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InaiMathi Blog

Worms - The Revolution Collection

Worms - The Revolution Collection - © Warner Bros. Interactive

Kleine, tendenziell gewaltbereite Würmer, die sich in 2D-Comic-Landschaften mit Kung-Fu-Moves, Bazookas, Granaten und als springende Schafe getarnte Bomben ganz unverhohlen nach dem Leben trachten – und das immer und immer wieder, quasi bis zum Erbrechen. All jene, deren Leidenschaft für Videospiele schon ein wenig länger zurückreicht, werden sicherlich wissen, was gemeint ist: Nämlich die – wenn man nach der Meinung anderer geht – absolut kultige „Worms“-Reihe vom britischen Entwicklerstudio Team 17.

Kein anderes Videospiel steht für mich so sehr für meine Gaming-Anfänge wie „Worms“! Doch um ehrlich zu sein: Ich für meinen Teil habe nie so recht verstanden, was am zugrunde liegenden Spielprinzip des gezielten Abschlachtens von Comic-Würmern in kunterbunten Arealen fesselnd oder gar kultig sein soll. Naja, wie auch immer… – Dank des Amazon Vine-Programms bekam ich vor kurzem unverhofft die Gelegenheit, „Worms – The Revolution Collection“, den Anfang Mai 2013 veröffentlichten neuesten Ableger des populären Rundenstrategie-Franchise, ausgiebig auf Herz und Nieren zu testen.

Meine dabei gewonnenen Eindrucke habe ich im Rahmen dieser ausführlichen Spielereview der Xbox 360-Fassung von „Worms – The Revolution Collection“ festgehalten…

Worms – The Revolution Collection
2013, Rundenstrategiespiel
Team 17 / Warner Bros. Interactive
www.Team17.com/worms

Spieletrailer

Beschreibung
„‚Worms – The Revolution Collection‘ ist das ultimative Bundle für alle Garten-Grenadiere. Das Package beinhaltet das neueste Spiel der Bestseller-Reihe ‚Worms Revolution“ mit allen drei DLC-Packs sowie das Bonusspiel ‚Worms 2 Armageddon‘ mit allen fünf DLC-Packs. 15 Jahre Wurmgemetzel verpackt in einer geheimnisvollen Kiste und versiegelt mit einem liebenswerten Touch.“ – Quelle

Kritik
Nein, auch nach gefühlten 20 Jahren im Business kann ich nach wie vor nicht einmal ansatzweise nachvollziehen, was so viele Gamer am „Worms“-Franchise finden. Das Spielprinzip des neuesten Ablegers,  „Worms – The Revolution Collection“, in deren Rahmen der neueste Teil der Reihe, „Worms Revolution“, sowie der Titel „Worms 2: Armageddon“ zusammen mit allen bis dato erschienenen Addons auf eine DVD gepresst und ein weiteres Mal veröffentlicht wurden, ähnelt dem der Vorgänger – aus nachvollziehbaren Gründen – wie ein Ei dem anderen: Auf einem abgesteckten Kampfareal bekriegen sich je zwei Wurm-Teams solange Runde für Runde um den Sieg, bis eine Seite von der anderen komplett ausgemerzt wurde. – Ja, das Spielprinzip von „Worms“ war noch nie das komplexeste! ;)

Besagtes Ausmerzen geschieht unter Zuhilfenahme eines wie eh und je beeindruckenden Waffenarsenals, welches – da bin ich mir ziemlich sicher – selbst das Verteidigungsministerium des Vereinigten Staaten neidisch dreinschauen ließe: Neben dem obligatorischen Raketenwerfer, können alle Fraktionen unter anderem auf explosives Dynamit, zahlreiche unterschiedliche Varianten von Handgranaten, diverse Handfeuerwaffen wie der klassische Revolver, Pistole und schnellfeuernde UZIs, sowie eine komplett abrufbereite Bomberstaffel, zielsuchende Rakaten sowie ein lustig durch die Gegend hüpfendes Schaf, welches auf Knopfdruck in die Luft geht – im Sinne von explodiert und alles und jeden um sich herum mit ins Verderben zieht, zurückgreifen. Darüber hinaus kennen die kleinen Würmer zahlreiche Nahkampfangriffe, mit denen sie ihre Gegner kurzerhand über den Jordan schicken können.
Das Levelterrain ist dabei nahezu komplett zerstörbar, was Dank der neuen Physikengine, welche die Entwickler von Team 17 dem Spiel spendiert haben, richtig gut in Szene gesetzt wird. Raketeneinschläge sowie hochgejagte explosive Fässer (ein Klassiker im Videospiel-Genre, der auf gar keinen Fall fehlen durfte!) reißen tiefe Krater in die Landschaft, Feuer frisst Schneisen der Verwüstung durch selbige und Wasser schwappt und fließt physikalisch relativ korrekt durch die Gegend. Technisch gesehen ist das neueste „Worms“-Videospiel auf alle Fälle ein Hingucker!

