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InaiMathi Blog

Guide: Mac OS startet extrem langsam

Apple LogoIch liebe meinen iMac. Seit ich mir 2006 meinen ersten Apple-Rechner ins Haus geholt habe, lasse ich auf die Dinger nichts kommen! Meiner Meinung nach sind Computer aus dem sonnigen Cupertino, Kalifornien nach wie vor die beste PC-Hardware, die man für sein hart erarbeitetes Geld kaufen kann. Da kann sich Microsoft mit seinen Surface-Gedöns noch so sehr ins Zeug legen, an einen apple’schen iMac und/oder MacBook kommen die Dinger in Sachen Design, Performance und gelieferte Qualität nicht ran!

Doch nicht alles, was stylish silbergrau in der Sonne vor sich hin glänzt, ist grandios, magical und flawless: Wie (fast) jeder Apple-Nutzer, ausgenommen all jene, die gerne in ihrer Reality-Distortion-Bubble vor sich hin wabern, wissen dürfte, beginnen einige Monate nach der ersten Inbetriebnahme eines jeden neuen Macs die ersten Problemchen und Probleme sich im Alltag bemerkbar zu machen. Eines der imho ätzendsten sind peu á peu immer länger werdenden Wartezeiten beim Hochfahren des Macs, mit denen ich erst vor ein paar Tagen wieder zu kämpfen hatte. Diese extremen Bootzeiten, die gefühlt gar kein Ende mehr nehmen wollen – mein persönlicher Rekord liegt bei sage und schreibe 37 Minuten (sic!) -, dürften Nutzern, die von regelmäßigen Neustarts des Systems nicht allzu viel halten, in den ersten paar Monaten, in welcher der Enthusiasmus nach dem Kauf noch voll präsent ist, nicht sonderlich auffallen. Wenn dann aber ein Neustart doch mal zwingend erforderlich ist, beispielsweise aufgrund eines unlängst aufgespielten Updates oder gar der Neuinstallation von Mac OS, dessen Installationsvorgang durch einen Neustart abgeschlossen werden soll, ist der Frust umso größer und das beschriebene Problem umso nerviger. Im Rahmen dieses bewusst kompakt gehaltenen How-To Guides möchte ich eine Lösung für das Beheben der beschriebenen extrem langen Boot-Zeiten von Mac OS aufzeigen. Denn: Irgendwann wird jeder von ihnen heimgesucht!

Vorab sei darauf hingewiesen, dass der folgende How-To Guide wie immer ausdrücklich keine Empfehlung für eine Anwendung der beschriebenen Tipps und Tricks darstellt, sondern lediglich wiedergibt, was mir in meinem speziellen Fall geholfen hat! Zudem empfiehlt es sich, vor Beginn ein Backup sämtlicher Daten anzulegen, falls während der „Reparatur“ wider erwarten doch mal etwas nicht ganz glatt laufen sollte.

1. Festplatte defragmentieren
Während des Startprozesses checkt das Betriebssystem Mac OS die im Computer verbaute(n) Festplatte(n) auf eventuell vorhandene Fehler und sonstige Unregelmäßigkeiten. Der Fortschritt des Checks wird dabei durch den weißen Ladebalken unter dem Apple-Logo für den Nutzer visuell dargestellt. Je nachdem wie fragmentiert, also von einzelnen kleinen wie großen Datenblöcken zersetzt, die HDD sich präsentiert, umso länger dauert der Check, was sich wiederum gegebenenfalls wiederum negativ auf die Dauer des Hochfahrens auswirken kann.

