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InaiMathi Blog

NBA 2K17 - The Prelude

NBA 2K17 - The Prelude - © 2K Sports

Jedem Höhepunkt geht ein gelungenes Vorspiel voraus. Im Fall von „NBA 2K17“, der kommenden Basketball-Simulation aus dem Hause 2K Sport, hört das Vorspiel auf den Titel „The Prelude“ und ist seit gestern Mittag im PlayStation Store sowie bei Xbox LIVE zu haben – kostenlos für jedermann!

Bei „NBA 2K17 – The Prelude“ (hierzulande: „NBA 2K17 – Der Auftakt“) handelt es sich quasi um eine good ol‘ Demoversion zu „NBA 2K17“, mit deren Hilfe sich interessierte Basketball-affine Gamer ihren eigenen MyPlayer erstellen und die ersten paar Spiele der College-Meisterschaft bestreiten können, um ein Gefühl zu bekommen für die neuen wie feingetunten Spielmechaniken sowie für die merklich verbesserte KI der vielfach ausgezeichneten 2K-Basketball-Sim.

Ob „NBA 2K17 – The Prelude“ die Download-Wartezeit wert ist und wie sich die Companion-App „MyNBA 2K17“ mit ihrem – Gott sei dank endlich implementierten – Face-Scanning-Feature im Praxistest schlägt, klärt meine ausführliche Review.

NBA 2K17 – The Prelude
2016, Basketball-Simulation, PlayStation 4
Visual Concepts / 2K Sports
www.NBA2K.com

Spieletrailer

Beschreibung
„Dominiere deinen Gegner mit dem NBA-Spiel der Next Generation von 2K Games. Nach dem Rekordstart von NBA 2K16 wird die NBA 2K-Reihe mit NBA 2K17 ihren Ruf als authentischstes Sportspiel der Welt auch in diesem Jahr verteidigen.“ – Quelle

Kritik
Das Vorspiel zu „NBA 2K17“ (offizieller Release: 20. September 2016) bringt es auf eine Download-Größe von rund 20GB; ab 5,9 GB ist zumindest schon mal das Gameplay-Tutorial spielbar. Ich musste mir also ein wenig die Zeit vertreiben, bis ich schließlich loslegen konnte. Dies tat ich, indem ich mir im Google Play Store die ebenfalls brandneue „MyNBA 2K17“-Companion-App für mein Smartphone geladen habe. Wie schon in den Vorjahren ist es mithilfe dieser erneut möglich, abseits des NBA-Courts Virtual Credits (VC) zu verdienen und – ganz wichtig – seinen MyPlayer zu verwalten. Neu: Nun ist es sogar möglich, das Einscannen des eigenen Gesichts über die MyNBA 2K17-App zu erledigen, was ich eine superbe Verbesserung finde! Eine PlayStation-Cam, bzw. das Microsoft-Pendant Kinect ist nicht mehr länger vonnöten, um dieses Feature nutzen zu können. Sehr cool!

Und dann kam es wie es kommen musste: Ich sprang über meinen Schatten, zückte mein Handy und verhalf meinem angehenden NBA-Superstar zu einer gelungenen Optik. Für alle, die es mir nachmachen möchten, nachfolgend einige Tipps für einen reibungslosen Scan-Prozess:

  • Der Scanvorgang sollte möglichst bei Tageslicht (im Idealfall im Freien) ausgeführt werden, um Farbverfälschungen zu minimieren
  • In der Wohnung ausgeführt, sollte der Hintergrund möglichst neutral sein (z.B. weisse Wand)
  • Während des Einscannens die Cam möglichst ruhig halten und lediglich den Kopf nach den auf dem Display eingeblendeten Anweisungen bewegen…
  • …dabei stets die Cam weiter mit den Augen fokussieren, damit die App ihren Fixpunkt nicht verliert!
  • Sollte einem das Ergebnis nicht zusagen, kann jederzeit von vorne begonnen werden

Zeitaufwand vom ersten Launch der App bis zu einem ansehnlichen Ergebnis: vielleicht 3 Minuten. Ich würde sagen, dass mein MyPlayer noch nie so eine frappierende Ähnlichkeit mit mir hatte. Insbesondere, wer sich die Mühe macht und nach dem Einscannen noch ein wenig im Editor feinjustiert, bekommt dieses Jahr wirklich sehr gute, ansehnliche Ergebnisse! Gleichzeitig möchte ich sagen, dass mir persönlich die Face-Scanning-Technologie der Konkurrenz – „NBA Live 16“ – nach wie vor ein klein wenig ausgereifter zu sein scheint. Unbedingt beachten: Auf das Face-Scanning-Feature der „MyNBA 2K17“-App kann erst zugegriffen werden, nachdem „NBA 2K17 – The Prelude“ mindestens einmal gestartet wurde und man sich mit seinem jeweiligen Online-Account (PSN-ID, Xbox-Gamertag, …) auf dem 2K-Spieleserver eingeloggt hat!