Als auf Dauer echter Spielspaßdämpfer hat sich im Verlauf der Kampagne jedoch leider die Künstliche Intelligenz (KI) der CPU-Kontrahenten erwiesen: Mal treffen die gegnerischen Würmer selbst die entferntesten Ziele mit an Lässigkeit grenzender Leichtigkeit, ein andermal sprengen sie sich aus keinem nachvollziehbaren Anlass einfach mal selbst in die Luft oder nutzen nicht das komplette Waffenarsenal zu ihren Gunsten aus, was nach jedem errungenen Sieg, und sei er noch so glorreich, einen gewissen herben Nachgeschmack hinterlässt.

Neben der mehrere Missionen umfassenden Einzelspieler-Kampagne, die dem geneigten „Worms“-Fan mit einer Gesamtlänge von rund sechs Stunden fürs erste ausreichend Beschäftigung bieten dürfte, stehen noch einige weitere Modi zur Auswahl: Als da wären neben dem unverzichtbaren, da das Herzstück des Spiels ausmachenden Multiplayer-Modus, in welchem sich bis zu vier Spieler lokal an einer Xbox 360 oder online via Xbox LIVE mit ihren Würmern auf zufällig generierten Schlachtfeld austoben oder aber beispielsweise im durchaus spannenden „Festungs“-Mode gegeneinander antreten können, außerdem noch ein ganz netter „Rätsel“-Modus, in welchem mehrere Szenarien unter Berücksichtigung diverser Vorgaben gemeistert werden müssen. Allerdings: Kein Modus hält mich länger als eine halbe Stunde vor der Konsole. Selbst bei Multiplayer-Duellen ist spätestens nach der dritten Partie Schluss, da sich das grundlegende Spielprinzip mit seinen immer gleichen Abläufen schlicht und ergreifend auf Dauer als ziemlich ermüdend erweist.

Wer es detailverliebt mag, dürfte bei dem Menüpunkt „Anpassung“ auf seine Kosten kommen: Hier können parallel zum Voranschreiten der Kampagne peu a peu neue Würmer freigeschaltet werden, eigene Teams zusammengestellt und organisiert sowie darüber hinaus sogar Team-Uniformen für die eigene Wurm-Truppe erstellt werden. Außerdem lassen sich hier grundlegende Spieleinstellungen festlegen, speichern und mit dem eigenen Spielerprofil verknüpfen, um diese nicht für jede neue Partie erneut vornehmen zu müssen.

All jene, die mit ihrem i.d.R. eingebildeten Skill vor ihren Freunden, Bekannten, der Freundin oder der unwissenden Mutti hausieren gehen wollen, dürften die Bestenlisten des Spiels zu schätzen wissen. Hier finden sich Statistiken zum eigenen Spielstil, sowie umfangreiche Online-Ranglisten zur eigenen Performance in den Spielmodi „Deathmatch“, „Festung“, „Klassisch“ sowie im „Singleplayer“. Nichts, wo ich persönlich mich länger als nötig aufhalten würde, aber gut, das mag anderen eventuell anders gehen.

„Worms – The Revolution Collection“ setzt, wie bereits die Vorgänger, auf eine verspielte, knallbunte Comic-Optik, die – und das ist die zugleich auch eine der wenigen wirklich Neuerungen des Spiels – nun komplett in 3D realisiert daher kommt, allerdings auch weiterhin mit der Beschränkung versehen ist, dass sie lediglich in 2D von der Seite betrachtet werden kann. Quasi um den Charme der Reihe zu wahren! Auch die Würmer kriechen neuerdings dreidimensional durch die Landschaft, was nicht nur bedeutend besser ausschaut als die pixeligen Vorgänger, sondern von den Entwicklern genutzt wurde, um zahlreiche witzige Animationen ins Spiel einzubauen. Da werden Mitglieder gegnerischer Teams aus der Ferne argwöhnisch begutachtet, vor Schadenfreude eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt und ja, sogar John Cenas berühmte „You can’t see me!“-Geste hat es ins Spiel geschafft! Auch die Levels präsentieren sich nun nicht mehr so steril wie noch in den Vorgängern: Wasser wurde komplett in 3D realisiert, Feuer geizt nicht mit Partikeleffekten, überall qualmt, zischt und wuselt es. Definitiv ein Fortschritt!

