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InaiMathi Blog

Review: 3on3 FreeStyle

3on3 FreeStyle - © JoyCity Corporation

Als passionierter Basketball-Videospieler muss ich leider feststellen: Der Pro-Am-Mode von „NBA Live 16“, meiner bescheidenen Meinung nach noch das zockenswerteste Feature des viel gescholtenen Titels, ist seit Monaten tot. Konkurrent 2K Sports hat derweil in den vergangenen Wochen quasi alles daran gesetzt, insbesondere den Onlinemodus seiner Basketball-Sim „NBA 2K17“ (siehe meine Review) zu einer nicht mehr sonderlich spielbaren „Hero-Ball-Show“ mutieren zu lassen. Was bleibt da noch? Nun, wenn’s „die Großen“ nicht gerichtet bekommen, ist bekanntlich die Stunde der Underdogs gekommen. Insofern überrascht es mich nicht wirklich, dass mit „3on3 FreeStyle“ jüngst ein neues Streetball-Game auf den Markt gebracht wurde, – exklusiv für PS4. Der beste Part: „3on3 FreeStyle“ ist Free-To-Play und kann somit kostenlos heruntergeladen werden!

Für „3on3 FreeStyle“ zeichnet das südkoreanische Studio JoyCity verantwortlich, welches sich bis dato insbesondere durch allerlei mal mehr mal weniger zockenswerte Spiele für Smartphones und Tablets (u.a. „Angry Birds Dice“, „Gunship Battle“) einen Namen gemacht hat. Den asiatischen Einfluss merkt man „3on3 FreeStyle“ auch an nahezu allen Ecken und Enden: Die Optik ist sehr knallig-bunt geraten, das Gameplay über weite Strecken überdreht und überhaupt total over-the-top. Trotz aller gebotenen Leichtigkeit was Präsentation und spielerischen Anspruch angeht, weiß die zugrundeliegende Simulation des Basketball-Sports durchaus zu überzeugen und – die richtigen Kontrahenten auf der anderen Seite der Internetleitung vorausgesetzt – einige launige Matches zu liefern. Ich für meinen Teil habe nun schon einige Stunden in das Spiel versenkt und habe nicht vor, den PS4-Controller so bald wieder aus der Hand zu legen!

Es folgt meine ausführliche Review zur PS4-Fassung von „3on3 FreeStyle“. Getestet wurde die gepatchte Version 0.2.1.6 vom 17. März 2017.

3on3 FreeStyle
2017, Sportspiel, PlayStation 4
JoyCity Corporation
3on3.FSGames.com

Spieletrailer

Beschreibung
„‚3on3 FreeStyle‘ is a 3vs3 online multiplayer basketball videogame. Gather your friends to challenge other players from all around the world. ‚3on3 FreeStyle‘ provides unique aspect of co-op multiplayer experience on online.“ – Quelle

Kritik
Zu allererst einmal sei gesagt: Man sollte an „3on3 FreeStyle“ keineswegs mit falschen, überhöhten Erwartungen herangehen. Das Game steht nicht wirklich in direkter Konkurrenz zu den eingangs genannten AAA-Games „NBA 2K17“ und „NBA Live 16“, die ich beide als vollwertige Basketball-Simulationen ansehe. Stattdessen ist „3on3“ eher im Arcade-Genre angesiedelt, in etwa vergleichbar mit EAs unvergessenem Streetball-Videospiel „NBA Jam“. Auch bei „3on3 FreeStyle“ steht ganz ohne Zweifel die allgemeine Zugänglichkeit und nicht zuletzt der sich rasch einstellende Spielspaß im Vordergrund!

