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Guide: The Witcher 3 bleibt beim ersten Ladebildschirm hängen, was ist zu tun?

The Witcher 3 - Wild Hunt - © CD Project RedGestern Abend war es endlich soweit: Nach langer Leidenszeit hielt ich CD Project Reds Meisterwerk “The Witcher 3 – Wild Hunt” endlich in meinen Händen, legte die BluRay sogleich ins Laufwerk meiner PlayStation 4 ein, um das Game auf der Festplatte der Konsole zu installieren. Meine Vorfreude auf den Titel war riesig! Endlich mal wieder ein grundsolides Action-Rollenspiel, das seinen Namen auch verdient, – “Dragon Age 3″ empfand ich nach durchaus starkem Beginn dann doch eher als eine herbe Enttäuschung. Der Umstand, dass die Wertungen der internationalen Videospielpresse für “The Witcher 3″ fast durchgängig im hohen 90er-Bereich angesiedelt sind, hat sein Übriges dazu beigetragen, meinen persönlichen Hype-Level in den letzten Wochen durch die Decke schießen zu lassen.

Ok, schnell noch den mittlerweile obligatorischen Day-One-Patch aus dem PSN geladen, installiert und das fröhliche Monsterschnetzeln konnte beginnen. Naja, denkste! Mehrmals versuchte ich, ein neues Spiel zu starten, lies immer wieder aufs Neue die beiden ellenlangen Intros über mich ergehen – die lustigerweise nicht abgesprochen, bzw. übersprungen werden können, was in der heutigen Zeit ein absolutes No-Go ist, wie ich finde – und wurde immer wieder von einer nicht enden wollenden Ladepause heimgesucht, die immer genau an dem Punkt einsetzte, wenn das Game vom ziemlich schicken Render-Intro feat. Geralts Herzenszauberin Yennefer in die Spielegrafik wechselt. Im Vorfeld hatte ich mich schlau gemacht, dass “The Witcher 3″ – zumindest auf der PS4 und der Xbox One – mit der ein oder anderen längeren Ladepause zu kämpfen hat. Von bis zu 70 Sekunden war in den jeweiligen Artikeln die Rede gewesen, echte “GTA 5″-Gedächtnis-Ladezeiten. Also dachte ich mir beim ersten Mal nichts weiter dabei, als es nach gut anderthalb Minuten immer noch nicht weiterging und der Ladebalken starr bei geschätzten 10 Prozent verharrte. Nach Minute 5 wurde ich dann aber doch langsam aber sicher argwöhnisch und wechselte ich zurück ins PS4-Dashboard, um das Spiel zu beenden und erneut zu starten. Abermals lies ich die beiden Intros über mich ergehen und erneut sah ich mich mit einem nicht enden wollenden, potthässlichen schwarzen Ladebildschirm konfrontiert.

Also machte ich mich im Web schlau und fand schnell heraus, dass ich bei weitem nicht der einzige bin, bei dem “The Witcher 3″ beim ersten Ladebildschirm rumzickt, beziehungsweise einfach nicht ins Gameplay wechselt. Ich probierte alle möglichen Lösungsvorschläge aus, von Neustart der PS4-Konsole, über eine simple Neuinstallation des Spiels sowie des Patches, bis hin zu abstrusen Ansätzen wie die PlayStation 4 einfach mal hochkant ins Regal zu stellen und ein Stoßgebet gen Himmel zu schicken, dass es denn etwas bewirkt – in meinem Fall hat keiner der Vorschläge etwas gebracht. Also tat ich das, was ich in längst vergangenen PC-Tagen öfters mal tun musste: das Spiel komplett von der Platte fegen und neu installieren. Diesmal jedoch lies ich in weiser Voraussicht den Day-1-Patch (v1.03) weg – und siehe da: Anstatt von einem unendlichen schwarzen Ladebildschirm, wurde ich nun vom lagernden Hexer Geralt von Riva und dessen Weggefährten Vesemir begrüßt! Sobald es mir möglich war, erstellte ich ein neues Savegame und wechselte zurück ins Dashbaord, um den Patch nachträglich doch noch zu installieren. Als ich “The Witcher 3″ wieder startete, wurde der Spielstand blitzschnell und ohne offensichtliche Probleme geladen, und ich konnte mich mit Geralt, Plötze und Co. endlich ins langersehnte Abenteuer stürzen!

Also, was ist zu tun, wenn die PS4-Version von “The Witcher 3 – Wild Hunt” nicht über den ersten Ladebildschirm hinaus kommt?

  1. “The Witcher 3″ inkl. Patch komplett deinstallieren
  2. Spiel neu installieren
  3. Spiel starten und sobald möglich einen Speicherstand anlegen
  4. Erst danach den Patch installieren
  5. Have fun! :)

Bleibt zu hoffen, dass CD Project Red sich dem beschriebenen Problem zügig annimmt. Ein universeller Lösungsweg scheint auch mein kleiner How-To Guide nicht zu sein.

One Cap A Month #1: Utah Jazz NBA-Cap

Willkommen zur Premierenausgabe von One Cap A Month. Im Verlauf der nächsten mindestens 12 Monate werde ich hier im Blog auf InaiMathi.de monatlich eine Basecap-Neuerwerbung vorstellen, eine kurze Anekdote beisteuern, weshalb ausgerechnet dieses Exemplar seinen Weg in meine Sammlung geschafft hat, und ein nettes Pic gibt’s zudem noch oben drauf!

Neuzugang im Mai 2015: Utah Jazz NBA-Cap

Die NBA-Season 2014/15 neigt sich langsam aber sicher den Finals entgegen, die Playoffs sind bereits in vollem Gange und mein Team, die Utah Jazz, hat sich bereits in die Sommerpause verabschiedet, weil’s insbesondere zu Beginn der Spielzeit einfach zu oft verheerende Blow-Outs hagelte. Das Franchise ist jedoch auf einem guten Weg: Mit Quin Snyder haben sie den besten Headcoach seit einer gefühlten Ewigkeit in ihren Reihen und der Roster ist, wie insbesondere in der zweiten Saisonhälfte vermehrt durchblitzte, mit aufstrebenden Stars wie Gordon Hayward, Derrick Favors, Rudy Gobert und Rookie Dante Exum perspektivisch sehr solide besetzt.

