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InaiMathi

Review: NBA 2K17

24. September 2016   •   Review
NBA 2K17 - © 2K Sports

Mit „NBA 2K“ verhält es sich in etwa so wie mit Weihnachten: Alle Jahre wieder kommt pünktlich am #2KDay der Lieferbote mit einem Päckchen unterm Arm vorbei geschneit und sorgt mit der Zustellung beim Empfänger – also mir – für enorme Glücksgefühle. Dieses Jahr hatte ich dank der freundlichen Unterstützung von Publisher Take-Two Interactive, der mir ein persönliches Testmuster zur Verfügung gestellt hat, sogar bereits mehrere Tage im Voraus die Gelegenheit, mit meinen heiß geliebten Utah Jazz das Parkett der NBA-Arenen Nordamerikas unsicher zu machen, wofür ich mich an dieser Stelle nochmals bedanken möchte!

Auf der Zielgeraden bis zum Release von „NBA 2K17“ hatte ich mich bereits mit „NBA 2K17 – The Prelude“, sozusagen dem offiziellen Vorspiel (aka Demo) zu meinem persönlichen Höhepunkt des Jahres in Sachen Sport-Videospiele, eingegroovt (siehe meine Review), so dass ich von all den großen wie kleinen Neuerungen, die die neue Basketball-Sim von 2K Sports so mit sich bringt, und dem wie immer gigantischen Umfang des Titels nicht gänzlich unvorbereitet erschlagen wurde.

Wie es nun letzten Endes um die Vollversion bestellt ist, ob es sich beim diesjährigen „NBA 2K“ lediglich um ein allenfalls routiniert abgeliefertes Updates á la „FIFA“ und/oder „Madden NFL“ handelt oder – wie von Fans wie mir erhofft – um einen großen Schritt in die richtige Richtung, klärt meine ausführliche Videospiel-Review zur PlayStation 4-Version von „NBA 2K17“.

NBA 2K17
2016, Basketball-Sim, PlayStation 4
Visual Concepts / 2K Sports
www.NBA2K.com

Spieletrailer

Beschreibung
„Dominiere deinen Gegner mit dem NBA-Spiel der Next Generation von 2K Games. Nach dem Rekordstart von NBA 2K16 wird die NBA 2K-Reihe mit NBA 2K17 ihren Ruf als authentischstes Sportspiel der Welt auch in diesem Jahr verteidigen.“ – Quelle

Kritik
Am Anfang war der Face-Scan. Noch bevor ich zum ersten Mal überhaupt einen Blick ins Hauptmenü werfen durfte, wurde ich dazu aufgefordert, meine Visage einzuscannen, damit sie für meinen MyPlayer genutzt werden kann. Diese Aufforderung hatte ich in den letzten Jahren mangels einer PayStation-Kamera stets abgelehnt, doch dieses Jahr, so hatte ich mir im Vorfeld vorgenommen, wollte ich all-in gehen. Also zückte ich mein Smartphone, installierte die kostenlose „MyNBA 2K17“-App und legte los. Der Scan-Prozess war selbsterklärend und ging zügig vonstatten. Nach nicht einmal fünf Minuten wurde mir das Ergebnis präsentiert, und dieses konnte sich wider Erwarten wirklich sehen lassen! Ich musste nicht einmal den aus „NBA 2K16“ quasi unverändert übernommenen Editor bemühen, um hier und da ein wenig nachzubessern – verrückt! Bevor jemand fragt: Nein, an die superbe Akkuratheit der Konkurrenz von „NBA Live 16“ reicht das Ergebnis nicht heran, doch zufrieden war ich aber auf alle Fälle!