Zumindest zum Launch glänzt ein zockenswerter Singleplayer-Modus mit Abwesenheit (soll angeblich mit einem der kommenden Patches nachgereicht werden), aktuell können lediglich Online-Matches absolviert werden. Wer auf den Wettbewerb gegen menschliche Kontrahenten aus aller Welt eher nicht so sehr steht, kann den Titel somit auch gleich wieder von der Festplatte kicken, denn nennenswerte Offline-Spielmodi stehen wie erwähnt leider nicht zur Auswahl. Online können indes Partien in insgesamt zwei Formaten ausgetragen werden: Zum einen im traditionellen Streetball-Modus 3vs3 oder alternativ auch 1vs1, also im direkten Duell gegen einen Gegenspieler. Ein Streetball-Match in „3on3 FreeStyle“ bringt es auf eine Länge von fünf Minuten, unterteilt in zwei Halbzeiten von jeweils zweieinhalb Minuten Dauer, und wird mit einem abgespeckten Regelwerk gespielt. So gibt’s beispielsweise weder Fouls, noch die 3-Sec-Rule, Travel oder Freiwürfe. „3on3“ ist bewusst kurz und knackig gehaltener Spaß, der somit auch die Vertreter der „Generation ADS“ nicht zu lange von irgendetwas unfassbar wichtigem losreißen sollte!

Sehr cool, weil dieser Tage nicht mehr oft gesehen: „3on3 FreeStyle“ bietet echten Couch-Multiplayer! Bis zu drei Freunde können sich lokal vor einer PlayStation-4-Konsole oder auf Wunsch auch online zusammenschließen und gegen andere Spieler aus aller Wert ein Dunk-Fest aufs nicht vorhandene Parkett legen. Nicht vorhanden, weil „3on3“ leider lediglich zwei unterschiedliche Locations im Repertoire hat: Zum einen wäre da ein Backyard-Court auf der geneigte Spieler mit seinen Charakteren neue Moves einstudieren oder vollkommen ohne Druck ein paar Körbe werfen kann, zum anderen ein Urban Streetball-Court, auf dem wiederum sämtliche Online-Partien ausgetragen werden. Ein rudimentäres Wettersystem gibt’s übrigens auch: Matches in „3on3 FreeStyle“ werden entweder bei strahlendem Sonnenschein, während einem Regenschauer oder bei leichtem Schneefall ausgetragen. Welche Witterung auch vorherrschen mag, eine spielerische Auswirkung auf das grundlegende Gameplay hat sie nicht, lediglich die optische Anmutung des Courts wird an die jeweilige Wetterlage angepasst.

Mit einem anständigen Tutorial kann „3on3 FreeStyle“ indes nicht glänzen. Allerdings wird die Steuerung im Einstellungsmenü en detail erklärt. Zudem kann die Tastenbelegung auch jederzeit, selbst während laufender Matches, per Druck auf L2/LT kurz eingeblendet werden.

Kommen wir zu den Stars in „3on3 FreeStyle“, den Ballerinnen und Ballern. Season 1 umfasst insgesamt fünfzehn unterschiedliche spielbare Charaktere, die allesamt liebevoll und detailliert ausgearbeitet wurden – wenngleich sie auch quasi jedes stereotypische Klischee bedienen, das man hinsichtlich Basketball haben könnte -, und auf den typischen Basketball-Positionen Point-Guard (PG), Shooting Guard (SG), Power Forward (PF), Small Forward (SF) und Center (C) angesiedelt sind. Jeder Baller im Spiel nennt individuelle Stärken und Schwächen sein Eigen, die sich auf den Spielverlauf auswirken können: Während etwa Joey ein guter Allrounder ist, der gerne und oft zum Korb zieht, allerdings auch den ein oder anderen 3er versenken kann, hat man es im Falle von Cindy mit einer Scharfschützin par excellence zu tun, die man „Downtown“ niemals ungedeckt lassen sollte, die allerdings direkt unter dem Korb nur selten wirklich gefährlich wird. Und dann wäre da noch Big Dog zu nennen, der sich im Post pudelwohl fühlt und mit tödlichen Hock-Shots zu überzeugen weiß, sich jedoch tunlichst von der 3er-Linie fern halten sollte. Auf der offiziellen Website zum Spiel finden sich indes sämtliche im Spiel verfügbaren Charaktere und ihre jeweiligen Stats, die sich insbesondere Einsteiger vor dem allerersten Spielstart vielleicht mal zu Gemüte führen sollten, um in den ersten Matches besser klar zu kommen.

