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Watch Dogs 2: Wohl eher enttäuschende Verkaufszahlen, aber „positives Momentum“

Ubisoft LogoUbisoft hat am Donnerstag seine Unternehmenszahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2017 bekannt gegeben. Im Rahmen der Präsentation gab Yves Guillemot, seines Zeichens CEO der Ubisoft Gruppe, erstmals Einblicke in die ungefähren Verkaufszahlen einiger aktueller Games aus dem Portfolio des französischen Publishers – und bestätigte leider mehr oder minder exakt das, was die sprichwörtlichen Spatzen bereits seit einiger Zeit von den Dächern pfiffen: „Watch Dogs 2“, Ubisofts Blockbuster-Release aus dem November 2016, performt bei weitem nicht so grandios wie gehofft.

Guillemot sagt das natürlich nicht so direkt, sondern spricht stattdessen von einer Launchphase, die „nicht so dynamisch“ verlief wie man sich das im Vorfeld während des ein oder anderen Business-Meetings wohl ausgemalt hatte, was, so denke ich zumindest, auch an den anfänglichen Server-Problemen gelegen haben könnte mit denen Ubisoft zu kämpfen hatte und die „Watch Dogs 2“ ausgerechnet im immens wichtigen Launch-Zeitraum enorm viel negative Presse bescherten hatten, da Online-Gameplay – und damit ein essentielles Spielelement – quasi nicht möglich war. Inzwischen hätten die Verkäufe des in jeder Hinsicht ausgesprochen ambitionierten Hacker-Videospiels jedoch dank „starker Mund-zu-Mund-Propaganda“ (und flankiert vom ein oder anderen Preisnachlass sowie Weihnachts-Angebot) ein positives Momentum entwickelt, mit dem man „happy“ sei, – was auch immer das heißen mag. Ohne die genauen Zahlen zu nennen gab Guillemot an, dass von „Watch Dogs 2“ mittlerweile mehr Exemplare verkauft worden seien als vom in dieser Hinsicht schon enttäuschenden „Assassin’s Creed: Syndicate“, das bekanntlich von nicht wenigen Branchenbeobachtern als Flop eingeordnet wird.

Angesichts der offenbar leider nicht sonderlich berauschenden Verkaufszahlen von „Watch Dogs 2“ würde es mich sehr wundern, wenn Ubisoft in absehbarer Zeit, sprich im Rahmen der demnächst anstehenden Electronic Entertainment Expo (E3) oder aber auf der hiesigen Videospielmesse Gamescom im Herbst, eine Ankündigung für den Nachfolger „Watch Dogs 3“ raushauen würde.

Ich für meinen Teil kann indes nicht wirklich nachvollziehen, was genau es sein soll, dass scheinbar so viele Gamer an „WD2“ abschreckt. Das Game wurde an nahezu allen Ecken und Enden feingetunt und ist meiner Meinung nach eine Spielspaß-Granate par excellence! Was könnte es da groß zu meckern geben? Hm, vielleicht das im Vergleich zum Vorgänger tendenziell zu überdrehte DedSec-Szenario? In Zeiten des im Westen vorherrschenden Trumpismus und der allgemeinen Lebenseinstellung in anderen Teilen der Welt kann man davon ausgehen, dass es nicht wenige Menschen gibt, die exakt mit diesem Szenario nicht allzu viel anfangen können oder sich sogar an ihm stören. Sollte es irgendwann wirklich doch noch einen dritten Teil geben, sollte Ubisoft einen Mittelweg finden, der das Beste aus dem seriös-düsteren Chicago und dem eventuell doch einen Tick zu einhornesquen San Francisco kombiniert.

Btw: Beide „Watch Dogs“-Games gehören zu meinen persönlichen All-Time Favorites.

— InaiMathi, am 10. Februar 2017
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