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InaiMathi Blog

Rayman: Raving Rabbids

Rayman: Raving Rabbids - © Ubisoft

Wer, wie ich, auf gut gemachte Jump’n’Runs steht und/oder sich – zumindest laut seinem Perso – mit strammen Schritten auf die große 30 zubewegt, wird ihn mit Sicherheit noch kennen: Rayman.

Das erste Abenteuer des von Michel Ancel kreierten, gliederlosen Helden erschien im Jahr 1995 für die alt-ehrwürdige Atari Saturn-Konsole, entwickelte sich dort zu einem absoluten Hit und wurde aufgrund dessen später auch für andere Systeme wie den PC und die Sony Playstation umgesetzt. Bis dato sind drei weitere „Rayman“-Videospiele erschienen, von denen der 2011 veröffentlichte vierte Teil „Rayman Origins“ von Kritikern wie Fans plattformunabhängig als der mit Abstand beste Teil des Franchise gehandelt wird.

Mit „Rayman: Raving Rabbids“ erschien 2007 der erste von mittlerweile zwei „Raving Rabbids“-Ablegern, der die namensgebenden grotesken Kaninchen ins „Rayman“-Universum einführte. Die günstige Classic-Version des ersten „Raving Rabbids“-Videospiels kann getrost als gefühltes Standardinventar eines jeden Saturn-Grabbeltisches bezeichnet werden – und auf diesem Weg gelangte er schließlich auch in meine Sammlung. Ob das Game was taugt, klärt meine ausführliche Spielereview zu „Rayman: Raving Rabbids“ aus dem Hause Ubisoft…

Rayman: Raving Rabbids
2007, Minispiel-Sammlung
Ubisoft
Rabbids.Ubi.com

Spieletrailer

Beschreibung
„Das neue ‚Rayman‘-Spiel bietet die witzigsten, komischsten und verrücktesten Grimassen, die es je gegeben hat. Die Welt von Rayman wurde von einer verheerenden Invasion dämonischer Karnickel überfallen! Der gliederlose Held und seine Freunde wurden allesamt von den Karnickeln eingesperrt. Rayman selbst ist nun zum Sklaven gemacht geworden und muss zur Unterhaltung und Belustigung der Karnickel jede Menge Wettkämpfe bestreiten. Durch das Meistern aller ihm auferlegten Kämpfe wird Rayman immer beliebter und populärer im Hasenstaat. Die in ihm keimende Hoffnung auf diesem Wege seine Freiheit wiederzuerlangen wird immer größer und das Ziel seine Welt zu retten immer greifbarer.“ – Quelle

Rayman - © UbisiftKritik
Als „Rayman: Raving Rabbids“ im Jahr 2007 auf den Markt kam, lag der Release des letzten echten „Rayman“-Videospiels bereits eine ganze Weile zurück. Fans des drolligen Jump’n’Run-Charakters waren entsprechend froh, sich mit ihrem Liebling endlich mal wieder in ein neues Abenteuer stürzen zu können. Allerdings hatten sie die Rechnung ohne den französischen Entwickler Ubisoft gemacht, denn die Raving Rabbids blieben in nahezu jeder Hinsicht hinter den Erwartungen zurück – und dies zurecht, wie ich nun im Selbstversuch feststellen musste! – Warum? Nun…

Wer bei „Rayman: Raving Rabbids“ davon ausgeht, ein vollwertiges „Rayman“-Abenteuer serviert zu bekommen, wird spätestens nach den ersten zwei, drei Minuten im Spiel bitterlich enttäuscht sein: Bei dem von Ubisoft entwickelten wie gepublishten Titel handelt es sich im Grunde lediglich um eine lieblos zusammengezimmerte Minispiel-Sammlung, die aus insgesamt 75 nur bedingt abwechslungsreichen Partyspielen besteht. Diese gilt es für Rayman, der von den titelgebenden Rabbids verschleppt und eingekerkert wurde, erfolgreich zu bestehen, um so im Verlauf der Handlung, wenn man diese unheimlich langweilige Aneinanderreihung von immer wieder den selben trivialen Ereignissen denn so nennen kann, der Gefangenschaft zu entfliehen und seine Freunde zu retten.