Der Umstand, dass man es bei „3on3 FreeStyle“ mit einem waschechten Free-2-Play Videospiel zu tun hat, macht sich allerspätestens dann bemerkbar, wenn man sich an den fünf von Beginn an freigeschalteten Ballern sattgespielt hat und einen der anderen ausprobieren will. Vor deren Nutzung haben die Macher von JoyCity nämlich eine Paywall, beziehungsweise einen laaaaaaaaangen Grind für Credits, die Ingame-Währung von „3on3 FreeStyle“, gesetzt. Ein Charakter schlägt mit 15.000 Credits zu Buche, um diesen freischalten und daraufhin im Spiel nutzen zu können. Dies entspricht in etwa 65 gewonnenen Onlinepartien im 3on3-Modus. Alternativ können ungeduldige Zeitgenossen auch einfach sämtliche im Spiel beinhalteten Baller auf einen Schlag freigeschalten: Im PlayStation Store findet sich seit Ende Februar ein so genanntes „The First Draft Pack“-DLC, welches eben dieses erledigt. Besagter DLC schlägt mit durchaus happigen 35,99 Euro aufs Girokonto durch. Wem „3on3“ diese Investition wert ist, – bitte!

Weil die Zusammenstellung des Teams nicht selten über Sieg oder Niederlage entscheidet und zudem die Ausdauer der Baller durch Aktionen wie Sprinten, das Auführen von Special-Noves etc. kontinuierlich abnimmt, ist es jedem Team einmal pro Halbzeit erlaubt, einmal kräftig durchzuwechseln. Leider geht die Koordination, wer denn nun am besten welchen Charakter wählen sollte, meistens ein wenig wirr und unkoordiniert vonstatten. Insbesondere dann, wenn man nicht im selben Raum, bzw. gemütlich auf derselben Couch sitzt und sich mit seinen Teammitgliedern auch nicht via Headset verlässlich abstimmen kann. Letzteres kommt aufgrund der Sprachbarriere, mit der man sich auf im Jahr 2017 a.D. noch immer nicht selten konfrontiert sieht, leider häufiger vor. Hat man irgendwann „sein Team“ gefunden, soll heißen Mitspieler, mit denen man so dermaßen gut harmoniert, dass den Gegnern die Alley-Oops nur so um die Ohren fliegen, kann man sich nach Spielende per Tastendruck dafür aussprechen, auch das nächste Match in eben dieser Konstellation absolvieren zu wollen. In der Regel klappt das System ganz hervorragend und man steht im nächsten Match wirklich mit den für gut befundenen Teamkollegen auf dem Court.

Grundsätzlich lässt sich wie u.a. auch schon bei „NBA 2K17“ und „NBA Live 16“ sagen: Den meisten Spaß hat man mit „3on3 FreeStyle“ ganz eindeutig zusammen mit ein paar Basketball-begeisterten Freunden und Bekannten, mit denen man sich verlässlich abstimmen kann, die man in ihrem Tun einschätzen kann. Nichtsdestotrotz finden sich natürlich auch immer mal wieder Randoms, die das Spiel ernst nehmen, die sich mit anderen Spielern auf einem guten, ansprechenden Niveau messen wollen und an deren Seite durchaus solide Matches und glorreiche Siege möglich sind. Allerdings hat die „Hero Baller“-Fraktion aus der berühmt-berüchtigten „Just For Fun“-Ecke, deren Vertreter – das kommt erschwerend hinzu – in der Regel keinen blassen Schimmer von den elementaren Grundlagen des Basketballsports zu haben scheinen, leider deutlich die Oberhand.

Der Spieler hat indes die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Perspektiven: Bei der sogenannten „Play-Cam“ befindet sich die Kamera direkt hinter dem eigenen Baller und schwenkt bei dessen Moves mit. Alternativ kann auch auf eine weit herausgezoomte Ansicht von schräg oben umgeschaltet werden, welche an die populäre „2K-Cam“ aus „NBA 2K“ erinnert und alles in allem den besten Überblick auf das Spielgeschehen bietet. Während gemütlichem Couch-Multiplayer kommt ausschließlich letztgenannte Kameraperspektive zum Einsatz.