Um meine Liebe zu diesem überaus sympathischen Franchise aus Salt Lake City, Utah für jedermann ersichtlich offen zur Schau zu stellen und vielleicht auch um auf die Tatsache aufmerksam zu machen, dass es auch noch andere interessante Teams gibt, außer den hierzulande seit jeher beliebten Bulls, Lakers, Nets, Heat, Clippers und Cavaliers (eben jenen Teams, die man sich als Fan herauspickt, um stets auf der Seite der Sieger zu stehen), musste es im Mai einfach eine Retro Jazz-Basecap sein!

Die NBA Flat-Brim-Cap aus dem Hause Mitchell & Ness schaut wie ich finde mit dem fetten Retro-Jazz-Logo auf der Front und ihrem Mix aus seriösem Grau und der edlen Kontrastfarbe Lila ziemlich stylisch aus, trägt sich dank ihres stufenlos verstellbaren Leather-Strapback-Verschlusses ultrabequem und macht einfach mehr her, als all das, was im NBA Euro-Store an offiziellem Jazz Cap-Merchandise so offeriert wird. Die Ösen für die Luftzirkulation wurden zudem in Alu-Optik gefertigt und setzen sich somit vom grauen Stoff ab. Dass die allgemeine Verarbeitungsqualität bei der Traditionsmarke Mitchell & Ness in der Regel sehr gut ist, muss an dieser Stelle nicht extra erwähnt werden, oder?

Utah Jazz NBA-Cap
Mitchell & Ness
Flat-Brim, Strapback, 100 % Polyester
34,90 Euro (Amazon.de)

Project CARS 2 bereits in Entwicklung

Project CARS - © Slightly Mad Studios3, 2, 1… go! Seit vergangenem Donnerstag steht Slightly Mad Studios ambitionierte Rennsimulation “Project CARS” nach knapp vierjähriger Entwickungszeit und einigen frustreichen Verschiebungen endlich in den Händlerregalen. Selbstredend werde ich dem Titel eine ausführliche Review widmen, weshalb ich an dieser Stelle nicht allzu viel vorweg nehmen möchte. Nur so viel: “Project CARS” ist all das, was die Gran Tourismos, Forzas und DriveClubs (muahaha!) gerne wären, jedoch beileibe nicht sind: eine knüppelharte Simulation des Rennsports, die mir als Autonarren immer wieder aufs Neue die Freudentränen in die Augen treibt, entwickelt von passionierten Motorsport-Fans für Motorsport-Fans. Oldtimer, Road Cars, GT, LeMans-Prototypes, Karts, diverse Formel-Nachwuchs-Rennserien, GP2, bis hin zur Königsklasse Formula A, – ein absoluter Traum!

Obwohl “Project CARS” erst gestern für PlayStation 4, Xbox One und PC veröffentlicht wurde und Racer in den Vereinigten Staaten sich sogar noch bis zum 12. Mai gedulden müssen, bis sie ihr Exemplar dieser imho großartigen Rennsimulation in den Händen halten, gibt’s bereits jetzt gute Nachrichten zu verkünden, die Fans des Franchise sicherlich freuen dürften: Wie Ian Bell, seines Zeichens CEO von Slightly Mad Studios, im offiziellen pCARS-Forum bekanntgegeben hat, befindet sich der Nachfolger “Project CARS 2″ bereits in der Mache. “A very short update for now as I’m jet-lagged to hell and back but the good news is that we will be continuing the WMD setup for pCARS2.” Wie Bell weiter ausführt, wird bei “pCARS 2″ der gleiche Entwicklungsansatz Anwendung finden wie schon für den ersten Teil, sprich: Crowdfunding durch die Community, deren Feedback die Entwicklung des Titels maßgeblich beeinflussen wird.

Wie die Website CarThrottle.com berichtet, wird “Project CARS 2″ nicht mehr nur ausschließlich Rad-an-Rad Racing auf permanenten Asphalt-Rennstrecken featuren, sondern sich überdies auch einer weiteren, nicht ganz uninteressanten Renndisziplin widmen: RallyCross! Das ist definitiv eine interessante News, schließlich war RallyCross ursprünglich schon für Teil 1 eingeplant, bis man sich irgendwann während der Entwicklung entschied, sich für “Project CARS” ausschließlich auf Asphalt-Rennsport zu beschränken.

Wann der “pCARS”-Nachfolger erscheinen wird, hat Slightly Mad Studios natürlich noch nicht verraten. Da die Macher jedoch mehrmals versichert haben, “Project CARS” zwei Jahre lang mit Updates und DLCs zu versorgen, kann man davon ausgehen, dass der Release irgendwann in 2017 erfolgen wird.

Car P0rn

Was bei Schlag den Raab im Argen liegt

schlag-den-raabVergangene Nacht um kurz nach halb zwei gewann Kieferchirurgin Maria K. bei “Schlag den Raab” den Jackpot von 1,5 Mio. Euro. Nicht unbedingt durch Leistung oder Skills, sondern insbesondere enormem Glück geschuldet, welches sie in den letzten beiden Spielen doch noch am bis dahin haushoch überlegenen Stefan Raab hat vorbeiziehen lassen. Als ich die Kandidatin mit Freund (?) und Familie feiern sah, dachte ich so bei mir: Mensch, wäre es nicht mal an der Zeit, dass bei “Schlag den Raab” Kandidaten eine Chance erhalten, die es wirklich nötig haben?

