Radfahrern, die das ein oder andere Kilo zu viel auf den Hüften mit sich herumschleppen, wird folgendes Problem eventuell bekannt vorkommen: Die zu Fahrtbeginn eingestellte Höhe des Sattels, bzw. der Sattelstütze nimmt mit jedem zurückgelegten Kilometer peu á peu ab. Im schlimmsten Fall sogar so sehr, dass das Treten in die Pedale irgendwann Schmerzen verursacht, da eine gesunde Sitzhaltung nicht mehr gegeben ist.
Mich hat dieses Problem auch geplagt; es hat mich tierisch genervt! Doch zum Glück habe ich einen wirklich guten Tipp bekommen, wie der Sattel zuverlässig das eingestellte Niveau hält.
How-To Guide
1. Sattelstütze und Sitzrohr entfetten
Im ersten Arbeitsschritt wird die Sattelstütze sowie das aufnehmende Sitzrohr des Rahmens gründlich entfettet. Dazu eignet sich etwa schnell angemischter Isopropanol-Alkohol (wie das geht, steht hier), ein auf Citrus basierender Allzweckreiniger oder ein spezieller Entfetter für den Kfz-Bereich wie beispielsweise der „Liqui Moly Schnellreiniger“. Einfach das Rohr der Sattelstütze sowie das Sitzrohr einsprühen, wirken lassen und die gelösten Fette und Öle anschließend mit einem sauberen Mikrofasertuch abnehmen.
2. Reibung und Wiederstand schaffen
Nun schaffen wir Reibung und Wiederstand, was ein Verrutschen der Sattelstütze bereits merklich reduzieren kann – und zwar wie folgt: Mit Hilfe eines Stücks mittelfeinen Sandpapiers wird das untere Ende der Stütze, jener Teil, den man eh nicht sieht, da er, wenn der Sattel montiert ist, im Sitzrohr des Rahmens verschwindet, aufgeraut.
Vorsicht: Beim Aufrauen der Oberfläche entstehen je nach Körnung des Sandpapiers sichtbare Kratzer, also wirklich nur die letzten paar Zentimeter der Sattelstütze bearbeiten!
3. „Wundermittel“ Montagepaste auftragen
Im dritten und letzten Arbeitsschritt erhöhen wir die Reibung, indem zwischen Sattelstütze (auf den zuvor aufgerauten Bereich) und Rahmen ein wenig Carbon-Montagepaste aufgetragen wird. Ich für meinen Teil habe hier gute Erfahrungen mit der „Carbon-Montagepaste“ der Marke Tunap Sports gemacht. Faustformel: Je grobkörniger die Paste, desto mehr Reibung entsteht zwischen Stütze und dem aufnehmenden Gegenstück am Rahmen, was wiederum ein Verrutschen der Sattelstütze verhindern oder zumindest verringern kann. Und: Auch hier ist weniger wieder einmal mehr, also möglichst sparsam sein mit der Paste!
Vorsicht: Grobkörnige Montagepaste verursacht in der Regel auf empfindlichen Oberflächen wie Aluminium, Lack oder eloxierten Beschichtungen deutlich sichtbare Kratzer!
Das war’s schon!
Die aufgeraute Oberfläche der Sattelstütze sowie die anschließend aufgetragene Carbon-Montagepaste im Inneren des Sitzrohrs sollten ausreichend Widerstand schaffen, damit ein unbeabsichtigtes Verrutschen, bzw. Verstellen der Sattelhöhe zukünftig merklich verringert oder sogar komplett verhindert wird.
Abschließend nun noch den Sattel auf das gewünschte Sitzniveau einstellen und mittels einer passenden, eng anliegenden Sattelrohrschelle oder Schnellspannklemme fixieren. Schelle, bzw. Klemme sollte indes nicht zu weit, sondern stattdessen lieber einen Ticken zu eng eingestellt werden, ansonsten hilft auch der erhöhte Widerstand nicht viel.
Empfehlungen
Mit den nachfolgend verlinkten Produkten, die speziell für den Kfz-Bereich entwickelt wurden, habe ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht: