Auweilers verträumte Kapelle

30. Juli 2012     /     Geocaching

Die Geschichte Auweilers, einem kleinen urigen Dorf von lediglich ein, zwei Höfen und einer Häusersiedlung Größe nur ein paar hundert Meter von Esch entfernt, ist eng mit der des erheblich einwohnerreicheren – und größeren – Nachbardorfes verwoben. – Dieser Logik weiter folgend, ist es somit nicht sonderlich verwunderlich, dass auch in Auweiler einige lohnenswerte Geocaches zu finden sind. Unter anderem der als Traditional gekennzeichnete Cache „Auweilers Erster“, für den wir uns schließlich auch entschieden haben. Und so machten wir uns letztens, als sich deprimierenden die Regenwolken der vergangenen Tage sich verzogen hatten und die Erde von wohligen Sonnenstrahlen gewärmt wurde, auf den Weg.

Wir parkten unweit des Auweiler Dorfzentrums, schräg gegenüber vom Spielplatz. Irgendwo hier musste es eine kleine, verträumte Kapelle geben, in deren unmittelbarer Nähe der Micro zu finden ist. Ich fütterte meine GC Tools-App flux mit den vorgegebenen Koordinaten des Startpunkts und wir machten uns auf die Suche. – Die war nach vielleicht zweihundet Metern auch schon wieder beendet, denn da war sie, die kleine Kapelle. Sie lag in direkter Nähe des Pohlhof, eines kleinen Bauernhofes, auf dessen angrenzenden Grundstück ein echtes Prachtexemplar von einem Hahn stolz seine Runden drehte und uns dabei beäugte.

Schnell fiel uns auf: Potenzielle Verstecke für einen kleinen Micro-Cachegab es dort en masse. Also schnell das iPhone gezückt und einen raschen Blick in die Bildergalerie des Caches auf Geocaching.com geworfen. Auf einem Foto war zu sehen, wie ein kleiner Junge den Behälter stolz in den Händen hält. Außerdem – und das war das eigentlich Interessante an dem Bild – war zu erkennen, dass der Kleine, als das Foto aufgenommen wurde, neben einem Hochspannungskasten stand, welcher sich, wie wir mittlerweile herausgefunden hatten, wiederum ein wenig hinter der Kapelle befand. Wir gingen hin und fanden uns in einem zugemüllten Areal wieder, welches uns nicht wirklich dazu einlud, uns hier ein wenig ausschweifender umzusehen. Am Vortag und auch noch in der Nacht auf Samstag hatte es überraschend wie aus Kübeln geschüttet, so dass die Sträucher und demzufolge auch der erdige Boden an sich noch komplett nass waren. An entspanntes Suchen in kniender Position war also nicht wirklich zu denken. Zwar hatten wir hier und da mal den Eindruck, etwas entdeckt zu haben, jedoch waren wir beide uns stets zu fein gewesen nachzuschauen, ob da nun etwas war, oder ob wir lediglich eine alte Pepsi-Dose oder sonstigen Müll gesehen hatten.

Also gingen wir wieder zurück zur Kapelle und trafen dort wie es der Zufall so will auf einen weiteren Geocacher, der zusammen mit seiner Familie unterwegs war. Laut eigenem Bekunden hatte er sich schon drei Mal an der Kapelle auf die Suche nach dem Cache gemacht und bis dato nie etwas gefunden. Wir nahmen’s so zur Kenntnis und verzogen uns erstmal in die Kapelle hinein, denn diese stand ungewöhnlicherweise offen. Drinnen fanden wir mit Ausnahme eines provisorisch errichteten Altars und diverser Kerzen samt passendem Spendegefäß – nichts. Also wieder raus und dort weitersuchen! Während Brina, meine herzallerliebste Cachingpartnerin und offizielle Schriftführerin, es sich auf der Bank vor der Kapelle mit den Kindern gemütlich gemacht hatte, rafften sich unser neuer Mitstreiter und ich uns nochmal auf und verschwanden hinter die Kapelle ins Dickicht. (Nein, an dieser Stelle bitte nicht zweideutig denken!) Und was soll ich sagen: An punktgenau jener Stelle, an der wir schon beim ersten Abgehen gedacht hatten, etwas gesehen zu haben, was nach einem Cache-Behälter, bzw. dem Deckel eines solchen ausschaut, lag er schließlich auch. Nur war sich unser Mitstreiter im krassen Gegensatz zu uns nicht zu fein gewesen, sich und seine Klamotten einzusauen. Naja, der Cache war auf jeden Fall gehoben. 😉

An dieser Stelle hätte ich gerne, wie sonst auch, ein Foto des gehobenen Schatzes präsentiert, nur leider hat meine iPhone-Cam dieses gefressen, wie es scheint. Schade! Stattdessen kann ich jedoch berichten, was sich im Cache befunden hat: Als da wären neben dem obligatorischen Geocache-Logbook, in das wir uns natürlich auch verewigt haben, mehrere kleine Belohnungen wie ein Schlüsselband, ein kleiner Plastiklöwe, ein Spielzeugauto, eine Charie-Chaplin-Figur aus Gummi, ein Magnet-Smiley und einiges mehr. Wir nahmen uns das kleine Spielzeugauto raus und legten im Gegenzug eine olle FC Bayern-Sammelmünze, die glaube ich mal in irgendeiner Cornflakes-Packung drin war und für die ich eh nie Verwendung hatte, rein. Anschließend: Deckel wieder drauf, zurück ins Versteck mit dem Ding, artig ‚Tschüß!‘ gesagt und TFTC!

Kleiner Nachtrag: Auch bei dieser Suche habe ich erneut feststellen dürfen, dass man dank Geocaching Orte, die man eigentlich schon seit Jahren wie seine Westentasche zu kennen glaubt, vollkommen neu kennenlernt. Einfach, weil man sie während der Suche viel bewusster wahrnimmt. So fahre ich zum Beispiel seit Jahren mit dem Auto an eben dieser Kapelle vorbei, wenn ich aus Richtung Pesch rüber nach Pulheim will, aber bewusst aufgefallen ist mir diese kleine schnuckelige Location noch nie.

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