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InaiMathi Blog

RIFT - Planes of Telara

RIFT - Planes of Telara - © Trion Worlds, Inc.

Wer hier ab und an vorbeischaut – oder einfach den letzten Post gelesen hat, weiß, dass ich derzeit seit langer, langer Zeit mal wieder in einem waschechten Massively Multiplayer Online Role Playing Game (MMORPG) unterwegs bin – und das, obwohl ich mir nach dem Ende meiner aktiven WoW-Laufbahn bekanntlich felsenfest vorgenommen hatte, fortan die Finger von MMOs zu lassen!

Das Game, welches mich hat schwach werden lassen, hört auf den – zugegeben – nicht unbedingt spannenden Namen „Rift“, bzw.  „Rift – Planes of Telara“ (dt. „Riss“), ein ambitioniertes MMO-Rollenspiel vom kalifornischen Entwicklerstudio Trion Worlds, Inc., das es sich zum Ziel gesetzt hat, Blizzards Genreprimus „World of Warcraft“ mit grandios intuitivem, dabei jedoch zu keiner Zeit anspruchslosem Gameplay, wunderschön anzusehenden Charaktermodellen und Grafik, einem in einer solchen Komplexität noch nie dagewesenen Skill-System, sowie mit bereits zum Launch massenweise vorhandenem Endgame-Content wenigstens ein paar der immer noch rund 11 Millionen Abonnenten abspenstig zu machen.

Nach zwei (mehr oder minder konsequent) durchzockten Abenden haben unsere beiden Charaktere (die Freundin spielt eine Hochelfen-Klerikerin, ich bin mit einer Mischung aus Hunter und Rouge unterwegs) Level 20 erreicht, und ich finde, es ist an der Zeit mal kurz ein paar Gedanken zu „Rift“ aufzuschreiben, quasi die ersten Eindrücke, denn um ein solch komplexes Spielerlebnis wie ein MMO wirklich bewerten zu können, bedarf es natürlich weit mehr als zwei Tagen Gameplay, das ist mir schon klar. ;) – Viel Spaß!

RIFT – Planes of Telara Massively Multiplayer Online Role Playing Game (MMORPG) Trion Worlds, Inc. Einstieg „RIFT – Planes of Telara“ beginnt genre-typisch mit der Erstellung seines höchsteigenen Alter Egos. Zur Auswahl stehen dabei zwei Fraktionen, namentlich die Wächter („The Guardians“) sowie die Skeptiker („The Defiant“), die grob mit der Allianz und der Hörde in World of Warcraft vergleichbar sind. Beide Fraktionen setzen sich jeweils aus drei Rassen zusammen. Auf Seiten der Wächter sind dies die Hochelfen („High Elfes“), die Zwerge („Dwarfes“) und die Marthosianer („Mathosian“), und unter dem Banner der Skeptiker haben sich die menschenähnlichen Eth („Eth“; siehe Bild), die Bahmi („Bahmi“) sowie die Kelari („Kelari“) zusammengeschlossen. Jede Rasse bringt zudem individuelle Vor- und Nachteile mit sich und spielt sich aufgrund dessen grundlegend anders. Anschließend wird die Klasse des Charakters festgelegt. Zur Auswahl stehen auf beiden Seiten: Krieger, Magier, Schurke und der Kleriker. Jede Klasse ist dabei nochmals in mehrere Subklassen unterteilt, dazu später mehr. Hat man sich für die Fraktion, Rasse und Klasse seiner Wahl entschieden, geht es weiter in den Editor, wo das Äußere des Charakters angepasst werden kann. Dieser Editor reicht in Sachen Optionsvielfalt zwar bei weitem nicht an den Charaktereditor von Star Trek Online heran, kann sich aber dennoch sehen lassen, wie ich finde! Einen guten Charaktereditor erkennt man ja meist daran, dass das ein oder andere Zockerweibchen, das aus verständlichen Gründen anonym bleiben will, gut und gerne mal eine Stunde nur mit der Optik ihres Charakters zubringt, ich sag nur: „Ich weiß jetzt echt nicht, ob der Lidschatten zum Hairstyling passt?!“ Zu guter letzt muss sich nur noch ein wohlklingender Name überlegt werden und das Abenteuer „RIFT – Planes of Telara“ kann beginnen! Wer nicht was die Namensfindung angeht sonderlich kreativ ist, kann sich vom Editor  einen halbwegs vernünftigen vorschlagen lassen und diesen bei Gefallen übernehmen. Dasselbe gilt im Übrigen auch für die komplette Optik des Charakters. Allerdings sollte man sich – wie ich finde – einfach mal ein paar Minuten Zeit nehmen, um sich ein möglichst einzigartiges Alter Ego zu erstellen, immerhin wird man eine ganze Zeit lang mit ihm auskommen müssen, und die auf die Schnelle random zusammengeschusterten generierten Vorschläge haben, wenn ich mich nicht irre, noch nie bei ’nem Modelcasting gewonnen. ;) Ok, ein allerletzter Schritt trennt einen nun noch von seiner virtuellen Wiedergeburt in Telara: und zwar die Auswahl des Servers, auf dem man sich ins Abenteuer stürzen möchte. Wer die EU-Version von „RIFT“ sein Eigen nennt, dem stehen mehrere deutsche, französische und englische Server zur Auswahl, amerikanische oder gar asiatische Server stehen hingegen nicht zur Verfügung. Wer möchte kann sich wahlweise auf einem PvE-, PvP-, oder respektive auf einem RP-PvE- bzw. RP-PvP-Server niederlassen. Den Unterschied von PvE zu PvP und was das Kürzel „RP“ bedeutet, muss ich an dieser Stelle nicht extra erklären, oder? ;) Story Zugegeben: An die grandiose Atmosphäre des Blizzard’schen „Warcraft“-Universums reicht „RIFT – Planes of Telara“ (noch?) nicht heran. Trotzdem muss ich sagen, dass mir das, was ich von der Handlung während der ersten 20 Level so mitbekommen habe, doch ganz gut gefallen hat. Die Geschichte mal ziemlich grob zusammengefasst…

