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InaiMathi Blog

The Walking Dead - Episode 1 "A New Day"

The Walking Dead - Episode 1

Was einst als schnöde Comic-Serie seinen Anfang nahm, hat sich längst zu einem internationalem Phänomen entwickelt: „The Walking Dead“ ist derzeit eine der angesagtesten TV-Serien der letzten Zeit (siehe meine DVD-Review) und auch im Entertainment-Bereich konnte das von dem US-amerikanischen Comicautor Robert Kirkman erdachte Franchise inzwischen Fuß fassen. So beispielsweise durch die mehrteilige Xbox LIVE Arcade-Serie „The Walking Dead“ von Telltale Games. Das im sonnigen San Rafael in Kalifornien beheimatete Entwicklerstudio hat sich als Spezialist für Adventures mit intensiver Storyeinbindung einen namen gemacht. So veröffentlichte Telltale unter anderem Spieleableger zu solch gleichermaßen bekannten wie populären Franchises wie „Jurassic Park“, „Zurück in die Zukunft“, „Monkey Island“ und eben „The Walking Dead“; ein Großteil davon wurde internationalen Kritikermedien vielfach prämiert.

In dieser Review soll es jedoch einzig und allein um das Videospiel zu Robert Kirkmans „The Walking Dead“ gehen, dessen vorletzter Teil „Around Every Corner“ am heutigen Tag erschienen ist. Kostenpflichtig herunterladbar via Xbox LIVE Arcade, Playstation Network sowie im App Store von Apple und direkt über den Store des Entwicklers. Die Review bezieht sich vorerst auf den ersten Part, wird jedoch in den kommenden Wochen kontinuierlich um die vier weiteren DLC, namentlich „Episode 2 – Starved For Help“, „Episode 3 – Long Road Ahead“, „Episode 4 – Around Every Corner“ und  das große Finale „Episode 5 – No Time Left“, erweitert werden, so ich dazu komme, diese durchzuzocken.

Es folgt meine ausführliche Games Review zur Xbox LIVE Arcade-Fassung von „The Walking Dead – Episode 1 „A New Day“ von Telltale Games.

The Walking Dead – Episode 1 „A New Day“
Adventure, 2012
Telltale Games
www.TelltaleGames.com/walkingdead

Trailer

Beschreibung
„‚The Walking Dead – The Game'“ ist ein Videospiel in Episodenform von Telltale Games. Der Spieler schlüpft darin in die Rolle von Lee Everett, einem flüchtigen Mörder, der im Kampf gegen die untoten Horden nichts zu verlieren hat… – Quelle

Kritik
„The Walking Dead – Episode 1 ‚A New Day'“ basiert auf der gleichnamigen Comicserie aus der Feder von Robert Kirkman, erzählt jedoch nicht die bekannte Geschichte aus dem Comics und der TV-Serie von AMC rund um den Polizisten Rick Grimes, sondern beleuchtet das Schicksal des bis dato unbekannten Charakters Lee Everett. Dieser ist ein verurteilter Mörder mit Bildungshintergrund und hatte sich eigentlich schon mit seinem elektrisierenden Schicksal abgefunden. Doch dann kam die bekannte Zombie-Apokalypse auf den Plan – und er bekam vom Schicksal gnädigerweise eine zweite Chance spendiert, mit der er sich nun herumschlagen muss.
Gemeinsam mit der kleinen Clementine, die er auf seinen Streifzügen durch die unwirtliche Gegend rund um Atlanta aufliest, schließt er sich einer kleinen Gruppe von Überlebenden an, deren Zusammensetzung ordentlich Potenzial für Konflikte aller Art bereit hält. Als da wären der bereits aus der TV-Serie bekannte wieselflinke Pizzajunge Glenn, der sympathische IT-Guy Doug, die forsche Reporterin Carley, Arbeiter Kenny, dessen Frau Katjaa und ihr kleiner Sohn Duck (ja, der schreibt sich so…), sowie der unberechenbare Army-Typ Larry samt seiner ebenfalls nicht ganz koscheren Tochter Lilly.
Darüber hinaus macht Lee im Verlauf der Geschichte die Bekanntschaft mit dem ebenfalls aus der Hauptgeschichte bekannten Hershel Greene und dessen Sohn Shawn. Allerdings zu einer Zeit, als dessen Farm noch nicht von Ricks Grimes Gruppe besucht wurde. Ergo: Die Ereignisse im Spiel finden vor den Ereignissen im Comic und der TV-Serie statt.
Gemeinsam versuchen Lee, Clementine und die weiteren Überlebenden, sich in einer für’s erste sicheren Zuflucht in der kleinen Stadt Macon zu verschanzen und sich gegen die anrückende Untoten-Plage zu wappnen.

