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Firewatch

Ich bin ein Gamer. Jemand, der Videospiele zelebriert wie manch anderer ein gutes Glas Wein. Ähnlich wie es passionierte Leseratten mit ihren guten Büchern, Cineasten mit ihren Arthouse-Streifen und Twitters Cumberbitches ihrem heiligen Benedict tun. Jemand, der den Release eines neuen Videospiels von seiner Watchlist herbeisehnt wie sonst was. Nichtsdestotrotz muss ich zugeben: Es ist schon eine Weile her, dass ich so heiß auf ein neues Game war, wie es aktuell bei „Firewatch“ der Fall ist.

Ok, zu allererst einmal: Was hat es mit „Firewatch“ auf sich? „Firewatch“ ist der Debüt-Titel der unfassbar talentierten Jungs und Mädels von Campo Santo, ihres Zeichens allesamt Branchenveteranen, die an vielfach ausgezeichneten Titeln wie „Bioshock“ (2K Games), „The Walking Dead“ (TellTale Games) und „Tales of Monkey Island“ (Lucas Arts) mitgewirkt haben, ein handlungsgetriebenes Survival-Adventure angesiedelt in der Wildnis Wyomings, – oder wie die Macher es so schön zu virtuellem Papier gebracht haben: „Firewatch is a mystery set in the Wyoming wilderness, where your only emotional lifeline is the person on the other end of a handheld radio.“

Der interessierte Spieler (also ich und hoffentlich auch viele andere…) schlüpft in die Rolle von Henry, eines vom Leben (und offenbar auch sich selbst) frustrierten End-Vierzigers, der im Sommer des Jahres 1989 einfach mal spontan beschlossen hat, einen eher schlecht als recht bezahlten Job als Feuerausguck inmitten der Wildnis Wyomings anzunehmen. Dort erwartet ihn neben einer geballten Ladung Natur, wunderschönen Panoramen sowie einigen versprengten splitterfasernackten Teenagern auf sommerlicher Sauftour samt passendem Unrat, auch ein höchst mysteriöses Geheimnis, das es im Verlauf der Story zu lüften gilt. Henrys einziger Draht in Richtung Zivilisation ist eine Kollegin namens Delilah, die der Gute jederzeit via Walkie-Talkie kontaktieren kann. Das Entwicklerteam von Campo Santo umschreibt „Firewatch“ offensiv als ein Videospiel für Erwachsene mit erwachsenen Themen und einem erwachsenen Grundtenor. – Ich bin sehr gespannt!

Denn: Nicht nur die bisher veröffentlichten Trailer haben es mir angetan, auch die offizielle Website sowie der ausgesprochen liebevoll geführte Development-Blog haben mich davon überzeugt, dass da in jederlei Hinsicht etwas Großes in der Mache ist. Anderthalb Jahre ist das schon wieder her, puh! Insbesondere die superbe Art Direction (siehe hier, hier und hier) und das unverbrauchte, spannende Setting haben es mir angetan. Der Teilzeit-Nerd in mir feiert zudem ziemlich hart, dass „Firewatch“ auf der nicht minder superben Unity 3D Engine fußt.

Ja doch, jetzt wo ich all diese wunderbaren Links herausgesucht und sie mir noch einmal in aller Ausführlichkeit zu Gemüte geführt habe, merke ich wieder, wie dermaßen gehypt ich bin. „Firewatch“ ist für mich persönlich DER erste „Must-Have Release“ des Jahres 2016. „Firewatch“ erscheint kommende Woche, genauer gesagt am Dienstag, den 9. Februar 2016 für PlayStation 4, PC und Mac. In meinem Fall dürfte es dann wohl die PS4-Fassung des Spiels werden.

In diesem Sinne: See ya in Wyoming!

Gegrickle

Ein von Grickle (@grickle14) gepostetes Video am

Eines meiner Lieblings-Grickle von Graham Annable.

Weitere gibt’s hier, hier und hier.

Bloodborne: Lost In Translation

Fassungslosigkeit

Wie heißt es so schön: Alkohol, in bestimmten Mengen zugeführt, enthemmt, lässt die Fassade bröckeln und schließlich sogar ganz einstürzen. So geschehen in der Silvesternacht 2015/16 mitten in Köln, als sich ein Mob bestehend aus „einigen Tausend meist männlichen Personen mit Migrationshintergrund“, die Rede u.a. ist von „Nordafrikanern und Arabern“ im Alter von 15 bis 35 Jahren, auf dem Bahnhofsvorplatz und Teilen der Domplatte an feiernden Frauen und Mädchen verging und überdies „Feuerwerkskörper jeglicher Art und Flaschen wahllos in die Menschenmenge feuerte bzw. warf“, also imho Krieg spielte. Dies kann einem geleakten Einsatzbericht eines leitenden Beamten der Kölner Polizei entnommen werden, welcher in Gänze der „BILD“-Zeitung vorliegt.

