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InaiMathi Blog

ProSieben und der TBBT-Overkill

Mal ehrlich: Die Leute in der Programmplanung von ProSieben haben scheinbar den Knall nicht gehört – oder etwa doch?: Ab Januar 2016 zeigt die „rote Sieben“ neue Folgen der US-Erfolgssitcom „The Big Bang Theory“ in deutscher Erstausstrahlung, immer montags zur Primetime um 20:15 Uhr. Doch was dann im unmittelbaren Anschluss an die Deutschland-Premiere von dem Unterföhringer Privatsender über den Äther geschickt wird, kann als programmplanerischer Sicht getrost als absolutes Armutszeugnis bezeichnet werden: Da auf RTL parallel das wohl wieder enorm quotenstarke „Dschungelcamp“ laufen wird und ProSiebens Allzweckwaffe Stefan Raab sich zusammen mit seinem jahrelangen Quotenbringer „TV Total“ bis dahin in den wohlverdienten TV-Ruhestand verabschiedet haben wird, kontert ProSieben – und das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen – mit sieben weiteren „Best Of“-Episoden aus der Nerd-WG, die montags am Stück bis nach Mitternacht versendet werden.

Ist ja nicht so, als wären sämtliche Serienfolgen in den vergangenen paar Jahren von den hiesigen Lizenzinhabern ProSieben, TNT Serie und Co. nicht schon schier unzählige Male durchgenudelt worden – immer und immer wieder, quasi bis zum Erbrechen… – Geradezu schockierend sind die folgenden Zahlen: Alleine im Januar 2016 wird ProSieben, so hat zumindest die Website Wunschliste.de ausgerechnet, sage und schreibe 74 (in Worten: vierundsiebzig!) „The Big Bang Theory“-Episoden versenden, darunter lediglich vier deutsche Erstausstrahlungen! Annähernd vier Staffeln „TBBT“ in lediglich einem Monat – das ist imho nicht mehr nur meschugge, sondern schlicht krank!

Ich persönlich frage mich ja immer wie abgestumpft ein Mensch eigentlich sein muss, um eine solch einfallslose Programmplanung gutzuheißen? Wieso wird solchen Sendern überhaupt noch Beachtung geschenkt? Ich meine, wenn ich acht Folgen einer Serie am Stück schauen will, lege ich mir in der Regel das entsprechende DVD- oder BluRay-Set zu, und warte nicht drauf bis sie mir zu vorgegebener Uhrzeit von einem Sender vorgesetzt werden. Oh, was ich mich nicht seltener frage: Wie verkümmert muss eigentlich die Leidenschaft, die Passion der verantwortlichen „Programmplaner“ da in Unterföhring sein, dass sie nach wie vor ihr Heil im hochfrequenten Versenden von i.d.R. gut abgehangener Serienware (u.a. „Two And a Half Men“, „How I Met Your Mother“) suchen? Selbes gilt übrigens auch für all die „Binge-Watcher“, die sich ganze Staffeln ihrer Lieblingsserien, sei es nun „House of Cards“, „The Walking Dead“, „Game of Thrones“ und wie sie alle heißen, am Stück reinziehen. Wo bleibt bei einem so derart maßlosen Konsum bitte der Genuss und, ja, auch die angebrachte Wertschätzung für das Werk an sich?

Es sind Armutszeugnisse wie der nicht mehr allzu ferne „The Big Bang Theory“-Overkill @ ProSieben, die mich in meiner vor Jahren getroffenen Entscheidung, mich vom linearen TV weitestgehend abzuwenden, bestätigen. Allerbesten Dank auch, ProSieben!

— InaiMathi, am 4. Dezember 2015
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