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InaiMathi Blog

Paranormal Activity 4

Paranormal Activity 4 - © Paramount Pictures

Horrorfilme mit paranormalen Einflüssen – oder wie der Volksmund zu sagen pflegt: Geisterfilme – gibt es wie Sand am Meer. Wirklich gute, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen und einem noch Jahre im Gedächtnis haften bleiben, sind selten. Und solche vom Schlag eines „Poltergeist“ (1982), die ein komplett neues Genre begründen, neu definieren oder zumindest die Staubschicht aufwirbeln und neue Impulse geben, sind die absolute Ausnahme.

„Paranormal Activity“, ein von Oren Peli (u.a. „Insidious“, „Chernobyl Diaries“) sowohl inszenierter wie auch produzierter Low-Budget-Horror-Movie aus dem Jahr 2007, ist eine solche Ausnahmeerscheinung, die dem gesamten Horror-Genre neue Impulse gegeben und Fans des gepflegten Psychohorrors weltweit mit verhältnismäßig beschränkten Mitteln das Gruseln gelehrt hat. Der Streifen hat aufgrund des wirklich überragenden Erfolges an den internationalen Kinokassen bis dato mit „Paranormal Activity 2“ und „Paranormal Activity 3“ zwei direkte Sequels spendiert bekommen, und mit „Paranormal Activity: Tokyo Night“ existiert sogar ein offizieller Ableger im trendigen Japano-Setting. Zudem diente die Reihe ganz offensichtlich als Inspirationsquelle für diverse weitere Produktionen recht ähnlicher Machart, wie beispielsweise den spanischen Zombie-Streifen „[REC]“ sowie für die im Mai diesen Jahres angelaufenen „Chernobyl Diaries“ (siehe meine Review), welche allerdings beide nicht an das dämonische Original heranreichen.

Mit „Paranormal Activity 4“ läuft seit dem 18. Oktober 2012 der nunmehr vierte offizielle Ableger der Horror-Reihe in den deutschen Lichtspielhäusern, dessen Macher, die übrigens nicht mehr allzu viel mit dem einstigen Team um Serienschöpfer Oren Peli gemein hat, es sich zu Produktionsbeginn groß auf die Fahnen geschrieben hatten, die drei Vorgänger in jeder Hinsicht in den Schatten zu stellen. Ob ihnen dies gelungen ist, verrät meine ausführliche Filmreview zu „Paranormal Activity 4″…

Paranormal Activity 4
mit Kathryn Newton, Matt Shively, Katie Featherston, u.a.
Horror, USA, 2012
Paramount Pictures
www.ParanormalMovie.com

Filmtrailer

Inhalt
„Text einfügen…“ – Quelle

Kritik
Liebe Leute bei Paramount Pictures und Room 101: Wie kann man ein solch großartiges Franchise wie „Paranormal Activity“ nur so dermaßen zugrunde richten? Ich bin ehrlich gesagt extrem enttäuscht von dem, was mich da in den letzten gut anderthalb Stunden versucht hat zu gruseltechnisch zu unterhalten. Und die Betonung liegt zweifelsohne auf „versucht hat“, denn einen durch Mark und Bein gehenden Schocker ist „Paranormal Activity 4“ mir schuldig geblieben, was für einen Horrorfilm ein ziemliches Armutszeugnis ist.

Die erneut im Low-Budget-Bereich angesiedelte Produktion führt den übergeordnete Handlungsstrang rund um die von einer dämonischen Entität besessene Katie aus dem ersten Film und dessen Nachfolger behutsam weiter und enthüllt so unter anderem, was aus dem im zweiten Teil seiner Familie entrissenen Hunter geworden ist.

