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InaiMathi Blog

Hearthstone – Heroes of Warcraft [Closed-Beta]

Hearthstone - Heroes of Warcraft - © Blizzard EntertainmentIch mag Sammelkartenspiele wie beispielsweise – und insbesondere – „Magic – The Gathering“ sehr und bin darüber hinaus ein großer Fan von Blizzards „Warcraft“-Universum – und ja, ich war bis 2010 auch eine ganze Weile in „World of Warcraft“ unterwegs, dem noch immer weltweit erfolgreichsten MMORPG. Eines fand schließlich zum anderen und so wurde ich schlussendlich irgendwann auf Blizzards neues Projekt „Hearthstone – Heroes of Warcraft“ aufmerksam, dessen Entwicklung ich von da an verfolgt habe. Vor ein paar Monaten, zu einer Zeit, als es noch nicht als cool galt, zu den wenigen Auserwählten zu gehören, die mit einem Key für die Closed-Beta von „Hearthstone – Heroes of Warcraft“ bedacht wurden, hatte ich mich auf der offiziellen Website zu „Hearthstone“ für einen Beta-Key beworben. Tja, und was soll ich sagen: Meine jahrelangen Abogebühren haben sich wohl positiv auf meine Berücksichtigung ausgewirkt: Am Mittwochabend trudelte jedenfalls eine eMail von Blizzard-Support in meinem Postfach ein, im Anhang ein exklusiver Beta-Key für die laufende Closed Beta zu „Hearthstone – Heroes of Warcraft“.

Nachdem ich kurz innerlich ausgeflippt war, machte ich mich sogleich dran, das Ding auf meine Platte zu saugen. Ok, erst einmal musste ich mir den neuen Battle.net Launcher besorgen, den Blizzard mittlerweile als zentrale Launch-Plattform für all seine Games nutzt. Ganz egal, ob man sich bei „World of Warcraft“ einloggen will, eine Runde „StarCraft 2“ zocken, sich in „Diablo 3“ den Horden der Hölle entgegenstellen möchte, oder wie ich einfach nur die Beta von „Hearthstone“ austesten will – alles läuft über den Battle.net Launcher.

Battle.net Launcher - © Blizzard Entertainment / Screenshot: InaiMathi.de

Nachdem bis hierher alles relativ reibungslos vonstatten ging, hieß es nun das erste Mal warten. Und zwar nicht fünf oder zehn Minuten. Sondern richtig lange. Zuerst wurde der Launcher gesaugt, installiert und geupdated. Im Anschluss daran konnte ich mir endlich den „Hearthstone“-Beta Client laden, was ebenfalls nicht gerade zügig über die Bühne ging. Nachdem der Download abgeschlossen war, wurde ich erstmal standesgemäß mit einem Crash des Launchers konfrontiert, den ich als ehemaliger „WoW“-Suchti allerdings gekonnt ausgeblendet habe. Einen Neustart später konnte ich mir letzten Endes noch das Update auf Version 1.0.0.3937 ziehen, welches ganz MMO-like zwingend vorausgesetzt wird, um das Game überhaupt starten zu können.

Dem enormen Andrang nach zu urteilen kann man schon jetzt davon ausgehen, dass Blizzard mit seinem „Magic“-Klon keinen Totalflop landen wird, wie es die Jungs von Mojang mit ihrem eher uninspirierten „Scrolls“ (Eigentlich wolle ich keinen Link setzen, denn ich gönne diesen sich selbst überschätzenden Mojang-Typen keinen müden Cent mehr! Aber ok, hier isser…) getan haben. Insbesondere, wenn sich die Gerüchtie bestätigen, wonach Blizzard plant, „Hearthstone – Heroes of Warcraft“ irgendwann zu einem festen Bestandteil eines jeden im „Warcraft“-Univerum beheimateten Videospiels zu machen. Quasi ein komplett ausgewachsenes Spiel im eigentlichen Spiel als spaßiger Zeitvertreib für all jene, die man wieder in irgendwelchen Lobbies, der WoW-bank oder dem Auktionshaus auf den Start des abendlichen Raids warten, anstatt wie eigentlich geplant fleißig zu farmen. – Aber zurück zu meinem kleinen Erfahrungsbericht zur „Hearthstone“-Beta.

Wie ihr auf den oben eingebetteten Screenshots gut erkennen könnt, bin ich, seit sich mein einstiger Gaming-PC vor anderthalb jahren verabschiedet hat, auf einem Mac unterwegs. Dementsprechend nutze ich die Mac-Version des Battle.net Launchers und zocke – logischerweise – die Mac OS X-Variante von „Hearthstone“. Da diese sich – zumindest oberflächlich betrachtet – in keinster Weise voneinander unterscheiden, dürfte meine folgende kurze Review hier auch für die Windows-Version des Spiels zutreffen, denke ich.