Im Hauptmenü angekommen, verschaffte ich mir erst einmal einen Überblick über all die Awesomeness, mit der „NBA 2K17“ dieses Jahr aufwarten kann. Das Menü verzichtet nun komplett auf unnötigen und ladeintensiven 3D-Schnick-Schack und kommt sehr reduziert, aufgeräumt und übersichtlich daher. Wie in den Vorjahren ist die Menüstruktur unterteilt in „Play Now“, „MyCareer“, „MyTeam“, „MyGM / MyLeague“, „2K TV“ sowie „Optionen & Features“.
Während die meisten Punkte selbsterklärend sind, hat es insbesondere „Play Now“ in sich, immerhin verstecken sich dahinter ganze sechs weitere Spielmodi, so unter anderem die Möglichkeit ein schnelles Spiel zu absolvieren, dem nach wie vor unheimlich langweiligen Blacktop einen kurzen Besuch abzustatten, sowie online gegen andere Spieler oder Freunde anzutreten.
Erwähnenswert sind zudem zwei komplett neue Spielmodi unter „MyGM / MyLeague“. In „NBA 2K17“ wird es möglich sein, mit seinem Lieblingsteam am aktuellen Datum in die laufende NBA-Saison einzusteigen. Dabei werden sowohl die Tabellensituation sowie die jeweiligen realen Leistungsdaten der Teams berücksichtigt und simuliert. Ebenfalls neu ist der „Playoff“-Modus: Hier spart man sich die Regular-Season und steigt mit seinem Team direkt in den Playoffs ein. Am Ende winken Ruhm und Ehre sowie die weltberühmte Larry O’Brien Championship Trophy.
Für alle Neueinsteiger findet sich unter dem Menüpunkt „Play Now“ zudem mit „2KU“ erstmals ein vollständig vertontes Tutorial. Dieses führt noch nicht gänzlich mit Spiel und Steuerung vertraue Gamer in die Welt von „NBA 2K17“ ein. Leider haben die Macher von 2K versäumt, auch komplexeren Themen wie Spielzügen ein extra Tutorial zu spendieren. Wer sich dahingehend informieren möchte, ist nach wie vor auf YouTube und Co. angewiesen. Diesbezüglich sei auf den YouTube-Kanal von Da_Czar, seines Zeichens Entwickler bei Visual Concepts, hingewiesen, der sich seit Jahren viel Mühe macht, diese unverständlicherweise klaffende Tutorial-Lücke zu schließen.

Coole Idee: Ladepausen werden, je nachdem in welchem Spielmodus man sich befindet, von der aktuellen Ausgabe der Web-Show „2K-TV“ überbrückt. Moderiert von der gewohnt liebreizenden Rachel A DeMita, bietet „2K-TV“ dem interessierten Gamer Woche für Woche wissenswerte Fakten und Hintergrund-Informationen rund um das „NBA 2K“-Franchise sowie ikonische NBA-Spieler wie beispielsweise Cover-Athlete Paul George. Nett sind zudem interaktive Show-Segmente, in deren Rahmen der Spieler sich entweder an einem schnellen Quiz beteiligen oder über seine Lieblings-Features von „NBA 2K17“ abstimmen kann. Wer sich aufrafft und teilnimmt, wird mit einem kleinen Betrag Virtual Credits (VC; die omnipräsente Ingame-Währung) entschädigt. All jene, die auf „2K-TV“ hingegen verzichten können, dürfen das Feature in den Optionen auch komplett deaktivieren, zumal sich die Ladezeiten dieses Jahr sowieso in Grenzen halten.

„NBA 2K17“ ist dieses Jahr das einzige offizielle Videospiel zur vor der Türe stehenden NBA-Saison. Es umfasst alle 30 NBA-Teams sowie deren eingescannte Spieler und Coaches, Maskottchen sowie sämtliche NBA-Arenen der anstehenden Spielzeit 2016/17 – sowie darüber hinaus erstmals auch zwei Nationalteams (Team USA und ‚The Boomers‘ aka Team Australia) und für alle Freunde von lässigen College-Hoops endlich außerhalb des Karrieremodus spielbare College-Mannschaften samt passenden Hallen, Crowd, Cheerleadern und der berühmt-berüchtigten Blaskapelle. Besagte College-Mannschaften sind allerdings nicht von Haus aus im Spiel enthalten, sondern müssen bei bestehendem Interesse nachträglich als kostenpflichtiger Downloadable Content (DLC) heruntergeladen werden. Kostenpunkt: 14,99 Euro für insgesamt acht College-Teams, von denen wiederum lediglich die Hälfte offiziell lizensiert wurde. Oh, und falls es wen interessiert: Ja, die EuroLeague-Teams der Spielzeit 2016/17 sind ebenfalls wieder mit von der Partie, darunter die vier deutschen Teams Alba Berlin, Brose Baskets, FC Bayern München Basketball und Ratiopharm Ulm!

