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InaiMathi Blog

Max Payne (Mobile)

Max Payne (Mobile) - © Rockstar Games

Der im Jahr 2001 von dem finnischen Spieleentwickler Remedy Entertainment veröffentlichte 3rd-Person Shooter „Max Payne“ hat die Videospiel-Landschaft nachhaltig verändert. Der Titel verbindet actiongeladenes, durch und durch cineastisch anmutendes, an sehenswerte Effektorgien wie „Matrix“ oder den ein oder anderen John-Woo-Streifen erinnerndes Gameplay mit einer bis zur allerletzten Kugel packenden Handlung, interessanten Charakteren und einer für die damalige Zeit herausragenden Technik – nur wenige der Gründe für die zahlreichen Awards und Auszeichnungen, mit denen „Max Payne“ und das verantwortliche Entwicklerstudio über all die Jahre seit dem Release bedacht wurde. Mit Ausnahme von Deutschland: Hier landete der Shooter, aufgrund seines – wie es damals hieß – gewaltverherrlichenden Gameplays, recht zügig, um genau zu sein nur wenige Tage nach seinem Release auf dem Index für jugendgefährende Medien.

Bis dato erschienen mit „Max Payne – The Fall of Max Payne“ sowie dem jüngst veröffentlichten neuesten Teil, der auf den schlichten wie prägnanten Titel „Max Payne 3“ hört und erstmals direkt von Rockstar Games entwickelt wurde, zwei offizielle Sequels. Das Franchise schlug seinerzeit solch dermaßen hohe Wellen, dass selbst Hollywood ob der herausragend cineastischen Präsentation des Titels schnell hellhörig wurde und den Stoff für die große Leinwand umsetzen wollte. So veröffentlichte das Produktionsstudio 20th Century FOX im Jahr 2008 eine Filmumsetzung von „Max Payne“, für die Hollywoodstar Mark Wallberg die Rolle des namensgebenden Undercover-Cops geschlüpft ist, – die an den internationalen Kinokassen jedoch einigermaßen floppte, was nicht zuletzt an der für Hollywood-verhältnisse eher unspektakulären Inszenierung und dem Plot gelegen haben dürfte, welcher sich nur lose an der Videospielvorlage orientiert und zudem recht wirr daher kommt.

Dennoch ist das „Max Payne“-Franchise nach wie vor äußerst populär und bei alten wie neu hinzugekommenen Fans gleichermaßen beliebt. Vor wenigen Wochen, im April diesen Jahres erschien mit „Max Payne Mobile“, so der offizielle Plattformtitel des Spiels, endlich eine offizielle Umsetzung für Apples iPhone und das iPad, Mitte Juni veröffentlichte Publisher Rockstar Games via Google Play eine eigene angepasste Version für Android-gepowerte Smartphones und Tablets. – Es folgt meine ausführliche Spielereview zu „Max Payne Mobile“…

Max Payne (Mobile)
3rd-Person Shooter, 2012
Remedy Entertainment / Rockstar Games
www.MaxPayne.com

Spieletrailer

Beschreibung
„In den dunkelsten und gefährlichsten Ecken New Yorks ist der Cop Max Payne, auf der Suche nach dem Mörder seiner Familie. Da er selbst als Mordverdächtiger gilt, jagt er auf eigene Faust den wahren Schuldigen. Max′ Nachforschungen führen ihn immer tiefer in eine Welt aus Drogen und Korruption.“ – Quelle

Max Payne

Kritik
In dem 2001 für den Windows-PC veröffentlichten und nun endlich auch für die beiden mobile Betriebssysteme wie Apple iOS und Android erschienenen 3rd-Person Shooter „Max Payne“ von Remedy Entertainment / Rockstar Games schlüpft der Spieler in die Rolle des NYPD-Cops Max Payne, der im eingeschneiten New York City gegen eine Horde übel gelaunter, waffenstarrender Schergen ins Feld zieht. Auf seiner von zahllosen Leichen gepflasterten Vendetta, welche ihn in die entlegensten Winkel der New Yorker Unterwelt, durch Bordelle, verlassene U-Bahn-Stationen, in noch im Rohbau befindliche Wolkenkratzer und durch gangsterverseuchte Stripclubs führt und den Spieler gut und gerne zehn Stunden lang beschäftigen dürfte, hat er rein gar nichts zu verlieren, schließlich wurde ihm einst sein Lebensmittelpunkt, das Wichtigste, was er in seinem vor die Wand gefahrenem Leben noch hatte – seine Frau und sein kleiner Sohn in einem brutalen Racheakt der örtlichen Mafia genommen.