Und so nahm alles seinen Lauf…

Battle.net Launcher Hearthstone - /copy; Blizzard Entertainment / Screenshot: InaiMathi.de

Nach dem ersten Spielstart präsentierte sich „Hearthstone“ vom Umfang her relativ limitiert. Von den gerade einmal drei Buttons, die im Hauptmenü des Spiels zu sehen waren, waren zwei, der „Spielen“-Modus sowie die kostenpflichtigen „Arena-Wettkämpfe“, noch ausgegraut. Einzig und allein das Tutorial war freigeschaltet, was zugegebenermaßen auch durchaus Sinn macht. Das Tutorial besteht in bester „World of Warcraft“-Tradition aus einer aus mehreren (fünf oder sechs waren’s, wenn ich mich richtig erinnere) kurzen Kämpfen bestehenden, launig auf Deutsch (!) vertonten Questreihe, die mir die Grundlagen des Spiels näher gebracht hat. Besagtes Regelwerk von „Hearthstone – Heroes of Warcraft“ erinnert von seinen Grundlagen her stark an andere beliebte Tactical Card Games wie beispielsweise das von mir rezensierte „Magic 2013 – Duels of the Planeswalkers“, welches wiederum auf dem noch ein gutes Stück populäreren Sammelkartenspiel „Magic – The Gathering“ von Wizards of the Coast basiert.

Vor Beginn einer neuen Partie entscheidet man sich für eine von insgesamt neun im Spiel enthaltenen Charaktere, bzw. deren Charakterklassen. Zur Auswahl stehen die aus „World of Warcraft“ bekannten Klassen: Krieger, Schamane, Schurke, Paladin, Jäger, Druide, Hexenmeister, Magier, sowie last but not least der Priester.

Hearthstone - Heroes of Warcraft - © Blizzard Entertainment / Screenshot: InaiMathi.de

Die Wahl der Klasse entscheidet darüber, welche klassenspezifischen Spielkarten man mit in den Kampf nehmen kann. Alle Klassen teilen sich darüber hinaus einen gemeinsamen Pool an Spielkarten, die unabhängig von der gewählten Charakterklasse stets die selben Stats ihr Eigen nennen. Spielkarten unterteilen sich in solche, mittels derer sich hörige Diener beschwören lassen, die fortan auf dem virtuellen Schlachtfeld für den Spieler kämpfen, sowie in solche, die eine Auswirkung auf den Helden, die Verkörperung des Spielers im Spiel, mit sich bringen. So lassen sich durch spezielle Karten etwa die Dolche des Schurken aufwerten, Druiden beschaffen sich ein Schild, das sie vorerst immun gegenüber gegnerischen Angriffen macht, und der Hexenmeister opfert eigene Lebenspunkt für Seelenkristalle, mittels derer sich weitere Karten ins Spiel bringen lassen. Auch Spontanzauber sind möglich, etwa gewaltige Feuerbälle, die dem feindlichen Helden 10 Lebenspunkte auf einmal abziehen, oder Kältezauber, mit denen Diener eingefroren und so für die nächsten Runden aus dem verkehr gezogen werden können

Mit den meisten Karten lassen sich jedoch ganz klassisch Diener beschwören. Viele von ihnen besitzen spezielle Skills, wie etwa „Ansturm“ (dürfen sofort nachdem sie ins Spiel gebracht wurden angreifen), „Kampfgebrüll“ (z.B.: der Spieler darf eine oder mehrere Karten ziehen) oder aber den mit Abstand wichtigsten von allen „Spott“. Diener, die die Eigenschaft „Spott“ auf ihrer Karte vermerkt haben, fungieren als Blocker, mittels derer Gegner daran gehindert werden können, Attacken direkt auf den Helden zu richten. Ist ein Blocker auf dem Spielfeld, was nicht gerade selten vorkommt, muss dieser möglichst zügig eliminiert werden, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Blöd: Viele mit der Eigenschaft „Spott“ bedachte Diener können nicht bloß blocken, sondern zusätzlich auch angreifen, was diverse Strategien und taktische Vorgehensweisen ermöglicht.