Schauen wir uns doch einfach mal all die Menschen an, für die in neun von zehn Fällen zu Beginn der Show angerufen werden kann, um sie als Kandidat ins Rennen um den Millionen-Jackpot zu schicken: Als da wären angehende oder bereits praktizierende Ärzte, augenscheinlich aus gesicherten Verhältnissen stammende Studenten, die überdies kurz vor ihrem Masterabschluss stehen, Bundeswehrsoldaten oder Polizisten höheren Dienstrangs, sonstige Beamte, ehemalige Profisportler und und und – kurz gesagt: größtenteils Menschen, die offenbar gut betuchten Verhältnissen entstammen, beziehungsweise einen Geldsegen nicht sonderlich nötig haben, weil sie sowieso schon überdurchschnittlich gut verdienen oder dies bald werden. Zudem, und das ist ebenfalls Standard bei “SDR”, gehen die meist stets zahlreichen Hobbys nach, darunter Aktivitäten wie Bergsteigen, Kite-Boarding, Motocross, Sky-Diving, irgendwas mit Beach-Volleyball, was man halt so treibt, wenn man zwischen dem stressigen Job, sozialem Leben und Familie mal eine halbe Stunde Zeit findet. Ach, vier Wände aus dem Katalog nennen die meisten von Ihnen überdies auch ihr Eigen. Dieses Schema zieht sich wie der sprichwörtliche rote Faden durch alle bisherigen “Schlag den Raab”-Ausgaben, wobei natürlich auch hier vereinzelte Ausnahmen die Regel bestätigen.

Ich frage mich schon länger, warum ProSieben nicht einfach mal die Eier hat, weshalb der nicht nicht willens ist, eine Kandidatenriege zu casten, deren Vertreter es – um es mal plump zu sagen – nötiger haben? Aus welchem Grund werden Leute, die nicht gerade dem aktuell geltenden Schönheitsideal entsprechen, sprich: wie z.B. die eingangs erwähnte Maria spindeldürr sind, irgendwann mal Meister in einer unbedeutenden Randsportart waren, oder sich schlicht und ergreifend kein Hochschulstudium leisten konnten, bzw. können, aktiv von der Produktionsfirma und ProSieben diskriminiert? Bereits vor einiger Zeit frug ich hier im Blog, wo denn der stark adipöse “Schlag den Raab”-Kandidat bleibt. – Bis heute habe ich ihn nicht ausmachen können, nicht einmal im Rahmen der eingangs erwähnten Kandidatenwahl.

Nein, ich bin weiß Gott nicht missgünstig. Schön, dass die Kandidatin das unfassbare Glück auf ihrer Seite hatte, Raab in den letzten beiden Spielen (Ball in einer Röhre balancieren & Floh schnippen) doch noch auszustechen, nachdem man sich als geneigter TV-Zuschauer lange Zeit des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass sie sich mit der drohenden Niederlage bereits abgefunden hat, was nicht zuletzt ihrem scheinbaren Mangel an grundlegendem Allgemeinwissen zuzuschreiben war. Fachidioten ftw!

Worauf ich hinaus möchte: ProSieben ist ein Fernsehsender, der sich vornehmlich mit Glamour und viel Bling-Bling schmückt: Schöne Menschen aka “Topmodels” hier, freshe Gute-Laune-Serien dort, das ganze garniert mit in einer jugendtauglichen Ansprache und mit ja nicht zu viel Anspruch versehen, damit sich auch ja viele angesprochen fühlen. Jedoch stets über dem angesiedelt, was im Hause RTL so Tag für Tag über den Äther geschickt wird. oder ganz plump zusammengefasst: Im ProSieben-Programm sind Normalos, die leicht übergewichtige allein-erziehende Mutti mit Uschi Schmidt von nebenan, oder der hart schuftende Bauarbeiter, der sich nach Schichtende erst einmal ein Kühles zischt, kaum präsent. Stattdessen wird dem Zuschauer eine Welt präsentiert, die sich nahezu ausnahmslos aus lauter dem Schönheitsideal entsprechenden, offenbar nicht unerfolgreichen (oder zumindest aufstrebenden) jungen Leute zusammensetzt. Bei “Schlag den Raab” ist dies nicht anders. Nicht, dass ich was gegen junge Leute hätte, bin ja selbst einer von ihnen. Aber warum ist das so? Weshalb blenden Produktion und Sender die Realität so vehement aus?

Ich für meinen Teil hatte den Eindruck, keinem der fünf gestrigen Kandidaten, die zu Beginn der Show zur Wahl standen, ging es schlecht. Keiner von ihnen, so meine rein subjektive Annahme, wird von solch immensen Alltagssorgen finanzieller Art geplagt, dass er oder sie den Millionengewinn wirklich nötig hatte. Und so geht das schon seit Jahren. Warum also werden privilegierte Menschen, die es im Leben i.d.R. sowieso seit jeher besser gestellt als das Gros ihrer Mitmenschen, anderen, die aus einer niedrigeren Ebene unserer Gesellschaft kommen, ganz offensichtlich vorgezogen? Weil Geld die Welt regiert?

Der Idealist in mir findet das ungerechnet und grundlegend falsch.

Faketopia – Der Anfang vom Ende der Sat.1 TV-Parallelgesellschaft

Newtopia - © Talpa / Sat.1Sie sind ausgezogen, um – so zumindest der Plan – eine, nun ja, “neue Gesellschaft” zu gründen: 15 Pioniere, darunter klischeebehaftete Landwirte, angebliche Business-People, Simple-Minds sowie Anhänger der alternativen Lebensstile, die meisten von ihnen interessanterweise mit einschlägiger Reality-TV-Erfahrung im Gepäck, haben ihr alten Leben hinter sich gelassen, um sich auf einem Stück Land in Königs-Wusterhausen unweit Berlins eine neue Existenz aufzubauen. Dabei werden sie rund um die Uhr von Dutzenden TV-Kameras beobachtet, die Highlights gehen Woche für Woche beim Privatsender Sat.1 über den Äther. Willkommen in “Newtopia”, dem aufwendigsten deutschen TV-Fake der letzten Jahre, – und einem der wenigen, die es fertiggebracht haben sich selbst demontieren!

