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InaiMathi Blog

MTG: Duels of the Planeswalkers 2013

MTG: Duels of the Planeswalkers 2013 - © Microsoft Studios

Sammelkartenspiele gibt es wie Sand am Meer. Richtig gute, solche, die auch nach vielen durchzockten Nächten noch Spaß machen, die auf lange Sicht gesehen motivieren und zuverlässig in positiver Sucht münden, sind schon weitaus seltener. Das von Richard Garfield erdachte „Magic – The Gathering“ ist ein solches Collectible Card Game-Franchise, welches den Test der Zeit bestanden hat und sich noch heute, viele Jahre nach dem Release im Jahr 1993, stetig wachsender Beliebtheit erfreut: „Magic – The Gathering“ – kurz MTG – war seinerzeit das erste CCG seiner Art ist nach wie vor eines der populärsten, wenn nicht sogar das populärste Sammelkartenspiel der Welt!

Grundlage des – im direkten Vergleich zur naheliegenden Konkurrenz von „Pokemon“, „Yu-Gi-Oh!“ und dem „World of Warcraft“-Card Game – eher düster gehaltene und primär für erwachsene Spieler konzipierte Magic-Universums ist das eigentliche Sammelkartenspiel von Wizards of the Coast, die u.a. auch für das beliebte „Dungeons & Dragons“ RPG-Franchise (siehe unten) verantwortlich zeichnen. Jährlich werden von dem zur Hasbro-Gruppe gehörenden Unternehmen neue „Magic“-Karten und ganze Duel-Sets veröffentlicht, deren Kauf für Fans des Franchise Pflicht sind, da sonst unter Umständen die Gefahr besteht, in den vielerorts veranstalteten MTG-Turnieren nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten zu können. Laut der „Magic“-Datenbank Gatherer existieren derzeit rund 10.000 verschiedene Karten, Tendenz weiter steigend. Eine Zeit lang wurden sogar ganze Romane veröffentlicht, deren in mehrere Zyklen unterteilte Handlung im Magic-Multiverse angesiedelt ist. Hierzulande erschienen die „Magic“-Romane erst bei Heyne, anschließend zwischen 2003 und 2009 im Panini Verlag.

Selbstredend wurden im Laufe der Jahre auch einige Computer- und Videospiele zu „Magic – The Gathering“ auf den Markt gebracht, die sich dem grundlegenden „Magic“-Spielprinzip annehmen. Eine der für Puristen sicherlich interessantesten Videospielserien ist wohl die u.a. via Xbox LIVE und Playstation Net veröffentlichte „Magic – The Gathering: Duels of the Planeswalkers“-Reihe vom britischen Entwicklerstudio Stainless Games, deren erster Teil im Jahr 2009 veröffentlicht wurde. Bis dato sind mehrere Nachfolger erschienen. Im Rahmen dieser Review will ich mich mit dem aktuellsten Ableger der Reihe, „Magic 2013“ für Xbox LIVE Arcade befassen.

MTG: Duels of the Planeswalkers 2013
2012, Sammelkartenspiel
Stainless Games, Wizards of the Coast / Microsoft Studios
www.Wizards.com/Magic/Digital

Spieletrailer

Beschreibung
„Machen Sie sich auf eine größere Herausforderung gefasst mit ‚Magic: The Gathering — Duels of the Planeswalkers 2013‘! Spielen Sie im neuesten Vertreter des Hit-Franchise mit Freunden oder der KI und reisen Sie durch fantastische Welten, nehmen Sie es mit neuen Gegnern auf, lösen Sie anspruchsvolle Rätsel und spielen Sie gegen bis zu drei herausfordernde Kontrahenten.“ – Quelle

Kritik
„Magic – The Gathering: Duels of the Planeswalkers 2013“ bietet dem geneigten „Magic“-Fan eine originalgetreue Umsetzung des beliebten „Magic“-Sammelkartenspiels für die von ihm oder ihr präferierte Videospielkonsole. Ganz egal, ob im heimischen Wohnzimmer nun eine Xbox 360, Playstation 3 oder doch ein althergebrachter Windows-PC steht – „Magic 2013“ ist für annähernd jedes aktuelle System zu haben!

