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InaiMathi Blog

Review: Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen

Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen - © Summit Entertainment

Mit der „Twilight“-Saga hat die US-amerikanische Autorin Stephenie Meyer eine der erfolgreichsten Jugendbuchreihen aller Zeiten geschaffen. Der ersten Band aus der Bis(s)-Tetralogie, „Bis(s) zum Morgengrauen“, erschien im Jahre 2005 in den Vereinigten Staaten, kam ein Jahr später nach Deutschland und ging hüben wie drüben bis dato millionenfach über die Ladentheke.

Ende 2008 brachten Summit Entertainment und Goldcrest Pictures die bissige Geschichte um den Vampir Edward Cullen und die High-School-Schülerin Bella Swan in die Lichtspielhäuser. „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ avancierte binnen kürzester Zeit zum absoluten Box-Office-Blockbuster und zog mittlerweile drei weitere Filme nach sich, von denen der neueste, „Breaking Dawn #1“, seit November 2011 im Kino zu sehen ist.

Ich persönlich konnte mit dem Franchise nie wirklich etwas anfangen, habe mich aber nun doch breitschlagen überreden lassen dazu durchgerungen darum gerissen, mir den ersten Kinofilm anzuschauen. Es folgt meine ausführliche Filmkritik zu „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“…

Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen
(Twilight)
mit Robert PattinsonKristen StewartTaylor Lautner
Fantasy, USA / Kanada, 2008
Summit Entertainment

Filmtrailer

Inhalt
„Die sechzehnjährige Bella Swan (Kristen Stewart) entscheidet sich von ihrer Mutter, die in Phoenix, Arizona lebt, zu ihrem Vater nach Forks, einer Kleinstadt im Staate Washington an der Westküste, zu ziehen. Dort begegnet sie Edward Cullen (Robert Pattinson) und seinen Halbgeschwistern in der Highschool. Teenager, die Bella auf Grund ihrer mysteriösen Ausstrahlung anziehen. Die Cullens scheinen etwas zu verbergen und als Bella und Edward sich näher kommen, beginnt für das Paar ein ganz neues turbulentes Leben. Schnell wird beiden klar, dass sie sich lieben. Eine komplizierte Liebe wie sich herausstellt, denn Edward und seine Familie sind Vampire und Edward dürstet es nach Bellas Blut. Doch selbst das schreckt Bella nicht ab, sie vertraut ihren neuen Freunden mit den übermenschlichen Kräften, die sich unüblicherweise nur von Tierblut ernähren. Doch was wenn fremde Vampire nach Forks kommen? Können Edward und seine Familie Bella vor James (Cam Gigandet), Laurent (Edi Gathegi) und Victoria (Rachelle Lefevre) schützen, Vampire die einzig Menschen jagen?“ – Quelle

Kritik
Pflock auf’s Herz: „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ hat mit wunderbaren Klassikern des Vampirfilms wie „Dracula“ oder „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ in etwa so viel gemeinsam wie Weihwasser mit einer Blutinfusion – also nicht sonderlich viel. Morsche Särge, in alten Burgsälen herumflatternde Fledermäuse und miefige abgetragene Gewänder mit steifem Stehkragen sollte man am besten gleich mal vergessen, denn die Blutsauger in „Twilight“ sind anders; sie präsentieren sich jung, sexy und höchst stylisch, und somit ziemlich genau so, wie man es in der filmerischen Adaption des gleichtiteligen Jugendbuchs aus der Feder von Stephenie Meyer auch erwarten würde. Ich für meinen Teil hatte absolut kein Problem mit dem Stil, ganz im Gegenteil: ich konnte mich mit den Protagonisten sogar ziemlich gut identifizieren!

Lustigerweise hatte ich auch weder mit Robert Pattinson, der den Edward Cullen gibt, noch mit Kristen Stewart, die auf den Charakter der liebreizenden Isabella ‚Bella‘ Swan besetzt wurde, keinerlei Probleme – und das, obwohl es mir vor den beiden im Doppelpack immer ein wenig gegraut hatte! Man kann jetzt natürlich vortrefflich darüber streiten, ob Stewart in Anbetracht ihres recht begrenzt wirkenden Gestik- und Mimik-Repertoires eine gute Schauspielerin ist oder eher nicht, doch diese Diskussion spare ich mir an dieser Stelle, und verweise sehr gerne auf Leute, die dieser geradezu philosophisch angehauchten Frage nahezu ihre gesamte blogtechnische Existenz gewidmet haben. – Aber weiter im Text: Überhaupt hat der gesamte Cast von „Twilight“ einen hervorragenden Eindruck auf mich gemacht: Neben Pattinson und Stewart, die beide ansehnlich miteinander harmonieren, seien an dieser Stelle außerdem noch Ashley Greene („Alice Cullen“) und Taylor Lautner („Jacob Black“) hervorgehoben, die mir in ihrer jeweiligen Rolle ziemlich gefallen haben. Auch Bellas stets besorgter Vater Charlie, gespielt von Billy Burke, war Dank seiner trockenen Art für den ein oder anderen Schmunzler gut. Überhaupt kann man sagen, dass die gesamte Darstellerriege des Films sehr, sehr „rund“ wirkt und so ziemlich auf den Punkt gecastet wurde. Stephenie Meyer, die im Film selber einen kurzen Cameo-Auftritt hat, Regisseurin Catherine Hardwicke sowie das Castingbüro dürfen sich darauf ruhig was einbilden!