Mal gilt es, á la „Tap-Tap-Revenge“ im Takt der Musik Knöpfchen zu drücken, mal müssen mit dem Cursor simple geometrische Formen nachgezeichnet werden, in speziellen Railgun-Abschnitten gilt es in bester Tradition von Phenomedias Moorhühnern, unter Zuhilfenahme eines schier unendlichen Vorrats an Klopümpeln in Kamikazi-Manier heranstürmende Kaninchen abzuwehren, ein andermal tritt Rayman in einem frappierend an den Nintendo-Klassiker „Mario Kart“ erinnernden Wildschweinrennen gegen die übergeschnappten Rabbids an. Klingt alles nicht wirklich spektakulär, geschweige denn neu – und ja: Je mehr dieser Minigames man absolviert, desto mehr drängt sich einem das ungute Gefühl auf, das alles schon einmal gespielt zu haben – nur halt nicht mit dem agilen Blondschopf als Hauptcharakter und in der Regel ohne nervige Langohren. Zumal sich die Macher mit eigene kreativen Ideen weitestgehend zurückgehalten haben, was einen gegebenenfalls in seiner Meinung bestätigen könnte, dass es sich bei „Rayman: Raving Rabbids“ lediglich um schnelle Geldmacherei seitens des Publishers handelt, denn um einen ernsthaften Versuch, einem alten Franchise neues Leben einzuhauchen. Naja. Der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Minispiele, von denen nur selten mal eines länger als zwei, drei Minuten dauert, variiert von beinahe absurd leicht bis hin zu mittelmäßig anspruchsvoll. Der überwiegende Teil dürften für jeden, der rudimentärste motorische Eigenschaften sein Eigen nennt, ohne größere Probleme allerspätestens im zweiten Anlauf machbar sein, zumal das Gros durch simples Button-Mashing zu gewinnen ist.

Raving Rabbid - © UbisoftGespielt wird primär mit dem Gamepad. Auf Wunsch kann das Spiel allerdings auch mit der Xbox LIVE-Vision Cam gesteuert werden. Ob das klappt, kann ich nicht beurteilen, da der Release einer solchen Cam für die Xbox an mir irgendwie vorbeigegangen zu sein scheint. Eine Unterstützung für Microsofts Bewegungssteuerung Kinect für Xbox 360 existiert hingegen nicht, bzw. eine solche wurde bis dato nicht nachgepatcht, wovon sechs Jahre nach dem ursprünglichen Release des Titels auch nicht mehr auszugehen ist.

Was die Grafik von „Rayman: Raving Rabbids“ anbelangt, so ist diese mittlerweile nur noch als zweckmäßig zu bezeichnen, entsprach sie doch schon zum Release nicht mehr dem damaligen Standard, – selbst im diesbezüglich eher anspruchslosen Genre der Casual Games. Zugegeben: Titelheld Rayman und seine Peiniger, die an akkuter Slapstickionitis leidenden Raving Rabbids, sind schon irgendwie knuffig, aber sonst… – Auch die Soundkulisse des Spiels ist im Grunde vernachlässigbar: Für einen kultigen Soundtrack mit Ohrwurm-Qualität, der das Spiel eventuell hätte aufwerten können, hat wohl das Budget nicht gereicht. Die meisten Spiele werden von ziemlich uninspiriertem Gedudel begleitet, welches einem spätestens nach fünf Minuten unfassbar auf die Nerven geht und somit in der Regel schnell abgeschaltet wird.

Neben den durchaus putzigen Charakteren lassen sich lediglich noch die Achievements als positiv herausstellen: Von denen existieren es zwar nicht gerade viele, dafür sind die wenigen, die es ins Spiel geschafft haben, jedoch umso wertiger. Wer tatsächlich das abgefuckte Durchhaltevermögen aufbringt, sich diesen ziemlich bescheidenen Nonsense bis zum bitteren Ende anzutun, dürfte mit einer fetten Achievement-Ausbeute nach hause gehen!

Pro
+ drollige Charaktere
+ schnell verdiente Achievements
Contra
– anspruchslose Minispiele
– viele Spiele bereits bekannt
– Handlung nicht der Rede wert
– grausame Optik
– belangloser Soundtrack

Fazit
Leider verhält es sich mit „Rayman: Raving Rabbids“ nicht wie mit gutem Wein: Während letztgenannter im Alter zunehmend besser wird, verharren Rayman und seine weißen Kaninchen nach wie vor in den unsagbaren Niederungen der jüngeren Videospiel-Geschichte. Und so rate ich nach wie vor jedem ernsthaften Gamer ausdrücklich davon ab, sich dieses Spielchen zuzulegen. Selbst läppische 10 Euro für die vom Grabbeltisch mitgenommene Classic-Version wären definitiv eine Fehlinvestition und anderswo mit Sicherheit weitaus besser investiert. Diese Minispiel-Sammlung könnte durchaus die ein oder andere öde Party wieder ansatzweise in Schwung zu bringen, aber zu mehr reicht’s dann auch nicht. – Echte Rayman-Fans und Liebhaber gut gemachter Jump’n’Runs sollten zum grandiosen „Rayman Origins“ (siehe meine Review) greifen!

— InaiMathi, am 27. Februar 2013

Rayman: Raving Rabbids

Genre: Minispiel-Sammlung
Release: 2007
Spielzeit: 6 Stunden
Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Ubisoft
Wertung
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