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InaiMathi Blog

The Marine

The Marine - © 20th Century FOX

Ab und an nimmt Vince McMahon, bzw. die WWE, die – auch wenn einige diesen unumstößlichen Fakt nicht wahrhaben wollen – nach wie vor populärste Wrestling Promotion der Welt, zur Abwechslung richtig Geld in die Hand und mischt sich in Form ihres Produktionsarms, der WWE Studios, unter die Produzenten.

Die beiden ersten großen Produktionen der WWE Studios, welche damals noch unter dem Namen WWE Films firmierten, waren im Jahr 2006 der in Zusammenarbeit mit Lionsgate Entertainment produzierte Horror-Sreifen „See No Evil“ mit Superstar Glen Jacobs, besser bekannt unter seinem Ringnamen ‚The Big Red Machine‘ Kane, sowie der sehr patriotisch angehauchte Actionkracher „The Marine“, welcher zusammen mit dem Hollywood-Major-Studio 20th Century FOX realisiert wurde und in dem WWE-Superstar John Cena, seines Zeichens das weltweite Aushängeschild der Company, sein Leinwanddebüt feierte.

The Marine 3 - Homefront - © WWE Studios„The Marine“ gilt nach wie vor als der erfolgreichste Film-Franchise der WWE, was nicht zuletzt an den besetzten hochkarätigen Stars liegen dürfte: In „The Marine 2“ war es Ted Di Biase Jr., der sich als todesmutiger amerikanischer Marine durch die Feindeshorden schnetzelte, und in dem am 5. März 2013 veröffentlichen Nachfolger „The Marine 3 – Homefront“, dessen Cover links zu sehen ist, hat WWE-Superstar Mike „The Miz“ Mizanin die titelgebende Hauptrolle übernommen. Zwar blieb diesem, wie schon Teil 2, ein großer Kinorelease verwehrt, dennoch können sich die bisher erziehlten DVD-Verkäufe dem Vernehmen nach sehen lassen, – auch wenn sie an den Erfolg des ersten Films, mit dem sich diese Filmreview hier befasst, nicht heranreichen.

The Marine
mit John CenaRobert PatrickKelly Carlson, u.a.
Action, USA, 2007
20th Century FOX / WWE Films

Filmtrailer

Inhalt
„Gegen seinen Willen wird der Marine John Triton (John Cena) aus dem Irak zurück in die Heimat geschickt. Zufällig werden er und seine Frau Zeugen eines brutalen Raubzugs. Der Gangsterboss Rome (Robert Patrick) und seine Gang nehmen dabei ausgerechnet Tritons Frau als Geisel und flüchten mit ihr.“ – Quelle

Kritik
Mir war von vornherein bewusst, dass man bei einem WWE-Film die eigenen Erwartungen vorsichtshalber ein wenig herunterschrauben sollte. Immerhin haben die Streifen einen Ruf weg, der gewiss nicht der beste ist. Dennoch lies ich mich so weit es mir möglich war unvoreingenommen auf „The Marine“ ein – und sah mich in meinen vorher abgelegten Vorurteilen dann doch ein Stück weit bestätigt. Ich möchte mich an dieser Stelle nun auch nicht haargenau kleinlich darüber auslassen, was man handwerklich hätte besser machen können. Zumal sicherlich nicht alles schlecht war…

Nein, John Cenas Leinwanddebüt ist zumindest mal kein totaler Reinfall – zumindest dürfte er für die einschlägige Wrestling-afine Klientel noch einigermaßen ertragbar sein: So sind die manigfaltigen Actionszenen, von denen es im Verlauf der rund anderthalb Stunden, die „The Marine“ sich Zeit lässt, um dem geneigten Zuschauer seine 0815-Handlung vorzusetzen, so einige gibt, zum Großteil ziemlich gelungen. Man merkt überdeutlich, dass John Cena unheimliche Übung darin hat, knallharte Mann gegen Mann-Fights gut zu verkaufen. Auch die Tatsache, dass er seine Stunts im Film bis auf ein, zwei kleinere Ausnahmen, in denen es der produzierenden WWE was die Versicherung ihres Superstars angeht dann wohl doch zu brenzlig wurde, selber absolviert hat, ist ihm durchaus hoch anzurechnen. Kleiner Insider: Im Film, so habe ich mir im Vorfeld sagen lassen, beherrscht Cena lustigerweise mehr Moves als im Ring der WWE, – stimmt! 😉 Nichtsdestotrotz ist Cena kein unübersehbar kein ausgebildeter Schauspieler: Dialoge wirken oft hölzern, seine ganze Gestik und Mimik, sein gesamtes Spiel vor der Kamera ist arg begrenzt und driftet vereinzelt sogar ins laienhafte ab.
Lustigerweise empfand ich auch die Performance der weiteren Darsteller nicht als so herausragend, als dass sie Cenas begrenzte schauspielerische Leitung hätten ansatzweise kitten, bzw. hätten ein wenig übertünchen können, was durchaus bemerkenswert ist, immerhin wartet der Cast von „The Marine“ mit solch prominenten Namen wie Robert Patrick und Kelly Carlson auf, die man als durchschnittlich besehener Cineast und/oder Serienjunkie durchaus kennen dürfte. Dennoch: Robert Patrick… ich mag ihn nicht, was jedoch eher etwas Grundsätzliches ist und nichts mit seinem Mitwirken in diesem Streifen zu tun hat, während, nun ja, Kelly Carlson – wie schon gefühlte hundert Mal – die kleine unschuldige blonde Bitch gibt, und meint, mit solch beschränkten Rollen in ihrer Karriere in irgendeiner Weise voran zu kommen, was natürlich in keinster Weise der Fall ist, wie man schnell feststellt, wenn man einmal einen Blick in ihre Filmographie riskiert.

