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InaiMathi Blog

Guide: Die Ultimative Autowäsche & Lackversiegelung in 5 simplen Arbeitsschritten

Ganz egal, ob ein wunderschöner Neuwagen oder ein bereits etwas betagteres Kfz in der Garage steht, ob im Frühjahr, Sommer, Herbst oder im Winter: Wer sein Auto liebt, der wäscht – und zwar von Hand! Man kann im Grunde keinen größeren Fehler machen als seinen heißgeliebten Wagen zur Tankstellen-Waschanlage um die Ecke zu fahren und ihn ebendort binnen weniger Minuten maschinell reinigen zu lassen. Eine solche bequeme Autowäsche, die sich die Betreiber zudem gut bezahlen lassen, führt in der Regel zu nichts weiter als oberflächlicher Sauberkeit, die bereits nach wenigen Tagen schon wieder Geschichte ist. Zudem handelt man sich in Waschanlagen nicht selten höchst unschöne Kratzer ein, welche in der Regel von abgenutzten Waschbürsten und verdreckte Wischlappen verursacht werden. Je nach gewähltem Waschgang, gibt’s zum Abschluss außerdem noch eine ungleichmäßige Wachsschicht als Topping oben drauf, mit der man sich anschließend herumschlagen darf.

Für persönlich mich steht fest: Eine langanhaltende Reinigung des Wagens wird ausschließlich durch eine gewissenhaft durchgeführte Handwäsche erreicht. Im Rahmen dieses kompakten How-To Guides werde ich, Schritt für Schritt detailliert erklärt, meine ganz persönliche „Ultimative Autowäsche“ beschreiben, die sich bei meiner Mercedes-Benz A-Klasse W176 und meinem Mazda 3 bewährt hat. Sie umfasst die Tiefenreinigung und optische Aufwertung des Autolacks sowie das Auftragen einer wirksamen Schutzschicht, bzw. Versiegelung gegen UV-Strahlung und kleinere Kratzer. Darüber hinaus möchte ich Neulingen vielleicht den ein oder anderen hilfreichen Tipp an die Hand geben. Nicht eingehen werde ich an dieser Stelle auf die Reinigung der Cockpit-Scheiben und Radfelgen, da dies den Rahmen dieses Guides sprengen würde. Stattdessen folgen zwei eigenständige Guides.

Vorbereitung

Ich persönlich muss immer ein wenig schmunzeln, wenn ich den ein oder anderen Nachbarn mit einem kleinen mit Wasser gefüllten Eimerchen vom letzten Strandurlaub, einem gelben Schwamm und vielleicht zwei ollen Putztüchern ausgerüstet und mit angestrengtem Blick neben seinem Wagen hocken sehe, sichtlich bemüht, dem Dreck auf Karosserie, Scheiben und Felgen irgendwie Herr zu werden. Ganz ehrlich: Das am Ende des Tages erzielte Waschergebnis kommt der verwendeten Ausstattung meistens recht nahe, – es fällt nämlich nicht sonderlich überzeugend aus.

Damit man nicht ebenfalls ein solch trauriges Bild abgibt, schauen man sich am besten vorab im Baumarkt seines Vertrauens (z.B. bei OBI, Bauhaus, Hornbach oder im Hagebau Markt), oder – weil’s bequemer ist – bei Amazon.de oder alternativ einem Autoschrauber-Onlineshop wie beispielsweise KfzTeile24 nach passenden Wasch-Utensilien um.

Für die Ultimative Autowäsche & Lackversiegelung á la InaiMathi werden benötigt:

  • Sprühflasche mit min. 2L Inhalt (bei Amazon)
  • 2 Putzeimer á 10L (bei Amazon)
  • Mikrofaser-Waschhandschuh (bei Amazon)
  • ~200g Reinigungsknete (bei Amazon)
  • 6 Mikrofasertücher (bei Amazon)
  • SONAX 314541 Auto-Shampoo (bei Amazon)
  • 3 Mikrofaser-Trockentücher (bei Amazon)
  • Meguiar’s Hi-Tech Yellow Canauba Wax (bei Amazon)
  • 3 Meguiar’s Mikrofaser-Poliertücher (bei Amazon)