Die Welt Telara wurde von der sogenannten Wache erschaffen und mit einem Schutz versehen, um sie vor Regulos dem Zerstörer, dem Vernichter der Welten, zu schützen. Dieser Schutz wurde jedoch in der Geschichte Telaras beschädigt und so entstehen Risse zwischen den verschiedenen Ebenen, durch die feindlich gesinnte Kreaturen nach Telara dringen. Um der Gefahr zu begegnen, werden in den Schattenländern frühere Helden Telaras wiedergeboren. Unter diesen Helden bildeten sich zwei Fraktionen heraus: Der heilige Orden der Wächter, dessen Mitglieder glauben, durch den Willen der Götter wiedergeboren zu sein und die Skeptiker, die sich der Magie der Technik verschrieben haben. Beide Gruppierungen haben das Ziel, die Welt Telara vor den anderen Ebenen zu beschützen. Jedoch möchte auch jede Gruppierung die Welt nach ihren eigenen Ideen gestalten. Aus diesem Grunde bekämpfen sie sich untereinander. Quelle

Schön: Die Welt, Fraktionen, Persönlichkeiten, Götter, etcpp. wirken durch die Bank sehr glaubwürdig und stimmig. Überhaupt macht Telara auf mich als jemand, der ein gutes Fantasy-Setting durchaus zu schätzen weiß, einen absolut tadellosen Eindruck. Allerorten finden sich Referenzen und Anspielungen auf bekannte Fantasy-Franchise wie beispielsweise „Der Herr der Ringe“ und – ja – sogar auf „StarCraft“ . Wer sich Questtexte aufmerksam durchliest (und wer tut dies nicht…?;), die Augen nach sammelbaren Buchbänden auf hält, und sich in den Städten nicht bloß zum An- und Verkauf von Waren, dem Besuch beim örtlichen Auktionshaus oder dem gemütlichen Idlen vor der Bank aufhält, sondern sich bei Gelegenheit auch mal ein bisschen umschaut, erfährt quasi im Vorbeigehen eine Menge über die faszinierende Welt und ihre Bewohner. Toll gemacht! Nette Idee der Entwickler: Quests, welche die Geschichte des Spiels weiterspinnen, sind im Questlog speziell gehighlightet und auch das Popupfenster ist farblich anders gestaltet, so dass man quasi nicht übersehen kann, dass es sich bei dem gerade ausgewählten Quest um einen für die Story wichtigen handelt. Wer sich also wirklich nur für den roten Faden der Geschichte interessiert, und sich gar nicht erst die Mühe machen will, sich andere Questtexte durchzulesen, dem macht dieses Feature das MMO-Leben sicherlich ein bisschen einfacher.