Die eindimensionale, von Klischees nur so durchzogene, äußerst plumpe A-to-B-Handlung von „The Marine“ ist weitestgehend vernachlässigbar und lässt sich im Grunde mittels nur weniger Worte recht treffend zusammenfassen: Ein mehr oder minder charismatischer Gangster nimmt eine hübsche Blondine, die Freundin des Marines, als Geisel, der Held heftet sich daraufhin an dessen Fersen, um sie nach einer Hetzjagd quer durch die Pampe des Bundesstaates schlussendlich zu retten, ganz so wie ein holder Prinz das entführte Burgfräulein. Ab und an wird rumgeballert, vereinzelt fliegen sogar die Fäuste und Cena bringt den ein oder anderen seiner Wrestling-Moves ins Spiel, ein paar Mal wird – schön patriotisch – inbrünstig ein Loblied auf die Vereinigten Staaten von Amerika, The Home of the Brave angestimmt und  pünktlich zum großen Finale *hust* fliegt was in die Luft. Das war’s! Weder wartet der Film mit einem großeren Spannungsbogen auf, noch bringt er für irgendeinen der Protagonisten eine nennenswerte Weiterentwicklung mit sich. Nein, diese unheimlich seichte Suppe hat mich nun wirklich nicht begeistern können. Nicht mal ansatzweise, da mein geistiges Niveau ohne jeden Zweifel in gehobeneren Regionen bewegt!

Darüber hinaus ist es dem Film an vielen Stellen anzumerken, dass er nicht mit dem größten Budget ever ausgestattet war. Ich will dem verantwortlichen Produktionsteam rund um den verantwortlichen Regisseur John Bonito nun ganz gewiss nicht pauschal übelsten Dilettantismus vorwerfen, jedoch mutet das Ganze stellenweise schon mehr an wie ein durchschnittlich ambitionierter Abschlussfilm eines Filmstudenten von irgendeiner mittelklassigen Universität, als wie eine große Hollywood-Produktion, hinter der immerhin niemand geringeres als 20th Century FOX als Produktionsstudio steht. Mal sitzen die Schnitte nicht, viel zu hektisch und/oder plump platziert, ein anderes Mal wurde eine Szene nur rudimentär ansehnlich ins rechte Licht gerückt, dann die vermeidbaren Längen, die immer wieder negativ auffallen.
Als ich mir den Film angeschaut habe, habe ich ungelogen mehrmals hinten auf der DVD-Hülle nachgesehen, ob bei den Dreharbeiten nicht doch ein einschlägig bekannter Dr. Uwe Boll seine Finger im Spiel gehabt hatte… – und das allein spricht Bände, ach was sag‘ ich: ganze Trilogien!

Oh, und die nahezu unübersehbare, schwerwiegende Logiklücke in der ersten halben Stunde, die den Film in seiner Gesamtheit ein wenig ad absurdum führt, sei an dieser Stelle mal außen vor gelassen…

Fazit
Alles in allem hat mich „The Marine“ mit John Cena ziemlich enttäuscht. Ich hatte mir schlichtweg ein wenig mehr erhofft als einen Film mit uninspirierter 0815-Handlung, die selbst der zugedröhnteste WWE-Fan nach allerspätestens fünf Minuten durchschaut hat. Der besetzte Cast performte ebenfalls eher unterdurchschnittlich, – aber hey, die paar eingestreuten Kampfszenen waren zur Auflockerung dieses weitestgehend hingerotzten Machwerks wenigstens mal ganz nett! Aber mal ehrlich: Wenn ich sehen will, wie John Cena jemanden verdrischt, schalte ich Monday Night RAW ein! – Trash pur, allerdings von jener Sorte, die man lieber im Regal stehen lässt!

— InaiMathi, am 11. März 2013

The Marine

Genre: Action
Release: 2006
Laufzeit: 90 Minuten
Publisher: 20th Century FOX
Studio: WWE Films
Wertung
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