschen etwas bedeutet, aber ich brauch das nicht für mein Ego. Und jetzt passiert das auch nur noch selten, weil ich nicht mehr regelmäßig im Fernsehen auftauche.

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Nun zur Synchronisation:
Seit wann bist Du in diesem Bereich tätig? Was war die erste reguläre Rolle, die Du gesprochen hast?

Anke Kortemeier
Angefangen habe ich mit 5 Jahren und ich kann mich gar nicht mehr erinnern was das war. “Die Peanuts” habe ich gesprochen, Rolle: Sally, und viele Tschechische Märchen und Kinderserien. Ich vergesse sowieso sehr schnell was ich synchronisiert habe.

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Wir von SynchroWorld.de versuchen bekanntlich immer wieder, unseren Lesern Einblicke in die faszinierende Welt der Synchronbranche zu verschaffen. Wie würdest Du einen typischen Tag im Leben einer Synchronsprecherin zusammenfassen?

Anke Kortemeier
Morgens ab 9 Uhr geht es meistens los ins Studio. Wenn man eine Hauptrolle hat, dann geht der Tag oft bis 18 Uhr oder auch länger. Manchmal hat man auch mehrere Studiotermine, dann fetzt man von einem Studio ins Nächste. Und an anderen Tagen hat man frei und kann Schwimmen gehen oder einen Kaffee im Cafe trinken, wenn viele andere arbeiten müssen. Uns geht es schon gut, aber es gibt auch mal Flauten bei jedem Sprecher, wenn die Studios zum Beispiel weniger Aufträge bekommen, dann heißt es durchhalten. Ich hab keine Angst vor der Zukunft.

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Mal ganz unverblümt ausgedrückt:
Zwischen den Drehs, bzw. zwischen den Aufnahmen ist man als Schauspieler und Synchronsprecher ja praktisch arbeitslos. Ist es nicht auf Dauer eine irre Belastung, immer wieder Top-Leistungen abliefern zu müssen, um wieder gebucht zu werden?

Anke Kortemeier
Ja und nein. Ich weiß natürlich, dass das genau so funktioniert, aber ich versuche sehr spielerisch und entspannt damit umzugehen. Das gelingt mir manchmal extrem gut und dann auch wieder weniger. Grundsätzlich habe ich keine Sorgen was meine Zukunft angeht. Im Notfall mache ich etwas anderes.

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Wie bereits erwähnt, bist Du die deutsche Stimme von Hollywood-Star Lindsay Lohan. Du hast sie beispielsweise in der Komödie “Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag” sowie im neuen Walt Disney-Film “Herby: Fully Loaded” gesprochen. Was denkst Du als Schauspielerin über Lindsay?

Anke Kortemeier
Ich finde sie toll. Sie spielt sehr natürlich und ich habe großen Respekt und viel Spaß sie zu sprechen. Durch den Bekanntheitsgrad lastet viel Druck auf Ihr. Ob sie das aushält?

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Vor dem Interview hast Du uns verraten, dass Du für “Herby: Fully Loaded” zur großen Premieren-Feier nach Berlin eingeladen wurdest. Wird man dort als Synchronsprecherin eigentlich entsprechend gewürdigt? Im Gegensatz zu anderen Ländern, fristet die Synchronbranche in Deutschland ja eher ein Schattendasein…

Anke Kortemeier
Tja, das stimmt schon. Also gewürdigt in dem Sinne, daß man auf die Bühne geholt wird, – das passiert in den seltensten Fällen. Aber ich wurde wenigstens eingeladen, – musste den Flug und Unterkunft natürlich selber zahlen – und wurde von allen Seiten sehr gelobt und beglückwünscht. Premieren mitzuerleben ist super und gerade Berlin war großartig.

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Könntest Du unseren Lesern schildern, was einen Synchronsprecher auf einer solchen Premiere erwartet?

Anke Kortemeier
Ganz trocken gesagt: Ein paar Stars, manchmal die Film-Crew, die Produzenten und wenn man Glück hat, sind noch ein paar vom Synchronteam eingeladen.
Der Programmablauf sieht so aus: Ich mach’ mich zu Hause chic, fahre mit dem Fahrrad los, – selten wird man mit dem Limousinenservice abgeholt – laufe über den roten Teppich und hoffe inständig, dass mich niemand interviewen will. Dann setzt man sich im Kino auf die ausgeschilderten Plätze und vielleicht wird man nach dem Film mit der Crew auf die Bühne geholt, – das hab ich aber erst ein Mal erlebt. Und zu guter Letzt, gibt es oft einen Schuttelservice zur großen Premierenparty. Das ist der lockerste Teil des Abends, weil oft eine Live Band da ist, und ich dann mit meinem Mann , – wenn ich Ihn mitnehmen darf – das Tanzbein schwinge. Aber richtig.

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Ein Blick in Deine Vita verrät, dass Du recht oft in Komödien und positiven Filmen sprichst. Macht Dir persönlich dieses Genre am meisten Spaß oder reizen Dich auch erstere Rollen?