Bestellt man sich die von mir zusammengestellte Reinigungsausstattung über den Online-Versandhändler Amazon.de, so kommt man auf Anschaffungskosten in Höhe von knapp 100 Euro (Stand: November 2017). Das mag auf den ersten Blick vielleicht happig klingen, nach allerspätestens einem halben Jahr dürfte sich diese Investition in die Sauberkeit sowie den Schutz des eigenen fahrbaren Untersatzes jedoch bezahlt machen. Bei der Zusammenstellung habe ich auf einen guten Kompromiss zwischen Qualität und Kosten geachtet. Sämtliche aufgeführten Produkte sind keinesfalls Platzhalter, sondern werden von mir privat genutzt, und sind zudem in der mittleren Preisklasse angesiedelt; es geht also auch noch deutlich teurer. Wer das für sein Ego braucht, – bitte. Der Mehrwert einer kostspieligeren Ausstattung hält sich meiner Meinung nach allerdings in engen Grenzen.

Der Zeitaufwand für Autowäsche & Finish beträgt ca. 90 Minuten.

InaiMathis Ultimative Autowäsche

Schritt 1: Gründlich einseifen
Schon die beiden anfänglichen Arbeitsschritte, die Entfernung von oberflächlichen Verschmutzungen sowie Rückständen alter Reinigungsprodukte und des eventuell im Rahmen einer vorigen Wäsche aufgetragenen Wachses, sind immens wichtig und sollte entsprechend umsichtig durchgeführt werden;. Wer hier schludert, wird sich später ärgern! Im folgenden ersten Arbeitsschritt wird gewissermaßen die Basis gelegt für die spätere Tiefenreinigung des Fahrzeuglacks. Im Idealfall führt man diesen Schritt mit einem Power-Washer (oder einem Gartenschlauch mit angeschlossenem Waschaufsatz) aus. Alternativ kann jedoch auch eine dezent kleinere und nicht zuletzt kostengünstigere Variante gefahren werden: eine simple 2L-Sprühflasche, die allerdings weitaus mehr Aufwand nach sich zieht, weil sie schlicht und ergreifend regelmäßig nachgefüllt werden muss. Einfach warmes Wasser mit handelsüblicher Haushaltsseife vermischen, so dass eine schön-schaumige Seifenlauge entsteht. Diese nun großflächig auf den Lack aufsprühen und einige Minuten einwirken lassen (allerdings nicht zu lange, damit die Lackschicht keinen Schaden nimmt!), damit oberflächliche Verschmutzungen (Staub, Dreck, Vogelkot, Fliegenschiss etc) und sowie Fette und Öle (z.B. Wachsreste) angelöst werden. Anschließend mit klarem Wasser abspülen, bis die Lauge samt der gelösten groben Verschmutzungen vom Lack entfernt wurde.

Schritt 2: Oberflächliche Verschmutzungen entfernen
Nun den Lack nochmals großzügig mit frischer Seifenlauge einsprühen und anschließend mit Hilfe eines sauberen Mikrofaser-Waschhandschuhs gut reinigen. Letzterer kommt dank seiner speziell für die Autoreinigung optimierten Struktur auch in kleine Ecken und Kanten und hält einmal gelösten Schmutz in der Faser fest. Wichtig: Den Lack grundsätzlich von oben nach unten, und ausladenden, dem Karosserieverlauf folgenden Wischbewegungen reinigen. Keinesfalls kreisen oder wild hin und her wischen, da dies u.U. zu Kratzern führen könnte! Den Handschuh regelmäßig in einem zuvor bereitgestellten 10L-Putzeimer mit klarem Wasser reinigen und ggf. von von der Mikrofaser aufgenommenen größeren Schmutzpartikeln befreien. Dadurch wird die Gefahr reduziert, sich durch eventuell noch auf dem Lack verbliebenen hartnäckige Schmutzpartikel unschöne Schleif- und/oder Kreiselkratzer einzuhandeln, welche sich nach einigen Jahren unsachgemäß durchgeführter Handwäschen schon mal höchst negativ auf die Anmutung des Autolacks auswirken können! Anschließend nochmals mit klarem Wasser nachgehen und die verbliebenen Reste der Seifenlauge runterspülen.