Im Vergleich zum Vorgänger aus dem Jahr 2010, kann „Magic – The Gathering: Duels of the Planeswalkers 2013“ mit einem deutlich erweiterten Umfang aufwarten: Neben der Singleplayer-Kampagne, welche im Grunde aus einer Aneinanderreihung von Matches und Begegnungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zusammensetzt, die mittels in Textform vorliegender Storyfetzen zusammengehalten werden, bietet „Magic 2013“ zahlreiche weitere Spielmodi wie spezielle Herausforderungen, vorgegebene Szenarien, welche vom Spieler mit einem ebenfalls vorgegebenen Set an Spielkarten gemeistert werden wollen, diverse angepasste Matcharten wie beispielsweise der Zweiköpfige Riese (2 vs. 2; auch im Coop an einer Konsole) sowie die beiden neuen Modi Rache und Planeschase, von denen insbesondere der letztgenannte interessant ist: In Planeschase bekriegen sich bis zu vier Magier in ständig wechselnden Ebenen im Multiverse, die allesamt eigene Vor- und Nachteile mit sich bringen, was dem eigentlichen Spiel zusätzliche Dramatik verleiht und völlig neue Strategien ermöglicht. Grundsätzlich umfasst das Spiel alle relevanten Spielmodi, welche auch bei einschlägigen „Magic“-Turnieren gespielt werden. Schön ist auch der neu gestaltete Deckmanager von „Magic 2013“, wo zwischen den einzelnen Partien das eigene Kartendeck verwaltet werden kann sich diverse Spieler-Statistiken nachschlagen lassen und diverse Einstellungen wie beispielsweise die Auswahl des Spieler-Pics, etc getätigt werden können.
Darüber hinaus ist es auch in „Magic 2013“ möglich, sich online auf Xbox LIVE mit Freunden und Bekannten zu duellieren und so herauszufinden, wer der beste Magier auf der Couch ist – eine gültige Xbox LIVE Goldmitgliedschaft und zuverlässige DSL-Leitung vorausgesetzt.

Unschön: Schon vor dem ersten Duell fallen die unangenehm langen Ladezeiten des Spiels auf: Es ist nicht wirklich ersichtlich, was genau jedes Mal aufs Neue so unheimlich zeitintensiv geladen und berechnet werden muss, fest steht nur, dass sich die Ladepausen spätestens nach dem siebten Mal wirklich ziehen. Gut, während das Öffnen das Deckmanagers noch diverse Aktionen im Hintergrund nach sich zieht, was die Loading Screens verständlich macht, fragt man sich, was genau am Optionsmenü nicht enden wollende fünf Sekunden lang geladen werden muss? Aber sei’s drum, zumal die Ladebildschirme mit zahlreichen, von diversen Künstlern beigesteuerten Illustrationen optisch wirklich sehr ansehnlich gestaltet wurden, und somit zum Flair des Spiels beitragen.

Das grundlegende Spielprinzip von „Magic – The Gathering“ dürfte bekannt sein. Falls nicht, hier eine kurz und knappe Zusammenfassung der wichtigsten Spielelemente wie sie bei Wikipedia zu finden ist:

In „Magic: The Gathering“ übernehmen zwei oder mehr Spieler die Rollen von sich duellierenden Zauberern, so genannten Weltenwanderern. Weltenwanderer besitzen die Fähigkeit durch die unterschiedlichen Welten des Multiversums zu reisen und damit die unterschiedlichsten Zauber zu lernen und Wesen aus allen anderen Welten zu treffen. Wie in Sammelkartenspielen üblich, spielt jeder Spieler anfangs mit einem, aus seinen eigenen Karten zusammengestellten Deck, das nicht mit dem des Gegners gemischt wird. Das Deck repräsentiert das Wissen des Zauberers darüber, welche Zauber er gegen seine Gegner einsetzen kann. Die Spieler starten das Spiel mit einer zuvor festgelegten Anzahl an Lebenspunkten, klassischerweise 20 und sieben zufällig aus seinem Deck gezogenen Karten, seiner Starthand. Ziel des Spiels ist es, den Gegner durch geschicktes Agieren auf null Lebenspunkte zu bringen oder ihn auf eine andere Art und Weise, den sogenannten Alternate Win Conditions, zu besiegen. – Quelle

