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InaiMathi Blog

Prince of Persia - Der Sand der Zeit

Prince of Persia - Der Sand der Zeit - © Walt Disney Pictures

Ich kann mich noch gut dran erinnern wie ich mich damals, es muss einige Jahre her sein, bestimmt zehn oder so, durch ein Videospiel namens „Prince of Persia – The Sand of Time“ geschnetzelt habe. Der Titel war seinerzeit der Versuch, ein alt-ehrwürdiges Franchise wiederzubeleben, – was beeindruckenderweise auch gelang: „Prince of Persia – The Sand of Time“ habe ich bis dato als eines der coolsten Action-Jump’n’Runs in Erinnerung, die mir je untergekommen sind!

Ausgestattet mit einem großartigen Cast, in dem sich solch illustre Namen finden wie Jake Gyllenhaal, Gemma Arteron und Sir Ben Kingsley, brachten Walt Disney Pictures und Erfolgproduzent Jerry Bruckheimer den höchst agilen Prinzen von Persien im Sommer 2010 in die Kinos. Es folgt meine Filmkritik zu „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“

Prince of Persia – Der Sand der Zeit
(Prince of Persia – The Sand of Time)
mit Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Sir Ben Kingsley, Alfred Molina
Abenteuer, USA, 2010
Walt Disney Pictures

Trailer

Inhalt
Persien im sechsten Jahrhundert. Im Reich unsterblicher Abenteuer und Legenden werden ein neuer Mythos und eine große Liebe geboren. Nicht der Zufall, sondern die Vorsehung führt den charismatischen Draufgänger Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal) und die bildschöne, selbstbewusste Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) zusammen. Gemeinsam überwinden sie anfängliche Abneigungen und bilden einen Bund gegen das Böse, das im Verborgenen seine Kräfte sammelt. Nizam (Ben Kingsley), der machthungrige Bruder des Königs, strebt nach dem Thron, Scheich Amar (Alfred Molina) nach unvorstellbarem Reichtum. Alle Wünsche erfüllen könnte ein ungewöhnlicher Dolch, der Dastan in die Hände fällt. Im Abenteuer ihres Lebens, so gefährlich wie aufregend, versuchen Dastan und Tamina, diesen geheimnisvollen Schatz vor dunklen Mächten und skrupellosen Killern in Sicherheit zu bringen. Denn der Besitzer des Dolchs kann den im Griff versteckten magischen Sand der Zeit freisetzen, damit die Zeit zurückdrehen und die Welt beherrschen. – Quelle

Kritik
Die Zutaten für ein Märchen aus Tausend und einer Nacht: Zum einen wäre da natürlich der Prinz, am besten einer mit sympathischem Background, wie dem eines Straßenjungen, der lediglich durch eine glückliche Fügung des Schicksals zum Blaublüter wurde. Als nächstes ist eine Prinzessin vonnöten, strahlend schön muss sie sein, reizend und geheimnisvoll. Es braucht zudem einen bösen Gegenspieler, von dem man zu Beginn der Geschichte nicht im Traum annehmen würde, dass er es ist, der im Hintergrund die Fäden zieht. Oh, und dann wäre da natürlich noch die unvermeidbare magische, übernatürlich Komponente, die für die nötige Würze sorgt und das Ganze interessant macht. Zum Schluss gibt man einen Hauch Disney Magic hinzu, rührt einmal kräftig um – fertig!

So liest sich zumindest der Idealfall, doch was hat Walt Disney Pictures draus gemacht? Ums gleich vorneweg zu nehmen: „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ ist nicht der Blockbuster, von dem ich, als ich mir die DVD gekauft habe, annahm, dass er es ist. Sehr schade, denn Disney hat fast nichts unversucht gelassen, die von Jordan Mechner erdachte Videospiel-Vorlage gebührend für die große Leinwand umzusetzen. Zum einen nahm man ein riesiges Budget von rund 200 Mio. Dollar in die Hand, lies den Film von Hollywood-Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer produzieren und besetzte mit Jake Gyllenhaal, Gemma Arteron und dem grandiosen Sir Ben Kingsley Schauspieler von Rang und Namen. Woran es letzten Endes scheiterte, ist eindeutig das Drehbuch: Der Film von Regisseur Mike Newell orientiert sich grob am Verlauf des ersten und zweiten „Prince of Persia“-Videospiels, leidet jedoch unter so mancher Länge und der insgesamt nicht wirklich mitreißenden Handlung.