„The Walking Dead – Episode 1“ ist ein klassisches Point’n’Click-Adventure in bester Tradition von alt-ehrwürdigen Genrevertretern wie „Grim Fandango“ oder der „Monkey Island“-Reihe aus dem Hause Lucas Arts. Der Spieler schreitet in Person von Lee Everett die einzelnen Szernerien ab, immer auf der Suche nach interessanten Gegenständen oder gesprächsbereiten Mit-Überlebenden der verheerenden Zombie-Apokalypse, denen er nützliche Informationen entlocken kann.
Eingesammelte Gegenstände können mit Personen oder Objekten in der Spielwelt kombiniert werden, wodurch sich so manches der mal mehr mal weniger fordernden, jedoch nie überfordernden Rätsel gelöst werden können. So findet Lee auf seinen Streifzügen durch einen Laden in einer Schreibtischschublade eine Fernbedienung, die offensichtlich zu dem TV-Gerät in der Nähe gehört. Letzteres hat den zig Plünderungen und Monsterangriffen geschuldet inzwischen seinen Geist aufgegeben, weshalb sich die Fernbedienung – zumindest auf den ersten Blick – als relativ unnütz erweist. Im Inventar landet sie dennoch. Glücklicherweise, wie sich ein paar Rätsel weiter herausstellt, denn wie Lee erfährt, handelt es sich bei dem Ding um eine Universal-Fernbedienung, und mit deren Hilfe kann… – aber ich will an dieser Stelle nicht zu viel spoilern. ;)
Ein besonderes Element von „The Walking Dead“ – The Game ist die Tatsache, dass die im Spiel getroffenen Entscheidungen sichtbare Auswirkungen auf den Verlauf der Handlungen haben. Und dies nicht nur innerhalb einer Episode, sondern episodenübergreifend! So kann es passieren, dass Charaktere, welche schon in der ersten Episode des Spiels nicht gut auf Lee zu sprechen waren, später wieder auftauchen und ihm erneut das Leben zur Hölle machen. Oder aber man stellt sich mit ihnen gut und profitiert irgendwann von einem sie eventuell ereilenden Anflug von Hilfsbereitschaft. Oder aber man wird subtil vor die schwierige Entscheidung gestellt, welchen seiner Kameraden man opfern soll, um einen anderen zu retten. Das Schlimme: Während einer Zombie-Invasion bleibt für die Entscheidungsfindung bleibt nur äußerst selten viel Zeit, so dass man sich im Verlauf des Spiels immer wieder mit den eigenen im Stress getroffenen Impuls-Handlungen konfrontiert sieht – und die gehören bekanntlich nicht immer zu den besten. Doch rückgängig machen lassen sie sich nachträglich nicht mehr – es sei denn, man lädt ein neues Savegame.
Grundsätzlich ist die dem Titel zugrunde liegende Spielmechanik eine eher simple und die zu treffenden Entscheidungen teils recht vorhersehbar und in ihren Auswirkungen auf die Storyline gut abschätzbar. Dennoch macht es einfach unheimlichen Spaß, sich auf das Survival-Abenteuer „The Walking Dead“ einzulassen und versuchen die Geschichte in die eine oder andere Richtung zu lenken. Man darf nur nicht so vermessen sein und erwarten, dass man zwei oder drei komplett andere Geschichten erzählt bekommt. Dies ist definitiv nicht der Fall! Nichtsdestotrotz machen sich die getroffenen Entscheidungen wirklich bemerkbar, was in der Tat ziemlich cool ist.
Bei all dem Gesuche und den Gesprächen kommt auch die Action nicht zu kurz: An zwei, drei Stellen muss sich Lee den Zombie-Horden zur Wehr setzen, was mittels eines Mini-Games geschieht. Um einen – in der Regel angreifenden – Untoten endgültig über den Jordan zu schicken, muss der Spieler den Cursor über dem Zombie platzieren, und gleichzeitig eine eingeblendete Button auf dem Gamepad drücken. Geschieht dies rechtzeitig, landet Lee einen Treffer, hakt dem Zombie stilecht wie in der TV-Serie mit einem herumliegenden Schraubenzieher in die Augenhöhle, spaltet dessen verrottenden Schädel mit einem wuchtigen Axtschwung oder wie auch immer. Lässt man sich hingegen zu viel Zeit, so kann es passieren, dass nicht der untote Angreifer, sondern unser Charakter das Zeitliche segnet. In der Praxis haben sich diese Action-Sequenzen jedoch zu keinem Zeitpunkt unfair und zu hektisch gespielt, sondern immer machbar, so dass der Frustlevel des Games stets niedrig bleibt.