Doch machen wir uns nichts vor: Auch bei „NBA 2K17“ ist der „MyCareer“-Modus samt angeschlossenem „MyPark“ und „Pro-AM“ das unangefochtene Herzstück des Spiels, dem sich das überwältigende Gros der Spieler annehmen wird. Gleich zuBeginn sei gesagt: Der unsägliche Spike Lee und seine dezent merkwürdigen Storylines feat. Frequency Vibrations sind Gott sei dank Geschichte! Am grundsätzlichen Verlauf der „Story“ hat sich indes nicht allzu viel getan, alles irgendwie schon mal da gewesen, nichts wirklich bahnbrechend Neues wird geboten: Wie schon in den Vorjahren übernimmt der Spieler erneut die Kontrolle über einen aufstrebenden NBA-Spieler, der es sich zum Ziel gesetzt hat, nach ausgiebigem Klinkenputzen, hartem Training und nicht enden wollender VC-Verprasserei für Skills, Klamotten und Kickz irgendwann die erwähnte Larry O’Brien Championship Trophy in die Höhe zu stemmen. Wer wie meine Wenigkeit „NBA 2K17 – The Prelude“ gezockt hat, spart sich die tendenziell eher öden College-Spiele und steigt sofort beim NBA-Draft ein.

Während den Spieler im Verlauf des Karrieremodus wie gesagt kaum wirkliche Neuerungen erwarten, wurden die bekannten Gameplay-Mechaniken lediglich neu verpackt. Zwischen Spielen kann via Smartphone Kontakt mit Management (kümmert sich um Werbedeals, Trades etc), Trainern (schalten peu á peu Features wie z.B. den Jumpshot-Creator frei), anderen NBA-Spielern (erhöht Anzahl der Fans) und Familie (optionale Zwischensequenzen) gehalten werden, während man in einer vollständig neu modellierten und deutlich wertiger texturierten Trainingshalle an seinen Moves und Würfen arbeiten und ab und an auch zum Team-Training ins offizielle NBA-Trainingszentrum verschwindet.
Wer sich ran hält und eifrig trainiert, verdient nicht nur zusätzliche VC und erhöht mit der Zeit den Levelcap, sondern erhöht auch temporär die Werte seines MyPlayers für das nächste anstehende NBA-Match. Dabei kann gezielt bestimmt werden, in welchem Bereich der Boost angewendet wird: Werden beispielsweise im Rahmen der Trainings-Sessions insbesondere Freiwürfe erfolgreich trainiert, erhöht dies das Freiwurf-Rating, selbes gilt u.a. für 3-Pointer, Dribbling sowie Blocks. Wer kritisiert, dass sich die mit den einzelnen Trainingseinheiten verbundenen Minispiele recht zügig wiederholen, ihnen gar eine gewisse – mit der Zeit sicherlich nervtötende – Repetivität attestiert, verkennt, dass dies im Profisport nicht anders ist.
Gut gemeinter Verbesserungsvorschlag für „NBA 2K18“: Während des Team-Trainings individuell auf den kommenden Gegner zugeschnittene Spielzüge und Taktiken einstudieren lassen und dadurch das allgemeine Spielverständnis von Casual-Gamern erhöhen. Alternativ: „2KU“ um ein entsprechendes Tutorial ergänzen.

Wie in den Vorgängern können, bzw. müssen verdiente VC in die MyPlayer-Skillung, Badge-Upgrades, neue Klamotten und Schuhe von bekannten Sportartikelmarken wie Adidas, Nike, Reebok, Jordan, Converse und Mitchell & Ness, und Renovierungsarbeiten der Trainingshalle investiert werden, um erfolgreich zu sein und in der Karriere voranzukommen. Besagte Markenklamotten wurden übrigens voll lizensiert, sind aber in der Regel leider pottenhässlich und zudem ist die Auswahl wie von 2K gewohnt eher spärlich. Erstmals im „NBA 2K“-Franchise wurden zudem sämtliche Schuhe der aufgeführten Hersteller millimetergenau eingescannt, – ebenfalls eine Neuerung, die man sich zweifelsohne bei der Konkurrenz von „NBA Live“ abgeschaut hat, wo dies bereits seit mehreren Jahren so gehandhabt wird.
Käufe werden wie gehabt über den Ingame-Shop getätigt, welcher jederzeit über das Pausenmenü aufgerufen werden kann, solange sich der MyPlayer innerhalb der eigenen Trainingshalle befindet. Ich für meinen Teil empfinde den ständigen Wechsel zwischen Shop, MyPlayer-Stats und dem Inventar, in welchem ich die erworbenen Items anlegen sowie überdies die Jumpshots, Dribble-Moves und sonstige Animationen des MyPlayers festlegen kann, auf Dauer also eher umständlich. Schier endlose Listen, sehr viel hoch und runter gescrolle, viel Text, und alles nochmals kleinteilig unterteilt in Items und Animationen für MyCareer, MyPark und Pro-AM. Hätte man definitiv zugänglicher und nicht zuletzt übersichtlicher lösen können, wie ich finde.