In dem von mir zitierten Bericht, welcher ursprünglich „nur für den internen Dienstgebrauch“ gedacht war, von der „BILD“ jedoch in kompletter Länge veröffentlicht wurde, werden die meiner Meinung nach ungeheuerlichen Geschehnisse wie folgt geschildert: „Gegen 22.45 Uhr füllte sich der gut gefüllte Bahnhofsvorplatz und Bahnhof weiter mit Menschen mit Migrationshintergrund. Frauen mit Begleitung oder ohne durchliefen einen im wahrsten Sinne ‚Spießrutenlauf‘ durch die stark alkoholisierten Männermassen, wie man es nicht beschreiben kann. […] Im Einsatzverlauf erschienen zahlreiche weinende und schockierte Frauen/Mädchen bei den eingesetzten Beamten und schilderten sexuelle Übergriffe durch mehrere männliche Migranten/-gruppen. Eine Identifizierung war leider nicht mehr möglich. […] Aufgrund der ständigen Präsenz der Einsatzkräfte und aufmerksamer Passanten im Bahnhof, konnten vollendete Vergewaltigungen verhindert werden.“

Darüber hinaus werden die folgenden Ereignisse/Vorfälle erwähnt:

  1. Zerreißen von Aufenthaltstiteln mit einem Grinsen im Gesicht und der Aussage: „Ihr könnt mir nix, hole mir Morgen einen Neuen.“
  2. „Ich bin Syrer, ihr müsst mich freundlich behandeln! Frau Merkel hat mich eingeladen.“
  3. Platzverweise wurden meist mit Zwang durchgesetzt. Betreffende Person tauchten immer wieder auf und machten sich einen Spaß aus der Situation. Ein Gewahrsam kam in dieser Lage aufgrund der Kapazitätsgrenze in der Dienststelle nicht in Betracht.
  4. Bahnsteigsperrung aufgrund der Überfüllung. Reaktion: auf den Nebenbahnsteig, über das Gleis auf den überfüllten / abgesperrten Bahnsteig. Dies führte zu Gleissperrung da sich Personen im Gleis befanden, welche die Situation auf den Bahnsteigen nicht entschärfte.
  5. Zustieg in die Züge nur über körperlichen Auseinandersetzungen – Recht des Stärkeren.
  6. Im ganzen Bahnhof überall „Erbrochenes“ und Stellen die als Toilette genutzt wurden.
  7. Viele männliche Personen (Migranten) die ohne Reiseabsichten in allen Bereichen des Bahnhofes ihren Rausch ausschliefen (Bankschalter, Warteraum usw.).
  8. Wurden Hilferufe von Geschädigten wahrgenommen, wurde ein Einschreiten der Kräfte durch Herumstehende (Mitglieder?) z.B. durch Verdichten des Personenringes / Massenbildung daran gehindert an die Betreffenden (Geschädigte/Zeugen/Täter) zu gelangen.
  9. Geschädigte / Zeugen wurden vor Ort, bei Nennung des Täters bedroht oder im Nachgang verfolgt.

Der Bericht schließt mit einer Anmerkung, die aufhorchen lässt: „Maßnahmen der Kräfte begegneten einer Respektlosigkeit wie ich sie in 29 Dienstjahren noch nicht erlebt habe.“

Nachfolgend ein kurzes YouTube-Video der Geschehnisse in ihrer Endphase, aufgenommen direkt vom Bahnhofsvorplatz aus…

Bis heute (Stand: 7. Januar) sollen über 100 Anzeigen bei der Polizei eingegangen sein, darunter Dreiviertel wegen sexueller Gewalt. Auf Social-Media-Plattformen wie Twitter und Facebook sowie in den Kommentarspalten diverser Lokalzeitungen und Blogs haben User die Übergriffe der angeblich stark alkoholisierten Männer in drastischer Art und Weise geschildert. Die Täter hätten sich in Gruppen an im Bahnhofsbereich feiernde Frauen und Mädchen herangemacht, diese in unsittlicher Manier begafft, begrapscht sowie im Intimbereich berührt. Offenbar haben Männer zudem versucht, den wie Freiwild gehandelten Frauen Wertgegenstände wie Handys oder die Handtaschen abzunehmen, heißt es. Laut Berichten von Augenzeugen, die ihre Silvesterparty ebenfalls auf dem Domvorplatz bzw. in Nähe zum Kölner Hauptbahnhof gefeiert haben, sollen die anwesenden Polizeikräfte vor Ort dem Treiben des Mobs zuerst relativ hilflos zugesehen haben, da zahlenmäßig krass unterlegen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da wütet der Mob, da werden Frauen und Mädchen ganz unverhohlen sexuell belästigt, all dies zentral in einer deutschen Großstadt, quasi temporäre Anarchie mitten in Köln, und die anwesenden Ordnungshüter lassen es geschehen und schauen zu (oder müssen es geschehen lassen und zuschauen..?), anstatt beherzt einzuschreiten und – genau – Recht und Ordnung wiederherzustellen! Erst als sich die Lage immer weiter zuzuspitzen drohte, wurde dann doch endlich mal Präsenz gezeigt und das Wüten schließlich beendet.

Der Silvester-Vorfall in Köln macht mich, obgleich meine Familie und ich nicht unmittelbar betroffen sind, unsagbar traurig, sprachlos und lässt mir seither keine Ruhe.

Scheinbar kann man sich im Jahre 2016 als Frau in einer deutschen Metropole wie Köln nicht mehr vollends sicher fühlen. Offenbar ist jederzeit es möglich, Opfer solcher primitiven Kreaturen zu werden, die geistig, soll heißen ihr Verhalten und insbesondere ihr Frauenbild betreffend, im tiefsten Mittelalter stehengeblieben zu sein scheinen – anders kann ich mir das alles jedenfalls nicht mehr länger erklären. Die Kölner Polizei, die, wie allgemein bekannt sein dürfte, inzwischen bis ans äußerste Limit kaputtgespart wurde, wusste allem Anschein nach von nichts, war nicht im Geringsten auf einen Vorfall wie den oben geschilderten vorbereitet und vor Ort zahlenmäßig weit unterlegen. – Ein Armutszeugnis sondergleichen für die Stadt Köln, das Land NRW und Deutschland!