Überhaupt: Die Steuerung von „The Walking Dead – Episode 1 ‚A New Day'“ präsentiert sich für ein primär für die Konsole entwickeltes Adventure erstaunlich eingängig. Mit dem linken Stick lässt man Lee durch die Szernerien stapfen, der rechte Stick bewegt den jederzeit eingeblendeten Mauscursor über den Bildschirm. Mit dessen Hilfe lassen sich unkompliziert und schnell einzelne Gegenstände markieren, um diese anschließend entweder zu untersuchen, aufzunehmen und für später ins Inventar zustecken, vehement auf sie einzudreschen oder aber um sonst irgendwie mit ihnen zu interagieren. Auch Gespräche mit anderen Charaktere lassen sich auf diese Weise beginnen. Stehen einmal mehrere Möglichkeiten der Interaktion gleichzeitig zur Verfügung, so verteilen sich die einzelnen Optionen auf den vier Buttons des Controllers. Alles in allem kann man sagen, dass sich das Spiel angenehm eingängig und jederzeit intuitiv spielt. Hat man dennoch einmal einen Hänger, so helfen kurze Tutorial-Einblendungen am oberen Bildschirmrand weiter. Auf Wunsch können diese jedoch auch deaktiviert werden, beispielsweise um zu vermeiden, dass man an der ein oder anderen Stelle vom übermotivierten Tutorial-System um den Rätselspaß betrogen wird.

Der Grafikstil des Spiels orientiert sich grob an dem Zeichenstil Robert Kirkmans. Das Geschehen auf dem Bildschirm könnte somit also direkt dem Totes-Holz-Medium entsprungen sein. Angefangen mit den Charakteren des Spiels, über die Umgebungen bis hin zu den Effekten – alles schaut unverkennbar nach Comic aus. Eine goldrichtige Entscheidung, wie ich finde! Anstatt wie andere Titel auf Pseudo-Realismus zu setzen und bei einer Optik zu enden, die weder mit den Comics etwas gemeinsam hat, noch ansatzweise gut ausschaut, setzen die Macher auf einen sehr reduzierten, aber dennoch stets detaillierten Look, der den Spirit der Comicserie sehr gut einfängt und auf den heimischen Flatscreen-TV überträgt. Im direkten Verglich mit anderen aktuellen Games erinnert „The Walking Dead – The Game“ was seine Optik betrifft frappierend an Gearbox Softwares RPG-Shooter „Borderlands 2“. Wer den dort vorherrschenden Grafikstil mag, wird somit mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit „The Walking Dead“ seine Freude haben.
An den Animationen und Effekten der Grafikengine gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Hier und da wirkt ein Animationsablauf mal etwas unrund oder abgehakt – doch das ist angesichts der Atmosphäre, die die Optik des Titels versprüht, verschmerzbar. Darüber hinaus passt dieser rohe, nicht perfekte Stil zur comichaften Restoptik, die naturgemäß ebenfalls alles andere als perfekt daher kommt. Von Zeit zu Zeit werden besonders wichtige Teile der Handlung in etwas aufwendiger in Szene gesetzten Zwischensequenzen in Spielegrafik präsentiert, die teils sogar interaktiv gestaltet sind, also vom Spieler aktiv beeinflusst werden können. Keinesfalls sollte man jedoch den Fehler machen und ein Animationsfeuerwerk im Stile eines „Heavy Rain“ auf der Playstation 3 erwarten. Das Gebotene ist eher auf em Niveau des Klassikers „Fahrenheit“ aus dem Jahr 2004 (Warum hab‘ ich dem eigentlich noch keine Review gewidmet?!) einzuordnen, nur eben dezent aufpoliert und an die Möglichkeiten der aktuellen Konsolengeneration angepasst. – Ich kann mich nur wiederholen: Das Spiel wirkt in sich äußerst stimmig und verursacht, so viel sei gesagt, im Gegensatz zu so manch anderem Xbox LIVE Arcade-Titel zu keiner Zeit Augenkrebs!
Nervig sind jedoch die in schöner Regelmäßigkeit auftauchenden Ladebildschirme im Spiel. Betritt Lee eine neue Umgebung, muss diese erst in den Arbeitsspeicher der Konsole geschaufelt werden, was in der Regel innerhalb von ein paar Sekunden erledigt ist. Doch das ewige Gelade nervt schon sehr, insbesondere wenn man aufgrund eines Rätsels gezwungen ist, mehrmals hintereinander den Raum zu wechseln und man währenddessen immer einen Ladebildschirm präsentiert bekommt, wie er langweiliger nicht hätte designed werden können.