Gameplay
Spätestens wenn man mitsamt seines Charakters im leider unvermeidlichen Tutorial-Level abgesetzt, behutsam in die Geschichte eingeführt wird und im Rahmen der ersten paar Quests erste PvE-Luft schnuppert, wird einem schlagartig klar, dass man es mit einem waschechten „World of Warcraft“-Klon zu tun hat! Doch das meine ich keinesfalls negativ! Wem WoW – wie mir – seinerzeit eine Menge Spaß gemacht hat (jedenfalls bis zum zweiten Addon „Wrath of the Lich King“), wird auch mit „RIFT – Planes of Telara“ seine Freude haben. Das Spiel fühlt sich sofort vertraut an, man hat irgendwie das Gefühl, „zuhause“ zu sein. Die Bedienung, das grundlegende Kampfkonzept, das User Interface (UI), Chat und Chat-Befehle, die Position und Animationen der Skill-Icons, – all das haben die Entwickler von Trion Worlds quasi 1:1 vom großen Vorbild übernommen. Doch es sind die Details, die den ausschlaggebenden Unterschied machen und „RIFT“ – jedenfalls für mich – zu einer echten WoW-Alternative werden lassen. „RIFT“ macht so unheimlich viel richtig, so dermaßen viel besser als WoW, bringt „out of the box“ viele Komfortfunktionen mit, die man sich bei WoW seit Jahren herbeisehnt und noch immer via Addon nachrüsten muss, und und und.

Etwas wahrlich Eigenständiges sind die namensgebenden Rifts (dt. „Risse“), die sich immer mal wieder in der riesigen Welt von Telara auftun. Aus diesen strömen so lange ungeheindert feindliche Kreaturen in die Welt und starten Angriffe auf einzelne Vorposten, Dörfer und Städte, bis sie irgendwann von einem oder mehreren mutigen Helden versiegelt werden. Dies geschieht, indem alle Kreaturen, die durch den Rift nach Telara gelangt sind, vernichtet werden, was gar nicht mal so einfach ist, denn die Angriffe gehen „wellenartig“ von statten und jede neue Angriffswelle stellt was die Schwierigkeit der Mobs angeht eine größere Herausforderung dar als die vorangegangene. Wurde ein Rift geschlossen, indem auch die letzte Welle samt Boss erfolgreich gelegt wurde, wird man mit Splittern belohnt, die in den Hauptstädten (und sicherlich auch anderswo) gegen nettes Gear, seltene Mounts oder andere lohnenswerte Items eingetauscht werden können.

Genau wie in World of Warcraft gibt es auch in „RIFT“ Instanzen. Und davon bereits schon zum Start eine ganze Menge! Diese können wahlweise solo, zu zweit oder zusammen mit einer ganzen Gruppe bestritten werden. Am Ende eines solchen Dungeon-Runs hagelt es natürlich massig Items. Für jede einzelne Instanz stehen drei verschiedene Schwierigkeitsgrade zur Verfügung: Normal, Expert und Master. Außerdem gibt es seit Patch 1.1 spezielle Raid-Dungeons, die mit bis zu 20 Spieler angegangen werden müssen, um auch nur den Hauch einer Chance gegen den Endboss zu haben, bei denen dann aber auch die wirklich, wirklich, wirklich netten Items (Stichwort: Epic und Legendary) abgestaubt werden können! Wirklich was konkret sagen zu den Instanzen und Raids kann ich nicht, denn wir hatten bis dato leider kaum eine Gelegenheit, uns mal eine von innen anzusehen, aber das wird sich hoffentlich irgendwann ändern. ;)