Das große Ziel eines jeden Kampfes besteht darin, den gegnerischen Helden zu Fall zu bringen, sprich: von den 30 Lebenspunkten, mit denen jeder Held zu Beginn einer neuen Partie dasteht, darf kein einziger mehr übrig bleiben. Wem dies zuerst gelingt, darf sich als Sieger der Partie betrachten. Ich habe nun bereits mehrere Charakterklassen über Level 25 gespielt, und kann sagen: Nur äußerst selten einmal kommt es vor, dass eine Runde länger als 5 Minuten dauert. Blizzard ist es tatsächlich gelungen, mit „Hearthstone“ ein gleichermaßen zugängliches wie taktisch anspruchsvolles TCG mit einigem Tiefgang auf die Beine zu stellen, was ich anfangs absolut nicht gedacht hätte. Da die einzelnen Kämpfe nicht wirklich lange dauern, habe ich mich immer wieder dabei erwischt, einfach „mal eben“ wieder eine Runde zu zocken, obwohl ich eigentlich etwas anderes vor hatte. Und genau das würde es so bei Schwergewichten des Genres wie eben dem eingangs erwähnten „Magic – The Gathering“ nie geben. Das liebe ich so an „Hearthstone“!

Hearthstone - Heroes of Warcraft - © Blizzard Entertainment / Screenshot: InaiMathi.de

Wer sich nun fragt: „Moment mal, ist Blizzard unter die Samariter gegangen?! Wie will Blizzard denn daran jemals etwas verdienen?!“, den kann ich beruhigen: „Hearthstone“ hat definitiv ein Geschäftsmodell. Allerdings eines, das nicht auf den ersten Blick auszumachen ist, jedoch durchaus Sinn ergibt, wenn man sich ein wenig länger mit dem Spiel beschäftigt hat.

Neue Spielkarten lassen sich nämlich auf dreierlei Arten freischalten. Entweder klassisch, indem man sie als Geschenk nach erfolgreichen Matches erhält (zumindest anfangs ist dies oft der Fall) oder aber durch die Absolvierung spezieller täglicher Missionen. Etwa drei Siege zu erringen oder aber 40 gegnerische Diener um die Ecke zu bringen. Die berühmt-berüchtigten WoW-Tagesuafgaben lassen grüßen, im Prinzip sind diese Quests nichts anderes und ähnlich simpel gestrickt. Die dritte und mit Abstand einfachste Methode an neue Spielkarten zu gelangen, ist auf dem Screenshot oben zu sehen. Vom Hauptmenü des Spiels aus gelangt man mit nur einem Klick in den „Hearthstone“-Shop. Hier lässt sich die Spielewährung Gold gegen so genannte Profikarten eintauschen. Oder – und jetzt aufgepasst – all jene, denen es schlichtweg zu lange dauert, dutzende Missionen zu absolvieren, um so peu a peu Gold für neue karten zu sparen, können alternativ auch einfach die Kreditkarte zücken und sich zwei (Kostenpunkt: 2,69 Euro), sieben (8,99 Euro), fünfzehn (17,99 Euro) oder gigantisch anmutende 40 Profipackungen (44,99 Euro) mit jeweils 5 neuen „Hearthstone“-Sammelkarten kaufen. Welche Karten man bekommt, entscheidet einzig und allein der Zufall (bzw. irgendein geheimer Algorithmus). Garantiert wird lediglich, dass in jeder Profipackung „mindestens eine Karte von seltener oder besserer Qualität enthalten ist. Ob diese überdurchschnittlich gute Karte dann allerdings auch für die jeweils favorisierte Klasse genutzt werden kann, steht auf einem anderen Blatt.

Apropos Spielkarten: Ich habe nun wirklich schon so manches Sammelkartenspiel gezockt, doch noch nie – die herausragenden „Magic“-Karten einmal außen vor gelassen – sind mir dabei solche großartig entworfenen Motive untergekommen! Zwar passen sie sich vom Stil her an die restliche farbenfrohe Comic-Optik an, nichtsdestotrotz glänzen sie durch viel Charme und enorme Liebe zum Detail. Einige spezielle, extrem rare Karten haben anstelle einer starren Illustration sogar ausgearbeitete Animationen spendiert bekommen. Auch die überdimensionalen Avatare sind den Machern wirklich ausgesprochen gut gelungen. Nur:  Vielleicht sollten insbesondere letztere standardmäßig animiert daher kommen. Zwar wäre dies eine lediglich optische Verbesserung, ich könnte mir jedoch vorstellen, dass dies dem ansonsten recht starren Treiben auf dem Spielfeld gut zu Gesicht stehen würde.

Natürlich hat Blizzard auch an einen mächtigen Deck-Manager gedacht, mit dessen Hilfe alle bisher gesammelt Spielkarten komfortabel und übersichtlich verwaltet werden können. So lassen sich Schritt für Schritt starke Decks und Sets zusammenstellen. Ist man nach erfolgreicher Herumsortiererei der Meinung, maximal 30 ideal aufeinander abgestimmte „Hearthstone“-Spielkarten gefunden zu haben, lässt sich das Ergebnis im Handumdrehen abspeichern und beim nächsten Duell online oder gegen den Computer einsetzen. Insgesamt können neun verschiedene Sets in der Battle.net-Cloud abgespeichert werden, ein Set für jede im Spiel enthaltene Charakterklasse.

