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InaiMathi Blog

Godzilla

Godzilla - © Warner Bros.

Er ist einer von Japans größten Exportschlagern: Godzilla. Die sympathische alles zerstörende Urzeitechse mit dem feurigen Atem hat es inzwischen auf sage und schreibe 30 mehr oder weniger gelungene Filme gebracht, von denen lediglich zwei außerhalb Japans produziert wurden. Nämlich der 1998 vom deutschen Katastrophen-Regisseur Roland Emmerich inszenierte „Godzilla“-Streifen, der bei Hardcore-Fans einen, nun ja, nicht ganz so guten Ruf genießt, sowie die aktuelle vom Hollywood-Studio Warner Bros. gestemmte Verfilmung, die im Mai 2014 in den deutschen Kinos anlief.

Im Land der aufgehenden Sonne wurden „Godzilla“ geradezu hingebungsvoll drei Film-Reihen gewidmet: Der erste Zyklus, die sogenannte Showa-Staffel, wurde in den Jahren 1954 bis 1975 realisiert und bringt es auf insgesamt imposante 15 Filme. Den Auftakt machte im Jahr 1954 der vom japanischen Regisseur Ishirō Honda inszenierte Schwarz-Weiss-Film „Godzilla“ (org. ゴジラ / Gojira), der bei Fans nach wie vor Kultstatus inne hat und allgemein hin als Meilenstein der Filmgeschichte gilt. Die folgende Hensei-Staffel wurde von 1984 bis 1995 und umfasst immerhin noch sieben „Godzilla“-Abenteuer. Die Millenium-Staffel ist die bis dato letzte der Reihe und nach Meinung vieler Fans – mich eingeschlossen – auch die mit Abstand schwächste. Zwischen 1999 und 2004 wurden insgesamt 6 Streifen über das Treiben der Riesenechse produziert.

Da meine Liebste und ich es im vergangenen Mai aus unerfindlichen Gründen nicht geschafft hatten, uns den neuen „Godzilla“ bei Coke, Popcorn und lecker Nachos mit Käse im Cinedom zu geben, haben wir es uns selbstredend nicht nehmen lassen, uns den Streifen direkt am Erscheinungstag auf Blu-Ray ins Regal zu stellen. Eindrücke, die ich während unseres letzten DVD-Abends gesammelt habe, sind in die folgende Filmkritik zu „Godzilla“ eingeflossen…

Godzilla
mit Aaron Taylor-Johnson, Bryan Cranston, Elizabeth Olsen und Ken Watanabe
2014, Katastrophenfilm, 123 Minuten
Legendary Pictures / Warner Bros.
www.GodzillaMovie.com

Filmtrailer

Inhalt
„Im Sommer 2014 präsentieren Warner Bros. Pictures und Legendary Pictures die spektakuläre Wiedergeburt des meistverehrten Monsters der Welt: Godzilla. Der Regisseur Gareth Edwards entwickelt die mitreißende Vision menschlicher Tapferkeit und Friedenssehnsucht im Angesicht titanischer Naturgewalten, denen nur der monumentale Godzilla entgegentreten kann, weil die Menschheit ihnen schutzlos ausgeliefert ist.“ – Quelle

Kritik
Nee, was war die Enttäuschung groß: Eigentlich hatte ich mir einen trashig-brachialen Action-Kracher featuring den „King of the Monsters“ himself, Godzilla, erwartet. Doch als nach zwei elendig langen Stunden dann (endlich!) der Abspann lief, war ich relativ ernüchtert und meine Laune auf Mitte Kellertreppe – haben wir wirklich 18 Euro für so einen seelenlosen Mist ausgegeben?! Dabei hatte alles äußerst vielversprechend begonnen: Das Intro zum Film ist nämlich großartig: kurze aus Footage von japanischen und US-amerikanischen Atomtests aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg bestehende Einspieler, dazu bombastisch-pompöse Musikuntermalung – super! Wie überhaupt der gesamte Score des Films.