Wer keine Lust auf Instanzgänge hat, kann sich wie in WoW die Zeit mit zig Daily Quests vertreiben. Dabei handelt es sich, wie ihr Name schon andeutet, um täglich wiederkehrende, eher simpel gehaltene Quests, die irgendwann, wenn man sie denn oft genug wiederholt und sich beim Questgeber immer brav seine Belohnung in Form von Splittern, Abzeichen oder whatever abgeholt hat, mit besonderen Items, Titeln und/oder Ruf goutiert werden. Finde ich jetzt nicht sooo spannend, aber wer sonst nix zu tun hat, kann seine Zeit auch in „RIFT“ damit zubringen, Ruf bei den verschiedenen Fraktionen des Spiels (und davon gibt es eine ganze Menge, um nicht zu sagen einen Haufen!) zu farmen. Aber glaubt mir, es gibt weitaus spannenderes als das. ;) Apropos spannend: Wirklich grundlegend anders als die aus WoW bekannten Quests á la „Sammele 5 hiervon“ oder „Töte 10 davon“ spielen sich die Quests in „RIFT“ nicht. Oftmals haben sich die Entwickler zwar bemüht, das ganze in eine ganz nette Rahmenhandlung einzubetten, aber das ändert natürlich nicht wirklich was an der Tatsache, dass man das Gros der Zeit damit beschäftigt ist, entweder Mobs um die Ecke zu bringen oder aber für den Questgeber irgendwelche verstreuten Items zu aufzusammeln. Aber mal ehrlich: Solche Quests sind in einem MMO nicht wirklich vermeidbar, oder täusche ich mich da?

Zum Thema PvP in „RIFT“ kann ich wie schon im Falle der Raids leider noch nicht wirklich was sagen. Nur so viel: Aktuell gibt es mehrere Schlachtfelder Kriegsfronten („Warfronts“) auf denen Wächter und Skeptiker gegeneinander antreten, und sich wahlweise um Fahnenstellungen (das Arathibecken lässt schön grüßen) oder aber um den ganz großen Triumph (Stichwort: Alteractal) streiten. Außerdem kann auf einem entsprechenden Server Open World PvP betrieben werden. Auch groß angelegte Raids auf die Haußtstäde der beiden Fraktionen sind laut den Entwicklern möglich, was meiner Meinung nach schon zu WoW-Zeiten immer eine absolut spaßige Angelegenheit war – die richtige Gruppe, bzw. Gilde vorausgesetzt. Open World PvP ist btw auch auf PvE-only Servern möglich, muss jedoch in diesem Fall von den Spielern explizit zugelassen werden, sprich: der Charakter muss als „PvP-ready“ getaggt sein, um von der verfeindeten Fraktion angegriffen werden zu können.

Genau wie im Blizzard-MMO gibt es auch in „RIFT“ spezielles Gear für PvE- und für PvP-Charaktere. Erstgenanntes ist vor allem in den vielen Instanzen und Raid-Dungeons abzustauben, letzteres droppt ebenfalls in Instanzen, kann jedoch auch durch spezielle Ruf-Icons und diverse epische Questreihen verdient werden.

Klassen- & Skillsystem
Das ohne Übertreibung ultrakomplexe Klassen- und Skillsystem ist das Herzstück von „RIFT – Planes of Telara“ und für mich insgeheim einer der Hauptgründe, weshalb ich den Titel WoW und weiteren populären Genrevertretern jederzeit vorziehen würde. Meines Wissens nach hat sich noch nie ein Entwickler derart viel Mühe gegeben, dem geneigten Spieler ein wirklich einzigartiges, auf seine Bedürfnisse und Vorlieben anpassbares Spielerlebnis zu ermöglichen!

Jede der vier im Spiel verfügbaren Klassen ist nochmals in neun Subklassen unterteilt, die jeweils entweder eher offensiv, defensiv oder aber primär für PvP ausgerichtet sind. Im Falle des Kriegers wären das der Bestienmeister, Champion, Kriegsherr, Paladin, Paragon, Plünderer, Rissklinge, Ritter der Leere sowie der Beschützer (PvP-Seele). Die Magierklasse ist in Archont, Chloromant, Beherrscher, Elementalist, Hexenmeister, Nykromant, Pyromant, Sturmrufer und den Erzmagier (PvP-Seele) unterteilt. Der Schurke in Assassine, Barde, Klingentänzer, Nachtklinge, Risspirscher, Saboteur, Scharfschütze, Waldläufer und Infiltrator (PvP-Seele) unterteilt. Und der Kleriker nennt die Subklassen Bewahrer, Druide, Inquisitor, Kabbalist, Läuterer, Rächer, Schamane, Schildwache und den Templer (PvP-Seele) ihr eigen.