Im Verlauf des Artikels war immer wieder die Rede von Spielerwerten und Skills, – doch was genau ist damit gemeint, wird der ein oder andere sich nun vielleicht fragen. Immerhin handelt es sich bei „NBA 2K17“ um ein Sportspiel und kein ultrakomplexes Fantasy-Rollenspiel á la „Baldur’s Gate“ und Konsorten. Nun, das ist nicht ganz korrekt. „NBA 2K“ ist tief drinnen ein waschechtes RPG – und das war noch nie so überdeutlich wie beim diesjährigen Ableger der Reihe!
Jeder Spieler in „NBA 2K17“ ist einzigartig. Nicht nur was sein Äußeres, seine Optik anbelangt, hier sind insbesondere seine Stats, seine Skills gemeint, die ihn zu einem unverwechselbaren Teil eines Teams werden lassen. Dies gilt auf für den MyPlayer! Gleich zu Beginn des Karrieremodus muss sich der Spieler für eine von insgesamt fünf Positionen entschieden, die sein MyPlayer innerhalb einer Mannschaft primär inne haben soll. Als da wären Point Guard, Shooting Guard, Power Forward, Small Forward und last but not least der Center. Jede Position ist nochmals in jeweils fünf Archetypen unterteilt, im Fall des von mir seit jeher favorisierten Point Guards sind dies „Playmaker“, „Sharpshooter“, „Lockdown Defense“, „Shot Creator“ und „Slasher“. Jeder Archetyp hat individuelle Vor- und Nachteile, die sich zusammen mit weiteren Faktoren wie Körpergröße, Gewicht, Spannweite u.a. des Spielers spürbar auf das Gameplay auswirken. Übrigens: Die Macher haben insgesamt fünf verschiedene Körpertypen ins Spiel integriert – von schlank und schlaksig bis hin zu muskulös-bullig -, so dass auch visuell Abwechslung geboten wird, wenngleich diese bei dem ein oder anderen Spieler auch nicht hundertprozentig exakt ausfällt.
Als PG-Playmaker ist der MyPlayer beispielsweise extrem agil unterwegs, verfügt über herausragende Dribbling- und Pass-Eigenschaften und ist grundsätzlich einer der schnellsten Spieler auf dem Parkett. Dafür nennt er lediglich mittelmäßige Werte für Jump-Shots und 3-Pointer sein Eigen und wird sich mangels ausgeprägtem Zug zum Korb nie zu einem Weltklasse-Dunker entwickeln können. Auch in der Defense wird sich ein PG-Playmaker nie mit herausragenden Leistungen auszeichnen und allenfalls mit Beihilfe überzeugen können. Exakt so verhält es sich mit jeder Klasse, pardon jeder Position und ihren jeweiligen Archetypen im Spiel, – ganz so wie in einem waschechten Rollenspiel, weshalb es gar nicht mal so weit hergeholt ist, dass 2K Sports „NBA 2K17“ als Sports-RPG anpreist.
Jede Position samt Archetyp nennt nochmals fünf unterschiedliche Badges ihr Eigen, die mit permanenten Stats-Boosts verbunden sind und von keiner anderen Position geteilt werden. Diese werden im Verlauf des Spiels durch gelungene Aktionen freigeschaltet (z.B. Ankle Breakers, Flashy Passes, Blocks) und können anschließend in drei Stufen verbessert werden. Die einzelnen Badge-Stufen lauten wie aus den Vorjahren gewohnt: Bronze, Silber und Gold – doch bis dahin ist es ein weiter Weg!
Zwar macht das RPG-System spielerisch definitiv Sinn, schließlich unterbindet es das unsägliche „Hero-Ballin'“ einiger Spieler, allerdings ist es gleichzeitig nicht unbedingt realistisch. Denn: Nun gibt’s nur noch Spieler, die in einem bestimmten gebiet herausragen, jedoch keine Superstars mehr, die in gleich mehreren Disziplinen aus der NBA-Masse herausragen. In die Dimensionen von Legenden des Basketball-Sports wie z.B. Michael Jordan, Kobi Bryant oder auch Lebron James wird man mit seinem MyPlayer der engschablonigen Limitierungen geschuldet wohl nie vorstoßen.