Disk Utility - Screenshot: © InaiMathi.de

Es empfiehlt sich also, „von Hand“ nachzuhelfen und eine vollständige Defragmentierung der Festplatte vorzunehmen, damit auf eben dieser wieder halbwegs Ordnung herrscht und der Startvorgang wieder zügiger vonstatten geht. Um unter Mac OS eine Defragmentierung in die Wege zu leiten, öffnet man den Finder (oder benutzt die Spotlight-Suche von Mac OS), sucht nach der „Disk Utility.app“ (dt.: „Festplatten-Dienstprogramm“) und führt diese aus. Direkt nach dem Start der App bekommt man die folgenden Basic-Informationen zur verbauten HDD (siehe Screenshot) präsentiert: Und zwar, wie hoch die Gesamtkapazität der Festplatte ist, wie viel Speicherplatz bereits belegt ist sowie wie viel Speicherplatz durch eine erfolgreich durchgeführte Defragmentierung zurückgewonnen werden kann. Nun oben in der Programmleiste auf den Button „First Aid“ („Erste Hilfe“) klicken und das Programm anschließend einmal durchlaufen und seine Arbeit verrichten lassen. Je nach Gesamtvolumen, Belegung und Fragmentierung der Festplatte, kann der Abschluss der Operation eine Weile dauern. In meinem Fall waren es rund 10 Minuten Wartezeit, in denen der Mac nicht uneingeschränkt benutzt werden konnte, was man vorab auf jeden Fall bedenken sollte.

Vorteile der Defragmentierung: Nicht nur der Startprozess des Mac OS wird ggf. spürbar beschleunigt, auch die Startzeiten von Programmen werden reduziert sowie der allgemeine Workflow am Mac geht erheblich flotter vonstatten. In dieser Hinsicht sind sich Microsofts good ol‘ Windows und Apples Mac OS gar nicht mal so unähnlich. ;)

2. System-Cache löschen
Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte nun auch noch der System-Cache, bzw. der Arbeitsspeicher des Macs geleert/wieder freigegeben werden. Im Cache legt Mac OS diverse Einstellungen ab, darunter die Konfiguration des Betriebssystems an sich, sowie Konfigurationsdateien von sämtlichen auf der Festplatte installierten Programmen, die vom Nutzer mindestens einmal ausgeführt wurden. Der System-Cache kann mit den Monaten (und Jahren) ziemlich anwachsen und von Daten von Programmen zugemüllt sein, von denen man sich vielleicht schon vor einiger Zeit wieder getrennt hat und sie infolge dessen schon längst wieder von der Festplatte gekickt hat. Bei jedem Startvorgang werden die besagten Daten-Überbleibsel allerdings von Mac OS gecheckt, ausgelesen und ggf. in den Systemspeicher geladen, was einige unnötige Zeit in Anspruch nehmen kann, insbesondere wenn es dabei zu wie auch immer gearteten Konflikten kommt.

Terminal SUDO purge - Screenshot: © InaiMathi.de

Um unter Mac OS den System-Cache zu leeren und dadurch unnötigerweise belegten Arbeitsspeicher freizugeben, öffnet man über den Finder die „Terminal.app“, gibt den Befehl „SUDO purge“ (ohne „“) ein – checkt doppelt, ob man sich beim Eintippen nicht verschrieben hat, denn dies könnte unter Umständigen höchst unschöne Konsequenzen nach sich ziehen! – und veranlasst mit einem beherzten Druck auf Enter die Ausführung des Befehls. Diese kann (und wird) ebenfalls ein paar Minuten in Anspruch nehmen.

3. Neustart des Computers
Nach Abschluss beider Tipps empfiehlt sich ein kompletter Neustart des Computers. Dieser dürfte, wenn alles glatt gelaufen ist, nun erheblich zügiger vonstatten gehen!

Sollte dem nicht so sein, wäre es sicherlich nicht verkehrt, den Support im Apple Store des Vertrauens zu Rate zu ziehen. Denn in diesem Fall deutet leider einiges auf einen Defekt der Festplatte und/oder des Arbeitsspeichers hin, – zumindest, wenn man dem ein oder anderen mehr oder minder fachkundigen Artikel im Web Glauben schenkt.

— InaiMathi, am 31. Juli 2017
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