Zu Beginn der Tutorialmission muss man sich für drei Subklassen entschieden und darf fortan bei jedem Levelaufstieg in allen drei Skilltrees kräftig Punkte verteilen. Im späteren Spielverlauf hat man, hab ich mir sagen lassen, die Möglichkeit, sich noch eine weitere PvE-Skillung sowie eine vor allem auf den Einsatz in einer Kriegsfront, sprich in PvP-Gefilden ausgerichtete Subklasse zuzulegen. Das ermöglicht völlig neue Möglichkeiten der Charakterskillung, die man in anderen MMOs leider vergebens sucht. So ist es beispielsweise möglich, einen Kleriker zu skillen, der neben seinen grandiosen Fähigkeiten als Heiler auch noch mörderisch gut austeilen kann, oder aber ein Tank, der gleichzeitig auch ziemlich gut heilen kann – wohlgemerkt, ohne wie bei WoW zwischen irgendwelchen starren Specs hin und her switchen zu müssen! Das Schöne: Man könnte hingehen und wahllos zehn Charaktere derselben Klasse nebeneinander stellen und keiner, wirklich keiner würde dem anderen gleichen. Weder was die Optik, bzw. das ausgerüstete Gear betrifft, noch in Sachen Skillung. Allein diese Tatsache verleiht dem Spiel eine ungeheure Dynamik und macht Instanzgänge oder das gemeinsame Leveln und Questen mit anderen Spielern zu einer immer wieder neuen Herausforderung Erfahrung!

Technik Was die Technik angeht, ist „RIFT“ über jeden, aber wirklich jeden Zweifel erhaben: Die Welt Telara ist einfach nur wunderschön anzusehen und ein echter Hingucker! Lauschige Wäldchen wechseln sich mit ausgedörrten Landstrichen, schneebedeckten Berggipfeln und saftigen Wiesen ab. Jede Zone hat ihren eigenen Charakter, weist einen eigenen Stil auf und wurde von den Entwicklern mit reichlich Flora und Fauna, sowie mit zig kleinen Details so dermaßen liebevoll ausgeschmückt, dass man sich fragt, was die Jungs und Mädels von Blizzard eigentlich den ganzen Tag so getrieben haben, als sie die verschiedenen Zonen in WoW konzipiert haben. Den verwandten Grafikstil würde ich dabei als eine Mischung von Realismus und vereinzelt auftauchenden comicartigen Elementen bezeichnen; alles in allem macht „RIFT“ einen deutlich erwachseneren Eindruck als die Blizzard’sche Konkurrenz, was mir sehr entgegen kommt. Dieselben Lobeshymnen gelten ohne Abstriche auch für den eigenen Charakter und die zig NPCs im Spiel: In keinem MMO zuvor gab es so dermaßen sexy Hochelfen, Menschinnen und – ähm – andere Kreaturen zu bewundern! Kurzum: Meiner Meinung nach ist „RIFT – Planes of Telara“ das bis dato mit großem Abstand schönste MMORPG auf dem Markt, liegt mit seinen knackig-scharfen Texturen, beeindruckender Weitsicht und fantastischen Partikeleffekten meilenweit vor dem inzwischen recht betagt wirkenden „World of Warcraft“, und ja, mir gefällt es sogar noch besser als das optisch ebenfalls sehr opulente „Aion“! Ich hab mich ab und an wirklich dabei erwischt, wie ich einfach mal stehen geblieben bin, nur um mal etwas näher an meinen Char herzuzoomen und mir die, äh, ganzen Details der Rüstung anzuschauen… ;) Auch die Animationen während der Kämpfe und – ganz wichtig – beim durch die Gegend Laufen und Casten von Zaubern sind Trion Worlds gelungen: Butterweich und jederzeit schön anzusehen; Kategorie Eins mit Sternchen und Zuckerguss als Krönung! Ebenfalls ausgesprochen gut hinbekommen haben Entwicklern die Soundkulisse des Spiels: Jederzeit wird das Spielgeschehen von unaufdringlicher, atmosphärischer Musik untermalt, die sich je nach Aufenthaltsort, bzw. je nachdem, in welcher der zig verschiedenen Zonen Telaras man sich aktuell aufhält, ändert. Jeder Klasse wurde darüber hinaus eine eigene Kampfmusik spendiert, die sich dynamisch dem Verlauf der Auseinandersetzung anpasst. Einfach grandios gemacht, und kein Vergleich zu der meines Erachtens eher eintönig vor sich hin dudelnden Soundkulisse eines „World of Warcraft“, die man spätestens nach dem dritten Durchlauf nicht mehr hören konnte und deshalb auch recht schnell genervt deaktiviert hat (jedenfalls ging es mir so)! Auf die besetzten Sprecher machen auf mich einen guten Eindruck. Alle sind durchaus mit Elan bei der Sache, kein Vergleich zu so manch einer hingeschluderten deutschen Lokalisation, wie man sie in letzter Zeit wieder öfter ertragen muss, was im Prinzip einen ziemlichen Armutszeugnis für eine ganze Branche gleichkommt, aber ich schweife ab… Übrigens: Telara, die Welt von „RIFT“ ist aus einem Guss. Soll heißen, wer sich einmal auf dem Server eingeloggt hat, wird bis zum Logout keinen Ladebildschirm mehr zu Gesicht bekommen, – es sei denn, er betritt eine Instanz oder tritt einer Kriegsfront bei, doch der hat sich in der Regel nach 1-2 Sekunden schon wieder erledigt. Das ist etwas, worauf ich persönlich bei einem MMO sehr großen Wert lege. Ich komme mit so stark instanzierten Welten wie beispielsweise in „Guild Wars“ oder „Vindictus“, wo für jede Stadt, jeden Wald, jede Wiese und jeden freakin‘ Bergrücken eine neue Map geladen werden muss, nicht klar. Ein plötzlich aufploppender Ladescreen zerstört bei einem MMO für mich einfach die Illusion der riesigen, zusammenhängenden Spielwelt. Abonnement „RIFT – Planes of Telara“ finanziert sich wie auch „World of Warcraft“ über ein gestaffeltes Abo-Model. Wer nach der 30-tägigen Gratisspielzeit weiterspielen möchte, muss die Kreditkarte zücken, bzw. den Paypal-Account bemühen und monatlich 12,95 Euro überwiesen. Wer hingegen langfristiger plant und gleich für ein Vierteljahr oder noch länger im Voraus bezahlt, dem wird ein monatlicher Rabatt gewährt. Alternativ kann man auch auf eine „RIFT“-Gamecard mit wahlweise 30 oder 60 Tagen frischer Spielzeit zurückgreifen.

