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InaiMathi Blog

Gedanken zu Sonys Playstation-4-Event

PlayStation LogoIch bin nun nicht der größte Sony-Fan und noch weniger kann ich mit der Playstation 3 anfangen. Dennoch sollte man als aufgeschlossener Gamer ruhig ab und an mal einen Blick über den Tellerrand wagen und sich informieren, was im anderen Lager gerade so geht. Gestern war ein guter Zeitpunkt, denn Sony stellte im Rahmen eines großen Events in Manhattan, New York seine kommende Konsole, die Playstation 4 vor. Nun, zumindest glaubten viele, dass dies passieren würde, denn eine PS4 wurde wider erwarten nicht gesichtet. Dafür wurde ein angepeilter Releasetermin genannt, an dem die neue Playstation erscheinen soll: pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2013.

Darüber hinaus wurden ein paar Spiele präsentiert, die allesamt für Playstation 4 erscheinen werden. Ein paar davon, meistens direkt von Sony entwickelte Titel, exklusiv für Sonys neue Konsole. Am beeindruckendsten fand ich noch die Tech-Demo zu „Deep Down“ (AT), einem düsteren Dungeon-RPG von Capcom, das insbesondere optisch einen grandiosen Eindruck machte, sowie einen Trailer eines neuen „Final Fantasy“-Teils, der von Square Enix angekündigt wurde. Weniger geflasht haben mich die Präsentationen vom neuen Sony-exklusiven „Kill Zone 4“ und dem relativ generisch wirkenden „Watch Dogs“, einem von Ubisoft entwickelten „GTA“- / „Assassins Creed“-Klon im mehr oder weniger originellen Cyber Crime-Überwachungsstaat-Setting. Dann hatte Sony  noch die Jungs von Bungie eingeladen, die ihr neues Baby „Destiny“ vorgestellt haben, ein Sci-Fi-MMO, welches – nach Jahren der Halo’schen Xbox-Exklusivität – im Jahr 2014 für alle Plattformen erscheinen wird. Außerdem wurden „Infamous – Second Son“, „Knack: Mark Cerny“ sowie ein Arcade-Titel vom Macher von „Breed“ namens „The Witness“ angekündigt, der exklusiv nur auf der PS4 erscheinen wird – ein echter Kaufgrund! *hust* Oh, und „Diablo 3“ kommt – irgendwann 2014, also gut und gern fast zwei Jahre nach dem Release auf dem PC – exklusiv für die Playstation 3 und 4. – Alles nichts, weshalb ich mir explizit eine Playstation 4 ins Haus holen würde, zumal die meisten der gezeigten Titel auch für andere Konsolen wie die neue Xbox 720 von Microsoft erscheinen werden.

Ansatzweise cool waren hingegen die präsentierten Social-Features der PS4. Über einen speziellen Share-Button auf dem neuen Playstation 4-Controller wird es möglich sein, Livestreams seiner aktuellen Spielesession hinaus in die Welt zu senden. Diese können dann von anderen PS4-Usern angesehen und kommentiert werden. Freunde sollen jederzeit in eine laufende Partie einklinken können. Die Frage ist: Will man sowas? Das Streaming zielt offensichtlich auf die stetig wachsende Let’s Player-Gemeinde ab. Fraglich ist allerdings, ob sich die Jungs und Mädels ins Playstation Network „einsperren“ lassen werden.

Ach ja, Sony stellte auch eine aufgebohrte Version der Playstation Eye-Cam vor, die zusammen mit den nach wie vor unfassbar lächerlich ausschauenden Move-Sticks aka bunter Dildo-Ersatz Microsofts Bewegungssteuerung Kinect Konkurrenz machen soll. Ob dies gelingen wird, bleibt abzuwarten. Zumal die Redmonder ihrerseits Kinect 2 bereits in den Startlöchern haben, dessen System dem Sony-Pendant schon immer überlegen war.

Eine Abwärtskompatibilität von PS4 zu PS3 ist übrigens nicht gegeben. Heißt: Alte Playstation 3-Spiele werden in ihrer physischen Form nicht auf der PS4 gezockt werden können, sondern lediglich per Playstation Cloud-Service, der schätzungsweise für den Spieler mit zusätzlichen Kosten verbunden sein wird.
Ebenfalls geäußert haben sich die Verantwortlichen von Sony zum Gerücht, die PS4 müsse immer mit den Internet verbunden sein, um zocken zu können, ganz so wie es wohl auch Microsoft bei der neuen Xbox 720 voraussetzen wird: Dies wird laut Sony nicht der Fall sein. „Always on“ wäre für mich persönlich aber auch kein Argument gegen einen Kauf gewesen.

Alles in allem bin ich vom gestrigen Event alles andere als beeindruckt. Ja, die gezeigten Spiele sahen in der Regel sehr gut bis fantastisch aus, doch das werden sie auf der neuen Xbox 720 ebenso, und ehrlich gesagt war da nichts, bei dem die Kinnlade nach unten ging. Das, was Sony da gestern unter dem Motto „See the Future“ präsentiert hat, kann von Microsoft relativ locker gekontert werden, wenn sie’s richtig anstellen. Die Specs der neuen Sonys-Konsole gleichen in etwa denen eines aktuellen Mittelklasse-PC, also nichts, was man besonders herausstellen sollte, und insbesondere nichts, was die nächste Xbox nicht auch unter der Haube haben dürfte!
Der einzige Vorteil, den Sony aus dem Presse-Event schlagen kann, ist die hohe Aufmerksamkeit in den Medien, mit der die PS4 nun erst einmal bedacht werden wird. Ansonsten… naja…

Nach dem gestrigen Playstation-4-Event mache ich mir jedenfalls keinerlei Sorgen, dass die nächste Xbox gegen das, was die neue Playstation 4 zu bieten hat, abstinken wird. Im Gegenteil.

— InaiMathi, am 21. Februar 2013
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