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InaiMathi Blog

Eindrücke aus der Nioh „Last Chance“-Demo

NiohGestern Abend hab ich auf Twitter mitbekommen, dass PS4-Gamer mit PlayStation Plus-Abo am kommenden Wochenende die Möglichkeit haben werden, Team Ninjas Action-Rollenspiel „Nioh“ Probe zu zocken. Da ich erstens ein solches mein Eigen nenne und zudem seit Monaten schon dem Release entgegen fiebere, ließ ich mich nicht zweimal bitten, warf meine Konsole an und lud mir die gerade einmal 7,5GB kleine Demoversion im PlayStation Store auf die Platte.

Obwohl die „Nioh“-Demo erst am Samstag freigeschaltet werden sollte hatte ich das Glück, schon am heutigen Freitagabend einen Blick ins Game werfen zu können. Es folgen, kurz und kompakt zusammengefasst, meine Eindrücke:

Positiv

Wer die letzten Jahre nicht unter einem Felsen verbracht hat, wird zügig nach dem ersten Start der Demo feststellen, dass es sich bei „Nioh“ um einen „SoulsBorn“-Klon handelt. Das Game macht aus diesem Umstand Gott sei dank aber überhaupt kein Geheimnis. Warum sollte es auch? Immerhin handelt es sich sowohl bei der „Dark Souls“-Reihe als auch bei dem Sony-exklusiven „Bloodborne“ um zwei gefeierte Hardcore-RPGs, die weltweit eine enorme Fanbase hinter sich haben, deren Konzept also funktioniert und angenommen wird. Außerdem kann der der Titel mit genügend Eigenständigkeit aufwarten, so dass die Bezeichnung als „SoulsBorn“-Klon nicht mal negativ klingen soll.

Schon nach den ersten Minuten im Spiel war für mich klar: „Nioh“ wird wohl mindestens ebenso anspruchsvoll, unverzeihend und nicht zuletzt frustrierend sein, wie die beiden großen Vorbilder es sind. Mit Button-Mashing allein kommt man hier nicht weit! Insbesondere das Kampfsystem hat auf mich einen ausgesprochen ausgefeilten Eindruck gemacht: Mit verschiedenen Kampfhaltungen (hoch/aggressiv, mittel/balanciert, niedrig/defensiv), diversen Custom-Movesets, timebaren Konter-Attacken, diversen Skill-Trees und der Möglichkeit des Ki-Regain (Ausdauer-Wiedererlangung per gut getimetem Tastendruck) bietet es enormen Tiefgang und ordentlich „Reinfuchs-Potenzial“, was der Langzeitmotivation zuträglich ist. Apropos Ki: Ausdauer-Management ist der Schlüssel zum Erfolg in „Nioh“. Nur wer sein Ki und das des Feindes stets im Auge behält, seine nächsten Attacken und deren Ki-Verbrauch im Hinterkopf behält, genau abwägt, wann welche Vorgehensweise, ob Angriff oder Zurückhaltung, angebracht ist und stets taktisch agiert, hat eine Chance, einen Kampf siegreich abzuschließen. Wer mit seinem Ki nicht ordentlich haushält, läuft Gefahr Opfer gegnerischer Konter und Final-Blows zu werden. Alles in allem habe ich die Kämpfe gegen herausfordernde Gegner und den Demo-Boss ganz zum Schluss als enorm befriedigend empfunden, zumal die Macher es nicht versäumt haben, getötete Gegner und Spielwelt mit schier unzähligen lootbaren Gegenständen anzureichern, so dass nach fast jedem erledigten Gegner eine kleine Belohnung und somit ein Erfolgserlebnis wartet. Was die Droprate der Items angeht, orientiert sich „Nioh“ – zumindest gefühlt – an „Diablo III“ (nach dem Loot 2.0 Patch), sprich: Um die Ecke gebrachte Mobs lassen in schöner Regelmäßigkeit etwas brauchbares oder zumindest interessantes fallen.

Apropos Spielwelt: Ich als großer Japan-Fan habe mich binnen wenigen Minuten in die durch und durch düstere, bedrückende Atmosphäre von „Nioh“ verliebt! Die Macher haben sich von realen Personen und Ereignissen aus der japanischen Geschichte, genauer gesagt der von Unruhen und großen Clan-Schlachten geprägten Sengoku-Periode, inspirieren lassen und diese in die gebotene Handlung einfließen lassen. Für den „Nioh“-Hauptcharakter hat beispielsweise der britische Seefahrer William Adams als Vorbild hergehalten (wenngleich eine gewisse Ähnlichkeit zu Geralt von Riva aus „The Witcher 3“ nicht von der Hand zu weisen ist…;), der im Jahr 1598, nachdem er Schiffbruch erlitten hatte, in Japan strandete, sich dort niederließ und schließlich als der erste westliche Samurai in die Geschichte eingegangen ist.