Vorsicht: Sollte der Waschhandschuh einmal aus Versehen großflächig den Boden berühren, insbesondere mit seiner Reinigungsfläche, so sollte man diesen nicht weiterverwenden, da er vom Boden Dreck, kleine Steinchen und/oder sonstige kaum sichtbare spitze Gegenstände aufgenommen haben könnte, welche wiederum zu verheerenden Kratzspuren auf dem Lack führen könnten!

Schritt 3: Hartnäckigen Schmutz entfernen
Als nächstes gehen wir den – je nach Lackbeschaffenheit – mal mehr, mal weniger ausgeprägt vorhandenen hartnäckigen Ablagerungen und Verschmutzungen auf dem Lack an den Kragen: Ein Stück der zuvor bereitgelegten Auto-Reinigungsknete zur Hand nehmen, die zu behandelnden Stellen auf dem Lack gut mit Seifenlauge einsprühen und mit der Knete behutsam mit mehreren Wiederholungen abstreichen. Dabei möglichst keinen all zu festen Druck auf den Untergrund ausüben, da dies unter Umständen zu Dellen führen könnte. Die praktische Reinigungsknete arbeitet gewissermaßen wie ein feiner Radierer, entfernt auf der Lackoberfläche festsitzende hartnäckige Verschmutzungen (jedoch ohne dabei die oberste Lackschicht, den Klarlack, anzugreifen, bzw. abzutragen) und hält diese aufgrund ihrer klebenden Beschaffenheit fest.

Für eine Behandlung mit der Reinigungsknete geradezu prädestiniert sind Lackstellen, die sich grundsätzlich nicht „glatt“ anfühlen, bei denen beim sanften Darüberstreichen mit der bloßen Hand ein merklicher Widerstand spürbar ist, die grundsätzlich stumpf anmuten. Beispielsweise die Motorhaube, Kotflügel und die Türen. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, behandelt natürlich sämtliche lackierten Oberflächen seines Fahrzeugs, allerdings braucht es dafür schon einige Knetblöcke in Reserve. Für den Aufwand wird man im Anschluss an die Behandlung jedoch mit einer ultra-sauberen Oberfläche sowie mit einem grandiosen Glanz belohnt!

Wichtig: Bei der Anwendung der Auto-Reinigungsknete unbedingt darauf achten, dass stark verschmutzte und ggf. mit Schmutzpartikeln zugesetzte Flächen der Knetmasse nicht mehr zur direkten Reinigung benutzt werden, sondern mit etwas Geschick „nach innen umgeknetet“ werden. Dadurch wird die Gefahr verringert, dass man sich mit aufgenommenen Schmutzpartikeln unschöne Kratzer einhandelt!

Schritt 4: Tiefenreinigung des Lacks
In Arbeitsschritt Nummer 4 wird für perfekte Reinheit und Oberflächenglanz gesorgt: Einfach im zweiten bereitgestellten Putzeimer das SONAX 314541 Auto-Shampoo (hat sich in meinem Fall über die Jahre bewährt) gemäß den Herstellervorgaben, die auf der Packungsrückseite zu finden sind, anmischen und den Wagen wie gewohnt mit einem Waschhandschuh oder Mikrofasertüchern reinigen. Auch hier ist darauf zu achten, dass man lange, dem Karosserieverlauf entlang folgende Reinigungsbewegungen ausführt und keinesfalls ins „Kreiseln“ oder unkoordinierte „Hin-und-her-Wischen“ verfällt! Mittels des Auto-Shampoos werden die allerletzten noch verbliebenen Verschmutzungsrückstände entfernt. Außerdem sorgt es für einen strahlenden Glanz!

