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InaiMathi Blog

OlliOlli

OlliOlli - © SCEE

Ein gutes Dreivierteljahr steht die PlayStation 4 nun bereits in den Regalen der meisten Händler, doch die Auswahl der wirklich zockenswerten Spieleperlen für Sonys neue Konsole ist, wie ich neulich erst angeprangert hatte, nach wie vor äußerst dürftig – lies: quasi noch immer nicht existent. Monatelang war „NBA 2K14“ für mich der Hauptgrund gewesen, sie überhaupt einzuschalten. Dann kam neulich dankenswerterweise noch die PS4-Version der „Diablo III – Ultimate Evil Edition“ hinzu, doch das kann’s ja wohl nicht sein, oder? Es scheint, als ob sich die Publisher ihre fetten Blockbuster-Games für die Weihnachtszeit und/oder 2015 aufheben würden.

Gott sei Dank gibt’s da noch die Indie-Studios, die Sony, wie wir seit vergangenem Jahr zu Genüge wissen, unter seine Fittiche genommen hat. Indies hier, Indies da, Indies allerorten… – und in der Tat: der Indie-Sektor bietet dieser Tage eine gelungene Auswahl an spielenswerten Titeln für in der Regel schmale Münze. Dieser Tage hat der britische Entwickler Roll7 sein vielfach prämiertes Erstlingswerk, die Skateboarding-Sim „OlliOlli“ auch für die PlayStation 4 rausgehauen. Wieso, weshalb und vor allen Dingen warum sich ein jeder chronisch unterzockte PS4-Junkie dieses Game auf jeden Fall einmal anschauen und im Idealfall auf seine Konsole saugen sollte, erfahrt ihr meiner Spielereview zu „OlliOlli“.

OlliOlli 
2014, Casual Game, PlayStation 4
Roll7 / Sony Computer Entertainment Europe
www.Roll7.co.uk/olliolli

Spieletrailer

Beschreibung
„In ‚OlliOlli‘ trifft Online-Spielvergnügen auf über 120 Tricks und Grinds. 50 abgefahrene Level, 250 Herausforderungen, der Spots-Modus und der Krass-Modus warten!“ – Quelle

Kritik
Ein Mann, sein Board und ein zum Bersten gefülltes Trickbuch – mehr braucht es nicht, um in Roll7s Skater-Game „OlliOlli“ eine ziemliche Menge Spaß zu haben. In insgesamt 5 Stages, die es jeweils wiederum auf 5 einzelne Levels bringen, wird auf Knopfdruck gestyled was das Board und die kein bisschen simulierte Physik hergeben. Ganz egal, ob nun simple Boardslides, tricky Nosegrinds, fette Kickflips oder gar atemberaubende Impossibles – der anonyme Skater hat’s drauf! Insgesamt warten mehr als 120 verschiedene Tricks und ihre Varianten im Trickbuch darauf, nachgeschlagen und der anfeuernden Meute präsentiert zu werden. Am Ende regnet’s haufenweise Stylepunkte und mit etwas Glück findet man sich daraufhin sogar in den weltweiten Highscore-Listen wieder, – ein Gameplay-Element, das immer wieder aufs neue motiviert, sich sein virtuelles Board zu schnappen und ein paar fette Moves hinzulegen.

In jedem Level warten zudem spezielle Aufgaben darauf, absolviert zu werden: Mal gilt es, mittels einer möglichst spektakulären Session einen soundso hohen Score aufzustellen, ein andermal wollen an den unmöglichsten Orten im Areal verteilte Spraydosen aufgesammelt oder aber schlicht ein bestimmter – tendenziell bockschwerer – Move soll performt werden. Wurden alle gestellten Aufgaben erfüllt, und auch erst dann, wird der nächste Abschnitt der Stage sowie darüber hinaus eine spezielle RAD-Variante (eine extra schwere, „total bekloppte“ Version) des gerade abgehakten Levels freigeschaltet. Wer eine Stage komplett absolviert hat, darf sich zudem sein zwischenzeitlich durch unzählige Ausflüge aufs Fressbrett sicherlich ein wenig in Mitleidenschaft gezogenes Board schnappen und sich zur nächsten aufmachen.

„OlliOlli“ featured fünf abwechslungsreiche Stages, die allesamt ausreichend Platz für spektakuläre Skate-Sessions bieten: Zu Beginn sind lediglich die Suburbs, eine kleine, hübsche Vorort-Idylle, verfügbar, die zum Aufwärmen und Eingrooven einlädt – zu mehr jedoch auch nicht. Anschließend geht’s rüber auf den matschigen Schrottplatz, wo erstmals richtig weite Jumps und entsprechende Kombos möglich sind, die auf einen Schlag weit mehr Punkte bringen, als ein gesamter Suburb-Level. Wenn auch diese Stage erfolgreich abgeschlossen wurde, wird der Hafen als neue Skate-Location freigeschaltet, wo man aus dem lässigen Grinden über allerlei Geländer, Relings und Marktstände nicht mehr so schnell rauskommt. Von dort aus geht’s rüber in eine Militärbasis, wo Kasernen, Panzer und weiteres Militär-Gedöns zum Skatepark zeckentfremdet werden. Die fünfte und letzte Stage umfasst einen Ausflug in die neondurchzogene Innenstadt, wo in einem Level sogar ein gigantischer Neon-Dino sein blinkendes Unwesen treibt! Die einzelnen Stages bauen vom Schwierigkeitsgrad her aufeinander auf. Moves, die in vorherigen Abschnitten gelernt wurden, werden in den neuen meistens vorausgesetzt, – zumindest dann, wenn man beabsichtigt einen neuen Alltime-Highscore aufzustellen. Äußerst schade ist, dass dem Hauptprogramm kein Level-Editor beiliegt. Mit dessen Hilfe hätte man sich rasch neuen Levelnachschub basteln können. Naja, vielleicht ist dieser ja im bereits angekündoigten Nachfolger „OlliOlli 2“ enthalten…