Ein wenig an den Haaren herbeigezogen und zuweilen auch recht aufdringlich wirkt die zwanghafte Einbindung von Microsofts Bewegungssteuerung Kinect in die Handlung. Deren Tracking-Technologie lässt sich nachweislich per Infrarotkamera für das menschliche Auge sichtbar machen und hilft somit – zumindest wenn es nach den Autoren geht – hervorragend dabei, Geister und andere ungewollte Wesen, die sich vor der Xbox 360 im Zimmer befinden, zu visualisieren. Blöd nur, dass es die Zuschauer absolut nicht von den Sitzen reißt, wenn man Dank Kinect erkennt, dass sich auf der Wohnzimmer-Couch so etwas wie eine menschliche Silhouette niedergelassen hat, eher raubt einem der Effekt so ein bisschen den sich aufbauenden Grusel.
Überhaupt wirkt der nunmehr vierte Ableger des „Paranormal Activity“-Franchise etwas moderner und vor allem jünger: Die Hand- und Überwachungskameras aus den vorigen Filmen sind modernen Computer-Webcams und Smartphones gewichen. Schlich im ersten Film der damalige Protagonist Micah noch mit seiner umgebauten Stativkamera durch sein stockdunkles Haus, so trägt im vierten Teil die fünfzehnjährige Alex ihr MacBook vor sich her – und macht darüber hinaus beim regelmäßigen Skypen mit ihrem Freund eine ziemlich gute Figur. Letzterer nimmt seine ausufernden Webcam-Sessions mit seiner Flamme übrigens heimlich via Quicktime Player auf, was auch die etwas seichte Begründung dafür ist, warum das in den Film eingeflossene Videomaterial überhaupt existiert… – naja.

Ach, die Protagonisten: Keine Ahnung, was genau die Ursache dafür war, aber ich konnte mich weder mit der jungen Alex (Kathryn Newton), noch mit ihrem Best Buddy Ben (Matt Shively) irgendwie identifizieren. Vielleicht, weil ich den Tennie-Jahren mittlerweile entwachsen bin und mich eine so junge Darstellerriege mittlerweile einfach nicht mehr anspricht? Dasselbe gilt auch für den Rest der Familie, die im gesamten Film sowieso äußerst blass bleibt. So war mir das Schicksal der Eltern Holly (Alexondra Lee) und Doug (Stephen Dunham) einfach unheimlich egal. Gehen sie halt drauf, wayne interessiert’s?! Katie (Katie Featherston) war so ein bisschen mein persönliches „Wohlfühl-Element“ des Films, da sie wie bereits erwähnt eine alte Bekannte aus den Vorgängern ist und ich ihre Storyline, die sich durch alle bis dato erschienenen offiziellen „Paranormal Activity“-Filme zieht, relativ interessant finde.
Etwas unangenehm fällt auf, dass so ziemlich jeder aus dem besetzten Filmcast auf reichlich Kameraerfahrung verweisen kann. Das war in den vorangegangenen Prequels noch anders. Man erinnere sich nur an den ersten „Paranormal Activity“-Streifen. Hier waren ausnahmslos eher unbekannte Schauspieler zu sehen, was dem Film – zumindest in meinen Augen – geholfen hat, da es ihn authentischer wirken lies.

