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InaiMathi Blog

Pirates Of The Caribbean 4 - Fremde Gezeiten

Pirates Of The Caribbean 4 - Fremde Gezeiten - © Walt Disney Pictures

Vier endlos lange Jahre lang mussten Fans von Johnny Depp und „seinem“ Käpt’n Jack Sparrow sich gedulden, bis die umtriebige Piratenmeute unter der Flagge von Walt Disney Pictures und Hollywood-Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer erneut in See stechen würde.

Jack Sparrows neuestes Abenteuer, „Pirates Of The Caribbean – Fremde Gezeiten“, stellt dabei einen Umbruch und gewissermaßen auch so etwas einen Neuanfang dar: mehrere über die Jahre lieb gewonnene Charaktere sind nicht mehr dabei, neue werden behutsam eingeführt, und auch der komplette visuelle Stil der Reihe hat sich im Vergleich zu früher deutlich verändert. Deutschsprachige Fans erwartet außerdem eine ganz besondere „Überraschung“, mit der man entweder klarkommt – oder eben nicht. Es folgt meine Filmkritik…

Pirates Of The Caribbean 4 – Fremde Gezeiten
(Pirates Of The Caribbean – Stranger Tides)
mit Johnny Depp, Penelope Cruz, Ian McShane
Abenteuer, USA, 2011
Walt Disney Pictures

Trailer

Inhalt
„Als Captain Jack Sparrow nach einiger Zeit wieder auf die attraktive Angelica trifft, ist er sich nicht mehr sicher, ob ihre Zuneigung echt ist – oder gespielt. Denn mit Barbossa ist Jack auf der Suche nach der Quelle ewiger Jugend – und Angelica könnte ihn womöglich nur benutzen, um ihm zuvorkommen zu können. Mit ihr geht er an Bord der Queen Anne’s Revenge – das Schiff des legendären Piraten Blackbeart, der ebenfalls etwas mit Angelica gemeinsam hat.“ – Quelle

Kritik
In Walt Disney Pictures‘ „Pirates Of The Caribbean 4 – Fremde Gezeiten“ macht sich der wohl tuffigste Pirat aller Zeiten in ein neues, packendes Abenteuer auf. Wer jedoch denkt, dies ginge ohne großen Umbruch von statten, der irrt sich gewaltig! Der mittlerweile vierte Teil der „Pirates“-Saga macht einiges anderes als seine Vorgänger. So müssen Fans von zwei lieb gewonnenen Charakteren Abschied nehmen: Will und Elizabeth. Orlando Bloom und Keira Knightley standen für einen vierten Film nicht mehr zur Verfügung, und so wurde ihre Geschichte in „Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt“ zu einem Abschluss gebracht.
Ansonsten sind jedoch alle wichtigen Charaktere aus den ersten drei Teilen wieder mit von der Partie: allen voran natürlich der ikonische Käpt’n Jack Sparrow (Johnny Depp), ohne den alles irgendwie keinen Sinn machen würde, dessen getreuer Joshamee Gibbs (Kevin McNally), Fiesling Barbossa (Geoffrey Rush) und selbst Jack der Affe. Neu eingeführt, auch mit Hinblick auf den bereits fest eingeplanten fünften Film, wurde der Charakter Angelica Teach, welcher von Hollywood-Beauty Penélope Cruz verkörpert wird.

Mit ihr (und vielleicht auch durch die in oder andere Meerjungfrau) wollten die Macher wohl so ein bisschen kompensieren, dass nach dem Wegfall von Elizabeth auf der Kinoleinwand nun unübersehbarer Männerüberschuss herrscht. Soviel sei gesagt: an Elizabeth reicht die kalte unnahbare Angelica nicht heran! Und doch wirkt Cruz‘ Angelica zuweilen witzig, spritzig, ein bisschen durchtrieben und überhaupt ziemlich undurchschaubar, so dass man sich als Zuschauer trotzdem gerne mit ihr auseinandersetzt. Ihre kleinen Kabbeleien mit Jack machen sie ebenfalls interessant und darüber hinaus für den ein oder anderen Lacher gut.
Die ganze Zeit über etwas blass bleibt leider Blackbeard, der – um mal in Disney-Jargon zu bleiben – Bösewicht des Films. Keine Frage, Ian McShane, den ich persönlich seit seiner Rolle des Al Swearengen in „Deadwood“ als Schauspieler sehr schätze, ist über jeden Zweifel erhaben, nur fehlen seinem Charakter schlicht die grausamen Momente, die einem im Gedächtnis bleiben. Bis auf ein, zwei Szenen gleich zu Beginn, in denen unmissverständlich klargestellt wird, dass er ein grundschlechter Mensch ist, hat man eigentlich nie das Gefühl, von ihm ginge irgendeine Gefahr aus. Das ändert sich zwar rechtzeitig zum großen Showdown wieder, dennoch wurde hier eine Menge Potenzial verschenkt!