Ebenfalls erschreckend ist, wie ein Großteil der deutschen Presse- und Medienlandschaft den immer mal wieder gebrachten Vorwurf der „Lügenpresse“ vortrefflich bestätigt hat: Von überregionalen Medien, seien es nun Print-Leitmedien wie „FAZ“, „Die Welt“, „Süddeutsche“, „Die Zeit“, „Spiegel“ oder reichweitenstarke TV-Nachrichtensendungen wie „Tagesschau“ (ARD) und „Heute“ (ZDF), etc., wurden die schockierenden, ja skandalösen Vorfälle in der Kölner Silvesternacht 2015/16 tagelang mit aller erdenklichen Konsequenz totgeschwiegen. Lediglich einige Lokalzeitungen wie z.B. der Kölner „Express“ berichteten zeitnah und ausführlich. Auch Statements von Politikern wie beispielsweise von unserer frisch gewählten Oberbürgermeisterin Henriette Reker, aber auch anderer, insbesondere all jener, die sich in der Regel bei der kleinsten sich bietenden Gelegenheit öffentlichkeitswirksam echauffieren, blieben bis zuletzt aus. Dann, als der Druck in den Sozialen Medien wohl zu groß wurde und der Mantel des Schweigens kurz vorm Zerbersten stand, wurde am vergangenen Dienstag, den 5. Januar 2016, und somit knapp fünf Tage (sic!) nach den Geschehnissen, wie auf Knopfdruck binnen Minutenschnelle nachgezogen. – Und ich frage mich: Wie kann das sein? Mit welchem Recht wird ein solcher Vorfall mit einer solchen Effizienz totgeschwiegen, die man bis dato u.a. aus den dunkelsten Jahren unserer deutschen Geschichte her gekannt hat?

OB Henriette Reker machte zudem durch einen denkwürdigen Tipp von sich reden, wie sich Frauen beispielsweise während der Festivitäten beim Kölner Karneval, verhalten sollen: Stets „eine Armlänge Distanz halten“ sollen Frauen und Mädchen künftig zu Fremden. Überregional wurde Rekers sicherlich gut gemeinte „Verhaltensrichtlinie“ vollkommen zurecht mit ordentlich Hohn und Spott bedacht, da sie hinsichtlich der öffentlich zur Schau gestellten Naivität nur äußerst schwer zu toppen sein dürfte. – Es sollte, wie ich finde, nicht vergessen werden, wer hier die Opfer sind und wer die Täter. Dass erstgenannten nun Tipps an die Hand gegeben werden, wie sie sich künftig zu verhalten haben, wenn sie auf Fremde treffen, ist in meinen Augen schlichtweg zynisch!

Und der Mob? Der hat nach der Auflösung durch die angerückte Kölner Polizei fröhlich weiter gewütet, wie hier und da zu hören und zu lesen ist. Beispielsweise in S-Bahnen und Bussen. Auch hier wurden Frauen und Mädchen bedrängt und als „Schlampen“ betitelt ohne dass es irgendwen gestört hat. Von der mehrere hundert Mann starken Gruppe, der allerdings wohl nicht ausschließlich Täter angehört haben, konnten bis dato ganze drei (sic!) ausfindig gemacht werden, weil die Identifizierung des Gros ja „leider nicht mehr möglich“ war. Den dreien droht nun jedenfalls die volle Härte der hiesigen Justiz.

Lange Zeit hätte ich nicht gedacht, dass Szenen wie die beschriebenen in einem Land wie dem unseren möglich sind. Frau Schwarzer hat schon recht, wenn sie schreibt: „Diese jungen Männer sind das triste Produkt einer gescheiterten, ja nie auch nur wirklich angestrebten Integration! Sie sind das Produkt einer falschen Toleranz, in der fast alle – Menschen, Medien, Kirchen und Politik – unsere Demokratie, unseren Rechtsstaat, unsere Gleichberechtigung infrage stellen, ja mit Füßen haben treten lassen, zugunsten „anderer Sitten“ bzw. einer ominösen „Religionsfreiheit“ – in deren Namen man Parallelwelten entstehen ließ und nicht auf Integration bestand. Als hätte dieser Fanatismus etwas mit Glauben zu tun.“

Gute Nacht, Deutschland.

Update, 7. Januar 2016
Durchaus interessante Entwicklungen, wie ich finde.

Salt and Sanctuary

„Salt and Sanctuary“, ein 2D-Fest für „Souls“-Fans! Irgendwie unverständlich, weshalb diese potenzielle Spielspaß-Perle erst jetzt auf meinem Radar aufgetaucht ist…

Don’t botch it!

Wrestling-Fans wissen: In ziemlich genau einem Monat, am 6. Januar 2016 startet das WWE Network, der over-the-top Streaming-Service von World Wrestling Entertainment, in Deutschland und Österreich. Und obwohl mir das derzeitige WWE-Produkt so ziemlich am Allerwertesten vorbei geht, werde ich mir das Network definitiv gönnen. Allein wegen dem gigantischen Archiv mit mehreren tausend Stunden Wrestling-Geschichte aus WWE, WCW, ECW und weiteren Promotions, die jederzeit zum Abruf bereitsteht, und – ganz wichtig! – der Möglichkeit, mir die monatlichen WWE-Großveranstaltungen live und legal im englischen Originalton anschauen zu können – soll heißen: ohne das teils wirklich unerträgliche Gelaber vom Oberlehrer Schaefer und seinem Azubi -, lohnt sich ein Abo, wie ich finde.