Wie Mike Wang, seines Zeichens Gameplay-Director von 2K, im Rahmen eines Blogposts auf OperationSports.com hat durchblicken lassen, fußt „NBA 2K17“ mehr als jeder andere Teil des Franchise auf physikbasiertem Gameplay. Beispielsweise klebt der Basketball nicht mehr länger an der Hand des Spielers, sondern wird getrennt vom Spielermodell berechnet. Zudem wurden annähernd sämtliche fixen, nicht unterbrechbaren Animationen entfernt, unter anderem bei Dribblings, On-Ball Defense und Blocks. Dadurch wirkt das Gameplay auf dem Parkett weit weniger starr und nicht mehr so vorhersehbar wie noch in den Vorjahren, sondern dynamisch und spritzig, eben ganz so wie es sein sollte. Insbesondere das über viele Jahre hinweg sträflich vernachlässigte Post-Gameplay, Rebounds sowie Blocks in der D sind nicht mehr wieder zu erkennen, so großartig spielen diese Segemnte sich nun!
Überhaupt laufen dieses Jahr sehr viele, um nicht zu sagen annähernd sämtliche Aktionen über den Pro-Stick: Angefangen von Jumpshots (werden nun durch simples, möglichst gerades Nach-hinten-Ziehen des Sticks getriggert) und Dunks, über Layups, die nun ebenfalls per Stick präzise getimed werden müssen, bis hin zu Steals, die inzwischen auch mit Hilfe des Pro-Sticks ausgeführt werden können. Wer sich vom neuen System überfordert fühlt, kann Layups und Steals auf Wunsch auch weiterhin per Knopfdruck ausführen lassen, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktion erfolgreich abgeschlossen wird, bei Nutzung des Sticks einen Ticken höher. Außerdem sind unter Zuhilfenahme des Pro-Sticks entschieden spektakulärere Aktionen und Moves möglich – und darum geht es im Basketball nun mal auch, oder?!
Bedeutet im Umkehrschluss, dass „NBA 2K“ im Jahr 2016 schwerer zu beherrschen ist als die letzten Iterationen des Franchise. Mittlerweile ist für gelungenes Dribbling, spektakuläre Cross-Overs samt ggf. folgender Ankle-Breakers beim gegnerischen Opfer Gegenspieler, Steals etc gesteigertes Können am Pro-Stick gefordert – ganz so, wie es bei einer Simulation sein sollte. Die enorme Befriedigung bei gelungenen wie sehenswerten Moves macht den alles in allem durchaus in die Höhe geschraubten Anspruch jedoch allemal wieder wett!

Einem kleinen aber feinen Facelifting unterzogen haben die Macher indes das Shotmeter: Dieses liefert wichtige Informationen zum Spielertyp (Superstar-Spieler, Sharpshooter etc), seine Hot-Zones und das Shot-Feedback nun kompakter, übersichtlicher sowie auf einen Blick nachvollziehbarer aufbereitet.
Darüber hinaus haben die Macher die PlayCalling-Popups, sowie die Menüs für Auswechslungen und Taktik-Anweisungen sinnvoll überarbeitet und an den Look and Feel der PlayCalling-Popups angeglichen. Vorbei sind die Zeiten, in denen man sich seine Spielzüge und sonstigen Anweisungen umständlich aus einer schier nicht enden wollenden Liste heraussuchen musste – den brandneuen sexy Kreismenüs sei Dank!