Gar nicht so super fand ich hingegen die Zusammenstellung des Maincasts: Klar, der u.a. aus der AMC-Hitserie „The Breaking Bad“ bekannte Bryan Cranston ließ sich noch verschmerzen. Doch als dann erstmals der von Aaron Taylor-Johnson, einem scheinbar bei der Geburt verschollenen dritten Klitschko-Bruder, verkörperte Protagonist Ford Brody die Bühne betrat, musste ich einen ersten Würgereflex unterdrücken, und es sollte nicht der letzte an diesem Abend bleiben. Dasselbe gilt für Elizabeth Olsen , die als Fords Vorzeigefreundin Elle gecastst wurde. – So im wahrsten Sinne des Wortes blass, so unfassbar austauschbar. Auch an der Vita des Protagonisten hat sich definitiv kein Kreativitätsbolzen ausgetobt: Erst im zarten Kindesalter die Mutter verloren, dann schnappt scheinbar der sich in seine Verschwörungstheorien vergrabene Vater über, der Junge geht als guter Amerikaner natürlich schnurstracks zum Militär und findet schließlich in Elle seine Traumfrau, mit der er inzwischen den viel zitierten American Dream lebt.

Nun gut, hätte ich alles noch verschmerzen können, wenn, ja wenn der restliche Streifen es vermocht hätte, all diese kleinen wie großen Klischee-Dellen irgendwie auszubügeln. Immerhin geht’s ja auch um Godzilla und nicht um Ford Brody, sollte man meinen. Ja, sollte man. Das Problem ist nur, den Machern ist erschreckenderweise das Kunststück gelungen, eine eh schon weitestgehend vorhersehbare Handlung so lieb- und seelenlos dahinplätschern zu lassen, bis dem geneigten Zuschauer gar nichts anderes mehr übrig bleibt, als das Gesehene mit absolutem Desinteresse abzustrafen. Anstatt das namensgebenden Urzeitmonster in den Mittelpunkt der Story zu stellen, dreht sich der gesamte Film eher um Brody und das sowieso an allen Ecken und Enden glorifizierte US-Militär, wie diese dem Viech Hand in Hand quer über den Erdball nachjagen: Brody auf ’nem US-Flugzeugträger, Brody auf irgendeinem Stützpunkt der US Air Force und schließlich bekam man auch noch einen Ford Brody als todesmutigen Fallschirmspringer in Diensten der USAF zu sehen, wie er mit einer feschen Leuchtfakel am Knöchel gen Erdboden rauscht. Ein echter Teufelskerl eben! Und ja, irgendwo tapste dann auch noch Godzilla rum und versuchte der paarungswilligen M.U.T.O.s Herr zu werden. Hier und da zischte ’ne Rakete von A nach B. Joa…

Bis es allerdings dazu kam, verging erst einmal eine gefühlte Ewigkeit: Knapp eine Stunde zog ins Land – also knapp die Hälfte der Laufzeit von 123 Minuten -, bis man das erste gigantische Urzeitviech zu Gesicht bekam. Wenig später büchste dann auch noch M.U.T.O. Nummero 2 aus einem Atommüllendlager in der Nähe des Zockerparadieses Las Vegas aus (lustigerweise ohne dass es die dortigen Sicherheitskräfte irgendwie gekümmert hätte – nur einer von einigen unlogischen Momenten, die sich in die Handlung geschlichen haben) und bis Godzilla himself zum ersten Mal ins rechts Licht gerückt wurde, vergingen ebenfalls noch einmal einige Minuten. Der Build-Up war definitiv zu langatmig! Ich hatte ehrlich gesagt pünktlich zur Halbzeit bereits die Schnauze voll und war kurz davor, die Blu-Ray aus der PS4 zu ziehen. Zumal auch echte Spannungsmomente keine aufkommen wollten. Sicher, man konnte sich von vornherein denken, dass Godzilla, der in diesem Streifen, wie zügig deutlich wurde, auf Seiten der Menschen unterwegs ist, am Ende wieder einmal den Tag retten und die Menschheit vor dem nahezu sicheren Untergang durch die M.U.T.O.s und ihre Teufelsbrut bewahren würde. Allerdings verstehe ich nicht, wie man den Fans dann eine solch belanglose, ja tote Rahmenhandlung feat. noch viel belanglosere Charaktere, für die ich mich einen Dreck interessiere, vorsetzen kann? Im Prinzip hätte man den gesamten Film auch als Reisetagebuch von Ford Brody vermarkten können, der in stetig wechselnden Militärvehikeln einer gigantischen Urzeitechse und zwei ebenfalls nicht gerade kleinen Monster-Insekten hinterher hechelt ohne selbst einzugreifen.

