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InaiMathi Blog

Pokémon Go: Ein perfektes Beispiel für Kontrolle einer KI über den Menschen

Die weltweite Begeisterung für „Pokémon Go“ kennt nach wie vor kein Halten. Mehr als 150 Mio. Spieler haben sich die vom US-Studio Niantic Labs entwickelte „Pokémon Go“-App im App-Store ihrer Wahl bis dato auf ihr Smartphone und/oder Tablet heruntergeladen und sich auf die Jagd nach Pikachu und Co. gemacht. Auch ich war anfangs Feuer und Flamme für die App, musste jedoch schnell feststellen, dass die anfängliche Faszination zügig ziemlicher Ernüchterung gewichen ist. Zu belanglos kommt die Suche nach den insgesamt 250 Pokémon nach einigen Tagen nur noch daher, zu repetitiv gestaltet sich das grundlegende Gameplay, zu wenig Abwechslung wird geboten.

Als vor ein paar Tagen erste Berichte/Verschwörungstheorien zu einer möglichen Verbindung des US-Auslandsgeheimdienstes CIA zu „Pokémon Go“ und dem Entwicklerstudio die Runde machten, wurde ich schließlich hellhörig und habe mir meine Gedanken gemacht, was eben dieser mit einer primär an Kinder, Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene gerichteten Spiele-App dann anfangen könnte. – Dabei fiel mir auf, dass bei all der – insbesondere hierzulande grassierenden – Hysterie um Datenschutz und Co. komplett ausgeblendet wird: „Pokemon Go“ ist ein Paradebeispiel für Gamification!

Im Falle von „Pokémon Go“ haben wir es schlicht und ergreifend mit erfolgreicher Kontrolle einer Künstlichen Intelligenz (KI) über den Menschen zu tun. Nicht mehr länger ist die Maschine ihrem Schöpfer untergeordnet, sondern sie gibt Anweisungen aus, die der Mensch bereitwillig ausführt. Ein nahliegendes Beispiel: Das Gameplay von „Pokémon Go“ beruht im Grunde darauf, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, um eines der mehr oder minder seltenen Monster einzufangen. Taucht etwa ein besonders seltenes Pokémon inmitten einer zentralen, gut zu erreichenden Location auf, setzen sich teils ganze Menschenmassen in Bewegung, um es zu fangen – und lösen dabei nicht selten Chaos aus. Auf Twitter finden sich zahlreiche Videos von entsprechenden Events. Die KI gibt die Anweisung (ein ultraseltenes Pokémon erscheint an einer bestimmten Location), der Spieler wiederum reagiert darauf, indem er sich dorthin begibt. Ich finde es sehr interessant, dass nicht wenige Menschen (zur Erinnerung: 150 Mio. Downloads, Tendenz weiterhin stark steigend) dies so bereitwillig mit sich machen lassen. Zumal der Spieler für die geschilderte Handlung, außer einem weiteren Pokémon in seiner Sammlung, keinerlei nennenswerte Belohnung erhält – zumindest keine, die von Dauer ist.

Wenn Menschen heutzutage schon darauf konditioniert werden, Befehle einer KI entgegenzunehmen und sie ohne groß nachzufragen ausführen, sich quasi von besagter KI blindlinks leiten lassen, – wie könnte das in in paar Jahren oder Jahrzehnten enden? Vor allen Dingen: Wie könnte dies von bestimmten Organisationen (wie der erwähnten CIA) ausgenutzt werden?

Das alles erinnert frappierend an den Roman „DAEMON: Die Welt ist nur ein Spiel“ von Daniel Suarez. In diesem steht eine KI im Mittelpunkt, welche Menschenmassen für diese unbewusst beeinflusst, um bestimmte gesellschaftliche Reaktionen zu triggern.

— InaiMathi, am 18. Juli 2016
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