Die Steuerung von „OlliOlli“ geht nach kurzer Eingewöhnungszeit (und Lektüre des fetten Trickbuchs) überraschend eingängig von der Hand: Schwung geholt wird mit einem oder mehreren Taps auf den X-Button. Die eigentlichen Tricks werden per entsprechender Geste mit dem linken Stick getriggert. Für eine saubere Landung sorgt wiederum ein Druck auf den X-Knopf – doch Obacht: Setzt man zu früh zur Landung an, geht letztlich der komplette Trick in die Hose und der hart erarbeitete Score, den man für den Trick eigentlich erhalten hätte, wird ebenfalls gestrichen. Das System funktioniert größtenteils präzise und fair. Ab und an kann es jedoch vorkommen, dass ein Move nicht korrekt erkannt wird, da die entsprechende Geste entweder zu schnell oder unsauber ausgeführt wurde. Kann recht ärgerlich sein, wenn aufgrund dessen ein neuer Highscore in den Sand gesetzt wird.

Die Optik des Games erinnert an selige C64-Zeiten, als Pixelgrafik noch state of the art war und Gamer sowieso eher auf die inneren Werte eines Titels gesteigerten Wert legten. Nicht falsch verstehen: „OlliOlli“ ist beileibe kein unansehnliches oder gar hässliches Spiel! Die verwandte Pixeloptik versprüht vielmehr einen ganz eigenen Retro-Charme, der zumindest mir zu gefallen weiß. Man merkt auf jeden Fall, dass die Macher von Roll7 in ihr Baby eine Menge Herzblut haben einfließen lassen: So viel Liebe zum Detail mit denen die einzelnen Animationsphasen des Skaters ausgestaltet wurden – wow! Relativ unverständlich finde ich, dass man seinen Skater nicht nach seinen individuellen Wünschen konfigurieren kann. Nicht einmal die Farbe seines Outfits (Cap, T-Shirt und Shorts) lässt sich irgendwie dem eigenen Gusto entsprechend anpassen. Außerdem: Was ist eigentlich mit all diesen sexy Skater-Chicks? Die fühlen sich mangels weiblicher Spielfigur im Game so überhaupt nicht repräsentiert, kann ich mir vorstellen.

Auch der „OlliOlli“-Soundtrack, der übrigens auf Soundcload.com kostenlos gestreamt werden kann, kann sich absolut hören lassen: Dieser wurde vom Roll7-Team handverlesen ausgewählt und umfasst sechs Hip-Hop-Tracks mit leichten Jazz-Nuancen, u.a. von The Qemists, Dorian Concept und Flako, die die Skating-Sessions auf dem TV zu einem ziemlich chilligen Vergnügen machen. – Wer hätte gedacht, dass Skateboarding und Jazz so gut zueinander passen? Alles in allem bleibt festzuhalten: der Soundtrack ist schlichtweg großartig und passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge zu einem Spiel wie diesem!

Wer mit seiner PlayStation 4 online ist – und wer ist dies im Herbst 2014 nicht? -, kann als besonderes Schmankerl an einer täglichen wechselnden Herausforderung, dem Daily Grind, partizipieren, die sich wie folgt gestaltet: Auf einer random zusammengestellten, endlosen Stage soll ein möglichst hoher Highscore aufgestellt werden. Der Haken an der Sache: Man hat lediglich einen einzigen Versuch. Beim ersten unsauber gesprungenen Move ist der Run beendet und der Highscore wird hochgeladen. Zum Glück wird einem zuvor ausreichend Zeit für eine Trainings-Session eingeräumt. Klingt anspruchsvoll, ist es auch – und gleichzeitig sooo reizvoll!

Einen Multiplayer-Modus gibt es leider nicht. Weder online noch lokal. Dabei wären Sessions, in denen sich zwei oder mehr Spieler auf ein und derselben Stage battlen, sicherlich spannend gewesen. Auch hier habe ich große Hoffnung, dass ein entsprechendes Feature in „OlliOlli 2“ nachgereicht wird.

Pro
+ suchterregendes Gameplay
+ charmante C64-Pixeloptik
+ forderndes Leveldesign
+ äußerst chilliger Hip-Hop-Soundtrack
+ stylishes Menüdesign
Contra
– oftmals frimelige Steuerung
– alles in allem recht geringer Umfang
– keine weibliche Skaterin… #Aufschrei

Fazit
Roll7s Skateboarding-Game „OlliOlli“ ist ein großer Spaß. Das Aneinanderreihen von immer schwierigeren Tricks sorgt nicht nur für immer neue Highscores, sondern auch für reichlich Knoten in den Fingern. Dennoch: Das Teil rockt derbst! Zudem die charmante Optik und der grandios-chillige Soundtrack ihr Übriges tun, dass ich mich mit meinem Skater immer wieder aufs Neue für ein paar Minuten (oder Stunden) in die Straßenschluchten wage. – Glasklare Kaufempfehlung!

— InaiMathi, am 3. Oktober 2014

OlliOlli

Genre: Casual
Release: 27. August 2014
Plattform: PlayStation 4
Spielzeit: 12 Stunden
Entwicklerstudio: Roll7
Publisher: SCEE
Wertung
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