Videospiele     Filme & Serien     Literatur     Musterexemplare

InaiMathi Blog

The Blair Witch Project

The Blair Witch Project - © Kinowelt Filmverleih

Werde ich nach meinen Lieblingshorrorfilmen gefragt, so fällt recht schnell der Name „The Blair Witch Project“. Der von Artisan Films unter der Regie der beiden damaligen Filmstudenten Daniel Myrick und Eduardo Sánchez produzierte Low-Budget-Streifen war der Überraschungshit des Kinosommers 1999. „The Blair Witch Project“ zeichnet sich weder durch seine besonders tiefe Handlung, noch durch irgendwelche besonders hervorstechenden Schockeffekte, Special-Effects oder sonst welchen Schnick-Schnack aus, – das alles hat er nicht nötig. Vielmehr sind es die durch und durch rohe Inszenierung im Dokumentarfilm-Stil, seine wie die Faust aufs Auge passenden Darsteller und sowie die zugrunde liegende, durchaus spannende und nicht zuletzt unheimliche Thematik um die Sage um die namensgebende Hexe von Blair, die diesen Horrorfilm für mich so besonders machen und  von der immer grauer werdenden Masse des Genre-Einheitsbreis abheben.

Und so habe ich mich dazu entschlossen, diesem Meisterwerk des subtilen, unaufdringlichen Horrors, welcher mit einfachsten Mitteln quasi im Vorbeigehen ein komplett neues Subgenre geschaffen hat, mehr als 12 Jahre nach seinem ursprünglichen Release eine ausführliche Review zu widmen, in der Hoffnung, dass vielleicht der ein oder andere, der bis dato mit diesem Film noch nicht in Berührung gekommen ist – was in meinen Augen eine echte Bildungslücke ist -, auf ihn aufmerksam wird. Dieser Film ist wirklich einen Blick wert!

The Blair Witch Project
mit Heather Donahue, Joshua Leonard, Michael C. Williams, u.a.
Horror, USA, 1999
Artisan Pictures / Kinowelt Filmverleih

Inhalt
„Am 21. Oktober 1994 brechen die drei Filmstudenten Heather Donahue, Michael Williams und Joshua Leonard in den Blackhill Forest in Maryland auf. Dort wollen sie einen Dokumentarfilm über eine legendäre Spukgestalt drehen, die sogenannte Hexe von Blair. Man hört nie wieder von ihnen…“ – Quelle

Kritik
„The Blair WItch Project“ erzählt die Geschichte der drei Filmstudenten Heather (Heather Donahue), Josh (Joshua Leonard) und Mike (Michael C. Williams), die sich eines schönen Tages, aufgerüstet mit zwei eher schlecht als recht funktionierenden Handkameras und einem DAT-Rekorder, aufgemacht haben, um für ein Uni-Projekt eine Dokumentation über die Legende der Hexe von Blair aufzunehmen. Im Film sind dann auch wirklich lediglich jene Aufnahmen zu sehen, welche die drei auf ihren Streifzügen durch den dichten Wald, entlang an Bachläufen und Seen, über Bergrücken und alte Indianer-Friedhöfe aufgenommen gedreht haben. Anfangs ist dem Ganzen noch der ruhige Dokustil anzumerken, doch dieser weicht mit jeder Nacht, die die drei in der Wildnis zubringen, immer mehr der Angst und blanken Panik.

Was „The Blair Witch Project“ in meinen Augen so grandios und besonders macht und von ähnlichen Produktionen abhebt, ist die durch und durch authentische Inszenierung: Den drei damals eher unbekannten Darstellern, die übrigens allesamt unter der strikten Auflage gecastet wurden, dass sie im Film unter ihrem realen Namen an den Start gehen, um im Vorfeld des Kinostarts fingierte Vermisstenanzeigen und diverse Verschwörungstheorien ins damals noch recht junge und leichtgläubige World Wide Web setzen zu können, wurde vom Filmteam lediglich ihre aus Rucksäcken, dem Nötigsten an Proviant, einer Karte sowie einem Kompass bestehende Ausrüstung gestellt. Obendrauf gab es noch die ein oder andere grobe Richtungsanweisung zur nächsten Location, an die sie sich für drei, vier wichtige Schlüsselszenen begeben sollten – der Rest und vor allem die Umsetzung lagen komplett in der Hand der drei Schauspieler. Dies resultiert in einem ziemlich genialen Mittendrin-Gefühl und einer unheimlich beeindruckenden Atmosphäre, die nur sehr schwierig in Worte zu fassen ist. Jeder Dialog des Films, ob nun innerhalb der Gruppe oder mit Passanten, ist improvisiert, die sichtliche Erschöpfung nach einem langen anstrengenden, dehydrierenden Tagesmarsch ist, so macht es jedenfalls den Anschein, echt und teilweise drängt sich einem sogar der EIndruck auf, die ein oder andere Auseinandersetzung und Meinungsverschiedenheit zwischen den dreien ist ebenfalls nicht alles andere als gespielt.

