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InaiMathi Blog

Kurios: Fitness-Tracking-App enthüllt Standorte geheimer US-Militärbasen

Strava (schwedisch für: nach etwas streben) ist der Name eines US-amerikanischen Unternehmens mit Sitz in San Francisco, Kalifornien, welches u.a. mit der Analyse von Daten Geld verdient. So bietet Strava unter anderem eine Fitness-App an, mit deren Hilfe Nutzer ihre sportlichen Aktivitäten, wie beispielsweise Joggen, Radfahren und Schwimmen, tracken können, um so den Überblick zu behalten. Besagte App arbeitet nach dem gleichen Schema wie z.B. auch Nike+, erhebt demnach GPS-Daten etcpp, und sendet die erhobenen Datensätze regelmäßig zurück an Strava. Ebendort hat sich seit dem Launch der App im Jahr 2015 einiges angesammelt. Zumindest genug, um eine interaktive Landkarte zu erstellen, auf der sämtliche getrackte Sport-Sessions der App-Nutzer visualisiert wurden. Laut Strava, besteht diese sogenannte Global Heatmap aus über einer Milliarde erhobenen Datensätzen und über 15 Billionen einzelnen GPS-Koordianten.

Strava Global Heatmap - © Strava / Screenshot: InaiMathi.de

Mithilfe dieser Heatmap lässt sich nun unter anderem nachvollziehen, in welchen Ländern besonders gerne Sport getrieben wird und, so man denn ausreichend heranzommt, welche Locations und Strecken bei den Nutzern besonders beliebt sind, wenn es ums Joggen, Radfahren und/oder Schwimmen geht. In good ol‘ Europa (siehe Screenshot) scheint die Strava-App vor allem bei Fitness-Cracks in Großbritannien, den Benelux-Ländern Niederlande, Belgien und Luxemburg, in Frankreich sowie den westlichen Bundesländern Deutschlands beliebt zu sein. Weltweit finden sich auch in Ländern wie Japan, Südkorea, Australien, Brasilien, Israel und – wenig überraschend – den Vereinigten Staaten zahlreiche Nutzer. Wen es interessiert: Hier habe ich einen durchaus lesenswerten Text zur technischen Umsetzung der Karte entdeckt.

Alles schön und gut. Nur hat die – scheinbar – ungefilterte Auswertung der erhobenen GPS-Daten auch einen interessanten Nebeneffekt mit sich gebracht. Nämlich, dass so manches Geheimnis aufgedeckt wurde, das so mancher unter Garantie gerne weiter unter dem Radar gehalten hätte. Beispielsweise die relativ genauen Standorte einiger eigentlich geheim-gehaltener US-Militärbasen, wie ein Twitter-Nutzer herausgefunden haben will. Wie das vielleicht passieren konnte, kann man sich denken: So ein Soldat, sollte man meinen, ist natürlich auch – oder gerade – im Dienst um seine körperliche Fitness bedacht. Also dreht er gerne mal die ein oder andere Runde um das Gelände der Militärbasis – wenn er deben dies nicht sowieso schon im Rahmen der täglichen Drills tut. Höchst wahrscheinlich macht er dies dann auch nicht nur einmal am Tag, dann eventuell sogar immer schön am Zaun entlang, so dass auch die ungefähren Grenzen der Basis von der App getrackt und anschließend irgendwann zurück an Strava geschickt wurden – und sich nun in der besagten Global Heatmap wiederfinden. Auf diesem Weg wurden u.a. auch türkische Patrouillen-Routen und russische Operationsgebiete in Syrien aufgedeckt.

Interesssant wird sein zu sehen, wie lange die Heatmap im Original – also mitsamt der interessanten Entdeckungen – noch abrufbar bleibt. Mein Tipp: Nicht mehr allzu lange.

Thematisch passend: Vergangenes Jahr schrieb ich bereits über „Nothing To Hide“, eine, wie ich damals fand und nach wie vor finde, spannende Dokumentation über den wohl nicht mehr aufzuhaltenden Trend, dass viele Menschen immer mehr auf Privatssphäre verzichten, sich ohne Zutun des Staates freiwillig „gläsern“ machen. Ein Überwachungsstaat durch die Hintertür, quasi. Die Doku findet sich in voller Länge u.a. auf YouTube und bei Vimeo.

— InaiMathi, am 29. Januar 2018
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