Wenig später war dann auch endlich der Download von „NBA 2K17 – The Prelude“ beendet und ich konnte mich ins Abenteuer College-Basketball stürzen! Zu Beginn sei gesagt: Mein MyPlayer ist dieses Jahr ein 6’3″ Point-Guard (95kg, 197cm Wingspan), dem ich die Ausrichtung Playmaker verpasst habe. In „NBA 2K17″ bringt jede Ausrichtung individuelle Vor- und Nachteile mit sich, quasi wie die Klassen in einem RPG. Überhaupt kommt man sich als Spieler teils wirklich vor wie in einem Rollenspiel, nur dass man nicht in irgendeiner Fantasy-Welt gegen Drachen und garstige Diebesbanden ins Feld zieht, sondern auf dem NBA-Parkett gen Hoop. Recht schnell wurde mir klar: Die Zeiten, in denen selbst 7’2“ Centers Ball-Handling-Skills wie Kyrie Irving und Shooting-Skills eines Steph Curry an den Tag legten, sind scheinbar gezählt. Eine solch unrealistische Spielart ist inzwischen Gott-sei-Dank nicht mehr möglich!

Schon beim ersten kurzen College-Match meiner Arizona Wildcats fiel mir zudem auf: Nicht nur die Tastenbelegung des DualShock-4-Controllers hat sich leicht verändert, „NBA 2K17“ spielt sich auch anders, irgendwie simulationslastiger. Bei Nutzung des Pro-Sticks fußt das grundlegende Gameplay in der Offensive sowie in der Defensive inzwischen kaum noch auf den bekannten nicht-unterbrechbaren und aus diesem Grund höchst nervigen Animationsketten der Vorgänger. Stattdessen setzen die Macher von Visual Concepts darauf, dass der Spieler weiß, was er oder sie mit dem Pro-Stick anstellt. So muss man nicht nur bei der Ausführung von Jumpshots auf sein allgemeines Stick-Timing achten, sondern inzwischen sogar bei einfachsten Lay-Ups! Mir scheint, „NBA 2K17“ wird langsam aber sicher fit gemacht für eSport, denn vorhandene Skills zahlen sich nun noch mehr aus! Jede Aktion, angefangen mit Sprinten, über simplen Dribble-Moves und den Kontakt mit dem Gegner beim Aufposten bis hin zum Wurfversuch, leert die Ausdaueranzeige des Spielers. Ist diese komplett aufgebraucht, bedarf es erst einmal wieder einiger „Verschnaufsekunden“, bis weitere Moves möglich sind. Wer drauf pfeifft und trotzdem munter weiter macht, riskiert einen leichten Turnover und somit quasi garantierte Punkte für das gegnerische Team. Festzuhalten bleibt: Die Zeiten, in denen ein einziger Spieler, insbesondere im Park- und/oder Pro-AM-Modus, ganze Partien entschieden hat, dürften gezählt sein. Basketball ist ein Teamsport, von daher hoffe ich mal, dass die Macher hier den richtigen Weg eingeschlagen haben, um diesbezüglich Abhilfe zu schaffen und egoistische „Hero-Baller“ des Platzes zu verweisen!

Ebenfalls einiges getan hat sich in Sachen KI: Sowohl die eigenen Teamkollegen als auch das gegnerische Team auf dem Parkett verhalten sich noch um einiges intelligenter als dies im Vorgänger „NBA 2K16“ sowieso schon der Fall gewesen ist. Permanent passiert etwas, immer ist mindestens ein Mitspieler in Bewegung: Da werden Picks gestellt, clever angetäuscht, aktiv Laufwege gesucht und sich angeboten – und dies alles ohne dass ich als Point Guard, bzw. Spieler am Controller irgendeinen Spielzug vorgeben, respektive auswählen musste. Kein Vergleich zur in dieser Hinsicht wirklich nicht sonderlich überzeugenden Konkurrenz von „NBA Live 16“, wo eine allgemeine Statik vorherrscht wie sonst wohl nur bei der Samstagabend-Disko der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde.
In der Defensive ist mir insbesondere das stark verbesserte Rebounding aufgefallen. Teamkollegen stehen nicht mehr länger schier endlose Sekunden vollkommen lethargisch daneben, wenn der Gegenspieler zum Board springt, um sich einen Off-Rebound zu schnappen, sondern kämpfen verbissen um jeden einzelnen Ball! Das macht alles einen verdammt realistischen Eindruck, der von dem neuen Physikmodell von „NBA 2K17″ noch verstärkt wird: Mein kleiner 6’3“ PG hat quasi keinerlei Chance, sich gegen einen körperlich überlegenen Gegner wie beispielsweise einen Big-Man durchzusetzen. Vor einigen Tagen wurde „NBA 2K17“ von der Marketing-Abteilung des Publishers 2K Sports im Rahmen eines Trailers erstmals als „Sports-RPG“ bezeichnet – und nein, dies war ausnahmsweise mal kein leeres Marketing-Geschwätz: Die individuellen Stats, Skills und Limitierungen eines jeden Spielers wirken sich tatsächlich mehr denn je auf sein Spiel aus!