Nun ist die Company ja nicht unbedingt dafür bekannt, sich an den Wünschen der Fanbase zu orientieren. Vielmehr dafür, dass sie strikt ihr Ding durchzieht – ob’s uns Fans nun recht ist oder nicht. Von daher habe ich mir in den letzten Tagen vermehrt Gedanken darüber gemacht, wie WWE es sich bei mir vielleicht unter Umständen doch noch versauen könnte. Herausgekommen ist die folgende Liste…

1. Pay-Per-Views nur mit deutschem Kommentar
Ok, ich oute mich mal: Ich ertrage die deutschsprachigen WWE-Kommentatoren einfach nicht! Ok ok, „Team Smackdown“ aka Hackl und Böschen sind noch einigermaßen akzeptabel, aber sobald der Herr Schaefer und sein Azubi Manu ihren unerträglichen Senf zum Geschehen absondern, ist es um mich geschehen – in negativer Hinsicht! Kurzum: WWE mit deutschem Kommentar geht für mich leider gar nicht! Als die Großveranstaltungen noch auf Sky Select gezeigt wurden, war es stets meine erste Amtshandlung nach Beginn einer jeden Übertragung, den Ton von Deutsch auf Englisch umzustellen. Michael Cole, JBL und Jerry ‚The King‘ Lawler sind zwar auch nicht perfekt, aber für meine Ohren einfach so viel erträglicher als die Dampfplauderei von Schaefer und Co.

Es wäre also extrem wünschenswert – und für mich zudem eine echte Erlösung -, wenn die Pay-Per-Views von WWE auf dem WWE Network zumindest im Zweikanalton übertragen werden. Auf Deutsch für all jene, die entweder masochistisch veranlagt sind oder aber schlicht und ergreifend des Englischen nicht mächtig sind, und im Originalton für Puristen, für Leute wie mich, die ihrem TV-Hobby frönen wollen, ohne sich stets Taschentücher für die nach kurzer Zeit bereits blutenden Ohren beiseite legen zu müssen. Anderthalb Jahre „Zwangseindeutschung“ auf Maxdome müssen reichen!

2. Abokosten from Hell
In den Vereinigten Staaten, dem Heimatmarkt von World Wrestling Entertainment, schlägt das WWE Networks monatlich mit $9,99 auf die Bankkonten der Fans durch. In Großbritannien werden 9,99 Pounds fällig, was angesichts des Wechselkurses US-Dollar/brit. Pounds, der ganz eindeutig pro Pound liegt, schon ein bisschen unverschämt ist. In Irland, wohlgemerkt einem Euro-Land, sind es sogar 14,99 Euro (sic!) mit denen Abonnenten des WWE Networks zur Kasse gebeten werden.

Da frage ich mich als deutscher WWE-Smark natürlich: Was hat sich die Company für uns ausgedacht? Wie sieht die Preisgestaltung wohl in hiesigen Gefilden aus?! Werden wir wie so oft gnadenlos gemolken oder doch mit einer fairen Abogebühr bedacht? Da andere Streaming-Dienste wie beispielsweise Netflix in Deutschland i.d.R. mit unter zehn Euro im Monat zu Buche schlagen, gehe ich mal ganz stark davon aus, dass WWE sich an deren Preisen orientieren wird. Ein reines Wrestling-Angebot ist halt ungleich nischiger, als Netflix mit seiner riesigen Film- und Serienauswahl. Mir persönlich ist das Network im Monat 15 Euro wert, allerhöchstens 20 Euro! Sonst wird mir das neben dem Sky-Bundesliga-Abo und dem NBA-Team-Pass zu viel! 156 Euro entsprechen übrigens der aktuellen Gebühr für eine PPV-Übertragung auf Maxdome, die „Big Four“-Events „WWE Royal Rumble“, „WrestleMania“, „WWE SummerSlam“ und „WWE Survivor Series“, die noch ein wenig teurer sind, mal außen vor gelassen.

3. Kreditkarte als einzige verfügbare Zahlungsart
Ich könnte mich in der Regel tierisch aufregen, wenn mir in Onlineshops oder anderswo lediglich die Zahlung per Kreditkarte angeboten wird! Ich für meinen Teil habe in meinem Leben noch nie eine Kreditkarte besessen. Ganz einfach, weil ich nie eine nötig hatte: Weder hatte ich Geldprobleme, noch brauchte ich einen monatlichen „Puffer“, wie das bei so manch anderem offenbar der Fall ist, um sich am Ende des Monats noch was gönnen zu können.

In diesem Sinne wäre es für mich ein absolutes No-Go, sollte WWE es wirklich allen Ernstes fertigbringen, mir im Jahre 2016 a.d. lediglich diese eine Zahlungsart anzubieten. Zuzutrauen wäre es der Company auf jeden Fall! Wie wäre es mit dem good ol‘ PayPal oder dem klassischen Bankeinzug?