They were all dead. The final gunshot was an exclamation mark on everything that had led to this point. I released my finger from the trigger, and it was over. – Max Payne

Der Spieler verfolgt das Geschehen aus der 3rd-Person Perspektive, er sieht den Charakter Max also stets von schräg hinten über die Schulter, so wie man es auch aus vergleichbaren Videospielen wie zum Beispiel aus der populären „Grand Theft Auto“-Reihe oder auch aus dem ebenfalls von Rockstar entwickelten Western-Epos „Red Dead Redemption“ (uncut) her kennt. Die via Maus und Tastatur ungemein präzise Steuerung weicht bei den  für iPhone, iPad und Android veröffentlichten Versionen logischerweise der Steuerung per Touch. Im der Praxis spielt sich das dann nicht ganz so präzise wie am PC oder mit einem Gamepad an der Xbox oder der Playstation, für die „Max Payne“ seinerzeit ebenfalls portiert wurde. Allerdings haben die Entwickler ihrem Baby zum Glück ein – auf Wunsch auch abschaltbares – Auto Aim-Feature spendiert, mit dessen Hilfe auch auf dem iPad annährend jeder Headshot auch voll ins Schwarze geht, solange man auch nur grob in die richtige Richung zielt. – Bämm! Natürlich hat es auch die sogenannte „Bullet Time“ in den mobilen Ableger geschafft. Dieses Feature gilt als eines der Markenzeichen des „Max Payne“-Franchise und ermöglicht es dem Spieler, die Zeit um Max herum zu verlangsamen, um so Gegner präziser anvisieren zu können. Solange die Bullet Time aktiviert ist gibt Max situationsabhängig spektakuläre, von diversen John Woo-Streifen inspirierte Moves zum besten, was nicht nur höchst stylish anmutet, sondern darüber hinaus dem Spieler auch einen echten spielerischen Vorteil gegenüber der Dank einiger geschickt platzierter Events und zig Skripts, die ein gezieltes Vorgehen suggerieren sollen, gar nicht mal so dumm agierenden und in der Regel zahlenmäßig hoch überlegenen Gegnerschar beschert. Alles in allem kann man sagen, dass den Entwicklern von Rockstar Games die Portierung der gewohnten und von Fans inzwischen weitestgehend einstudierten PC- und Konsolen-Steuerung auf das iPad durchaus gelungen ist, zumal die Verteilung der ausnahmslos virtuellen Buttens auf dem iPad-Screen in den Optionen nach eigenem Gutdünken verteilt und an die individuellen Vorlieben des jeweiligen Spielers angepasst werden kann.

Noch einmal zur Erinnerung: Bei „Max Payne Mobile“ handelt es sich ausdrücklich nicht um eine lupenreine Neuentwicklung für iOS und Android, sondern lediglich um einen heruntergeschraubten Port der mittlerweile elf Jahre alten PC-Fassung. Und so darf man keineswegs ausgearbeitete Charaktermodelle, bahnbrechende Grafikeffekte oder sonstigen technischen Schickschnack erwarten, sondern sollte vor allem auf die inneren Werte schauen, die das Spiel zuhauf sein EIgen nennt. Dennoch ist „Max Payne“ einer der hübschesten AAA-Titel, die es derzeit im Apple App Store für iPad und iPhone zu haben gibt. Sicher, an die umwerfende Grafikpracht von Epic Games‘ „Infinity Blade“ reicht es bei weitem nicht heran, schließlich basiert das Grafikgerüst von „Max Payne Mobile“ zu großen Teilen noch immer auf der von den Jungs und Mädels von Remedy Entertainment seinerzeit in einem Anflug von Elterngefühlen Max FX Engine getauften Grafikengine aus dem Jahre 2001. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Max Payne Mobile“ um eine solide sehr gute Umsetzung des Originals, die mit weitestgehend knackig scharfen Texturen, eine realistische Farbgebung einem der Markenzeichen der PC-version aus dem Jahre 2001, aufwarten und sogar auf dem iPad der ersten Generation mit einer jederzeit flüssigen Framerate überzeugen kann.