Neueinsteigern werden ihre ersten Gehversuche in der Welt von „Magic“ durch ein sehr gelungenes, vollständig vertontes Tutorial erleichtert, in dessen Rahmen annähernd jede Kleinigkeit des durchaus komplexen „Magic“-Regelwerks anhand zahlreicher vom Spieler aktiv umzusetzender Spielzüge und Aktionen verständlich erläutert wird, so dass selbst Spieler, die bis dato nie mit „Magic“ in Berührung gekommen sind, schnell begriffen haben dürften, worum es geht.

Zum grundlegenden Schwierigkeitsgrad kann man sagen, dass es – wie auch beim physischen Sammelkartenspiel – stark von den beiden Faktoren Zufall und Glück abhängt, wie ein Duell schlussendlich endet. Natürlich treten im Verlauf der Kampagne alle Kontrahenten stets mit dem optimalen, stets vollständig freigeschalteten Kartendeck an. Trotzdem kann auch das stärkste Deck, von einem eigentlich unterlegenen Deck geschlagen werden, – entsprechendes Kartenglück einmal vorausgesetzt.

Das Spielfeld von Magic 2013
Magic 2013

Die Präsentation der Duelle ist wie schon in den Vorgängern über jeden Zweifel erhaben: Die sich duellierenden Magier sitzen sich auf dem ziemlich stylisch Spielfeld gegenüber, vor ihnen mustergültig ausgebreitet liegen die jeweiligen Handkarten und die getapte Spielkarten, daneben der Friedhof sowie der Rest des angebrochenen Kartendecks.
Neben dem Spielerportrait in der linken unteren Ecke befinden sich die Zugleiste, welche die aktuelle Spielphase visualisiert, sowie die Anzeige für die noch verbleibenden Lebenspunkte des Spielers. Die beiden kleinen Zahlen links daneben geben an, wie viele Karten sich noch im Deck befinden und wie viele Karten vom Spieler derzeit in der Hand gehalten werden. Unmittelbar über dem Portrait werden kontextsensitiv Aktionen eingeblendet, die während der aktiven Spielphase ausgeführt werden können.
Gelungen ist auch die aus den Vorgängern bekannte Visualisierung des von den Kreaturen und Zaubern verursachten Kampfschadens, was insbesondere Neulingen eine Hilfe sein dürfte. Wer es hingegen einen Ticken puristischer mag und weniger Wert auf unterstützende Animationen, eine Aufbereitung der Verrechnung der anfallenden Schadenseffekte und den ganzen Kram legt, kann die Darstellung auch einfach in den Optionen deaktivieren.

Natürlich sind in „Magic – The Gathering: Duels of the Planeswalkers 2013“ alle Kartendecks enthalten, die man von einem vernünftigen „Magic“-Spiel erwarten würde: Neben dem obligatorischen weissen, grünen, blauen, roten und schwarzen Deck, wurden zusätzlich noch einige gemischte Kartendecks ins Spiel implementiert. Weitere Decks stehen auf dem Xbox LIVE Marketplace als kostenpflichtiger DLC zum Download bereit.
Jedes Deck umfasst zu Beginn des Spiels ungefähr knapp 70 Karten. Das Verhältnis von Kreaturen zu anderen Karten wie Zaubern, Artefakten und Ländern liegt bei etwa 60/40. Weitere „Magic“-Decks und Spielkarten, welche jeweils Zugriff auf schlagkräftigere Kreaturen sowie mächtigere Verzauberungen, Hexereien und Artefakte gewähren, können im Verlauf der Singleplayer-Kampagne sowie in den anderen Spielmodi freigeschaltet werden, je nachdem wie bravourös mal sich gegen seinen Kontrahenten schlägt. Das motiviert und animiert auch nach dem x-ten Duell noch zum weiterspielen!
Blöd ist, dass die Karten, aus denen sich ein Deck zusammensetzen kann, jeweils fest vorgegeben sind. Es ist somit nicht möglich, sich aus vielen verschiedenen Komponenten sein eigenes, ultimatives Traumdeck zusammenzustellen, was schade ist, raubt diese recht unsinnig erscheinende Limitierung dem Spiel doch einiges an Reiz.

