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InaiMathi Blog

Postal - Special Edition

Postal - Special Edition - © Splendid Film

Uwe Boll, wer kennt ihn nicht, den Meisterregisseur aus dem schönen Wermelskirchen, dessen bisheriges Schaffen Filme hervorgebracht hat, wie zum Beispiel „House Of The Dead“, „Alone In The Dark“, „BloodRayne“, sowie „Dungeon Siege: Die Schwerter des Königs“, „BloodRayne II – Deliverance“ und „Far Cry“ mit mit fantastischen Charaktermimen Til Schweiger. Alles Filmumsetzungen von mal mehr, mal weniger populären Computer- und Videospiel-Franchises, wohlgemerkt.

Schätzungsweise, um sich weiterzuentwickeln, hat Boll sich seit 2009 auf die Fahnen geschrieben, auch anders geartete Stoffe zu produzieren. Doch diese Filme sind entweder schlicht nicht gelungen wie das Bio-Pic „Max Schmeling – Eine deutsche Legende“ mit Henry Maske in der Rolle der Box-Legende Max Schmeling, welches in den deutschen Kinos gefloppt ist und selbst von der ARD lediglich spät abends ausgestrahlt wurde, oder einfach nur geschmacklos wie sein von Kritikern in der Luft zerrissenes Holocaust-Drama „Auschwitz“.

In „Postal“, seiner Action-Comedy aus dem Jahr 2007, die auf dem gleichnamigen kontroversen Videospiel basiert, setzt sich Uwe Boll u.a. mit den Anschlägen vom 11. September 2001 und dem Bild der Vereinigten Staaten in der Welt auseinander. Der Streifen soll, so habe ich mir sagen lassen, gewissermaßen einen Umbruch darstellen, weicht er doch von seiner Inszenierung her teils erheblich von all dem ab, was man bisher von Uwe Boll gewohnt war…

Postal – Special Edition
mit Zack Ward, Chris Coppola, David Foley, u.a.
Action-Komödie, USA / Kanada, 2007
Boll KG / Splendid Film

Uwe BollÜber den Kultregisseur
Uwe Boll, geboren 1965 in Wermelskirchen, NRW ist ein deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, der sich unter anderem durch seine zahlreichen Verfilmungen diverser populärer Videospiel-Franchises einen Namen gemacht hat. Zu seinen kommerziell erfolgreichsten Werken zählen u.a. solche Titel wie „Far Cry“, „Die Schwerter des Königs“ und „Postal“. Über die Boll AG und sein kanadisches Unternehmen Event Film Distribution Inc. ist er inzwischen auch im Bereich Filmverleih tätig. Boll lebt mit seiner Familie in Vancouver, Kanada wo viele seiner Filme auch produziert werden.

Filmtrailer

Inhalt
„Dude lebt zusammen mit seiner übergewichtigen Frau, Bitch, in einem kleinen Wohnwagen im Randgebiet der Stadt. Nach einem missglückten Bewerbungsgespräch und dem nachfolgenden Gang zum Sozialamt steht Dude auf der Türschwelle seines Onkels. Dave, der sich als erfolgreicher Anführer der städtischen Sekte einen Namen gemacht hat, steht jedoch selbst vor dem finanziellen Ruin. Zusammen mit seinem Neffen schmiedet der geliebte Onkel den Plan, verkäufliches Merchandise zu klauen und sich an den Erlösen zu bereichern. Blöd nur, dass just in diesem Moment die Taliban in Paradise eintreffen, mit einem wesentlich perfideren Plan im Hinterkopf. Die Dinge geraten völlig außer Kontrolle, als sich Osama bin Laden dann auch noch genötigt sieht, seinen Freund und Unterstützer George W. Bush einzuschalten.“ – Quelle

Kritik
Der 11. September 2001, Osama Bin Laden, haufenweise vermeintliche Nazi-Schergen mit adolfesquen Bärtchen, halbgare Weißwürste ohne Löwensenf, minder lustige braune Pimmelmännchen, dicke Titten, Sex mit übergewichtigen Frauen in einem wackelnden Wohnwagen, der eine kurze Typ aus „Austin Powers“ der Mini-Me gespielt hat, sowie ein von hinten kommender Ralf Möller und eine Blondine, die scheinbar das „2 Girls 1 Cup“-Casting versemmelt hat. Hinzu kommen die in Bolls Streifen eigentlich schon obligatorischen dezent wirren Schnitte und so manche Einstellung, die es so nicht gebraucht hätte, einige Längen, platte Witzchen und anscheinend überforderte Darsteller. – Kurzum: Man könnte meinen, man hat es wieder einmal mit einem typischen Uwe-Boll-Film zu tun. Doch erstaunlicherweise ist „Postal“ anders als all das, was uns der aus Wermelskirchen in Nordrhein-Westfalen stammende Kult-Regisseur bis heute vorgesetzt hat!