When the darkness fell, New York City became something else, any old Sinatra song notwithstanding. Bad things happened in the night, on the streets of that other city. Noir York City. – Max Payne

Ebenfalls zu überzeugen wissen die superbe Soundkulisse und nicht zuletzt die unheimlich stimmige Sprachausgabe des Spiels. Auch heute noch, mehr als ein Jahrzehnt nach dem ursprünglichen Release auf dem PC bekomme ich, sobald ich das „Max Payne“-Maintheme höre, wohlige Gänsehaut. Für mich persönlich ist der Soundtrack, der übrigens zum Teil von Kärtsy Hatakka, dem Sänger und Bassisten der finnischen Band Waltari geschrieben wurde, eines der besten, wenn nicht sogar das großartigste Theme eines Videopiels aller Zeiten!
Während der durch kurze Ladepausen miteinander verbundenen Levelabschnitte  gibt es kaum musikalische Begleitung, und wenn die Ausnahme dann mal die Regel bestätigt, meist nur zu dem Zweck, um besondere Anlässe wie einem bevorstehenden Bosskampf einzuläuten oder einfach als Akzente setzendes Stilmittel.
Dafür wissen die stets voll vertonten Comic-Strips, mit deren Hilfe die packende Geschichte um Max‘ Vendetta gegen die New Yorker Unterwelt während Ladepausen weitergesponnen wird, vollends zu überzeugen. James McCaffrey, der dem Protagonisten in allen drei bis dato erschienenen Serienteilen („Max Payne“, „Max Payne 2 – The Fall of Max Payne“ und „Max Payne 3“) seine Stimme geliehen hat, ist meiner Meinung nach die absolute Idealbesetzung für diesen düsteren, melancholisch angehauchten Charakter des Max Payne! Diese kernige, zu allem entschlossene Stimme passt wie die Faust aufs Auge zu dem in Ungnade gefallenen, von Gewissensbissen geplagten, manchmal auch recht zynischen Undercover-Cops. Doch auch die weiteren Synchronsprecherinnen und -Sprecher wissen zu überzeugen. Eine Fehlbesetzung, die aus dem Rahmen fällt und der grandiosen Atmosphäre des Spiels schaden würde, gibt es nicht.
Kurzer Fun-Fact am Rande:  Besagte Comic-Strips sind lediglich auf Comic retuschierte Fotos, für die diverse Mitglieder des damaligen Remedy-Entwicklerteams vor die Kamera gezerrt wurden. Max Payne wurde witzigerweise von Sami Järvi, dem Ausführenden Produzenten des für Xbox 360 und den PC erschienenen Horror-Adventures „Alan Wake“ (siehe meine Rezension) dargestellt.

Fazit
Eines hat sich in all den Jahren, die seit dem ursprünglichen Release ins Land gezogen sind, nicht geändert: Auch heute noch weiß das auf Dauer dezent repetitive, aber dennoch äußerst launige Gameplay von „Max Payne“ in seinen Bann zu ziehen. Die Optik des 3rd-Person Shooters versprüht nach wie vor Charme und wurde gelungen für das iPad portiert und auch die superbe Sprachausgabe, allen voran die stimmigen Monologe des Hauptprotagonisten im Rahmen der kurzen Comic-Strips, überzeugt. Einzig die leicht Steuerung via Touchscreen fällt ein wenig negativ auf, da sind Maus und Tastatur, bzw. ein anständiges Xbox 360-Gamepad einfach die präzisere Eingabemethode. Nichtsdestotrotz weiß der gefallene Cop auch in seiner mobilen Version für das iPad und Apfelfon zu überzeugen. –  Ein absoluter Pflichtkauf für iOS-bewaffnete Undercover-Cops!

— InaiMathi, am 10. Juli 2012

Max Payne (Mobile)

Genre: 3rd-Person Shooter
Release: 2012
Spielzeit: 10 Stunden
Publisher: Rockstar Games
Entwicklerstudio: Remedy Entertainment
Wertung
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