4. Abgespecktes Angebot/Archiv
Für mein Geld erwarte ich mir ein full-blown Archiv, das in keinster Weise beschnitten und verstümmelt wurde oder sonst wie vom viel gepriesenen US-Original abweicht! Schließlich wurde im Rahmen der vor einigen Wochen rausgehauenen Pressemitteilung angekündigt, dass das deutsche WWE Network was seinen Umfang anbelangt exakt jenem in den Vereinigten Staaten entsprechen wird. Sollte sich also herausstellen, dass dem entgegen der Ankündigung doch nicht so ist, dass ich – warum auch immer – doch nicht auf sämtliche Inhalte aus WCW, ECW u.a. zugreifen kann oder die monatlichen PPVs doch weiterhin exklusiv auf Maxdome gezeigt werden, wäre das für mich ein Grund, den Probemonat doch nicht in ein vollwertiges Abo umzuwandeln.

5. Die liebe Technik
Ein Streaming-Angebot, das anderswo (lies: in den USA) bereits seit knapp zwei Jahren verfügbar ist, sollte hierzulande, wo der Fan-Ansturm weitaus geringer ausfallen wird, problemlos und einwandfrei laufen. Technische Probleme, wie beispielsweise der legendäre ProSieben-Livestream, welchen zahlende Kunden von Maxdome während einer PPV-Übertragung einst geliefert bekamen, sollten binnen der zwei-, dreitägigen Anlaufphase ausgemerzt werden. Alles andere wäre imho indiskutabel.

Also, WWE, versaut es nicht!

Outdoor-Cooking: Spätzle mit Pilzrahmsauce & lecker Veggie-Schnitzel

Der kleine Survival-Fan in mir wird das sicherlich irgendwann mal nachkochen. ;) Sehr faszinierend und überhaupt ein großartiger Kanal!

ProSieben und der TBBT-Overkill

ProSieben LogoMal ehrlich: Die Leute in der Programmplanung von ProSieben haben scheinbar den Knall nicht gehört – oder etwa doch?: Ab Januar 2016 zeigt die „rote Sieben“ neue Folgen der US-Erfolgssitcom „The Big Bang Theory“ in deutscher Erstausstrahlung, immer montags zur Primetime um 20:15 Uhr. Doch was dann im unmittelbaren Anschluss an die Deutschland-Premiere von dem Unterföhringer Privatsender über den Äther geschickt wird, kann als programmplanerischer Sicht getrost als absolutes Armutszeugnis bezeichnet werden: Da auf RTL parallel das wohl wieder enorm quotenstarke „Dschungelcamp“ laufen wird und ProSiebens Allzweckwaffe Stefan Raab sich zusammen mit seinem jahrelangen Quotenbringer „TV Total“ bis dahin in den wohlverdienten TV-Ruhestand verabschiedet haben wird, kontert ProSieben – und das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen – mit sieben weiteren „Best Of“-Episoden aus der Nerd-WG, die montags am Stück bis nach Mitternacht versendet werden.

Ist ja nicht so, als wären sämtliche Serienfolgen in den vergangenen paar Jahren von den hiesigen Lizenzinhabern ProSieben, TNT Serie und Co. nicht schon schier unzählige Male durchgenudelt worden – immer und immer wieder, quasi bis zum Erbrechen… – Geradezu schockierend sind die folgenden Zahlen: Alleine im Januar 2016 wird ProSieben, so hat zumindest die Website Wunschliste.de ausgerechnet, sage und schreibe 74 (in Worten: vierundsiebzig!) „The Big Bang Theory“-Episoden versenden, darunter lediglich vier deutsche Erstausstrahlungen! Annähernd vier Staffeln „TBBT“ in lediglich einem Monat – das ist imho nicht mehr nur meschugge, sondern schlicht krank!

Ich persönlich frage mich ja immer wie abgestumpft ein Mensch eigentlich sein muss, um eine solch einfallslose Programmplanung gutzuheißen? Wieso wird solchen Sendern überhaupt noch Beachtung geschenkt? Ich meine, wenn ich acht Folgen einer Serie am Stück schauen will, lege ich mir in der Regel das entsprechende DVD- oder BluRay-Set zu, und warte nicht drauf bis sie mir zu vorgegebener Uhrzeit von einem Sender vorgesetzt werden. Oh, was ich mich nicht seltener frage: Wie verkümmert muss eigentlich die Leidenschaft, die Passion der verantwortlichen „Programmplaner“ da in Unterföhring sein, dass sie nach wie vor ihr Heil im hochfrequenten Versenden von i.d.R. gut abgehangener Serienware (u.a. „Two And a Half Men“, „How I Met Your Mother“) suchen? Selbes gilt übrigens auch für all die „Binge-Watcher“, die sich ganze Staffeln ihrer Lieblingsserien, sei es nun „House of Cards“, „The Walking Dead“, „Game of Thrones“ und wie sie alle heißen, am Stück reinziehen. Wo bleibt bei einem so derart maßlosen Konsum bitte der Genuss und, ja, auch die angebrachte Wertschätzung für das Werk an sich?

Es sind Armutszeugnisse wie der nicht mehr allzu ferne „The Big Bang Theory“-Overkill @ ProSieben, die mich in meiner vor Jahren getroffenen Entscheidung, mich vom linearen TV weitestgehend abzuwenden, bestätigen. Allerbesten Dank auch, ProSieben!