Der eindeutige Genickbruch für den Streifen waren jedoch die absolut unterirdischen Schockmomente und die, vielleicht auch mangels anständiger Soundabmischung, schlichtweg nicht vorhandene Spannung. Jeder, der sich auch nur einen einzigen Film der Reihe angesehen hat, dürfte von rein gar nichts von dem, was sich die beiden Regisseure Henry Joost und Ariel Schulman, die sich bereits während der Dreharbeiten zu „Paranormal Activity 3“ den Regiestuhl teilten, und der verantwortliche Drehbuchautor Christopher Landon für ihren Film so ausgedacht haben, auch nur ansatzweise überrascht sein. Alles schon einmal gesehen. In den meisten Fällen sogar zwei Klassen besser, da immens viel gruseliger und packender inszeniert, und – ganz wichtig – bei weitem nicht so vorhersehbar. Man erinnere sich nur an den wahrlich grandiosen Showdown von „Paranormal Activity 2“, als beinahe das gesamte Haus in Schutt und Asche gelegt wurde, während der Dämon durch die Dunkelheit wütete, oder an das schaurige Hexenritual kurz vor Ende des dritten. Der große Showdown, wenn man das Ende von „Paranormal Activity 4“ denn wirklich so betiteln kann, kommt im Vergleich eher dezent einschläfernd daher. Und dann ist auch ganz plötzlich schon Schluss – und der geneigte Kinogänger greift sich verwundert an den Kopf und fragt sich, wofür genau er die 11,50 Euro denn nun ausgegeben hat.
Wie gesagt: Was die Schocker im Film angeht, haben sich die Macher absolut nichts neues ausgedacht, was nicht nur schade ist, sondern auch aufzeigt, auf welch im Grunde höchst wackeligen Füßen das ganze Franchise steht. Als großer Fan des Horror-genres und überhaupt der ganzen Reihe haut es mich einfach nicht mehr vom Hocker, wenn im Hintergrund ein unheilverheißender Schatten an der Couch vorbeischleicht. Oder wenn sich die offensichtliche Anwesenheit eines Dämons durch eine stehengebliebene Wanduhr andeutet. Oder wenn besagter Dämon seinem armen Opfer lüstern in den Nacken schnauft, bevor er ihm das Lebenslicht ausknipst. Ein Film dieser Machart lebt von gut sitzenden Schockmomenten und seiner packenden, unvorhersehbaren Story, die den Zuschauer mit den Protagonisten emotional verbindet und mitfiebern lässt. „Paranormal Activity 4“ kann – leider, muss man sagen – weder mit dem einen, noch mit dem anderen überzeugen.

Mal am Rande: Hier und da war vor Kinostart zu lesen, dass „Paranormal Activity 4“ erneut nach „Schema F“ abliefe und er erneut ein und dieselbe Geschichte erzähle. Das ist natürlich ziemlicher Schwachsinn, denn im direkten Vergleich mit den anderen Teilen stinkt der vierte in allen Belangen ziemlich ab. Bleibt zu hoffen, dass sich die Macher für den im Paramount’schen Terminkalender zweifellos bereits fest eingeplanten Nachfolger, der sich angesichts des abrupten Endes geradezu aufdrängt, wieder auf das besinnen, was das Franchise einst groß und international unsagbar erfolgreich gemacht hat. Ich glaube, dabei sollte man es dann aber auch belassen, denn langsam aber sicher droht die Reihe sich zu überleben – wenn genau dies nicht bereits geschehen ist.

Fazit
„Paranormal Activity 4“ ist der bislang schwächste Ableger der Horror-Reihe und – so leid es mir tut – nichts anderes als eine herbe Enttäuschung für jeden Fan. Zwar wird die grundsätzlich interessante Geschichte rund um Katie und Hunter weiter fortgeführt, weshalb man ihn sich als jemand, der die Vorgänger gemocht hat und darauf brennt zu erfahren wie es denn weitergeht, durchaus geben kann, bzw. auch sollte, doch die durch die Bank mauen Gähn-Schockmomente sowie die allgemein irgendwie zu gewollt trendige Inszenierung, die in ihrer Umsetzung absolut nicht mit dem Geister-Setting des Films harmonieren will, reißen das Gesamtwerk ziemlich runter.

Für echte Die Hard-Fans ist der Streifen gerade noch so empfehlenswert. Alle anderen sollten sich das Geld für’s Kino getrost sparen – oder lieber in Karten zu „James Bond 007 – Skyfall“ investieren. Der ist nämlich richtig gut!

— InaiMathi, am 4. November 2012

Paranormal Activity 4

Genre: Horror
Release: 2012
Laufzeit: 88 Minuten
Studio: Room 101
Publisher: Paramount Pictures
Wertung
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