Ein paar Worte zur Soundkulisse von „The Walking Dead – Episode 1 ‚A New Day'“: Die Sprecher machen einen sehr guten Job. Allen voran Videogame Voice-Actor Dave Fennoy, welcher Lee Everett seine Stimme geliehen hat. Da sitzt fast jeder Satz und das Endergebnis hört sich einfach rund an! Leider wurde der Charakter Glenn im Spiel nicht von seinem Alter Ego, dem Schauspieler Steven Yeun vertont, sondern stattdessen von Nick Herman, einem Mitglied es Entwicklerteams von Telltale Games. Doch an diesen – zuminest aus Sicht eines Fans der TV-Serie – kleinen Makel hat man sich schon recht bald gewöhnt – oder zumindest damit abgefunden, zumal sich die Stimmen der beiden nicht sooo sehr voneinander unterscheiden.
Die einzelnen Levels werden von gut zum Zombie-Setting passender, atmosphärischer Musik untermalt, die zwar niemals einen Oscar für herausragenden Sound gewinnen würde, allerdings zu keiner Zeit unpassend oder irgendwie aufdringlich wirkt. Stehts iegt ein bedrohliches Grummeln über der Szenerie, herannahende Zombies machen wie im großen TV-Vorbild allgegenwärtig durch aggressives Herumkeifen und Zischen auf sich aufmerksam. – Das wirkt einfach alles sehr stimmig!
Nicht so gut zu gefallen weiß hingegen die „Vertonung“ der Objekte innerhalb der Levels. Mal öffnet Lee eine verrostete Tür, die eigentlich schon allein wegen ihres fortgeschrittenen Alters knarren und knarrzen müsste wie sonst was – doch Fehlanzeige. Ein andermal deponiert er diverse Objekte auf einem Holztisch und dieser gibt keinen Mucks von sich. ab Hier wurde merklich an den Details gespart, was auf Dauer dezent negativ auf die Atmosphäre durchschlägt.

Wo wir gerade bei den negativen Aspekten des Spiels sind: Dem Titel ist schon in der ersten Episode sehr deutlich anzumerken, dass es sich bei „The Walking Dead – Episode 1 ‚A New Day'“ nicht gerade um das längste und umfangreichste Videospiel aller Zeiten handeln wird, wenn denn gegen Ende des Jahres einmal alle fünf Teile veröffentlicht wurden. Doch somit steht er auch was das betrifft in den Fußstapfen prominenter genrevertreter wie „Monkey Island“: Man läuft die einzelnen, vom zugänglichen Areal her recht überschaubaren Szenen ab, sucht mit dem Cursor eifrig nach Gegenständen, sammelt diese ein und löst ein, zwei Rätsel, um mit dem nächsten Level-Abschnitt fortfahren zu können. Es handelt sich bei dem Spiel eben um ein stimmiges, atmosphärisch sehr dichtes Adventure und eben nicht um ein Open-World-Game. Doch das halte ich dem Spiel in keinster Weise vor, bitte nicht falsch verstehen! Das, was es primär will, nämlich eine Geschichte zu erzählen und den Spieler immer weiter in dieses faszinierende Universum hineinzuziehen, schafft es auf jeden Fall mit spielender Leichtigkeit!
Extrem schade ist hingegen, dass der ganze Spaß schon nach gut drei Stunden, wenn man sich beeilt sogar noch schneller, wieder vorbei ist, und man daraufhin erneut seine Kreditkarte zücken darf, um sich den nächsten DLC via Xbox LIVE herunterzuladen.
Nett, aber auch nicht mehr, ist zudem die Idee der Entwickler, dem Spieler nach Beendigung eines DLC in Form diverser Statistiken mitzuteilen, wie sich andere Spieler in der und der Situation verhalten haben. Dies erhöht ein wenig den Wiederspielwert des Spiels. Schließlich will man ja wissen, was die anderen Zocker auf ihrer Reise so erlebt haben…