EA Ronku

Über fünf Jahre ist es inzwischen her, dass ich zuletzt meine Gaming-Skills auf Video gebannt und bei YouTube hochgeladen habe, sprich: als Let’s Player aktiv war. Nach anfänglicher chronischer Ablehnung sind inzwischen auch die meisten Entwicklerstudios und Publisher auf den Trichter gekommen, dass Let’s Plays und Walkthroughs in der Regel kostenloser Werbung für ein Videospiel gleichkommen und nicht wenige Gamer bei ihrer Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen. Auch Electronic Arts, einer der weltweit größten Videospiel-Publisher, in dessen Portfolio sich weltweit populäre Franchises wie „Dragon Age“, „Need For Speed“, „FIFA“, „Madden“, „Mass Effect“, „Battlefield“ und „Star Wars: Battlefront“ tummeln, gehört seit einiger Zeit zum Kreis der Erleuchteten.

Wie sehr EA inzwischen auf YouTube als Werbeplattform und Let’s Player als Werbebotschafter“ setzt, zeigt sich eindrucksvoll an einem Partnerprogramm namens EA Ronku. Dabei handelt es sich um einen relativ exklusiven Invite-only Club von überwiegend englischsprachigen, reichweitenstarken YouTube-Persönlichkeiten und einflussreichen Influencern der Szene, oder um es mit EA zu sagen: „Ronku is an exclusive program powered by EA devoted to connecting top YouTube gamers directly with the people that make the games they love to play.“ Sie alle verwandeln ihren YouTube-Channel in eine Art EA-litfaßsäule, indem sie neue EA-Videospiele auf ihrem Channel promoten, soll heißen: Let’s-Play-Videos und/oder Reviews hochladen. In deren Rahmen lassen besagte YouTuber dann der Regel überdeutlich raushängen, wie sehr sie doch von dem Game, das sie da gerade zocken (bzw. zocken sollen), begeistert sind, – nun ja, zumindest geben sie vor, dass ihre Begeisterung keinerlei Grenzen kennt. Diesbezüglich muss man wissen: Im Vorfeld werden sie von EA mit einer Art Checkliste ausgestattet, auf der diverse Punkte vermerkt sind, die im Video unbedingt angesprochen und/oder gezeigt werden sollen. Das können bestimmte brandneue Features sein, spektakuläre Zwischensequenzen oder aber schlicht und ergreifend der Releasetermin. Negatives bekommt man in diesen Videos hingegen nicht zu hören, – ist halt Werbung.

YouTuber, die sich auf einen solchen Deal einlassen, verdienen dabei nicht schlecht: Pro 1.000 Views überweist Electronic Arts, so kam mir zu Ohren, 10 US-Dollar, – und das garantiert, da ggf. im Hintergrund laufende Werbeblocker nichts bringen oder sollen sie etwa das komplette Video blocken? ;) Erkennbar sind diese bezahlten Werbevideos in der Regel an der kurzen Einblendung des „EA Ronku“-Logos direkt zu Beginn, oder an einem in der Videobeschreibung platzierten (meist ganz unten, wo es die Zielgruppe eh mitbekommt) Hinweis, der da lautet: „Sponsored by EA Ronku“. Nur die allerwenigsten sind so ehrlich und transparent und legen auch auf akustischem Weg offen, dass sie für das folgende Video vom Publisher bezahlt werden. Und selbst wenn, wird meist lediglich extrem vage angedeutet, dass das, was man da gerade zu sehen bekommt, nichts anderes ist als vom Publisher des jeweiligen Games bezahlte Werbung.

Wenn solche Werbebreaks in meinem YouTube-Stream auftauchen, und das kam in letzter Zeit ziemlich häufig vor, schließlich hatte Electronic Arts mit „Need For Speed“ und „Star Wars: Battlefront“ gleich zwei große Releases in der Pipeline, vereinzelt kam es auch bei „FIFA 16“, „NBA Live 16“ und – natürlich – auch „Madden NFL 16“ zu entsprechenden Uploads, frage ich mich nur immer, wie sehr sich diese Leute im Leben wohl sonst noch so verbiegen, oder um es ein wenig drastischer auszudrücken: sich prostituieren mögen? Besonders ekelhaft sind imho jene YouTuber, die in der Vergangenheit nicht müde wurden immer wieder zu betonen, wie – ja – beschissen sie Electronic Arts als Publisher doch finden, und dass sie dieses und jenes Spiel niemals ernsthaft anfassen, geschweige denn zocken würden, weil es einfach nicht ihren Geschmack trifft. Tja, und dann werden von genau diesen Leuten plötzlich wie aus dem Nichts von EA Ronku gesponserte Videos hochgeladen, nur um die Serie nach meist drei, vier Uploads bereits schon wieder einzustellen, – mehr Videos waren für ’ne Auszahlung wohl nicht gefordert…

EA Ronku ist natürlich nur eines von schier unzähligen ähnlich gearteten Partnerprogrammen aller möglicher Genres. Nicht wenige Buchverlage, Filmverleihe, Tech-Unternehmen und Videospiel-Publisher gehen nicht anders vor! Dieser Post soll auch nicht als Kritik an Electronic Arts verstanden werden, sondern eher als Anprangern an der allgemeinen Unehrlichkeit, der weite Teile der weltweiten Blogger- und YouTuber-Szene anheim gefallen sind in den letzten Jahren.

Wo ist die Authentizität abgeblieben?

Euphoriebremse lockern!