Apropos Lachen: Im Unterschied zu Teil 2 und 3 fand ich „Pirates Of The Caribbean 4 – Fremde Gezeiten“ wieder richtig mitreißend-unterhaltsam. Nicht nur, weil die Gags – zumindest bei mir – größtenteils wirklich zündeten und die Situationskomik auf einem ähnlich hohen Niveau angesiedelt ist, wie schon damals im grandiosen und von vielen Fans zu recht verklärt-vergötterten „Fluch der Karibik“, nein, auch was den visuellen Stil, die gesamte Inszenierung des Films angeht, haben Regisseur Rob Marshall und sein Team die absolut richtige Richtung eingeschlagen: „Pirates 4“ ist von der Grundstimmung her ein überaus düsterer Film, bis dato der düsterste der Reihe und ganz nebenbei einer der düstersten direkt von Disney produzierten Filme aller Zeiten! Und genau für dieses „Mitwachsen mit dem Publikum“, das auch Warner Bros. bei der „Harry Potter“-Reihe so gut hinbekommen hat, bin ich sehr dankbar! Dies war die einzig richtige Richtung, die die Macher hätten einschlagen können: weg vom bunten Disney-Einerlei und zur Abwechslung mal etwas wagen! Zumal es auch weiterhin die typischen „Jack Sparrow-Momente“ gibt, die alles gewissermaßen wieder ein wenig auflockern.

Die zugrunde liegende Handlung von „Fremde Gezeiten“ steht der düsteren Optik in nichts nach: So machen sich Jack und die Seinen dieses Mal auf die Suche nach der Quelle der ewigen Jugend, die – man ahnt es schon – dem Glücklichen, der sie findet, Unsterblichkeit verleihen soll. Zugegeben: Mit Kreativität haben sich die Autoren was den Plot angeht nun nicht gerade bekleckert, und doch erzählt „Pirates Of The Caribbean 4“ eine wirklich sehenswerte Geschichte, die all das aufbieten kann, was einen guten Piratenfilm auszeichnet: es wird durch die Gegend gesegelt, gelogen und betrogen, an wunderschöne idyllische Strände gelandet, flotte Schwertkämpfe (in von Skeletten durchsäumten Höhlen) werden ausgetragen, funkelnde Schätze gehoben, auf Holzbeine durch die Gegend flaniert, und selbstredend gibt es auch einen rumgetränkten Soundtrack mit leichtem Latino-Einschlag, für den, wie schon bei den ersten drei „Pirates Of The Caribbean“-Blockbustern der großartige Hans Zimmer verantwortlich zeichnet! Im Unterschied zu Teil 2 und dem dritten „Pirates“-Film, hat mir das Geschehen auf der Leinwand diesmal wieder sehr viel Spaß gemacht. Zu keinem Zeitpunkt musste ich mir Streichhölzer in die Augen klemmen, um nicht Gefahr zu laufen, einzupennen. Klar, hier und da gibt es die eine oder andere etwas zu langatmig geratene Szene, mal zündet ein Gag nicht so wie ursprünglich gedacht, und zuweilen ist es offensichtlich, dass eine Einstellung preisgünstig nachgedreht wurde – und doch weiß Jack Sparrow eine jede Szene, die kurz davor steht ins Mittelmaß abzurutschen, allein durch seine Anwesenheit zu retten, was ebenfalls recht bemerkenswert ist, denn ich würde „Pirates 4“ nicht mehr als reinen Johnny-Depp-Film ansehen; zu viele „große“ Stars sind da mittlerweile zu sehen.