Doch auch ganz ohne manuelle Spielzug-Ansagen ist auf dem Parkett (noch) mehr los als in der Vergangenheit: Mitspieler laufen selbstständig Cuts, suchen freie Laufwege, stellen Screens und starten – so man dies denn zulässt – eigenständig potenzielle Scoring-Aktionen, die gar nicht mal so selten erfolgreich sind. Auch die Spieler-Laufwege während Transitions sowie das allgemeine Spacing auf dem Parkett haben sich merklich verbessert. Selbst die nicht erst seit gestern vehement geforderten Put-Backs haben endlich, endlich ihren Einzug ins Spielgeschehen gehalten. In Summe führt all das zu einem noch realistischeren Spielablauf, was man dem Titel gar nicht hoch genug anrechnen kann!
Ebenfalls positiv: Gefühlt gibt’s deutlich häufiger Foul-Calls, die zudem realistischer ausfallen. Foul-intensive Gegenspieler dürften nun also nicht mehr mit lediglich einem oder zwei Fouls ins letzte Quarter gehen. Man kann sagen: Die Referees in „NBA 2K17“ sind knallhart, aber fair!
Bedauerlicherweise nach wie vor nicht ins Spiel geschafft haben es hingegen Rangeleien zwischen einzelnen hitzköpfigen Spielern, die in der echten NBA durchaus immer mal wieder vorkommen, sowie die daraus nicht selten resultierenden Ejections durch die Unparteiischen.

Kommen wir zur Präsentation, die seit jeher als Steckenpferd des 2K-Entwicklerstudios Visual Concepts gilt: Die 2K-Gameshows, feat. das TNT-Trio Ernie Johnson, Shaquille O’Neal und Kenny ‚The Jet‘ Smith sind nach wie vor ganz nett, dürften von den meisten Spielern jedoch spätestens nach der ersten Euphorie weggedrückt, soll heißen übersprungen werden. Überhaupt finde ich, dass die 2K-Shows was die Qualität der gelieferten Animationen angeht im Vergleich zu dem Geschehen auf dem Parkett deutlich abfallen!
Somit ist die erste wirkliche Neuerung in Sachen Präsentation das runderneuerte On-Air Design von 2K Sports. Insbesondere das Scoring-Board am rechten unterem Bildschirmrand macht einen deutlich TV-reiferen Eindruck, wirkt stylisch, durchdacht und einfach einen Ticken professioneller als die Einblendungen in „NBA 2K16“ und „NBA 2K15“ (siehe meine Review), die sich bekanntlich wie ein Ei dem anderen glichen. Überhaupt gibt es nun merklich häufiger Statistik-Einblendungen im TV-Stil präsentiert, inklusive geradezu excelesquen Torten- und Balken-Diagrammen.
Eine weitere im Vorfeld groß beworbene Neuerung, mit der „NBA 2K17“ aufwarten kann, sind die Kommentatoren-Teams, die sich nunmehr aus sage und schreibe sechs Kommentatoren und Experten zusammensetzen! Je nachdem, wo in Nordamerika das Spiel steigt, hat man es mit einer anderen Kommentatoren-Riege zu tun: Während Kevin Harlan wie gewohnt auch weiterhin den stimmgewaltigen Play-by-Play-Commentator gibt und Greg Anthony sich um die Analyse des Geschehens kümmert, wechselt der dritte Platz indes von Match zu Match munter durch: Entweder nimmt auf diesem die weitergebildete Doris Burke Platz, oder aber einer der vier ehemaligen NBA-Profis Clark Kellogg, Chris Webber, Steve Smith und Brent Barry. 2K-Angaben zufolge, wurden mehrere Tausend Stunden neuer Kommentar aufgenommen, was sensationell wäre, wenn dem denn tatsächlich so ist. So oder so kann getrost sagen: „NBA 2K“ nennt weiterhin die authentischste, fachkundigste sowie technisch am ausgereiftesten umgesetzteste Kommentatoren-Riege der gesamten Branche sein Eigen!
An der Seitenlinie bittet nun David Aldridge zum Interview, seine Vorgängerin Doris Burke kommentiert wie oben erwähnt inzwischen mit. Leider hat man es versäumt, sich der hölzernen Interview-Animationen anzunehmen, so dass diese nach wir vor nicht zur ansonsten grandiosen Animationsqualität passen.
Ebenfalls neu im Spiel: Das lange geforderte Warm-Up vor dem Spiel – wenngleich auch nur selbstablaufend und merklich ungelenk animiert -, verfeinerte Tip-Offs, der Gang des Teams in die Kabine, NBA-Coaches beim Interview, Wired Coaches, eine Dunk-Show und diverse Maskottchen-Aktionen während der Halbzeit sowie einige neue Cheerleader-Choreos, welche allerdings nicht darüber hinwegtäuschen können, dass bei den holden Damen noch einiges zu tun ist.

