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InaiMathi Blog

Servicewüste Deutschland #6: Hermes

Es wird immer bekloppter: Erst Anfang des Jahres hatte ich einen viel beachteten Blogpost über unsere negativen Erfahrungen mit den Paketzustellern von DHL, Hermes und DPD zu virtuellem Papier gebracht, an dessen Ende ich zu dem Schluss kam, dass einige Zustell-Spezis entweder den Beruf verfehlt oder zumindest den falschen Nebenjob gewählt haben, um sich ihre Finanzen aufzubessern.

Ein halbes Jahr ist seitdem ins Land gezogen und inzwischen wurde von niemand geringerem als dem Hermes Paketdienst die nächste Eskalationsstufe in Angriff genommen. Ein weiteres Horrorbeispiel für die Servicewüste Deutschland.

Folgendes ist passiert: Die Herzdame erwartete ein Paket, welches mit Hermes verschickt wurde. Da sie jedoch zum Zeitpunkt der Lieferung nicht zuhause anwesend war, fand der Hemes-Mensch sich vor verschlossener Türe wieder. Doch anstatt das Paket in diesem Fall, wie von seinen Botenkollegen gewohnt, bei den Nachbarn zu hinterlegen oder von mir aus auch tags drauf einen zweiten Zustellversuch in Angriff zu nehmen, warf er einen kleinen blau-weissen Infozettel in den Briefkasten auf dem uns mitgeteilt wurde, dass das Paket „in der gelben Tonne bei den Nachbarn“ deponiert wurde. Jepp, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da wird ein Paket, dessen Inhalt durchaus seinen Wert hat, in die freakin‘ Mülltonne der Nachbarn (sic!) geworfen, damit sein Empfänger es sich aus eben dieser herausfischen kann! Was wäre bitte gewesen, wenn die Tonne an dem Tag entleert worden wäre oder jemand – warum auch immer – einen genaueren Blick hinein geworfen oder die Hinterlegung aus dem Augenwinkel mitbekommen hätte und in der Tonne ein ungeöffnetes Hermes-Paket vorgefunden hätte?! Ich bin mir nicht so sicher, ob jeder Hinz und Kunz so ehrlich gewesen wäre und es bei uns abgegeben hätte…

Wir haben das jedenfalls nicht einfach so hingenommen und uns bei Hermes-Kundenservice beschwert über die absolut indiskutable Art und Weise, wie so mancher Angestellte des Unternehmens seinen Job erledigt. Unsere Beschwerde wurde von Hermes registriert und wohl auch an den Fahrer weitergeleitet – sprich: dieser hat ’nen Anschiss kassiert -, denn…

…am heutigen Samstag, gerade mal eine knappe Woche nach dem oben geschilderten Vorfall, hatten wir erneut Ärger mit dem Hermes-Boten. Dieses Mal jedoch nicht mit dem kreativen Ort der Paket-Hinterlegung, sondern mit der Art und Weise, wie dieser sich Zutritt auf unser Grundstück verschafft hat, – nämlich, indem er unser Gartentor demoliert hat! Ja, ganz recht: Der Hermes-Paketmensch hat unser gusseisernes Gartentor (sic!) demoliert! Um genau zu sein, die nicht minder gusseiserne Klinke samt Schloss von eben diesem! Die Klinke hängt seit der Auslieferung komplett nach unten durch wie das schlaffe Genital eines rüstigen Fensterrentners, was den unschönen Nebeneffekt mit sich bringt, dass das Torschloss nicht mehr korrekt einrastet und sich das Tor somit nicht mehr komplett schließen lässt, – zumindest so lange, bis ich mich die Tage der Sache annehme! Da muss schon immenser Druck ausgeübt worden sein, denn so eine Spannfeder (?) springt nicht mal eben so beim normalen, zivilisierten Öffnen des Gartentors heraus, so viel ist sicher! Die – wie ich mir aufgrund dessen durchaus vorstellen kann mutwillig zugefügte – Beschädigung ist uns leider erst ins Auge gefallen, als sich der Hermesbote schon wieder in seinen Liefertruck verzogen und das Gaspedal durchgedrückt hatte. Dass wir uns auch dieses Mal wieder beschweren werden, und zwar mit Nachdruck, steht außer Frage!

Inzwischen muss man sich wirklich Gedanken machen, ob a) von Hermes ausgelieferte Pakete überhaupt ankommen wo sie sollen, und b) von den „Götterboten“ im Rahmen der Auslieferung erneut (mutwillig?) Sachbeschädigung verursacht wird. Ich finde das schon ziemlich unfassbar: Erst die „Entsorgung“ unseres Pakets in Nachbars Mülltonne, dann Sachbeschädigung. Mein grundlegendes Vertrauen in das geflügelte Lieferunternehmen, welches immerhin zur Otto Group gehört, ist schwer angeschlagen!

Just another Anzeichen für die allgemeine Verrohung der Gesellschaft?

— InaiMathi, am 6. August 2016
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