Fake? Nein, nein… “Newtopia” sei ehrliches Reality-TV, hatte es von der Produktionsfirma Talpa (wurde jüngst von John DeMol an iTV verkauft) und dem ausstrahlenden Sender Sat.1 immer geheißen. Aufkommende Spekulationen, wonach die Pioniere, wie die Teilnehmer des TV-Experiments betitelt werden, nicht frei Schnauze handeln, sondern stattdessen von der Produktion immer wieder vorgegeben bekommen, wohin sich die “neue Gesellschaft” denn bitte zu entwickeln hat, wurden bislang strikt abgeschmettert. Doch spätestens seit vergangener Nacht wissen wir: Bei “Newtopia” handelt es sich, wie zum Beispiel auch bei “Berlin Tag & Nacht” oder “Köln 50667″, um Scripted-Reality-Mist, nur eben in einem erheblich größerem Maßstab aufgezogen! Wie unter anderem das Medienmagazin DWDL.de berichtet, ist dem Produktionsteam von Newtopia in der Nacht auf den heutigen Montag, den 13. April 2015 ein grober Schnitzer unterlaufen, womit man den Schwindel quasi in Eigenregie hat auffliegen lassen. – Was genau ist passiert?

Gegen 2 Uhr nachts wurden die Pioniere durch ein akustisches Signal aus dem Schlaf gerissen, woraufhin sie sich allesamt in der Scheune versammelt haben. Die Livestream-Kameras, welche das Geschehen in “Newtopia” rund um die Uhr für den kostenpflichtigen Internet-Livestream einfangen, zeigten von da an nur noch schlafende Kühe. Einzig die unter dem Scheunendach installierte 360-Grad-Cam wurde nicht abgeschaltet und blieb live drauf und deckte – nicht nur allein für Hardcore-Fans der Show – ziemlich schockierende, eindeutige Szenen auf, die einer Demontage des gesamten Formats gleichkommen…

Audio-Mitschnitt

Die Pioniere hatten sich um einen Tisch in der Newtopia-Scheune versammelt. Mit dabei auch Talpa-Mitarbeiterin “Jacky”, die Executive Producerin von “Newtopia”. Sie hatte einen Kasten Bier mit in die Scheune gebracht und kündigte an, dass das Rauchverbot, welches normalerweise in der Scheune gilt, bis auf Weiteres aufgehoben worden sei. Zudem merkte sie an, dass sie betrunken ist, was sie sich, ihrem durchaus gut zu vernehmenden Lallen geschuldet, allerdings auch hätte sparen können. Der Grund ihres nächtlichen Besuchs: Es müsse dringend etwas geklärt werden. Und zwar eine Szene, die sich ein paar Stunden zuvor am Sonntagabend ereignet hatte.

Vier Kandidaten (Derk, Diellza, Andre und Peyman) waren einige Stunden zuvor für über eine Stunde in einem als “Technikraum” deklarierten Bereich des “Newtopia”-Sets verschwunden, was von den anderen Pionieren nicht unbemerkt blieb. Also lauschten sie an der Tür und stellten die Vier anschließend zur Rede. Dabei kam es wohl – weder habe ich den Livestream abonniert, noch verfolge ich die Berichterstattung um die Show, somit verlasse ich mich hier auf Schilderungen aus Foren wie dem IOFF.de oder BBFun.de – zu einer lautstarken Auseinandersetzung unter den Bewohnern, weshalb der Livestream kurzzeitig unterbrochen wurde. Wie DWDL.de schreibt, sei den vier Pionieren vom Talpa-Produktionsteam aufgetragen worden, mehr Spannung in die Show zu bringen. Grund dürften die seit Wochen vor sich hin dümpelnden Einschaltquoten gewesen sein. Weiters machen Gerüchte über eine vorzeitige Einstellung des Formats die Runde. Konkret wurde den Pionieren nahegelegt, die Kühe zu verkaufen und in der Scheune ein “Newtopia”-Restaurant zu eröffnen, welches auch für Außenstehende geöffnet hätte. Letztes sei auch der ausdrückliche Wunsch John DeMols. Mit diesem Projekt wären zudem die Kandidaten Steffen und Tatjana nicht mehr so nutzlos, so die Producern. Dies sollten die vier Auserwählten Bewohner demnächst den anderen vorschlagen und tunlichst dafür Sorge tragen, dass die unterbreiteten Vorschläge auch in die Tat umgesetzt werden. – So viel zum Thema, es werde nicht aktiv in die laufende Produktion eingegriffen. Ja ne, is’ klar!

Die Executive Producerin entschuldigte sich bei den Pionieren dafür, dass lediglich vier eingeweiht wurden. Dies sei wohl ein Fehler gewesen. Einige Kandidaten, wie beispielsweise Hans, fühlten sich daraufhin nachvollziehbar vor den Kopf gestoßen und brachten ihren Unmut lautstark zur Sprache. Wenn Produktion und Sender etwas wollen, solle dies doch bitte allen Teilnehmern der Show und eben nicht nur einem kleinen Kreis mitgeteilt werden, so seine Forderung. Die Talpa-Mitarbeiterin erklärte, seitens der Zuschauer – die sie in ihren Ausführungen herablassend als “Junkies” bezeichnet – sowie des Senders Sat.1 würde mal wieder ein wenig Action, “etwas Großes” gefordert. Man habe sich schon Pläne für die Kandidaten ausgedacht, so „Jacky“. Beispielsweise die Eröffnung eines Newtopia-Tattoo-Studios auf dem Gelände der Produktion. Pikant dabei: Exakt dies hatte die Pionierin Kate bei ihrem Einzug vorgeschlagen. Hm… etwa auf Anweisung des angeblich doch nicht eingreifenden Produktionsteams hin?

