Ich habe mir gerade die Nominierungen für den Deutschen Computerspiele Preis 2026 angesehen.
Also mal ganz, ganz ehrlich und direkt: Von hiesigen Studios – das von Ubisoft Mainz verantwortete „Anno 117 – Pax Romana“ einmal außen vor gelassen – ist da ja so überhaupt gar nichts bei, was auch nur ansatzweise relevant wäre auf dem Weltmarkt, geschweige denn erfolgreich. Alles so, keine Ahnung, nischige Nischenspiele, von denen ich noch nie gehört habe – und das will schon was heißen!
Und wie verzweifelt muss man bitte nach irgendetwas Nominierenswertem gesucht haben, wenn ein DLC für das gut abgehangene „EverSpace II“ in der Kategorie „Bestes Audiodesign“ berücksichtigt wird? Ein DLC!
Man könnte den allgemeinen Zustand, indem sich die sogenannte Spielebranche hierzulande dieser Tage befindet, ziemlich treffend beschreiben mit: Entwicklerstudios mit merkwürdigen Namen produzieren irrelevante Spiele für eine desinteressierte Zielgruppe.
Der große Gewinner steht eigentlich schon vor der Preisverleihung fest, dafür braucht es keine Glaskugel: Ubisoft Mainz wird mit „Anno 117“ groß absahnen und Publisher Ubisoft darf sich über knapp 200k deutscher Steuergelder freuen, die nach Frankreich rübergereicht werden. Der Preis für das beste internationale Spiel wird natürlich an „Clair Obscur: Expedition 33“ gehen, ist doch klar.
„Clair Obscur“ zeigt übrigens eindrucksvoll, was möglich ist, wenn man denn nur will, das nötige Talent mitbringt und das Ganze auch entsprechend gefördert wird. Da kommt dann weit mehr bei raus als das x-te uninspirierte Jump’n’Run, eine Walking-Sim oder irgendwas mit N*zis.