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InaiMathi Blog

Die Rückkehr des Stoikers

Es ist für mich die Sport-Nachricht die vergangenen Wochen: Kimi Räikkönen, seines Zeichens Finne mit u.a. deutschen Wurzeln, Hardcore-Stoiker und was viele vielleicht nicht wissen – oder schon wieder verdrängt haben – Dank der eifrigen Zuarbeit durch das damalige „Dreamteam“ von McLaren-Mercedes, namentlich Hamilton und Alonso, auch höchst überraschender Formel-1-Champion der Saison 2007, will es ganz offensichtlich Michael Schumacher gleich tun und nur ein paar Jahre (um genau zu sein sind es lediglich derlei drei) nach seinem (in meinen Augen eh viel zu frühen) Rücktritt aus der Königsklasse des Motorsports sein Comeback geben. Und zwar beim britischen Traditionsrennstall Williams-Renault. beim Rennstall Lotus, jenem Team, welches bis dato unter dem Namen Lotus Renault an den Start gegangen ist. Räikkönen ersetzt dort Robert Kubica, dessen Comeback nach seinem schweren Unfall sich somit vorerst erledigt zu haben scheint.

Über die genauen Gründe darf wild spekuliert werden. Hat er endlich eingesehen, dass er in der Rallye-Weltmeisterschaft an der er bei ausgewählten WM-Läufen teilnahm, so unter anderem vergangenen August an der Deutschland-Rallye in und um Trier, wohl nie einen Stich wird landen können? Oder ist ihm plötzlich wieder eingefallen, dass die Formel-1 dann doch die irgendwie lustigere Veranstaltung ist, mit den hübscheren Boxenludern, den eindeutig professionelleren Teams und last but not least der deutlich besseren Vergütung? – Man weiß es nicht…

Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls sehr darauf, den extremst entspannten Finnen ab der kommenden Saison endlich wieder alle zwei Wochen zügig im Kreis fahren zu sehen! Ganz nebenbei erhöht sich durch seine Wiederkehr die Zahl der aktiven F1-Champs in der Saison 2012 auf stolze sechs: als da wären – natürlich – Rekordweltmeister Michael Schumacher (Mercedes GP, 7 Titel), Sebastian „Baby-Schumi“ Vettel (Red Bull Racing, 2 Titel), Fernando Alonso (Scuderia Ferrari, 2 Titel), Lewis „Die Brechstange“ Hamilton (McLaren-Mercedes, 1 Titel), Jenson Button (McLaren-Mercedes, 1 Titel) und halt eben Kimi Räikkönen (Lotus, 1 Titel).

Immens lustig wäre es, wenn sich nun auch noch Jacques Villeneuve spontan dazu entschließen würde, sein eigentlich schon für die Saison 2010 anvisiertes Comeback mit einem eigenen Team doch noch durchzuziehen. Ist aber, wenn wir ehrlich sind, ziemlich unwahrscheinlich, dass das jemals noch mal was wird. Leider, denn ich persönlich würde den kanadischen Racer, aller alten Fehden mit „Schumi“ zu Trotze, gerne noch einmal in der Formel 1 wiedersehen! So dreht er halt auch in Zukunft bei irgendwelchen bedeutungslosen Truck-Rennen auf Ovalen irgendwo in den Vereinigten Staaten seine Runden und fragt sich, warum um Gottes Willen alles so lief wie es lief. Bitte nicht falsch verstehen, ich hatte stets viel Respekt für den Mann übrig, aber er hat einfach ein paar Fehlentscheidungen getroffen, die ihm m.M.n. seine Karriere so ein bisschen verhagelt haben!

Auffällig: Es sind dann doch die alten Recken, die der Formel 1 ihre Würze geben und bei denen man sich unendlich freut, sie doch noch mal wiederzusehen. Denn mal ehrlich: Die „Neuen“, die nachgerückten, verweichlichten Softies, die da im hinteren Mittelfeld mitfahren und sofort das Flennen anfangen, wenn’s mal etwas härter zur Sache geht, sind doch alle dermaßen blass, dass man fast das Kotzen bekommt. Sie tun halt mit, aber mehr auch nicht. Ja, ich meine euch, Chandhok, Ricciardo, Senna, Glock, Alguersuari und wie ihr alle heißt, die ihr im Prinzip ausschließlich wegen eurer Sponsoren-Millionen ins Lenkrad greifen dürft… – euch will dich niemand, aber auch wirklich niemand sehen! Die Formel 1 braucht echte Typen, nicht solche Pfeifen wie euch! Apropos echte Typen: Neben der Leistung auf der Strecke sind es auch unvergessene Szenen wie diese hier, die einen echten Champ ausmachen. ;)

Insofern ist Kimis Comeback, das wohl im Rahmen des nächsten Grand Prix in Abu Dhabi offiziell gemacht werden wird, mit das Beste, was dem Sport passieren konnte! Der Typ hat Charakter, zieht ohne Wenn und Aber sein Ding durch und gehört für mich nach wie vor zu den absoluten Top-Piloten da draußen. In diesem Sinne: Welcome back, Kimi! :)

— InaiMathi, am 6. November 2011
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