Wie auf Screenshots einiger Livestream-Gucker zu sehen ist, stößt nun ein weiterer Talpa-Mitarbeiter zur in der Newtopia-Scheune versammelten Gruppe hinzu. Die Produzentin, immer noch hörbar am lallen, fährt mit einem Mix aus beteuern, motivieren und beklagen fort. Ihr Job sei unheimlich schwer, und eigentlich dürfe sie jetzt in diesem Augenblick auch gar nicht bei den Pionieren in der Scheune sein. Sie habe “echte Probleme”, es sei schlimm. Plötzlich erschallte aus der Regie die kurze Durchsage “Batteriewechsel!”, die Diskussion zwischen der Talpa-Produzentin und den “Newtopia”-Pionieren ging trotzdem noch ein wenig weiter. Dann, nach über 50 Minuten Selbst-Demontage, wurde schließlich der Ton der 360-Grad-Kamera ausgeschaltet. Zu spät.

Tja, ich weiß schon, warum ich “Newtopia” nie eine Chance gegeben habe – und auch nicht mehr geben werde, denn die oben geschilderten Szenen dürften mit ziemlicher Sicherheit der Anfang vom Ende der TV-Parallelgesellschaft in Sat.1 gewesen sein.

Die verantwortliche Executive Producerin „Jacky“ hat inzwischen übrigens ihre persönliche Facebook-Seite offline geschaltet. Der über sie hereingebrochene Shitstorm war im Zusammenspiel mit dem Kater dann wohl doch nicht zu ertragen. Apropos Facebook: Dort versucht Sat.1 zu retten, was von “Faketopia” noch zu retten ist: In einer offiziellen Stellungnahme entschuldigt man sich bei den Zuschauern für die denkwürdige Aktion der vergangenen Nacht. Lustigerweise dafür, dass es ausgestrahlt wurde, nicht jedoch dafür, dass es überhaupt stattfand, was schon einer ziemliches Farce gleichkommt! Das Gespräch der Talpa-Mitarbeiterin sei “eine doofe Aktion” und nicht mit Team und Sender abgestimmt gewesen. Man kläre gerade auf, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. Außerdem stehe eine Absetzung von “Newtopia” nicht zur Debatte. Der Sender glaube weiterhin an das Format und seine Pioniere.

Bin gespannt, wie lange noch.

Update, 14. April 2015
Witzig: Sat.1 und Talpa Germany bestehen weiterhin darauf, dass ihre TV-Farce “Newtopia” echt ist. Die Talpa-Mitarbeiterin habe allein gehandelt, Talpa spricht von einem “menschlichen Fehler”. Man mische sich zudem nicht aktiv ins Geschehen ein. Insbesondere dievoranstehende Beteuerung ist witzig, da das nächtliche Spontantreffen schließlich nur einberufen worden ist, weil es am Vortag zu Einmischungen von außen gekommen war. Die finden jedoch keinerlei Erwähnung.

Update, 15. April 2015
Talpa Germany hat sich inzwischen offenbar von „Newtopia“-Producerin „Jacky“ getrennt. Damit hätte man also sein Bauernopfer gefunden. Denn: Der zweite Talpa-Mitarbeiter, welcher an der nächtlichen Aktion beteiligt gewesen ist – angeblich ein gewisser Lars -, darf weiterwurschteln.

Johann Oberauer GmbH (Kress.de & Newsroom.de) nervt mit aufdringlichem eMail-Spam

Vor einigen Jahren war ich aus Gründen zahlender Abonnent des Mediendienstes Kress, fischte alle paar Wochen das gedruckte Branchenmagazin “KressReport” aus dem Briefkasten und hatte zudem Zugriff auf eine erweiterte Version von Kress.de. Irgendwann, es muss so um das Jahr 2008 herum gewesen sein, realisierte ich dann glücklicherweise, dass sich in Zeiten von DWDL, Quotenmeter, Meedia, Turi2 und Co – sprich: zahlreicher kostenloser Alternativen – der Bezug eines gedruckten Magazins plus Web-Abonnements nicht mehr wirklich lohnt.

Also kündigte ich mein Kress-Abo.

Die Jahre zogen ins Land, Wasser floss hektoliterweise den Rhein hinab und Kress.de flog irgendwann aus meinem RSS-Reader. Nur eines blieb: nämlich meine Daten, zumindest ein Teil davon, in den Kress-Datenbanken. Anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären, dass seit vergangenem Februar unangefordert etliche Werbemails in meinem Postfach eintrudeln, die laut Impressum im Auftrag einer gewissen Johann Oberauer GmbH versendet werden. Bei dieser handelt es sich um einen in Salzburg, Österreich ansässigen Medienfachverlag, der zudem seit Ende 2014 die neuen Eigentümerin des Mediendienstes Kress ist. Gesendet werden die Spam-Mails an eine betagte @t-online.de eMail-Adresse von mir, die ich seit Jahren sch0n nicht mehr aktiv nutze. Da wird mir die Teilnahme an irgendwelchen mir nicht bekannten Medien-Kongressen offeriert, in anderen Mails geht’s um ein Publikat namens “Medium Magazin”, welches mir ebenfalls bis dato nicht bekannt war, oder um ein “Jahrbuch für Journalisten 2015″, dessen Sinn und zweck sich mir in unserer heutigen schnelllebigen Zeit nicht mehr gänzlich erschließen. Das Ganze schön mit persönlicher Anrede versehen, meinen Klarnamen nutzend.

Ich frage mich: Wie kann es sein, dass meine Daten (min. Name und eMail-Adresse), viele Jahre nachdem ich mein Kress-Abo gekündigt und mich aus allen Newsletter-Diensten, etc. auf Kress.de ausgetragen habe, noch immer in den Datenbanken von Kress – oder wo auch immer – hinterlegt sind, wo mir doch einst bestätigt wurde, dass sie gelöscht wurden, bzw. nicht mehr länger verwendet werden? Und wie unfassbar dreist (lies: verzweifelt) ist es bitte, dass der neue Eigentümer – zur Erinnerung: die Johann Oberauer GmbH – nichts besseres zu tun hat als diese uralten Daten ein paar Monate nach der erfolgten Übernahme auszugraben und dafür zu nutzen, mein Postfach unaufgefordert mit seinen f*ckin’ Werbe-Mails vollzumüllen?! Quasi als billige Marketing-Aktion. Wohlgemerkt: Nicht etwa einmalig, sondern inzwischen auf regelmäßiger Basis!