Ebenfalls einiges getan hat sich bei der Präsentation von „NBA 2K17“: Dem On-Air-Design von 2K wurde ein komplett neuer Look verpasst, der sich nun noch deutlicher an realen US-Sendern orientiert. Zudem gibt’s während des Spiels gefühlt mehr Statistik-Einblendungen, was mich persönlich als Stats-Fan sehr freut. Und obgleich sich an der Grafik gegenüber „NBA 2K16“ zugegebenermaßen nicht allzu viel getan hat, merkt man doch, dass die Macher hier und da noch einmal „drüber gegangen“ sind und nachgebessert haben. Beispielsweise bei den Zuschauern auf den Rängen, die (je nach Spielverlauf) einen deutlich „aktiveren“ Eindruck machen und in bestimmten Situationen mehr „mitgehen“. Man kann sagen: „NBA 2K17“ ist ohne Zweifel eines der optisch wie von seiner Präsentation her gelungensten Sportspiele auf dem Markt!
Unschön anzusehen sind einzig die nach wie vor nicht sonderlich ausgereiften Mundbewegungen des eigenen MyPlayers in den Zwischensequenzen des MyCareer-Modus. Diese wirken teils schon sehr grotesque und tragen zur Minderung der Immersion bei. Auch dem immer mal wieder auftretenden Clipping sowie vereinzeltem Warping (!) der Spieler sollten sich die Entwickler zeitnah annehmen.

Tja, gerade mal sieben Spiele und fünf gelungene Zwischensequenzen später war es das dann aber auch schon wieder. „NBA 2K17 – The Prelude“ ist halt eben doch bloß eine radikal abgespeckte Demo, um Fans noch geiler auf all das zu machen, was ab dem 20. September 2016 in den Händlerregalen aufschlagen wird – eben ein waschechtes Vorspiel. Dieses ist übrigens beendet, sobald man das Match in den Reihen von Team USA gegen die australischen Boomers absolviert hat, anschließend steht lediglich noch der Tutorial-Modus aka 2KU zur Verfügung. Immerhin: Der spielerische Fortschritt, den man bis dahin mit dem eigenen MyPlayer erzielt hat, sprich sämtliche verdienten Virtual Credits (VC), alle erworbenen Skills sowie die im 2K Sports-Shop erstandenen Items, kann auf Wunsch in die Vollversion importiert werden, wenn man sich eben diese denn zulegt. Selbes gilt auch für die freigeschalteten PS-Trophies/Xbox-Achievements – und das sind einige -, die erst nach der Installation der Vollversion überhaupt erst geloggt und im Verlauf korrekt angezeigt werden!

Natürlich wird es in der Verkaufsversion von „NBA 2K17“ so viel mehr Neuer- und Verbesserungen zu entdecken geben als die im Rahmen dieser kurzen Review thematisierten. Das Allermeiste von dem, was seitens 2K seit Monaten angepriesen wird, ist in der Demo schlicht und ergreifend nicht enthalten. Diese ist lediglich die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs.

Fazit
Alles in allem ist „The Prelude“, das offizielle Vorspiel zu „NBA 2K17“, eine wirklich ziemlich gelungene Sache. Bei mir hat das Zocken der Demo mit dem krönenden Abschluss, einem Match von Team USA gegen das australische Nationalteam „Boomers“, jedenfalls meinen allgemeinen Hype-Level nochmals gehörig steigen lassen, weshalb ich den Release der NBA Basketball-Sim am 20. September 2016 (Vorbesteller: 16. September 2016) inzwischen nur noch schwer abwarten kann.

Well done, 2K! ;)

— InaiMathi, am 10. September 2016

NBA 2K17 - The Prelude

Genre: Sportspiel
Release: 9. September 2016
Plattform: PlayStation 4
Spielzeit: 4 Stunden
Entwicklerstudio: Visual Concepts
Publisher: 2K Sports
Wertung
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