Fazit
„The Walking Dead – Episode 1 ‚A New Day'“ ist ein handwerklich wirklich großartiger Auftakt zur neuen Telltales-Reihe und ein echter Pflichtkauf für jeden, der mit den Comics von Robert Kirkman und/oder der sehenswerten TV-Serie (siehe meine Review) etwas anfangen kann. Da quasi keinerlei Vorwissen vonnöten ist, dürfen auch all jene zugreifen, die zwar ein Faible für Zombies haben, jedoch bis dato noch nicht die Gelegenheit hatten, ins „The Walking Dead“-Universum reinzuschnuppern. Solche soll’s ja auch noch geben. ;)

4,5/5

Update, 20. Oktober 2012
Nachdem ich mittlerweile die ersten vier von fünf Teile komplett durchgespielt habe, was mich btw zirka 11 Stunden meines Lebens gekostet hat, kann ich sagen: „The Walking Dead – The Game“ von Telltale Games ist eines jener Spiele, die einen fesseln, die einen richtiggehend gefangen nehmen und nicht eher wieder ruhig schlafen lassen, bis man auch das allerletzte Achievement eingeheimst hat, sprich: Bis man den Abspann zu Gesicht bekommen hat! Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ein solch atmosphärisch dichtes Rollenspiel auf der Konsole in die Hände bekommen habe. Die im Verlauf der ersten vier Episoden erzählte Geschichte ist packend, trumpft je nach Spielweise mit zahlreichen unvorhersehbaren Wendungen auf und könnte genau so gut aus einem Spin-Off der TV-Serie stammen, so dermaßen viel Potenzial hat sie!

Mit der Zeit fühlte ich mich mit den diversen ausgearbeiteten Charakteren, die alle ihr eigenes kleines Päckchen zu tragen haben, was sie in meinen Augen menschlicher erscheinen lässt, sogar richtiggehend verbunden. Einige von ihnen sind mir sogar – so merkwürdig sich das nun auch anhören mag – ans Herz gewachsen, allen voran natürlich die kleine Clementine, die so ein bisschen den Beschützerinstink in mir anzusprechen scheint. Für mich stets ein gutes Zeichen, wenn ein Titel dazu in der lage ist, mich emotional so an sich zu binden!

Im Rahmen meiner ursprünglichen Review oben habe ich den Titel mit Ataris RPG-Klassiker „Fahrenheit“ verglichen. Und ja, dieser Vergleich war absolut gerechtfertigt! Beide glänzen nicht gerade mit herausragendem Gameplay, nein, so genannte Core Gamer dürften sich von der Button-Drückerei dezent unterfordert fühlen und dies dem Spiel in ihrer oftmals überheblichen Art auch vorhalten. Ich für meinen Teil sehe beide Werke hingegen nicht als Spiele im eigentlichen Sinne an, sondern als interaktiven Film. Sowohl in „The Walking Dead“ als auch schon damals in „Fahrenheit“ wird eine starke Geschichte erzählt, die über alle spielmechanischen Mängel, die zweifellos vorhanden sind, erhaben ist.

Kurzum: Nach vier von fünf Episoden kann ich mein ursprüngliches Fazit samt Wertung nur bestätigen: „The Walking Dead – The Game“ ist ein wahrlich brillantes Videospiel, das man einfach mal gespielt, bzw. erlebt haben sollte und zugleich ein Paradebeispiel für intelligente interaktive Unterhaltung auf der heimischen Konsole!

— InaiMathi, am 17. Oktober 2012

The Walking Dead - Episode 1 "A New Day"

Genre: Adventure
Release: 2012
Spielzeit: 3 Stunden
Entwicklerstudio: Telltale Games
Publisher: Xbox LIVE Arcade
Wertung
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