Witzig: Im Impressum jeder Spam-Mail findet sich der folgende Vermerk: “Diese eMail wurde automatisch erstellt und versendet und erreicht nur Kunden und Kontakte der Verlag Johann Oberauer GmbH.” Dazu sei angemerkt: Ich bin weder ein Kunde, noch ein Kontakt des Unternehmens.

Hier, liebe Leute im Hause Oberauer, ist das Eure brandneue Business-Strategie? Leute, die Eure imho völlig überholten Angebote eigentlich schon längst verdrängt hatten, durch eMail-Spam wieder auf eben diese aufmerksam zu machen? – Wie wäre es wenn Ihr Eure Energie lieber in Kress.de stecken würdet? Angesichts des in nahezu jederlei Hinsicht grundbiederen Angebots wäre dies wirklich langsam mal angebracht, wollt ihr nicht vollends im digitalen Nirvana verschwinden!

P.S: Ich will nicht wissen, wie viele “Entscheider der Medienbranche” Kress.de lediglich noch wegen des dort breitgetretenen schlechten Humors aka den alltäglich zusammengestellten Twitter-Perlen besuchen. Aber gut, wenn genau das die relevanten Nachrichten der Branche sind, auf die Ihr Euch laut eigener Aussage seit der Neuausrichtung nur noch beschränken wollt…

Oops, I died again!

Bloodborne & Dark Souls 2 für PS4

Das exzessive Sterben geht weiter…

Servicewüste #2: Google lässt Garantieanspruch an nicht vorhandener Kreditkarte scheitern!

googleNachdem ich bereits vergangene Woche im Rahmen des Posts Servicewüste Deutschland #2 von meinen jüngsten Erlebnissen mit dem phänomenalen Kundenservice von Hewlett-Packard und Google berichtet hatte, kann ich meine damaligen Schilderungen inzwischen um ein weiteres, trauriges Kapitel ergänzen.

Am letzten Dienstag ist es mir erstmals gelungen, im Callcenter von Google Deutschland einen so genannten “Chromebook Experten” zu erreichen. Der meldete sich lapidar mit Benny und wirkte alles in allem so, wie ein frustrierter Realschüler nach der zweiten Sportstunde drauf ist, wenn anschließend noch ‘ne Stunde Geschichte im Unterrichtsplan steht, – also nicht sonderlich motiviert. Hätte mir eine Warnung sein sollen… – Naja, ich schilderte ihm dennoch mein Problem (zur Erinnerung: mein Chromebook 11 lässt sich seit nunmehr fast vier Wochen nicht mehr aufladen, da ein angeschlossenes Netzteil nicht mehr erkannt wird), er machte sich scheinbar im Hintergrund ein paar Notizen, frug mich nach meiner Google-ID und sagte mir dann, dass er kurz etwas nachschauen müsse und er sich gleich wieder bei mir melden würde. Ich blieb dran und harrte aus. Nach ein paar Minuten, zwischenzeitlich müssen so zwei, drei vergangen sein, knackte es dann plötzlich in der Leitung in die Verbindung wurde getrennt. Aufgelegt. Toll!

Dadurch motiviert, dass ich überhaupt mal durchgekommen bin, versuchte ich es erneut. Und in der Tat, auch dieses Mal klappte es! Am anderen Ende der Leitung wurde ich von Expertin Julia begrüßt, die auf mich gleich einen erheblich engagierten Eindruck machte, als ihr offenbar mitten im Gespräch abgehauener Kollege Benny. Julia frug mich nach meinem Problem, welches ich ihr daraufhin in aller Ausführlichkeit schilderte. Dann schlug sie vor, dass ich mich, da es sich um HP-gebrandetes Chromebook 11 handelt, doch bitte an den HP-Kundendienst wenden solle, wo man mir sicherlich gerne weiterhelfen würde. Ja, Arschlecken! Ich konfrontierte sie mit meinen großartigen Erlebnissen dort (kompakt zusammengefasst: “Wir sind nicht zuständig, Google übernimmt den Support!”), woraufhin sie nach kurzer Bedenkzeit meinte, sie müsse sich einmal mit der Fachabteilung kurzschließen, und ob ich kurz dranbleiben könnte. Ich willigte zähneknirschend ein, immerhin hatte ich die Sache mit Benny noch im Hinterkopf.

Doch Julia kam wieder, und sie hatte frohe Kunde im Gepäck: Ich solle ihr doch mal eben einen Rechnungsbeleg einschicken, am besten per Mail, damit die Fachabteilung kurz drüber schauen kann. Die schickte ich ihr wenige Minuten später. Anschließend wollte sie meine eMail-Adresse wissen, sowie – angeblich für eventuelle Rückfragen der Fachabteilung – meine Telefonnummer. Außerdem wollte sie wissen, ob die auf der Rechnung angegebene Adresse noch aktuell ist. Gab ich ihr alles wie gewünscht durch. Tags drauf meldete sich der Kundensupport von Google per Mail bei mir und schickte mir einen Link, der zu einer Bestellseite führt, auf welcher ich ein Ersatzgerät für mein defektes HP Chromebook 11 anfordern kann. Ich war so happy, nicht ahnend, dass ich es mit einem klassischen Fall von “Ätsch, zu früh gefreut!” zu tun hatte.

Denn: Um besagtes Ersatzgerät anfordern zu können, bedarf es einer gültigen Kreditkarte, quasi als Rückversicherung für Google, dass das defekte Gerät auch ja eingeschickt wird. Ganz ehrlich: Ich würde denen das nutzlose Ding inzwischen auch höchst persönlich vorbeibringen und auf den Schreibtisch knallen… – Kann ich alles absolut nachvollziehen. Nur da ich in meinem Leben noch nie eine Kreditkarte nötig hatte, und demnach auch keine besitze und auch nicht vor habe, mir einzig und allein aus dem Grund, um eine mir zustehende Garantieleistung in Anspruch nehmen zu könne, eine zuzulegen, war und ist es mir schlicht und ergreifend nicht möglich, besagtes Ersatzgerät anzufordern!

