Bye, bye, Bazzite_

Neu          20. April 2026          Gaming  •  Linux          4 Min  •  792 Wörter
gnubreW

Ein kurzes Update für alle, die es interessiert wie mein im Januar diesen Jahres begonnener Linux-Selbstversuch so läuft: Ich habe Bazzite Linux mittlerweile hinter mir gelassen und bin zurück zu Win… – Spaß! 😉 Nein, Bazzite läuft zwar tatsächlich nicht mehr auf meinem Gaming-PC, aber zurück ins Reich von Microslop hat es mich natürlich nicht verschlagen. Stattdessen habe ich mir vor knapp zwei Wochen CachyOS installiert und bin seitdem ganz begeistert!

CachyOS ist eine Linux-Distribution, die auf Arch Linux basiert. Genauer gesagt handelt es sich bei CachyOS um eine Fork von Arch Linux, die enorm auf Performance hin optimiert wird. Wie Bazzite hat CachyOS von Haus aus Treiber für die neuesten Grafikkarten von AMD und Nvidia sowie Gaming-Hardware wie Tastaturen, Mäuse und Controller von Microsoft und Sony im Gepäck. Zudem gibt’s ein Gaming-Paket, das im Anschluss an die Installation des eigentlichen OS nachgezogen werden kann. In diesem enthalten sind Anwendungen wie das MangoHUD, GOverlay, Btop++ und Spiele-Launcher wie Heroic, mit dessen Hilfe sich PC-Spiele aus den Bibliotheken des Epic Games Store, GoG und Amazon Games installieren lassen, sowie optionale Optimierungen für VRam und Co. Steam, für nicht wenige wohl die wichtigste Anwendung überhaupt, muss indes gesondert installiert werden.

PC-Spiele laufen unter CachyOS gefühlt genau so gut wie unter Bazzite. Soll heißen: Die Performance liegt – bei meinem System – in der Regel 10-15 FPS unter der von Windows 11, aber das ist in der Regel zu verschmerzen. Manche Titel laufen auch gleich gut oder sogar besser! Hakt mal was, holt man sich per schnellem Blick in die ProtonDB.com hilfreiche Tipps, wie das rumzickende Spiel zum Laufen zu bekommen ist; in der Regel klappt dies per Custom-Launch-Commands. Alles in allem muss ich ganz ehrlich sagen: Hätte mir jemand vor ein paar Jahren gesagt, dass man in 2026 eigentlich für Windows entwickelte PC-Spiele ohne Weiteres auch unter Linux wird zocken können, hätte ich wahrscheinlich nur gelacht. Aber: CachyOS (und Bazzite) treten den Beweis an, dass genau dies inzwischen annähernd ohne größere Einschränkungen möglich ist, – Proton sei Dank!

Einzig Games, die durch einen Anti-Cheat wie Easy Anti-Cheat, BattlEye oder EA Javelin gegen den Einsatz unerlaubter Software gesichert sind, lassen sich nicht unter CachyOS – und auch unter keiner anderen Linux-Distro – ausführen. Das ist Stand heute bedauerlicherweise einfach so und hinnehmen.

Warum aber bin ich nun von Bazzite zu CachyOS gewechselt?

Ganz einfach: Ich hatte es gelinde gesagt recht schnell ziemlich satt, es mit einer mich an viel zu vielen Stellen bevormundenden Immutable-Distro zu tun zu haben. Immutable bedeutet, dass die wichtigen Core-OS-Parts des Betriebssystems nicht verändert werden können, zumindest nicht so ohne Weiteres. Das klingt auf den ersten Blick praktisch, bringt aber, wie ich schnell feststellen musste, im alltäglichen Einsatz so manche Einschränkungen mit sich. Wenn ich mir schon ein Linux-OS auf die SSD ziehe, dann will ich unter diesem schalten und walten können wie ich das für gut und richtig halte, und wenn dabei dann doch mal etwas zu Bruch geht, ist das keineswegs tragisch und nervig, sondern eine Erfahrung aus der ich Rückschlüsse ziehen und für die Zukunft lernen kann. Deshalb habe ich mich entschieden, Bazzite aufs Abstellgleis zu schieben und stattdessen CachyOS eine Cance zu geben. – Ein Schritt, den ich bis dato nicht bereut habe!

Klar, wie Arch Linux, auf dem es basiert, bringt auch CachyOS eine Lernkurve mit, die nicht flach ist. Einiges ist unter CachyOS komplizierter, vieles wird anders gehandhabt als unter Bazzite. Stichworte: Rolling-Release vs Point-Release, diverse Paketmanager, ABS und AUR vs Flatpak und App-Store, und und und. Aber: Ich war und bin nach wie vor Willens, mich da reinzufuchsen und zu lernen! Während Bazzite oft gemeckert hat von wegen fehlende Rechte, ich deswegen Umwege gehen musste (Installationen über rpm-ostree) und vieles dann trotzdem immer noch nicht so funktioniert haben wie es eigentlich sollte (z.B. die beiden Basic-Apps „OpenRGB“ und „CoolerControl“), lässt mich CachyOS Anwendungen einfach installieren und ausführen.

„It just works™“, – wenn man denn weiß, was man tut!

Darüber hinaus bin ich ein großer Fan der wirklich herausragenden Dokumentation von CachyOS: Das CachyOS-Wiki reicht zwar vom Umfang her nicht ganz an jenes von Arch Linux heran, nichtsdestotrotz ist es ein wunderbar kompetentes Nachschlagewerk, das sich jeder Linux-Newb (und selbst jene, die von vornherein wissen, was sie tun) definitiv anschauen sollte. Am besten direkt mit dem Wiki von Arch Linux nebendran, denn vieles von dem, was dort dokumentiert ist, lässt sich 1-zu-1 auch auf CachyOS übertragen.

Mein kleiner Linux-Selbstversuch geht also munter weiter, – und eines steht schon jetzt fest: Microslop Windows sieht mich so schnell nicht wieder!

gnubreW
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