Fazit
Ihr merkt schon: Ich bin voll des Lobes für „RIFT – Planes of Telara„, in der Rezension taucht kaum ein kritisches Wort auf. Ja, aber was soll ich denn auch machen, wenn Trion Worlds, Inc. ein solch grandioses Spiel abliefert, welches ich als den ersten echten WoW-Herausforderer da draußen ansehe?! „RIFT“ macht in der Tat unfassbar viel richtig und nur wahrlich wenig falsch. Größtes Manko: Ihm fehlt die offizielle Warcraft-Lizenz, aber auf die kann ich persönlich gut und gerne verzichten, wenn der rest stimmt – und das ist definitiv der Fall! Wer mit MMORPGs etwas anfangen kann und einen guten Gaming-PC sein EIgen nennt, sollte auf jeden Fall mal mit der 7-Tage-Trailversion von „RIFT“ einen unverbindlichen Blick riskieren! Auch all jene, die sich – wie ich – genervt von Blizzards Genreprimus abgewandt haben, sollten sich „RIFT“ mal etwas genauer anschauen – wenn sie es denn noch nicht getan haben, sie erwartet ein herausragendes MMORPG, dem ich noch eine große Zukunft voraussage!

In Anlehnung an die „Stunde der Kritiker“ von Jörg Langer und Heinrich Lenhardt: Würde ich „RIFT – Planes of Telara“ nach der ersten Probewoche weiterspielen? – Ja, auf jeden Fall würde ich das (wenn ich denn mehr Zeit hätte)!

— InaiMathi, am 2. Oktober 2011

RIFT - Planes of Telara

Genre: MMORPG
Release: 2011
Spielzeit: -
Entwicklerstudio: Trion Worlds, Inc.
Publisher: Trion Worlds, Inc.
Wertung
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