Nach jedem Match hagelt es, je nachdem wie gut oder schlecht man performant hat und ob man unter Umständen sogar zum MVP, dem „Most Valuable Player“ der Partie gekürt wurde, mehr oder weniger Credits (Sieg: 220 Credits, knappe Niederlage: ~150 Credits, Blowout-Niederlage: ~65 Credits) und zusätzlich noch Erfahrungspunkte. Erstere können und sollten ins Aufleveln der Lieblingscharaktere investiert werden, letztere landen direkt auf dem Konto des Spielers und steigern mit der Zeit seinen Online-Level. Spieler, die sich mit „3on3 FreeStyle“ ernsthaft auseinandersetzen wollen, das Game vielleicht sogar kompetitiv zocken möchten, sollten ihre Lieblings-Baller möglichst zügig auf Max-Level bringen und sich zudem mit dem Leveln der einzelnen Skills beschäftigen. Nur zur Info: Um einen einzelnen Charakter in jederlei Hinsicht zu maxen, braucht es mehrere Stunden puren Grind! Jeder Baller nennt wie oben erwähnt mindestens einen individuellen Signature-Move sein Eigen, der im Fokus stehen sollte. Darüber hinaus können auch andere Skills peu á peu ausgebaut und bleibend verbessert werden. Alles in allem birgt der Titel ein durchaus beeindruckend-tiefes Stats-System unter der Haube, welches sich merklich auf die Team-Performance und den Spielverlauf auswirkt.
Apropos Performance: Einige besondere Mitspieler-Kombinationen schalten einen speziellen Boost frei, der die Stats sämtlicher Baller des eigenen Teams temporär pusht und in die Höhe schnellen lässt. Sp pusht beispielsweise PH Helene die Werte ihrer männlichen Teamkollegen, solange sie am Match beteiligt ist. Ich halte das für eine interessante Idee! Wird die Konstellation im Rahmen der Halbzeit oder einer einberufenen Auszeit verändert, verliert logischerweise auch der jeweils aktive Stats-Boost sofort seine Wirkung.

Nicht investiert werden können im Verlauf der Matches verdiente Credits indes in neue Outfits für die einzelnen Charaktere. Von denen finden sich im Ingame-Shop eine ganze Menge: Angefangen von lässiger Street-Wear, über sportliche Eleganz bis hin zu typischem Baller-Gedöns wie Jerseys, nagelneuen Kickz und Co. Die (selbstredend nicht lizensierte) Auswahl ist recht groß und soll in den kommenden Monaten noch erweitert werden! Wer beispielsweise dem eh schon lässigen PG-Chick Helena ein noch viel lässigeres neues Outfit spendieren möchte, weil ihm ihr Standard-Look nicht zusagt oder das ebenfalls standardmäßig für jeden Charakter im Spiel freigeschaltete weiße Jersey eine Spur zu unspektakulär ist, muss wohl oder übel die Kreditkarte zücken, um sich im PlayStation Store neue Premium-Points (PP) zu bestellen. Alternativ können auch verdiente Credits in Premium-Points umgewandelt werden, allerdings müssen in diesem Fall viele, viele Matches investiert werden, um die für den Kauf erforderliche Summe an Credits überhaupt erst einmal zusammen zu haben. Da muss man sich natürlich schon mal fragen: Ist ein neues Outfit wirklich den ganzen Aufwand wert?
Unschön: Im Ingame-Shop gekaufte Items wie Jerseys, neue Schuhe etc können nicht zusammen mit dem Standard-Outfit der Charaktere ausgerüstet werden, sondern lediglich mit dem optionalen Custom-Outfit. Dies bringt den Nachteil mit sich, dass, wenn man beispielsweise lediglich neue Kickz erworben hat, diese zusammen mit einem schnöden weißen Jersey-Hosen-Kombi angezeigt werden. Dies soll wohl dazu anregen, wenn man schon mal dabei ist, gleich noch einen Ticken mehr ins Outfit seines Lieblings-Ballers zu investieren. Wie gesagt: Unschön, aber angesichts des F2P-Modells verständlich!