Aber fangen wir mit dem Positiven an: Jake Gyllenhaal ist die unumstrittene Idealbesetzung für den Prinz Dastan. Ich mag den Typen seit seiner verwirrt- verstörten Performance in „Donnie Darko“ und auch an seinem Prinzen von Persien gibt es nichts auszusetzen. Der Kerl hat’s zugegebenermaßen einfach drauf. Dann wäre da Gemma Arterton zu nennen, sie gibt eine fantastische Prinzessin Tamina ab! Sie und Dastan, das permanente Gekabbel zwischen den beiden, ihr Rumgezicke, das ist einfach ganz groß, teils echt witzig anzuschauen und einer der wenigen Gründe, warum man sich den Film überhaupt länger als die ersten 20 Minuten anschauen sollte.
Und dann das Setting: ein Traum, aber ich erwähnte es bereits. Die Kulisse, in der dieses disney’sche Märchen aus Tausend und einer Nacht angesiedelt ist, ist wirklich unglaublich in Szene gesetzt. Die Liebe zum Detail, die Walt Disney Pictures, bzw. die Produktionsfirma bei jeder einzelnen Kulisse und Location hat walten lassen, grandios! Ähnlich zu begeistern weiß auch die Musikuntermalung, für die Komponist Harry Gregson-Williams verantwortlich zeichnet, auch wenn sie es nicht mit anderen Bruckheimer-Blockbustern wie zum Beispiel „Pirates of the Caribbean“ aufnehmen kann.
Die auftauchenden Nebencharaktere wie beispielsweise der umtriebige Scheich Amar (Alfred Molina) und sein spezieller „Freund“ der Messerwerfer durchaus sympathisch, allerdings hätten sie noch sympathischer sein können, wenn sie denn im Verlauf der Geschichte nicht so dezent blass geblieben wären. Bei letzterem hatte ich zudem den Eindruck, er wurde nur in die Geschichte reingeschrieben, um dem Prinzen beim großen Finale aus der Patsche helfen zu können. Naja. Insgesamt gesehen hätte man aus den einzelnen Charakteen viel mehr machen können – was mich zum nächsten Abschnitt bringt…

…nämlich den Schattenseiten, die trotz knallender Wüstensonne leider nicht zu übersehen sind: Im Grunde geht es in „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ um nicht weniger als um einen heiligen Dolch und das (genretypisch unvermeidliche) Ende der Welt. Doch eben dieses lies mich irgendwie den ganzen Film über erstaunlich kalt. Selbst beim großen „Showdown“ zwischen dem Prinzen und Nizam, dem Drahtzieher der ganzen Chose, der den ganzen Film über so dermaßen… – keine Ahnung wie blieb, auf jeden Fall kam er nicht wirklich böse, durchtrieben oder teuflisch gemein rüber, kam keine wirklich Spannung, geschweige denn größere Dramatik auf. Für einen waschechten Blockbuster aus der Traumfabrik Hollywood war das alles viel zu unspektakulär, ja beinahe belanglos. Vielleicht empfinde ich das auch bloß so, weil ich die Videospiel-Vorlage gezockt habe und eine komplett andere Vorstellung von der filmischen Umsetzung hatte, keine Ahnung.
Zum anderen werfe ich den Machern vor, dass eines der Hauptelemente, das in den Videospielen immer wieder bis zum Exzess vorkommt, nämlich die grandios ausgefeilten Fallen und die daraus resultierenden spektakulären Akrobatikeinlagen des Prinzen nur sehr stiefmütterlich in den Streifen eingebaut haben, im Film quasi keine Rolle spielt. Klar, Dastan hangelt sich gleich zu Beginn mal alibimäßig an einer Burgmauer hoch, tippelt kurz wallrunesque an einer Hauswand entlang und schwingt sich gekonnt von einem Fenster zum anderen, schnetzelt nebenbei höchst lässig ein paar Wachen nieder und so weiter – aber so etwas sieht man mittlerweile doch wirklich in jedem zweiten Abenteuerfilm, teils sogar erheblich aufwendiger in Szene gesetzt. Auch in diesem Fall: haufenweise verschenktes Potenzial!

Die beiden letztgenannten Punkte reißen den Film in meinen (Fan-)Augen so dermaßen runter, dass er sich nach langer Talfahrt allerhöchstens im Mittelfeld wiederfindet. Wirklich sehr schade drum! Dennoch ist „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ die bis dato kommerziell erfolgreichste Verfilmung eines Videospiels (ja, noch vor „Lara Croft: Tomb Raider“), was die Chancen auf ein Sequel, für dessen Umsetzung die Macher sich die angesprochenen Kritikpunkte dann gerne zu Herzen nehmen dürfen, steigen lassen.

Fazit
Wer wie ich „vorbelastet“ ist und das Videospiel kennt, wird sich an der schlampigen, insgesamt sehr halbgar wirkenden Umsetzung stören. Alle anderen erwartet mit „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ ein nettes Wüstenabenteuer mit zwei sympathischen Helden und einem typischen Ende à la Disney, das man sich durchaus an einem verregneten Samstagabend mal geben kann. Ist aber kein Pflichtprogramm!

— InaiMathi, am 11. Dezember 2011

Prince of Persia - Der Sand der Zeit

Genre: Abenteuer
Release: 2010
Laufzeit: 109 Minuten
Publisher: Walt Disney Pictures
Studio: Walt Disney Pictures
Wertung
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