Hearthstone - Heroes of Warcraft - © Blizzard Entertainment / Screenshot: InaiMathi.de

Ein wenig versteckt aber nichtsdestotrotz vorhanden ist das Crafting-Feature, welches in der deutschen Version des Spiels ein wenig uncool „Herstellmodus“ genannt wird. Wer will, kann hier doppelte oder sonstige nicht gebrauchte Spielkarten entzaubern. Aus der auf diese Weise gewonnenen Ressource lassen sich wiederum neue Karten craften. Dabei gilt die Fausregel: Je seltener eine Karte ist, desto mehr Materialien lassen sich aus ihr gewinnen. Im Umkehrschluss bedarf die Anfertigung guter und sehr guter Spielkarten selbstredend auch mehr Ressourcen. Alles in allem ist das Crafting in „Hearthstone“ eine grundsätzlich gute Idee. Allerdings werden auf lange Sicht gesehen wohl nur solche Spieler Spaß daran haben, die einen steten Zufluss neuer Karten zu verzeichnen haben. Sprich: jene, die so viel spielen, dass sie sich täglich neue Spielkarten per Ingame-Währung leisten können, oder aber solche, die im Pay-2-Win-Style eine Menge echtes Geld in das Spiel investieren, um sich ganz oben auf den – aktuell noch nicht existenten (zumindest sind sie nicht öffentlich einsehbar) – Bestenlisten des Spiels wiederzufinden.

Ein dicker, fetter Pluspunkt: Sofort war ich eingenommen von dem grandiosen WoW-Charme, den „Hearthstone“ an allen Ecken und Enden versprüht. Menüs und Interface erinnern von ihrer Optik her sehr an das gute alte Warcraft / WoW-Feeling. Soll heißen: Große, wuchtige Schaltflächen und Knöpfe, große Schrift, gutes optisches wie akustisches Feedback zu getätigten Aktionen. Ich mochte schon seinerzeit den Look’n’Feel von „World of Warcraft“ – und nicht anders ergeht es mir hier. Auch die Schlachtfelder, auf denen die Fights ausgetragen werden, lehnen sich an bekannte Städte und Regionen aus Blizzards populärem MMORPG an: So duelliert man sich u.a. in den Gassen Stormwinds, im zugewucherten Stranglethorn Valley oder aber vor den gewohnt wuchtigen Toren Orgrimmars. In der fertigen Fassung, da bin ich mir ziemlich sicher, wird Blizzard sicherlich noch die ein oder andere weitere Örtlichkeit hinzufügen. Alle Locations kommen in kunterbunter, hübsch animierter Comic-Grafik daher, die glatt 1-zu-1 dem „Warcraft“-Universum entsprungen sein könnte. Das gleiche lässt sich über die Zauber und weitere grafische Effekte behaupten.
Auch die Soundeffekte: ein Traum! Jeder, der wie ich eine ganz schöne Zeit damit verbracht hat Azeroth zu durchstreifen, wird zahlreiche Soundfiles wiedererkennen. Einige von ihnen wurden sogar unverändert dem MMORPG entnommen, andere stammen dagegen aus „Warcraft 3“: Etwa die Stimme eines Ork-Arbeiters, der jedesmal ein „Job’s done!“ verlauten lässt, sobald in der aktuellen Runde für den Spieler keine weitere Aktion mehr möglich ist. Ich fühlte mich jedenfalls sofort heimisch und betrachte die grafische Umsetzung wie das Sounddesign des Titels für sehr charmant und gelungen!

Zwischenfazit
Blizzard preist „Hearthstone – Heroes of Warcraft“ als – Zitat – „schnelles strategisches Kartenspiel für jeden“ an. Und genau das ist es auch: „Hearthstone“ vereint Zugänglichkeit mit einer gehörigen Portion Komplexität, die sich einem jeden Spieler offenbart, der sich ein wenig eingängiger mit dem Spiel befasst, und ist einfach eine Freude für jeden, der sich für phantastische Sammelkartenspiele wie „Magic – The Gathering“ interessiert und kein chronisches Problem mit dem in den Augen vieler doch sehr speziellen „Warcraft“-Universum hat. Ich für meinen Teil habe nun bereits einige Stunden auf den Straßen von Azeroth verbracht und habe definitiv nicht vor, so schnell wieder aufzuhören. „Hearthstone“ lädt immer wieder auf eine schnelle Partie ein, – genau so soll’s sein!

Blizzards Entertainments „Hearthstone – Heroes of Warcraft“ ist free-to-play und kann auf der offiziellen Website zum Spiel heruntergeladen werden.

— InaiMathi, am 7. Dezember 2013
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