Ich bin enttäuscht. Enttäuscht von meinem Verein, dem 1. FC Köln, und seiner scheinbar alternativlosen, mit harter Hand durchgezogenen Außendarstellung, wie wir sie nunmehr bereits seit über zwei Jahren erleben. Aber der Reihe nach…

Fangen wir beim ursprünglichen Problem an: Nicht wenige Kölner Fußballfans kennen, zumindest so sie denn primär mit dem 1. FC Köln sympathisieren, in der Regel lediglich zwei krass gegensätzlich gepolte Emotionensstadien. Als da wären: zum Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt, bzw. alles geil und alles scheiße, bzw. noch weiter herunter skaliert: Schwarz und Weiss – so zumindest das in der Republik weit verbreitete Klischee. Und in der Tat: Nach Siegen, und seien diese noch so zusammengerumpelt, wähnen viele sich gerne mal auf Champions-League-Kurs – und meinen dies auch ernst! -, bei Niederlagen, und seien sie noch so unverdient, wird oftmals gerne der direkte Abschied herbeigeredet. Dazu passt: Wer bei Heimspielen im RheinEnergieStadion auf der Süd steht, seine vier, fünf Liedchen runternuschelt – zumindest dann, wenn gerade einmal nicht boykottiert wird -, noch vor dem Halbzeitpfiff das vierte Bier kippt und wenn’s drauf ankommt aktiv Straftäter deckt, die den Verein in der Regel einiges an Geld kosten, da natürlich dieser es ist, der für Verstöße gegen die DFL-Richtlinien, bzw. Stadionordnung zur Kasse gebeten wird, ist natürlich „Edelfan“ aka Ultra. Andere, denen was an der Mannschaft und ihrem Spiel gelegen ist – Leute wie ich -, werden hingegen als „Event-Ottos“ diffamiert und aus der Kurve heraus, deren „Fankultur“ dem geneigten Beobachter nicht selten äußerst abgehoben erscheint, belächelt.

Nun ist der Verein zu Beginn der glorreichen Aufstiegssaison 2013/14 unter Peter Stöger hingegangen und hat in Person von Geschäftsführer Sport Jörg Schmadtke die „Euphoriebremse“ („Ruhig, ganz ruhig bleiben!“) gezogen, so nach dem Motto: Leute, jetzt dreht mir hier nicht wieder durch, bleibt einfach mal auf dem Boden der Tatsachen – danke! Der eingetretene Erfolg gibt der sportlichen Führung recht, und ich persönlich fand die Maßnahmen in der damaligen Situation auch gut und richtig, immerhin wollte man angesichts der angespannten finanziellen Situation das große Ziel Wiederaufstieg nicht gefährdet sehen. Nun ist der Effzeh im zweiten Jahr zurück im Oberhaus, zieht dem Vernehmen nach immer neue finanzkräftige Sponsoren an Land, baut infolge dessen peu á peu seine Schulden ab – und die nach wie vor mit voller Härte angezogene „Euphoriebremse“ trägt inzwischen maßgeblich dazu bei, dass ich mich immer weiter vom Verein, dessen Mitglied ich bin und dem ich mein Herz als Fußballfan geschenkt habe, entfremde.

Es ist ein eher stilles Leiden, das ich und mit mir wohl auch einige andere FC-Anhänger seit Monaten durchmachen. Dank der tatkräftigen indirekten Mithilfe einiger unverbesserlicher „Edelfans“ ist es inzwischen nicht einmal mehr möglich, sich über einen errungenen Sieg zu freuen, wie Schmadtke vor zwei Wochen nach dem Derbiesieg gegen die ChemPark-Kicker vom Autobahnkreuz (aka Leverkusen) einmal mehr hat raushängen lassen. Den genauen Wortlaut habe ich inzwischen verdrängt, doch seine Grundaussage ist hängen geblieben: Auf die Nachfrage des Sky-Reporters Ecki Heuser, der wissen wollte, wie wichtig denn der gerade eingefahrene Derbysieg war, gab unser Sport-Geschäftsführer zu Protokoll, dass auch ein Derbysieg ein Sieg wie jeder andere sei, da man auch bloß drei Punkte erhalte, – alles wie immer, nichts besonderes eben. Dann die Nachfrage nach dem zweifachen Torschützen Dominik Maroh, der die Pillen quasi im Alleingang abgeschossen, bzw. abgeköpft hat. Schmadtke war erneut sichtlich bemüht, jede aufkommende Euphorie… nein, das wäre zu hoch gegriffen… jedes Freudengefühl im Keim zu ersticken, indem er meinte, dass er nicht wisse, was er dazu [zu Marohs beiden Toren] großartig sagen soll. Dann erbarmte er sich schließlich doch noch und hänge ein gewohnt nüchternes „Hat er toll gemacht“ hinten an. – Meiner Meinung nach, kam das im Interview unserer in vielerlei Hinsicht großartigen Mannschaft und insbesondere Dome gegenüber schon sehr respektlos rüber, – und es war weiß Gott nicht das erste Mal, dass er sich gegenüber den Medien, sei es nun Sky oder sonst wer, in der geschilderten Art und Weise zu guten Leistungen des Teams geäußert hat. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da feiert der 1. FC Köln nach vielen Jahren mal wieder einen Auswärtssieg in Leverkusen und unsere Verantwortlichen haben offenbar nichts anderes zu tun als in gewohnter Manier die vielleicht eventuell unter Umständen aufkommenden Glücks- und Freudengefühle abzuwürgen, um ja nicht Gefahr zu laufen, den Medien oder wem auch immer eine Steilvorlage zu liefern für einen Artikel über „die mal wieder von der Champions League träumenden Kölner“. Wie kommt sowas denn bitte rüber?!