Von Stagnation lässt sich hingegen bei der Lokalisierung des Spiels sprechen, denn eine solche hat „Worms – The Revolution Collection“ bedauerlicherweise nicht erfahren dürfen – zumindest keine vorzeigbare: So wurden lediglich die Bildschirmtexte mehr oder weniger korrekt ins Deutsche übertragen, während die komplette Sprachausgabe des Spiels, soll heißen: alle Tutorial-Tipps, die teils zum Schmunzeln anregenden Kommentare der kleinen Würmer, sowie die Briefings im Vorfeld der Kampagnen-Missionen, auch in der hierzulande erhältlichen Verkaufsversion komplett auf Englisch aus den Lautsprechern ertönt. Natürlich bedarf es nahezu keiner Englisch-Kenntnisse, um sich im Spiel zurecht zu finden und dem Geschehen folgen zu können. Dennoch ist es immer wieder erschreckend, wie wenig sich der ein oder andere Publisher, in diesem Fall Warner Bros. Interactive, um Lokalisationen zu scheren scheint.
Kurz noch ein paar Worte zur weiteren Musikuntermalung des Titels: eher vernachlässigbar trifft es ganz gut. Zu den zum überwiegenden Teil bereits aus den Vorgängern bekannten Waffensounds, an denen – wenn überhaupt – nur marginal gefeilt wurde, gesellt sich zum jeweils ausgewählten Szenario passendes, unheimlich uninspiriert wirkendes Gedudel, – welches einem schon nach wenigen Durchläufen tierisch auf den Sack geht! Langjährigen Fans der Reihe dürfte dieser sich zügig einstellende, unheimlich penetrante Schmerz in beiden Gehörgängen sicherlich bestens bekannt sein.

Bei wem sich nach zur Gänze durchzockter Kampagne sowie nicht enden wollenden Duellen gegen Freunde und Bekannte im Multiplayer auf Xbox LIVE tatsächlich Lust auf noch mehr „Worms“-Action einstellen sollte, dem steht es frei, sich entweder die ebenfalls auf der Spiele-Disc enthaltene Xbox LIVE Arcade-Version von „Worms 2: Armageddon“ zu installieren, oder aber im Marketplace neue DLC herunterzuladen. Derzeit stehen für „Worms Revolution“ die folgenden, überwiegend kostenpflichtigen Addons zum Download bereit…

  • „Worms Revolution: Funfair Pack“
  • „Worms Revolution: Marks Pack“
  • „Worms Revolution: Medieval Tales Pack“
Pro
+ spaßiger Multiplayer-Modus…
+ hübsche Comic-Grafik
+ Zusatzinhalte mit auf der DVD
Contra
– …langweilige Kampagne
– sporadische KI-Aussetzer
– keine deutsche Sprachausgabe
– nerviges Musikgedudel

Fazit
Die Stärken von „Worms – The Revolution Collection“ liegen nach wie vor ganz eindeutig im Multiplayer: Hier macht der Titel durchaus eine Weile lang Spaß, denn nicht geht über das grandios erhabene Gefühl, zusammen mit anderen an einer Konsole auf Würmer-Jagd zu gehen! Die Singleplayer-Kampagne hingegen zieht sich aufgrund des drögen Gameplays wie ausgelutschter Kaugummi und hat darüber hinaus unter phasenweise äußerst schwach agierenden CPU-Kontrahenten zu leiden. – Eingeschworene „Worms“-Enthusiasten dürfen zugreifen, wer sonst noch interessiert ist, hält in ein paar Monaten Ausschau nach einer preisgünstigeren Budget-Version.

— InaiMathi, am 16. Mai 2013

Worms - The Revolution Collection

Genre: Rundenstrategie
Release: 2013
Spielzeit: 10 Stunden
Entwicklerstudio: Team 17
Publisher: Warner Bros. Interactive
Wertung
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