Neben dem erneut über jeden Zweifel erhabenen Johnny Depp wären da noch Penelope Cruz als Piratenbraut Angelica, der wirklich herausragende Ian McShane, der den durchtriebenen Piraten Blackbeard gibt, sowie erneut Geoffrey Rush als nicht minder grandios verkörperter Barbossa zu nennen. Alle vier sind in etwa gleich lang auf der Leinwand zu sehen und teilen den Film quasi unter sich auf. Insbesondere Fans von Barbossa dürften voll auf ihre Kosten kommen, nie war Sparrows einstiger Intimfeind so präsent – und gleichzeitig so fies-witzig!
Klar, es ist sehr schade, dass ein paar Charaktere, die einem als Fan des Franchise über all die Jahre sehr ans Herz gewachsen sind, nicht mehr mit von der Partie sind, allen voran natürlich wie bereits erwähnt Will und Elizabeth, und auch die beiden vertrottelten Pintel (Lee Arenberg) und Ragetti (Mackenzie Crook) fehlen irgendwie, doch kann man sagen, dass Penelope Cruz und nicht zuletzt Charaktermime Ian McShane den Wegfall ganz gut kaschieren können. Ich habe den beiden während des Films jedenfalls nicht hinterher getrauert.
Überhaupt kann man ohne zu übertreiben sagen, dass „Fremde Gezeiten“ sich durch die Bank durch einen sehr guten Cast auszeichnet. Auch nach unten hin gibt es keinen einzigen Ausreißer, der in irgendeiner Art und Weise negativ aufgefallen wäre. Im Gegenteil: warum beispielsweise die fabelhafte Astrid Bergès-Frisbey, welche im Film als schöne Meerjungfrau Syrena zu sehen ist, bisher noch unbekannt war, ist mir ein echtes Rätsel!

Schade: Da es sich bei „Pirates Of The Caribbean 4 um den Auftakt zu einer neuen Trilogie handelt, immerhin sind Teil 5 und 6 wie man hört schon länger beschlossene Sache, endet der Film mit einigen vielen offenen Fragen. Mit Ausnahme der Dahingerafften, macht kein einziger Charakter eine nennenswerte Entwicklung durch. Das hinterlässt so ein bisschen einen faden Beigeschmack bei einem Film, an dem es ansonsten im Grunde nicht allzu viel auszusetzen gibt.

Was ebenfalls ein wenig schade ist, aber auch wirklich nur ein wenig: In der deutschen Fassung wird Johnny Depp nicht mehr länger von Synchronschauspieler Marcus Off gesprochen, sondern von seiner eigentlichen Feststimme David Nathan. Dieser Umstand mag zwar in den ersten paar Minuten des Films recht gewöhnungsbedürftig sein, denn Sparrow klingt zugegebenermaßen schon anders als früher, und ja, es ist seitens Disney recht schlechter Stil, ohne nachvollziehbaren Grund mitten in einer Reihe den Sprecher auszutauschen (unterschiedliche Gagenvorstellungen waren wohl die Ursache, wie man hier und da hört), doch irgendwann hat man den „neuen“ Käpt’n Jack in sein Herz geschlossen und weint Marcus Off keine kaum eine Träne mehr nach! Zumal David Nathan näher am Original dran ist als Marcus Off es je war, das nur mal so…

Fazit
Walt Disney Pictures und Regisseur Rob Marshall ist mit „Pirates Of The Caribbean 4 – Fremde Gezeiten“ ein wirklich großartiger Piratenfilm gelungen, der sich durch seine sehr düstere, erwachsene Inszenierung wohltuend von den bisherigen Teilen der Reihe abhebt, und einen würdigen Auftakt zu einer neuen „Pirates“-Trilogie bildet! – Für alle Fans von Käpt’n Jack Sparrow und unterhaltsamem Popcorn-Kino absolutes Pflichtprogramm!

— InaiMathi, am 29. Januar 2012

Pirates Of The Caribbean 4 - Fremde Gezeiten

Genre: Abenteuer
Release: 2011
Laufzeit: 118 Minuten
Studio: Walt Disney Pictures
Publisher: Walt Disney Pictures
Wertung
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