Screenshot #1

Screenshot #2

Also haute ich erneut in die Tasten und konfrontierte “Chromebook Expertin” Julia mit meinem Problem. Daraufhin wurde mit mitgeteilt, dass Google eine alternative Möglichkeit des Austauschs nicht anbietet und die Kreditkarte ja nur in dem Fall belastet werde, wenn ich – wie oben geschrieben – das defekte Gerät nicht einsende. Außerdem sollte ich ihr kurz mitteilen, wie es nun weitergehen soll… – Tat ich, indem ich das Folgende erwiderte:

Hallo,

liebe Leute bei Google, es kann nicht sein, dass mir eine Zahlungsart aufgedrängt wird (und sei es auch nur als Rückversicherung), um einen Garantieanspruch geltend machen zu können! Das habe ich so noch nirgends erlebt!

Ich bemühe mich nun bereits seit annähernd vier Wochen um Klärung in der Sache. Wie viele Hürden werden mir als Kunden eigentlich noch in den Weg gelegt? Da ist ein Netzanschluss defekt, ein bekanntes Problem btw, der gehört repariert oder das ganze Chromebook ausgetauscht. Wie das abläuft, ist mir egal. Nur kann es eben nicht sein, dass eine Inanspruchnahme meiner mir rechtlich zustehenden Garantie an einer von mir nicht genutzten Zahlungsart scheitert. Das ist ja unfassbar!

Ich erwarte nach wie vor den Austausch oder die Reparatur des Geräts. Um weitere Vorschläge, wie dies bewerkstelligt wird, habe nicht ich mich zu kümmern, sondern Sie!

Alternativ kann ich Ihnen das defekte Chromebook auch gerne einschicken und Sie erstatten mir den einstigen Kaufpreis. Ansonsten: siehe oben.

Beste Grüße,
xxx

Seitdem ist der Kontakt mit dem Google-Support abgebrochen. Es scheint in der Tat alternativlos zu sein: Einen Anspruch auf Garantie haben bei Google offenbar ausschließlich Kunden, die eine Kreditkarte im Portemonnaie mit sich rumschleppen. Mir fehlen die Worte. Einfach der Wahnsinn!

Servicewüste Deutschland at its best!

Update: 24. Februar 2015
Es geschehen noch Zeichen und Wunder auf dieser Welt: Nach langer Funkstille, traf am heutigen Dienstag mal wieder eine Nachricht vom Google-Support in meinem eMail-Postfach ein. Und dieses Mal war es sogar eine erfreuliche…

Screenshot #3

Servicewüste Deutschland #2: HP-Kundendienst & Google-Support

googleIm Mai 2014 habe ich mir nach langem hin und her ein schmuckes HP Chromebook 11 zugelegt, und wie ich schnell feststellen durfte, gibt so ein Chromebook einen ziemlich großartigen Laptop für zwischendurch ab. Nein, keine Hardware, an der ich ernsthaft arbeiten würde, aber als kompakter Zweitlaptop für die Uni, um mal eben im Internet was nachzuschlagen, Videos auf YouTube anzuschauen oder unterwegs für einen Artikel zu posten ist das Ding super. Ich wär auch annähernd wunschlos glücklich, wenn, ja wenn es da nicht dieses eine Problem geben würde, das meinem Enthusiasmus inzwischen komplett den Garaus gemacht hat…

Seit einigen Tagen lässt sich das HP Chromebook 11, beziehungsweise dessen Akku, nicht mehr aufladen. Ein angeschlossenes Netzteil wird nicht mehr, oder nur noch sporadisch oder von heftigem “Schluckauf” unterbrochen erkannt, was einen produktiven Ladevorgang unmöglich macht. Das Problem ist bekannt und wird wohl von einem fehlerhaft produzierten Netzteil verursacht, dessen Connector die Ladebuchse am Chromebook im Laufe der Zeit beschädigt. Dass es dieses Problem gibt, war mir bis dato nicht bekannt, weshalb ich auch nicht, wie von Google angeboten, ein neues, überarbeitetes Netzteil angefordert habe.

Also musste ich mich an den Kundendienst wenden. – Der Startschuss eines Dramas in unzähligen Akten, das sich hervorragend in die Kategorie Servicewüste Deutschland einfügt!

Da ich mein HP Chromebook 11 im Online-Shop von HP geordert habe, war Hewlett-Packard somit auch der erste logische Ansprechpartner für meinen Garantieanspruch. Ein prompter Anruf beim HP-Kundendienst brachte jedoch Ernüchterung: Die Kundendienstmitarbeiterin, die sich am anderen Ende der Leitung meldete, schien – gelinde gesagt – keine Ahnung von nix zu haben. Mit dem Begriff Chromebook wusste sie so gar nichts anzufangen, dementsprechend ratlos wirkte sie, als ich sie auf eine in die Wege zu leitende Reklamation ansprach. Nachdem sie scheinbar ein, zwei oder drei Google-Suchen bemüht hatte, gab sie mir den glorreichen Tipp an die Hand, mich mit meinem Problem doch vielleicht direkt an Google zu wenden. Google und die Chromebooks stünden schließlich irgendwie im Zusammenhang. – Toll!