Zum Abschluss noch ein paar Zeilen zur Optik und der Soundkulisse. Hand aufs Herz: „NBA 2K17“ ist eine echte Grafikbombe, für mich persönlich eines der optisch gelungensten wenn nicht sogar das gelungenste Sport-Videospiel dieser Tage! Hochdetaillierte Grafik, in der Regel knackig scharfe Texturen, meist butterweiche Animationen, superbe Licht-Effekte und Spiegelungen auf dem Parkett (die den Machern zufolge den realen Gegebenheiten vor Ort akkurat nachempfunden wurden), sexy Fokus-Effekte während Highlights und Interviews, die das Herz eines jeden Cineasten höher schlagen lassen, – das Ganze bei 1080p Full-HD und 60 FPS. 2K Sports‘ NBA Flagship-Sim umfasst darüber hinaus Face- und Bodyscans von annähernd 95 Prozent aller aktiven NBA-Spieler und Coaches (sic!), lediglich einige 2nd-Round-Rookies und tendenziell eher unbedeutende Spieler, sowie solche, die sich explizit gegen die Verwendung ihres Antlitzes verwehren, wurden nicht implementiert.
Ein wenig getrübt wird die ansonsten wirklich hervorragende Optik des Titels von vereinzelt abgehackten Animationen und Übergangen von einer Bewegung in die andere. Auch seltenes, aber nichtsdestotrotz hier und da vorhandenes Warping und Sliding von Spielern und dem Ball fällt unschön auf, genau wie das inzwischen schon kultige Mikrofon-Clipping und die ein wenig ungelenk anmutenden Animationen während Sideline-Interviews.

Da sich in Sachen Musik bekanntlich die Geister scheiden, gibt es diesbezüglich an dieser Stelle keine Wertung, sondern lediglich die Info, dass „NBA 2K17“ abermals mit einem umfangreichen Soundtrack aufwarten kann. Dieser umfasst ganze 39 Songs diverser Interpreten und bringt es auf eine Gesamtlaufzeit von gut und gerne zweieinhalb Stunden. Auffällig: Einen echten Basketball-Bezug haben leider nur die wenigsten Songs.
Überdies wurden endlich die von nicht wenigen Fans seit Jahren geforderten original Arena-Soundkulissen ins Spiel integriert. Die Jungs und Mädels von 2K Sports haben sich allen Ernstes die Mühe gemacht, in sämtlichen NBA-Arenen die dort während eines Spiels gespielte Musikeinspielungen, Jingles, Fan-Chants, Buzzer-Sounds etc aufzunehmen, zu digitalisieren und ins Spiel zu übertragen.

Fazit
Während die Konkurrenz es seit Jahren nicht hin bekommt, ein anständiges, solides Produkt abzuliefern, nehmen sich die Macher von „NBA 2K17“ der Kritik ihrer Fans an, justieren die richtigen Stellschrauben nach und hieven ihre NBA-Simulation ganz nebenbei auf ein gänzlich neues Level. Hier stimmt schlichtweg alles: Angefangen vom gigantischen Umfang und dem spielerischen Anspruch, über die technisch beeindruckende Umsetzung, die in der Branche ihres Gleichen sucht, bis hin zum Spielspaß, der sowohl on- wie offline durch die Decke geht. Noch nie wurden der Geist und die Schönheit des Basketballsports mit so viel Herzblut und Liebe zum Detail simuliert und als Videospiel umgesetzt.

„NBA 2K17“ ist auch in diesem Jahr das unangefochtene GoTo-Game für alle Basketball-Fans und NBA-Enthusiasten! Ein echter Pflichtkauf!

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