Ebenfalls zu gefallen weiß die Soundkulisse des Spiels, die sich deutlich atmosphärischer ausgefallen ist als noch in den Vorgängern. Wer das agressive, irgendwie uninspirierte Gedudel aus „Magic – The Gathering 2010“ ertragen hat, dürfte die Musikuntermalung in der 2013er Version definitiv für gut befinden: Hier reihen sich von Szenario zu Szenario verschiedene Themes aneinander, die dem Ohr des Spielers schmeicheln!

Durchaus nachvollziehbar – und dennoch sehr schade ist der trotz zahlreicher freischaltbarer Karten ziemlich begrenzte Umfang des Spiels: Wie eingangs schon geschrieben, befinden sich derzeit rund 10.000 unterschiedliche Magic-Karten im Umlauf. Von denen hat es jedoch lediglich ein Bruchteils ins Spiel geschafft: Grob über den Daumen gepeilt kann man von vielleicht rund 500 unterschiedlichen Spielkarten sprechen, die sich in massig Länder, viel schwarzen Mist, zahlreiche silbernen, einige güldene sowie vereinzelte rote Kreaturen unterteilen. Selbst wenn man sich alle erhältlichen DLC gönnt, ist man von der großen 10.000er-Marke noch meilenweit entfernt.

Die Steuerung von „Magic – The Gathering: Duels of the Planeswalkers 2013“ erfolgt – natürlich – komplett über den Controller der Xbox 360: Handkarten werden mit dem linken Stick ausgewählt und per Druck auf dem A-Button ins Spiel gebracht. Mit X kann der Timer angehalten und mittels Druck auf das gelbe Y der aktuelle Spielzug beendet werden. Praktisch: Alle Karten auf dem Spielfeld können durch einen Druck auf den rechten Bumper herangezoomt werden, so dass die insbesondere auf großen TV-Flatscreens doch recht winzige Schrift deutlich lesbarer wird. Über das Digikreuz kann – wenn gewünscht – die Ansicht im Winkel verändert oder komplett gedreht werden, – dem Gegner auf diese Art und Weise in die Karten zu schauen und sich dadurch einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen, ist jedoch nicht möglich. 😉 Alles in allem hat der durchschnittliche Gamer die Bedienung des Games recht schnell verinnerlicht, so dass einem ordentlichen „Magic“-Duell nichts mehr im Wege stehen sollte.

Pro
+ detaillierte Umsetzung des MTG-Regelwerks
+ nachvollziehbare Aufbereitung
+ aufpolierte Optik…
+ motivierende Kampagnen & Spielmodi
+ gelungene Soundkulisse
+ sehr gutes, vertontes Tutorial
+ gutes Lernprogramm für das CCG
Contra
– lange Ladezeiten
– begrenzter Umfang
– …die nach wie vor recht steril wirkt
– begrenzte Kartenverwaltung
– CoOp-Matches teilweise unübersichtlich

Fazit
„Magic – The Gathering: Duels of the Planeswalkers 2013“ ist eine in jeder Beziehung großartig detaillierte Umsetzung des „Magic“-Sammelkartenspiels für die heimische Konsole, die beim geneigten Fan kaum Wünsche offen lässt. Wirklich kritisieren lassen sich im Grunde nur der relativ begrenzte Umfang sowie die auf Dauer sehr nervigen Ladezeiten zwischen zwei Duellen und während der Navigation durch die Menüstruktur. – Fans und Neulinge dürfen dennoch bedenkenlos zuschlagen: Günstiger war der Einstieg in dieses faszinierende Hobby noch nie!

— InaiMathi, am 19. April 2013

MTG: Duels of the Planeswalkers 2013

Genre: Sammelkartenspiel
Release: 2012
Spielzeit: 10 Stunden
Publisher: Microsoft Studios
Entwicklerstudio: Wizards of the Coast
Wertung
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