Ein beherzter Druck auf die Wahlwiederholung ließ mich am Arbeitsplatz einer weiteren unmotivierten Kundendienstmitarbeiterin aufschlagen, die ich scheinbar kurz vor ihrem planmäßigen Schichtende erwischt hatte. Anders lässt sich eine dermaßen angekotzte Art nicht erklären. Im Unterschied zu ihrer Kollegin schien sie jedoch wenigstens schon einmal von diesen ominösen Chromebooks gehört zu haben, so dass sie mich schließlich nach der Seriennummer des Gerätes frug. Diese teilte ich ihr mit, woraufhin ich gefragt wurde, ob ich mir denn wirklich sicher wäre, dass dies die verlangte Seriennummer ist. Noch eine Nachfrage, und noch eine weitere. Dann die Erleuchtung: “Ah, hm… tatsächlich. Die stimmt ja wirklich…” – unfassbar! Da sie nun wirklich dringend weg wollte, nuschelte sie mir noch schnell eine Support-ID durch die Leitung und stellte sie mich anschließend zu einer weiteren Kollegin durch.

Dort angekommen bot sich mir das volle Kontrastprogramm: Anders als ihre beiden offenbar total überforderten/lustlosen Kolleginnen, schien Kundendienstmitarbeiterin No.3 sich tatsächlich für mein unschönes Problem zu interessieren und mir helfen zu wollen. So eröffnete sie sogleich einen “neuen Fall” im System, fragte mich nach dem genauen Mangel (defekter Netzanschluss, etcpp.) und teilte mir mit, dass man mir die Tage per UPS einen Versandkarton zuschicken werde, in dem ich mein defektes Chromebook wiederum zu einem externen Reparatur-Dienstleister von HP einschicken kann. In allerspätestens zwei Wochen sollte ich mein repariertes Chromebook dann wieder in den Händen halten, meinte sie. Bei der Aufnahme meiner Anschrift, die sie sich lokal notieren musste und erst später ins System einpflegen konnte, weil “grad eben das Internet ausgefallen ist”, stellte sich heraus, dass sie auch aus Köln kommt. Na dann.

Zwei Tage drauf trudelte endlich der versprochene UPS-Karton bei uns ein. Allerdings musste ich mich noch um eine Abholung bemühen, obwohl diese eigentlich von HP selbst in die Wege geleitet worden sein sollte. Erneut zwei Tage später wurde die Sendung mit meinem defekten HP Chromebook 11 dann doch noch abgeholt und auf ihren Weg nach Berlin geschickt. Super, endlich war die Sache geregelt. – Denkste! Drei Werktage, nachdem ich das Chromebook zum Reparatur-Dienstleister iQor eingeschickt hatte, wurde mir vom HP-Kundendienst per eMail mitgeteilt, dass der Reparaturauftrag gecancelt wurde. Gecancelt! Warum?: HP ist für den Support der Chromebook 11-Serie nicht mehr zuständig. Ich solle mich mit meinem Problem doch bitte direkt an Google wenden, da die den Support für Chromebooks seit einigen Monaten selbst übernehmen würden. Einen entsprechenden Link hatte man ebenfalls parat: https://support.google.com/chromebook/topic/3415963?hl=de&ref_topic=3399765

Wir halten fest: Es waren mittlerweile gut und gerne anderthalb Wochen ins Land gezogen, seit ich mein HP Chromebook 11 zuletzt nutzen konnte, ehe der Netzanschluss den Geist aufgab. Von Pontius zu Pilatus wurde ich weitergereicht; niemand fühlte sich für meinen Garantieanspruch verantwortlich, dafür inkompetente HP-Kundendienstmitarbeiter am laufenden Band!

Und wieder zogen drei Werktage ins Land (dazwischen lag noch ein Wochenende) bis das unreparierte Chromebook wieder bei mir aufm Schreibtisch lag – und zwar exakt in jenem Zustand, in dem ich es gut anderthalb Wochen zuvor auf Geheiß von HP eingeschickt hatte. Lediglich das Netzkabel wurde vom Service-Menschen, der allem Anschein nach mindestens mindestens einmal kurz in den Karton geschaut hat, fein säuberlich aufrollt und zusammengeschnürt, – süß! Nun also doch Google…

Google mag zwar eine großartige Reputation als Suchmaschine sein Eigen nennen, der deutsche Support hingegen läuft eher solala ab: Zuerst versuchten ich mich auf telefonischem Weg an den Google-Chromebook-Kundendienst zu wenden, was mir prompt gelang, nun ja, zumindest ansatzweise. Ich wurde zurückgerufen, nur um mich in einer Warteschleife wiederzufinden, in der ich von widerlich vor sich hin dudelnder Fahrstuhlmusik beschallt wurde. Dann, ein Knacken in der Leitung. Die Musik brach plötzlich ab – und die Verbindung ebenfalls. Die Leitung war tot! Einfach so. Ein weiterer Anruf lief nach dem selben Schema ab. Es gab einfach kein Durchkommen.

Am nächsten Tag schrieb ich dem Support-Team von Google eine good ol’ Mail. Sachlich schilderte ich das Problem und hoffte auf eine zügige Antwort der “hochqualifizierten Chromebook-Experten”, wie sich die Leute dort schimpfen. Es dauerte tatsächlich nur wenige Stunden, bis uns eine Antwort erreicht hat. Die lautete, grob zusammengefasst – und jetzt bitte festhalten: Verbinden Sie das Netzteil mit ihrem Chromebook und stecken sie den Stecker in die Steckdose. Sollte diese zu wenig Saft haben, verwenden Sie eine andere Steckdose. – Fantastisch, diese Experten von Google. Ganz großes Tennis!

Heute Nachmittag habe ich noch ein paar Mal versucht, den Google-Support auf telefonischem Weg zu erreichen. Jedes einzelne Mal wurde nach ein paar Sekunden in der Warteschleife die Leitung gekappt. Es scheint so, als fühle sich in der Tat niemand, aber auch wirklich absolut niemand für dieses defekte HP Chromebook 11 verantwortlich. Weder HP, in deren Store ich das Ding gekauft habe, noch Google, auf deren Mist die Chromebooks gewachsen sind. Das Schöne: In ein paar Wochen erlischt unser Garantieanspruch und somit meine Hoffnung, dass ich das Ding wirklich nochmal werde nutzen können.

Servicewüste Deutschland at its best!