Ich kann an dieser Stelle nicht einmal fundiert begründen, woran genau es gelegen hat, dass ich diesen Film von Uwe Boll erstaunlich gut durchgestanden… weggesteckt… was auch immer habe. Zu Beginn ist dem Streifen einfach anzumerken, dass Boll durchaus versucht hat, sich kritisch mit den Geschehnissen des 11. Septembers 2001 und den zig Verschwörungstheorien, die um die verheerenden Anschläge herum entstanden sind, auseinanderzusetzen. Das Ganze bekannt augenzwinkernd und mit einer Menge schwarzem Humor versehen, was bei einem solch heiklen Thema ziemlich gewagt erscheint – und genau dies auch ist.
Der Mann hat wahrlich Eier bewiesen, indem er beispielsweise den damaligen US-Präsidenten George W. Bush in einem nicht ganz so strahlenden Licht darstellt und in eine beunruhigend unangenehme Nähe zu Osama Bin Laden, dem Drahtzieher der Anschläge auf das World Trade Center in New York, rückt. Oder aber, indem er den vollkommen übertriebenen Patriotismus, den viele US-Bürger immer wieder an den Tag legen, offen kritisiert und anprangert. Oder aber allein durch die Tatsache, dass im Film schätzungsweise doppelt so viele Kinder sterben (was in den USA ein absolutes No-Go darstellt!), als in so ziemlich allen Hollywood-Streifen der letzten anderthalb Jahre zusammengenommen.
Selbst vor einem gar nicht mal so kurzen Auftritt vor der Kamera schreckte Boll nicht zurück. So ist er in „Postal“ als lederhosentragender deutscher Filmreggisseur zu sehen, der sich mit so unangenehmen Fragen herumschlagen muss, wie etwa, ob denn die Gerüchte stimmen würden, dass er seine, wenn man seinen zahlreichen Kritikern Glauben schenken darf, größtenteils recht grenzwertigen Produktionen mit Nazi-Gold finanziert. Was ein Brüller! (Naja, geht so…) Kurz drauf wird er erschossen.

Ich hätte nie gedacht, dass ich dies mal über einen Uwe-Boll-Film schreiben würde, aber: Ja, „Postal“ macht eine ganze Zeit lang durchaus Spaß. Jedenfalls solange man nicht zuviel erwartet und sich einfach mal auf das Abarbeiten so ziemlich aller Klischees und (teils berechtigten) Vorurteile, die man gegenüber den Vereinigten Staaten, Deutschland und dessen Nazi-Vergangenheit und der gesamten Arabischen Welt haben kann, einlässt und eine bestenfalls rudimentäre Rahmenhandlung akzeptiert, der es nicht nur an ein oder zwei kritischen Stellen merklich an Logik fehlt. – Seichte Unterhaltung für die imho überwiegend pubertäre Zielgruppe at it’s best!

Doch irgendwann, nach einer Menge abgearbeiteter, mit reichlich Nonsense abgeschmeckter USA-Kritik, wird dann auch endlich klar, wohin Uwe Boll mit „Postal“ eigentlich will. Nämlich in eine grundlegend andere Richtung, als es in der ersten halben Stunde den Anschein macht. Und lustigerweise ab exakt diesem Punkt im Film fängt das Ganze an, in das bestens bekannte 0815-Schema seiner bisherigen Machwerke abzudriften, welches ihm seine zahlreichen Kritiker immer vorgeworfen wird. Der Trash-Anteil nimmt immer weiter zu und das Weiterspinnen der sowieso schon dürftigen Handlung gerät vollends zur Nebensache. In der letzten halben Stunde wird im Prinzip nur noch stumpf in der Gegend herumgeballert: Osama und seine Schergen gegen die gottesgläubigen Sektenjünger gegen aufgebrachte, waffenstarrende US-Bürger gegen den noch um einiges waffenstarrenderen Postal-Dude und seine freizügigen Begleiterinnen.
Spätestens ab hier ist es wirklich das Beste, einfach nur noch das Hirn auf Durchzug zu schalten und den Film getreu dem Motto „Augen zu und durch!“ irgendwie zuende zu schauen, um anschließend noch seinen Kindern und Kindes-Kindern von dieser Heldentat berichten zu können! Doch keine Angst: Wer nicht durchhält und vorher aufgibt, verpasst lediglich ein sehr, sehr cheesiges Ende à la Road-Movie, was so überhaupt nicht zum Rest des Streifens passt. Aber genau das ist es doch, was man von Uwe Boll letzten Endes erwartet, oder?

Fazit
Die ersten zwanzig, vielleicht auch dreißig Minuten von Uwe Bolls „Postal“ sind durchaus gelungen. Trashig hoch vier, aber erträglich. Bedauerlicherweise für alle Beteiligten bringt es der Streifen auf eine etwas längere Lauflänge und driftet somit beinahe schon unweigerlich in das altbekannte Schema ab, das Kritiker dem deutschen Regisseur immer und immer wieder vorwerfen. Schade! – Somit ist „Postal“ ähnlich wie Bolls weitere Werke aus dieser Schaffensperiode lediglich für schmerzresistente Die Hard-Fans des Altmeisters zu empfehlen!

— InaiMathi, am 28. Dezember 2012

Postal - Special Edition

Genre: Action / Komödie
Release: 2008
Laufzeit: 102 Minuten
Studio: Boll AG
Publisher: Splendid Film
Wertung
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