Bis zuletzt hatte ich zugegebenermaßen noch ein Fünkchen Hoffnung, gegen Ende hin durch einen spektakulären Endkampf zwischen Godzilla und den M.U.T.O.s für die bisher definitiv verschwendete Lebenszeit entschädigt zu werden. Zehn Minuten vor Beginn der Credits ging’s dann tatsächlich zur Sache: Godzilla vs. die M.U.T.O.s live in Los Angeles! Infolge dessen brach ein Wolkenkratzer in sich zusammen und an anderenorts wurde eine ganze Wohnanlage plattgemacht. Das ganze in Szene gesetzt von wirklich sehenswerten CGI-Effekten und einer zum Großteil ebenfalls gerenderten Szenerie, die mich mit ihrem staubverhangenen Himmel frappierend an 9/11 erinnert hat und zugegebenermaßen für den ein oder anderen Anflug von Gänsehaut gut war. Schließlich ging’s – Achtung, Spoiler! – dem ersten Viech an den Kragen und lediglich wenige Brüller später packte The King of the Monsters seinen alles zu Asche pulverisierenden Höllenfeueratem aus und schickte schließlich auch noch das zweite Rieseninsekt über den sprichwörtlichen Jordan. Und als wäre es das natürlichste der Welt, dass ein gigantischer Dino-Verschnitt gerade einen noch gigantischeren Insektenverschnitt aus den Latschen gehauen hat, wurde unser aller Lieblings-Monster schließlich von den US-Medien als Retter der Stadt gefeiert. Toll! Ach ja, Herr Brody fand glücklicherweise auch noch seine im zwischenzeitlichen Tumult verloren gegangene Herzallerliebste wieder, womit das platte Happy-End perfekt war – Schnitt auf Schwarz, Abspann.

Pro
+ Godzilla!!!
+ toll inszenierte Anfangssequenz
+ teils wirklich nette Kulissen
+ Godzilla und die Mutos schauen großartig aus
+ hörenswerter Soundtrack
Contra
– seelenlos
– lieblos zusammengewürfelter Cast
– belanglose Rahmenhandlung
– überwiegend farblose Charaktere ohne Tiefgang
– kaum Spannungsmomente
– zu abruptes Ende; Film wirkt „unrund“
– übertriebene Glorifizierung des US-Militärs

Fazit
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt von einem von nicht gerade wenigen Leuten gefeierten Blockbuster so dermaßen enttäuscht war wie dieser Tage von „Godzilla“. Hatte mir schlichtweg etwas grundsätzlich anderes erwartet: Zum Beispiel eine relevante, wendungsreiche Handlung und Charaktere, deren Schicksal mit nicht von Minute eins an komplett Latte ist. Weit weniger unangebrachte Glorifizierung irgendwelcher Streitkräft – und ja, einen Ticken mehr Action, sprich ein handfester Battle zwischen Godzilla und den Riesen-Insekten, der über das obligatorische Umschubsen zum Hochhäusern und Einreißen der ein oder anderen Hängebrücke hinausgeht, hätte ich ebenfalls mit Kusshand genommen. „Godzilla“ ist ein seelenloser Blender, der lediglich von seinem zugkräftigen Namen lebt, und für mich persönlich eine der größten Enttäuschungen des Jahres 2014. Der Streifen kommt in keinster Weise an die japanischen Original-Filme heran, die zwar legiglich in der Low-Budget-Sparte realisiert wurden, dafür jedoch mit etwas aufwarten können, was der Hollywood-Version von „Godzilla“ fehlt: Seele und Charme! Erschreckend, dass mit „Godzilla 2“ und „Godzilla 3“ bereits zwei Sequels in Planung sind…

— InaiMathi, am 28. September 2014

Godzilla

Genre: Katastrophenfilm
Release: 2014
Laufzeit: 123 Minuten
Publisher: Warner Bros.
Studio: Legendary Pictures
Wertung
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