Apropos einbilden: Immer wieder drängte sich mir der Eindruck auf, dass ein jeder Charakter, ganz egal, ob nun Vampir oder nicht, sehr bleich daher kommt und mal wieder ein Besuch im Solarium des Vertrauens angebracht wäre. Das ging sogar so weit, dass ich kurz davor war, an der Farbsättigung meines Monitors herumzuspielen, um Bella und Co. zu einem dezent wärmeren Teint zu verhelfen, bis mich meine Freundin freundlich aber bestimmt darauf aufmerksam gemacht hat, dass das von den Machern wohl so beabsichtigt ist. – Stylisch (und peinlich für mich, dass ich nicht selber drauf gekommen bin)!

Die Kulissen und die wunderschön vampirige Szenerie, in der die Dreharbeiten stattfanden, können sich ebenfalls sehen lassen. Annähernd der gesamte Streifen wurde in der abgeschiedenen Kleinstadt Forks im US-Bundesstaat Washington gedreht, lediglich ein paar Szenen, darunter unter anderem der effektvolle Showdown am Ende, sind als unvermeidliche Studiodrehs identifizierbar. „Twilight“ zeichnet sich durch seine sehr düstere, irgendwie melancholisch angehauchte Grundstimmung aus, welche durch das bis auf eine Ausnahme sehr verregnete Wetter und den allgegenwärtigen (echten) Nebel, sowie durch den hörenswerten, unaufdringlichen Soundtrack, für den Hollywood-Komponist Carter Burwell verantwortlich zeichnet, gekonnt unterstrichen wird.

Was ich „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ ein bisschen vorhalte, ist der für meinen Geschmack extrem träge Einstieg in den Film: Eine geschlagene Stunde lang ist nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts von so etwas wie einer tiefgreifenden Handlung erkennbar. Das Kennenlernen von Edward und Bella wird definitiv zu ausladend thematisiert und mittels der ein oder anderen Szene von der Guteklasse „Hätte man auch getrost weglassen können“ unnötig in die Länge gezogen. Ich kenne wie schon eingangs bereits angedeutet die zugrunde liegende Buchvorlage nicht, kann also sein, dass diese zu Beginn eine ebenso langweilige langwierige Angelegenheit ist. Und trotzdem: Bis die Familie Cullen komplett eingeführt wurde vergeht knapp eine Stunde, bis man sich von den Nomaden, den ebenfalls blutsaugenden Gegenspielern der Cullens, ein genaues Bild machen kann, dauert es ebenfalls elendig lange. Schade! Ja, diese Längen nerven enorm, ganz einfach, weil sie vermeidbar gewesen wären. In diesem Fall hätte es der Streifen vielleicht lediglich auf eine Länge von „nur“ anderthalb Stunden gebracht, doch dieses straffere Korsett hätte ihm in meinen Augen deutlich besser zu Gesicht gestanden!
Bitte nicht falsch verstehen, handlungstechnisch war nicht alles schlecht: Der große Showdown zwischen Bella, dem Cullen-Clan und dem Nomaden hat mich wieder vollends überzeugen können! Wo der übrige Film streckenweise über die Maßen träge daher kommt, zeichnet sich der finale Kampf – im Übrigen der einzige echte Kämpf im ganzen Film – durch schnelle Schnitte, dramatische Kameraeinstellungen und überhaupt ein großartiges Szenenbild aus. – Wer bei all dem vorangegangenen Rumgeschmachte drohte einzuschlafen, ist spätestens beim packenden Showdown wieder hellwach!

Alles in allem kann man sagen, dass „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ eine gelungene Literaturverfilmung ist. Der gebotene Stoff aus dem ersten Band von Stephenie Meyer populärer Vampirsaga wurde gut auf die Landwand transportiert. Die Handlung hat zwar ihre Längen, manche Szene wirkt aufgesetzt oder einfach nur unnötig und doch sind die vampiresquen Geschehnisse in und um das kleine Städtchen Forks (auch für männliche Zuschauer) eigentlich stets interessant und vermögen einen durchgängig bei der Stange zu halten.

Fazit
„Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ ist gut gemachtes Popkornkino – allerdings weiß Gott kein Blockbuster! Wer sich mit jungen, trendbewussten Blutsaugern anfreunden kann und vom Anspruch her nicht all zu viel erwartet, darf sich auf zwei Stunden gute Unterhaltung freuen!

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