Anschließend mithilfe eines dicken saugstarken Mikrofaser-Trockentuchs die verbliebene Feuchtigkeit von der Lackoberfläche wegnehmen und polieren. Auch hier haben sich lange, ausladende Wisch-Bewegungen und möglichst wenig ausgeübter Druck bewährt. Den Anfang macht man an der höchsten Stelle der Karosserie und arbeitet sich kontinuierlich nach unten vor. Ansonsten könnten herunter laufende Wassertropfen auf dem bereits trockenen Lackflächen für unschöne Schlieren sorgen.

Schritt 5: Wachs-Schutzschicht auftragen
Für die meisten „Sonntags-Wascher“ ist die Autoreinigung spätestens an dieser Stelle beendet. Doch wir legen noch eine Schippe drauf und versiegeln das sicherlich jetzt schon hervorragernde Ergebnis unserer Arbeit durch eine schützende Wachsschicht. Diese sorgt nicht nur für einen noch grandioseren Tiefenglanz und erhöht die Widerstandsfähigkeit der obersten Lackschicht, sondern konserviert das Reinigungsergebnis zudem – je nach vorherrschender Witterung und Hersteller – für einige Wochen, wenn nicht sogar für einige Monate!

Ich persönlich vertraue seit jeher auf Autowachse aus dem Hause Meguiar. Im Falle dieses Guides kommt Meguiar’s Hi-Tech Yellow Canauba Wax zum Einsatz, welches gute Qualität bei einem gleichzeitig noch vertretbaren Anschaffungspreis bietet. Der Dose liegt i.d.R. ein praktisches Applikator-Pad bei, mit dessen Hilfe sich der Wachs bequem auftragen lässt. Einfach der Dose mit dem Pad genügend Wachs entnehmen und diesen anschließend als eine dünne, jedoch nicht zu dünne Schicht auf den zuvor tiefengereinigten Lack auftragen. Die Auftragungsrichtung sollte – in Anlehnung an die Reinigungsbewegungen der vorangegangenen Arbeitsschritte – dem Verlauf der Karosserie folgen: Lange, ausladende Bewegungen, keinesfalls kreisförmig wischen! Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass man immer nur kleinere Lackbereiche einwachst, sprich: nur die Motorhaube, den Kotflügel, eine Wagentür etc auf einmal. Werden aus Versehen Teile der (schwarzen) Plastikverkleidung eingewachst, sollte man den Wachs ebendort zügig mit einem sauberen Tuch entfernen. Ansonsten kann es zu weißen Verfärbungen kommen, die sich, einmal getrocknet, nicht mehr so leicht entfernen lassen. Auch sollte der Wagen während dem Auftragen der Wachsschicht nicht in der prallen Sonne stehen, da die Erwärmung der Lackoberfläche zu Unregelmäßigkeiten bei der Deckkraft der Wachsschicht führen kann.

Nach zirka 5-7 Minuten sollte der aufgetragene Autowachs eingezogen und somit bereit zur finalen Politur sein. Zum Testen, einfach mit dem Finger kurz über den eingewachsten Lack streichen. Verschmiert dieser daraufhin nicht, sondern kann wie feiner weißer Staub nach vorn weggeschoben werden, ist der Lack „gesättigt“ und der richtige Zeitpunkt zum Auspolieren gekommen! Nun nimmt man ein sauberes Mikorfaser-Trockentuch sowie ein Mikrofaser-Poliertuch zur Hand, um dem Lack den allerletzten Schliff zu geben: Mit dem Trockentuch werden erst die verbliebenen Wachsreste abgetragen, – abermals durch lange, dem grundlegenden Karosserieverlauf folgende Wisch-Bewegungen. Anschließend mit dem Poliertuch sanft auf Glanz nachpolieren. Setzt sich ein Tuch zu sehr mit Wachs zu, was mit der Zeit unweigerlich passiert, sollte es gegen ein frisches ausgetauscht werden, um nicht zu riskieren, dass das Ergebnis durch Wachsspuren und/oder -Schlieren gemindert wird.

Done! :)

— InaiMathi, am 20. November 2017
Hinweis: Die im Rahmen meiner How-To Guides vermittelten Informationen, Tipps & Tricks wurden von mir nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Befolgung ausdrücklich auf eigene Gefahr! Für eventuell auftretende Schäden übernehme ich keine Haftung!
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