Anke Kortemeier
Mich reizen vor allem ernste und durchgeknallte Rollen, die spreche ich aber genauso oft. Vor allem werde ich gerne für Heul- und Schreiszenen angerufen. Jetzt habe ich gerade den neuen Exorzisten-Kinofilm “Der Exorzismus von Emily Rose”, Rolle: Emily Rose, gesprochen. Das war alles andere als ein positiver Film!

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Auch fällt auf, dass Du oft Charaktere in Anime-Serien synchronisierst. Fans kenne Dich beispielsweise als niedliche Amazone Shampoo aus dem Kult-Anime „Ranma 1/2“ oder als Sylfiel aus „Slayers“. Aktuell sprichst Du die Hauptrolle Nausicaa im gleichnamigen Film von Hayao Miyazaki. Wie stehst Du privat zum Thema Anime?

Anke Kortemeier
Nausicaa fand ich toll. Wunderbar gezeichnet. Eine Schöne Geschichte. Sehr künstlerisch. Sonst kann ich mit Anime nicht so viel anfangen, aber die Kinofilme in dem Bereich sehe ich mir gerne an.

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Ist es Deiner Meinung nach schwieriger einem Anime-Charakter Leben einzuhauchen als einer Rolle aus einem “normalen” Zeichentrickfilm?

Anke Kortemeier
Ja, man kann keine genauen Betonungen abnehmen und die Stimmen hören sich, je nach Alter, oft gleich an.

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Viele Deiner Kollegen sind, neben Ihrer Tätigkeit als Schauspieler oder Synchronsprecher, auch regelmäßig in diversen Hörspielproduktionen zu hören. Bist Du auch in diesem Bereich aktiv?

Anke Kortemeier
Ja, früher öfter und jetzt nehmen die Verlage halt gerne irgendwelche Stars, da sich dann die CDs besser verkaufen. Aber gerade habe ich ein tolles Hörspiel von Jakob Riedl beendet. Es heißt im Moment noch “Maledivenbahn”. Ich hatte die Hauptrolle und es war ein riesen Spaß im Studio.

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Worin genau bestehen die Unterschiede beim Einsprechen von Hörspieltakes und Synchrontakes? Worauf muss man achten, was ist leichter oder schwieriger?

Anke Kortemeier
Ein Hörspiel zu sprechen ist dann doch was ganz anderes. Du erfindest Deine Rolle, den Charakter selbst – ein bisschen wie beim Drehen – und hast keinen Schauspieler der dir alles vorgibt. Die Stimme hat somit die ganze Kraft. Das Synchronsprechen ist viel technischer, weil man natürlich ganz genau auf die Synchronität achtet. Wann fängt der Schauspieler an den Mund zu öffnen, wann schließt er ihn. Wann atmet er, oder räuspert sich. In welchem Tempo, in welcher Emotion spricht er, usw. Da ist man beim Hörspiel viel freier, weil man selber alles festlegt. Ich kann gar nicht sagen was schwieriger oder leichter ist. Das hängt wohl vom jeweiligen Sprecher ab. Ich mag beides.

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Nochmal zurück zur “Maledivenbahn”…
Es fällt auf, dass fast ausnahmslos Engelszungen-Sprecher zu hören sind!

Anke Kortemeier
Dass da fast nur Sprecher aus unserer Agentur dabei waren, hat wohl damit zu tun, dass das die Besten sind…

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Wo wir gerade beim Thema Engelszungen sind…
Hat man eigentlich mit seinen Agenturkollegen ab und zu Kontakt, oder wird man nur rein zufällig von derselben Agentur vertreten?

Anke Kortemeier
So und so. Mit einigen bin ich privat sehr gut befreundet und andere sehe ich nur ab und zu im Studio. Aber ich muss schon sagen, dass wir eine nette Truppe sind, und vor allem haben wir zwei tolle Agenturcheffinnen.

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Das können auch wir nur bestätigen! Unsere Leser dürfen übrigens gespannt sein, was wir uns für die kommenden Monate ausgedacht haben. Die Engelszungen spielen da eine gewichtige Rolle…

Das Obligatorische zum Schluss: Wenn keiner der Hollywood-Stars eine deutsche Feststimme hätte, für wen sollte man Dich dann besetzen?

Anke Kortemeier
Natalie Portman, Audrey Tautou, Keira Knightley…

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Gibt es ein Studio, in dem Du Dich besonders gern aufhältst und Kollegen, mit denen Du immer wieder gerne zusammen arbeitest?

Anke Kortemeier
Ich muss sagen, dass alle Studios und Sprecher in München sehr angenehm mit einem zusammen arbeiten. Da könnte ich keines und keinen ausklammern.

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Was bringt die Zukunft? Worauf können sich die Synchronfans da draußen freuen?

Anke Kortemeier
Lasst euch überraschen.

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Ein paar Worte an Deine Fans…

Anke Kortemeier
Let’s rock! Immer daran arbeiten ein “besserer” Mensch zu werden.

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Wir bedanken uns und wünschen Dir für all Deine weiteren Projekte viel Erfolg und alles Gute! Vielen Dank, dass Du Dir Zeit genommen hast!

Das Interview mit Anke Kortemeier führte ich im Jahr 2005. Veröffentlicht wurde es auf SynchroWorld.de, einem mittlerweile eingestellten Branchenmagazin für Synchronschaffende.