Negativ

Kommen wir nun zu all jenen Dingen, die mir an der „Last Chance“-Demo  nicht so gut gefallen haben. Allen voran waren es die meiner Meinung nach viel zu eng gestalteten Schlauchlevels, die meinen Hype ein wenig gen Süden gedrückt haben. In der Regel gab es lediglich einen einzigen Pfad, um von A nach B (zum nächsten Savepoint, bzw. dem Boss) zu gelangen. Ich hoffe sehr, dass die Areale in der Vollversion deutlich weitläufiger angelegt sind und darüber hinaus mit mehr Vertikalität aufwarten können, als es in der Demo der Fall ist. Genreprimus „Dark Souls III“ hat in der Hinsicht schon nahezu alles richtig gemacht. Ansonsten ist auffällig, dass „Nioh“ im direkten Vergleich mit „DS3“ schon ein wenig altbacken anmutet. Die von Team Ninja genutzte Grafikengine, die einst für PS3 entwickelt wurde, dann jedoch für PS4 optimiert wurde, ist jedenfalls alles andere als zeitgemäß.

Ebenfalls genervt haben mich nach einer Zeit die Kämpfe gegen die immer gleichen Standardgegner wie einfache Lanzenträger oder Räuber. Die sind ein entsprechendes Equipment vorausgesetzt irgendwann schlicht keine Herausforderung mehr. Warum sind eigentlich keine Stealth-Kills möglich? Selbst dann, wenn ich mich langsamen Schrittes im Rücken des Gegners annähere, bekommt dieser dies wie durch göttliche Eingebung immer im letzten Augenblick noch mit und kann entsprechend reagieren! Was mich innerhalb der Levelabschnitte ebenfalls extremst genervt hat, sind die viel zu oft auftauchenden Duellmöglichkeiten gegen „Wiedergekehrte“. Will nicht wissen, wie oft ich beim Looten eines Mobs aus Versehen ein solches Duell getriggert habe, anstatt die Leiche zu plündern, bzw. ein Item aufzuheben.

Auch die künstliche Intelligenz der Mobs ist mir hier und da negativ aufgefallen: Einige Feinde scheint es schlicht und ergreifend nicht zu interessieren, wenn einer ihrer Kollegen abgemurkst gebracht wird. Ein Beispiel: Eine Gruppe von drei Infanterie-Kämpfern steht plauschend an einem Spot nahe eines Wasserfalls herum. Ich nehme einen nach dem anderen aus der Ferne per Muskete aufs Korn – und die anderen stehen bis zuletzt untätig daneben als würde ihnen nicht auffallen, dass da einem nach dem anderen der Kopf weggeblasen wird. Wieso kommt da nicht wenigstens einer angestürmt?!

„Nioh“ ist ein sehr dunkles Spiel. Und wenn ein grundlegend düster gehaltenes Setting (die Missionen abseits des Tutorials spielen bei Nacht und Nebel) auf eine durch die Bank matschige Farbpalette trifft, dann ist das alles, aber nicht gerade ansehnlich. Bitte nicht falsch verstehen, „Nioh“ ist kein hässliches Spiel. Aber eben auch nicht so hübsch anzusehen wie „Dark Souls 3“ oder auch „Bloodborne“, das bekanntlich ebenfalls ein dunkles Setting hat, allerdings mit mehr grafischen Schmankerln aufzuwarten weiß. Ebenfalls nicht so recht anfreunden kann ich mich – und jetzt bitte nicht laut loslachen – mit der Laufanimation des Helden. Ich weiß nicht, woran genau es liegt, dass ich diese als unnatürlich und somit als nicht wirklich ansehnlich empfinde?! Vor allem das Laufen mit gezückter/gezückten Waffe(n) wirkt irgendwie ungelenk und hüftsteif. Da sollten die Jungs und Mädels von Team Ninja vielleicht nochmal drüber gehen, und sei es per Day-1-Patch.

„Nioh“ erscheint am 8. Februar 2017 exklusiv für PlayStation 4 und PS4 Pro.

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