Vielleicht bei der Gelegenheit ein paar Worte zum Menüsystem des Spiels: Dieses erinnert mit seiner grundlegenden Fokussierung auf flache, großformatige Kacheln, Typographie und eine allgemein hin sehr reduziert gehaltene Optik verblüffend an den Tablet-Mode von Windows 10, respektive an das ein oder andere Spiel aus der Videospielschmiede von Electronic Arts, welches ebenfalls diese Route eingeschlagen hat. Die Navigation klappt derweil einwandfrei, einzig die (kurzen) Wartepausen, nein, eher Lags beim Wechseln zwischen Menüebenen nerven auf Dauer ein wenig. Insbesondere dann, wenn’s mal etwas zügiger gehen muss. Unverständlich ist, dass gut zwei Monate nach dem Release noch immer Platzhalter-Buttons und Ankündigungen einiger Features, die irgendwann einmal implementiert werden sollen, an denen auf jeden Fall noch gewerkelt wird, vorhanden sind. Professioneller Eindruck geht anders!

Die Steuerung von „3on3 FreeStyle“ ist leicht zu erlernen, allerdings nur schwer zu meistern. Würfe, Lay-Ups, Pump-Fakes, Pässe, Dribble-Moves, Fade-Aways, Blocks, für den Mitspieler Screens stellen, Rebounds sowie die charakterspezifischen Spezialfähigkeiten werden per Tastendruck in Zusammenspiel mit dem linken DualShock-4-Stick getriggert. Da ausführbaren Basic-Moves auf Dreieck, Quadrat, Kreis und Kreuz liegen, kommen auch Genre-Neulinge und überhaupt unbedarfte Spieler schnell rein. Wer die Möglichkeiten seiner Charaktere allerdings komplett ausreizen will, was insbesondere in Online-Partien gegen erfahrene menschliche Kontrahenten meistens das sprichwörtliche Gebot der Stunde ist, da diese in der Regel vom Pacing her sehr schnell vonstatten gehen, muss sich ordentlich reinfuchsen, was man dem Spiel hoch anrechnen sollte.
Als negativ in Sachen Steuerung empfinde ich lediglich die für meinen Geschmack zu arcadig geratenen, da zum prompten Richtungsänderungen der Charaktere auf dem Court. Mir fehlt da schlicht eine gewisse Trägheit, wohlwissend, dass es sich bei „3on3 FreeStyle“ keinesfalls um eine beinharte Simulation handelt. Auch das Auslösen von Emotes nach gelungenen Spielzügen und Punktgewinnen aka „Macro-Chatting“, was über das Drücken des rechten Sticks plus anschließender Richungswahl geschieht, ist für meinen Geschmack einen Tick zu friemelig geraten. Oh, und aus welchem Grund die Tastenbelegung des PS4-Gamepads nicht geändert werden kann, bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis der Macher.

„3on3 FreeStyle“ wurde mit Hilfe der bewährten Unreal-Engine 4 realisiert. Das Geschehen läuft in 1080p bei für ein Spiel dieser Machart vollkommen ausreichenden 30 Frames die Sekunde über den Bildschirm. Der ein oder andere mag mir da sicherlich widersprechen, aber ich persönlich mag den Grafikstil sehr. Die einzelnen Ballerinnen und Baller sowie die beiden im Spiel vertretenen Streetball-Courts wurden liebevoll in Comic-Optik gestaltet und wissen mit Details wie mitfiebernden und anfeuernden Zuschauern (leider deutlich weniger detailliert gestaltet als die Spielermodelle) und massig Basketball-Flair zu überzeugen. Oh, bevor ich es vergesse: Liebhaber gut designter Rims samt entsprechender Netzphysik kommen bei „3on3 FreeStyle“ ebenfalls auf ihre Kosten!
Bedauerlicherweise ist nicht alles Gold was glänzt: Mir sind beispielsweise einige hakelige Animationen, allen voran die Laufanimation, welche man ja nun wirklich sehr, sehr häufig, um nicht zu sagen andauernd zu sehen bekommt, unschön aufgefallen. Einige wirken abgehakt und grundsätzlich gehen sie nicht „weich“ ineinander über, was den Gesamteindruck ein wenig gen Süden zieht. Unerklärlich finde ich außerdem, dass der Basketball nach einem ausgeführten Wurf leicht zu ruckeln beginnt, sobald er in der Luft ist. Zwar läuft der Titel lediglich mit 30FPS, aber solch eine negative Auswirkung dürfte dies eigentlich nicht haben. Eventuell ist auch bloß der Online-Lag schuld…