Hier wäre insbesondere Heather Donahue zu nennen, die ihre Rolle der zickigen Fährtenleserin und – zumindest zu Beginn des Trips – Anführerin der Gruppe mit Bravour rüberbringt. Zu Beginn der Aufnahmen war sie noch vollkommen von sich und ihren Fähigkeiten überzeugt, sie strahlte den unbedingten Willen aus, dieses ehrgeizige Project exakt so in den Kasten zu kriegen, wie sie sich das im Vorfeld ausgemalt hat. Doch mit der Zeit nehmen bei ihr – ihren beiden Freunden geht’s ganz offensichtlich nicht anders – die Zweifel zu, während sich ihr ganz persönliches „Blair Witch Project“ zu einem fatalen, von Tag zu Tag gefährlicher werdenden Irrlauf durch die einsamen Wälder Marylands entwickelt. Auch erwähnenswert: Die nächtlichen Panikattacken der drei, wenn das Zeltlager wieder einmal von unbekannten, vor den Kameras stets verborgen agierenden Schergen heimgesucht wird, die schiere Verzweiflung nach dem Verschwinden eines lieb gewonnenen Freundes, sowie der verstörende Showdown des Films, welcher bei Fans und Horrorliebhabern inzwischen absoluten Kultstatus genießt – jede einzelne Minute dieses Films ist durchweg glaubwürdig, bis zur allerletzten Träne.

Die Macher setzen bewusst nicht auf ein fixes, fest vorgegebenes Ende, welches einiges an Spielraum für die individuelle Interpretation lässt. Ich kann mir zumindest gut vorstellen, dass es zig Deutungen für das Ende des Films gibt: War es wirklich der sagenumwobene Geist der kindermordenden Hexe von Blair, der die drei Studenten immer weiter in den Wald herein und nicht schlussendlich eben auch die Irre geführt und des Nachts immer wieder heimgesucht hat? Oder hatten es die drei „nur“ mit einem perversen Freak zu tun, der sich einen Spaß daraus gemacht hat, ihnen immer wieder aufs Neue aufzulauern und zum Schluss sogar nicht einmal davor zurückgeschreckt hat, sie… – aber ich will an dieser Stelle nicht zuviel verraten. Und was hat es mit den merkwürdigen Vorkommnissen und nicht zuletzt mit dem ominösen „Geschenk“ auf sich? – Der ein oder andere mag „The Blair Witch Project“ vielleicht als was die Handlung berifft etwas zu seicht und von den Schockeffekten nicht sonderlich ausgereift abtun. Auf mich strahlt dieser Horrorfilm jedoch auch nach mehr als zwölf Jahren und zig mal anschauen noch immer eine ungeheure Faszination aus, die nur äußerst schwer zu beschreiben ist, weil man sie einfach selbst „erlebt“ haben muss.

Fazit
„The Blair Witch Project“ hat seinerzeit ein gänzlich neues Genre aus der Taufe gehoben, welches bis heute u.a. mit „Cloverfield“, „Paranormal Activity“ oder auch „Chernobyl Diaries“ (siehe meine Review) erfolgreiche Nachahmer gefunden hat. Der Streifen strotzt nur so vor subtilem Grusel und versteht es, einen Dank der herausragend authentischen wie emotionalen Umsetzung bis hin zum großen Finale zu fesseln. – Eine echte Filmperle, die in jede gut sortierte DVD-Sammlung gehört!

— InaiMathi, am 9. Juli 2012

The Blair Witch Project

Genre: Horror
Release: 1999
Laufzeit: 77 Minuten
Studio: Haxan Films
Publisher: Kinowelt Filmverleih
Wertung
The Blair Witch Project von Haxan Films jetzt online bei Amazon.de bestellen  ➞

Videospiel-Reviews

Everybody's Golf
★ ★ ★ ★
NBA 2K18
★ ★ ★ ★
F1 2017
★ ★ ★ ★ ★
NBA Live 18 (Demo)
★ ★ ★ ★
DiRT 4
★ ★ ★
NieR:Automata
★ ★ ★ ★ ★
NBA Playgrounds
★ ★
Titel Entwicklerstudio Wertung
Everybody's Golf Clap Hanz ★ ★ ★ ★
NBA 2K18 Visual Concepts ★ ★ ★ ★
F1 2017 Codemasters ★ ★ ★ ★ ★
NBA Live 18 (Demo) EA Sports ★ ★ ★ ★
DiRT 4 Codemasters ★ ★ ★
NieR:Automata Platinum Games ★ ★ ★ ★ ★
NBA Playgrounds Saber Interactive ★ ★
Weitere Videospiel-Reviews

Kommentare

comments powered by Disqus