Während ich diese Einstellung, bzw. die sich selbst auferlegte „Euphoriebremse“ im Aufstiegsjahr, als der Effzeh relativ souverän Meister der 2. Fußball-Bundesliga wurde, wie weiter oben geschrieben noch durchaus nachvollziehen konnte, ist es im mittlerweile zweiten Jahr im Oberhaus nur noch unverständlich, dass weiterhin so gehandelt wird. Man führe sich vor Augen: Der FC hat Stand jetzt eine gute Hinrunde gespielt, liegt was die Punkteausbeute angeht über Soll und dank Siegen über große Mannschaften (Ponys, Sch**** 04, Autobahnkreuz), darunter auch einige, die von nicht vielen Beobachtern für wahrscheinlich eingestuft wurden, im soliden gesicherten Mittelfeld der Tabelle, die Top-6 nach wie vor lediglich einen Katzensprung entfernt. Das ist für einen Verein wie den 1. FC Köln, der weiß Gott nicht die Moneten in den Arsch geblasen bekommt wie z.B. Plastikclubs wie Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim, RB Leipzig, eine entsprechende Mannschaft sein Eigen nennt und dessen Saisonziel es ist Platz 14 zu schaffen, ausgesprochen bemerkenswert, wie ich finde. – Nur: Ausgelassen freuen über diese tolle Mannschaftsleistung darf man sich scheinbar nicht. Oder zumindest nur innerlich. Siege sollen wohl, ginge es einzig und allein nach Schmadtke und Co., höchstens zur Kenntnis genommen, abgehakt und dann nicht weiter mit Aufmerksamkeit bedacht werden. Diese rigorose Linie wird vom Verein nun sogar in den sozialen Netzwerken wie bei Twitter, Facebook und Co. gefahren, indem Posts und Status-Updates wie zum Beispiel das folgende veröffentlicht werden: „Der #Effzeh hat gegen XYZ verdient mit 3:1 gewonnen. Kommende Woche treten wir in XYZ an. Schönen Abend noch!“ Keine nach außen getragene Freude, vollkommen emotionslos, steril – eben spürbar anders als all das, was ich mir von einem gar nicht mal so erfolglosen Sportteam wünsche.

Der 1. FC Köln beruft sich oft darauf, ein integraler Teil Kölns zu sein. Ein Teil dieser großartigen und lebensfrohen Stadt, deren Einheimische in der Regel mit ihren Emotionen und Gefühlen nicht hinter dem Berg halten können. Der FC ist dabei nicht bloß ein schnöder Fußballverein, sondern überdies seit Anfang 2015 auch ein eingetragener Karnevalsverein und Mitglied im Festkomitee des Kölner Karnevals, lässt vor Beginn seine karnevalistisch angehauchte Vereinshymne „Mer ston zo dir!“ erklingen, woraufhin knapp 48.000 ihre Fanschals gen Himmel strecken und voller Inbrunst mitsingen. Ja, der FC ist sogar so bekloppt und bringt seit zwei Jahren ein mehr oder minder gelungenes Karnevalstrikot heraus. Wie genau passt all dies zu der beschriebenen höchst biederen Außendarstellung à la graue Maus Hannover 96? Bitte nicht falsch verstehen: Ich distanziere mich ausdrücklich von Randalierern und all jenen, die offenbar so gehandicapt sind, dass sie ihre Emotionen lediglich mit einer mehrere hundert Grad heißen Fackel in der Hand zum Ausdruck bringen können! Der aktuelle triste Zustand ist allerdings auch keine Option!

Denn: Mit welcher Berechtigung werden Fans, die nichts, aber auch wirklich rein gar nichts, mit den beschrieben Deppen und Chaoten gemein haben, vom Verein „bestraft“, indem sich dieser immer mehr seiner Lebensfreude entledigt, die ihn seit seiner Gründung im Jahr 1948 ausgemacht hat, und sich damit peu á peu von dem Verein entfernt, dessen Fan ich einst geworden bin? Warum sind wir die Leidtragenden einer in den Jahren vor dem letzten Abstieg teils extrem aus dem Ruder gelaufenen, überheblichen „Fankultur“ und einigen Lokalmedien, die wohl nichts großartig anderes auf ihrer Agenda hatten als draufzuhauen, zu überzeichnen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit Zwietracht zu sähen zwischen dem Verein, Spielern und Fans? Ich für meinen Teil bin erwachsen und erfahren genug um für mich einordnen zu können, wie ich errungene Siege und schmerzhafte Niederlagen zu bewerten und ins große Ganze einzuordnen habe, dass ich nicht nach einem Sieg direkt nach der Champions League oder Europa League brülle, genau so wenig wie ich bei einer eventuellen Niederlagenserie gleich alles schlecht rede und den Abstieg förmlich herbeisehne, um mich bestätigt zu sehen, wie dies in so manchem Effzeh-Fanforum und dem ein oder anderen Artikel einiger verwirrter Schreiberlinge noch immer gang und gäbe ist. Wenn diese Leute dies wie so man anderes Thema auch nicht auf die Kette bekommen, ist das nicht mein Problem.

Ich finde es extrem schade, dass vielen, vielen Vereinsanhängern ihr Hobby durch die hammerhart durchgezogene „Euphoriebremse“ so vermiest wird – vom eigenen Verein, wohlgemerkt!

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