Das Game kann mit einem netten Soundtrack aufwarten, in den man an dieser Stelle kurz reinhören kann. Auf Dauer als unheimlich nervig herausgestellt hat sich derweil das Geplapper der Teammitglieder á la „Over here!“, „I’m open!“, „Hit me!“. Da es einige Spieler mit ihrem Passruf-Rumgespamme erfahrungsgemäß ein wenig übertreiben, dürfte es nicht wenige genervte Gamer freuen, dass sich die Sprachausgabe der Charaktere in den Optionen herunterregeln oder auf Wunsch auch gänzlich ausschalten lässt.

Apropos rücksichtslose Spieler: Entwickler JoyCity hat angekündigt, in den kommenden Wochen und Monaten aktiv gegen Cheater und solche Spieler vorgehen zu wollen, die das Spielerlebnis in einer negativen Art und Weise in Mitleidenschaft ziehen. Damit dürften unter anderem etwa die nicht selten vorkommenden Rage-Quits sowie von einigen Spielern bewusst herbeigeführte Verbindungsabbrüche gemeint sein, die i.d.R. zum sofortigen Abbruch des Matches führen. Ein solches unsportliches Verhalten soll demnächst mit Strafen bis hin zu Account-Sperren geahndet werden, heißt es in einem aktuellen Artikel im Entwicklerblog. Allzu offensichtliche Cheater und Spieler, die exzessiv bekannte Bugs ausnutzen, werden übrigens schon jetzt aktiv von JoyCity gebannt, was ich grundlegend positiv sehe, da es dem Spielspaß der überwältigenden Mehrheit zuträglich ist.

Fazit
Das hierzulande eher unbekannte Entwicklerstudio JoyCity hat mit „3on3 FreeStyle“ ein verdammt heißes Eisen im Feuer, das sowohl Einsteiger als auch passionierte Basketball-Gamer anspricht. Während sich die einen über einen leichten Einstieg, zugängliches Gameplay und massig Spielspaß freuen dürften, werden die anderen die hinter der Comicgrafik versteckte spielerische Tiefe sowie die zahlreichen strategischen Gameplay-Elemente zu schätzen wissen, mit denen nicht mal die Großen aufwarten können. Wenn die Jungs und Mädels drüben in Südkorea nun noch einen SinglePlayer-Modus nachreichen und vielleicht bei den bespielbaren Courts nachlegen, wird sich „3on3“ mit Sicherheit etablieren. Eine engagierte Community schart das Game schon jetzt hinter sich!

Basketball-Fans, die sich von der niedlichen Optik nicht „abschrecken“ lassen, sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren. „3on3 FreeStyle“ verspricht stundenlangen Spielspaß!

Update, 11. April 2017
Mit Patch 0.2.1.8 haben einige Verbesserungen Einzug in „3on3 FreeStyle“ gehalten, und wie ich freudig feststellen darf, hat man sich auch einiger meiner Kritikpunkte angenommen. So wird neuen Spielern nun eine Art Gameplay-Tutorial vorgesetzt, bevor sie ihr erstes Online-Match angehen können. Das Tutorial wird automatisch gestartet, wenn das Spiel zum ersten Mal ausgeführt wird; erfahrene Spieler werden also nicht „belästigt“. Zusätzlich wird während Ladepausen nun die Tastenbelegung des DualShock-4-Controller angezeigt, unterteilt in Offense, Defense und Allgemeines. Darüber hinaus wurde die Navigation innerhalb der Menüstruktur verbessert und die Anordnung einiger On-Screen-Elemente neu arrangiert.

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